ECV
ENCAVIS
Anteil der Short-Position: 12,74%
EVT
Evotec OAI
Anteil der Short-Position: 10,77%
VAR1
Varta
Anteil der Short-Position: 9,34%
SANT
S+T (Z.REG.MK.Z.)...
Anteil der Short-Position: 7,39%
BOSS
HUGO BOSS
Anteil der Short-Position: 5,61%
SDF
K+S
Anteil der Short-Position: 5,34%
DUE
Dürr
Anteil der Short-Position: 5,26%
ZIL2
ElringKlinger
Anteil der Short-Position: 4,27%
LHA
Lufthansa
Anteil der Short-Position: 4,00%
WDI
WireCard
Anteil der Short-Position: 3,78%
PSM
PROSIEBENSAT.1
Anteil der Short-Position: 2,06%
DRW8
DRAEGERWERK ST.A....
Anteil der Short-Position: 2,01%
TKA
ThyssenKrupp
Anteil der Short-Position: 1,96%
ZO1
ZOOPLUS
Anteil der Short-Position: 1,88%
RAA
Rational
Anteil der Short-Position: 1,71%
EVK
EVONIK INDUSTRIES
Anteil der Short-Position: 1,63%
DHER
DELIVERY HERO
Anteil der Short-Position: 1,63%
AEIN
ALLGEIER
Anteil der Short-Position: 0,96%
ARL
Aareal Bank
Anteil der Short-Position: 0,78%
MOR
MorphoSys
Anteil der Short-Position: 0,70%
HEI
HeidelbergCement
Anteil der Short-Position: 0,62%
5Y6
COMPASS PATHW SP.ADR
Anteil der Short-Position: 0,61%
CEC
CECONOMY ST
Anteil der Short-Position: 0,50%

UMT United Mobility Technology: Frage des Timings

Fast schon ein wenig kurios mutet der Verlauf der Kapitalerhöhung von UMT United Mobility Technology an. Im Rahmen einer groß angelegten Roadshow warb Vorstandschef Albert Wahl vor wenigen Wochen um frische Mittel für die Münchner Beteiligungsgesellschaft UMT. Die Investmentstory von UMT besteht im Wesentlichen aus Verbreitung der mobilen Bezahllösung iPAYst – unter anderem mit Hilfe von Bonusangeboten wie der mittlerweile auch in München gelaunchten Restaurant-Restplatzbörse Delinski. UMT hält knapp ein Viertel der Anteile an der schnell wachsenden Plattform aus Österreich. Das Kalkül von Firmenlenker Wahl: Je mehr Anreize es für die Kunden gibt, via IPAYst zu bezahlen, desto schneller wird die Akzeptanz der Nutzer wachsen. Zudem besteht die Möglichkeit, die eigene Technologie als “White-Label-Anbieter“ für Dritte anzubieten.

Zunächst einmal sind für die Expansion jedoch erhebliche Mittel notwendig, schließlich ist die Konkurrenz hellwach. Dementsprechend stattlich war das Volumen der Kapitalerhöhung dimensioniert: Immerhin sollten bis zu 10.000.000 neue Anteile mit Bezugsrecht 1:1 zum Preis von 1,50 Euro das Stück platziert werden. Zur Einordnung: Bislang war das Kapital in 13.146.983 Aktien eingeteilt. Ebenso mutig war die Wahl des Ausgabepreises, schließlich notierte die UMT-Aktie zwischenzeitlich sogar leicht unter den aufgerufenen 1,50 Euro. Beim Besuch in den Redaktionsräumen machte Vorstandschef Albert Wahl bereits vor einigen Wochen klar, dass es ihm darum geht, neue Investoren an Bord zu holen. Laut Wertpapierprospekt liegt der Streubesitz bei gerade einmal 39 Prozent. De facto dürfte er sogar deutlich niedriger anzusiedeln sein. In der Small-Cap-Szene ist der Kreis aus Fonds und Familiy Offices eher überschaubar. Ende Juli meldete UMT dann, dass von den Altaktionären 485.900 Anteile gezeichnet wurden. Zudem wurden 1.156.667 Aktien im Rahmen einer Privatplatzierung bei institutionellen Investoren untergebracht. Daraus ergibt sich ein Mittelzufluss von brutto knapp 2,5 Mio. Euro. Aufhorchen ließ allerdings der Hinweis, dass es noch Zeichnungserklärungen von „strategischen Investoren“ über 10.000.000 Stück zum Preis von ebenfalls je 1,50 Euro geben würde.

 

  Kurs: 0,000 €

 

Ganz wohl war Firmenlenker Wahl bei dieser Investorengruppe aber offenbar nicht. Denn schon damals teilte er blumenreich mit: „Im wohlverstandenen Interesse der Gesellschaft und unter Würdigung der aktuellen, maßgeblich bewertungserhöhenden Geschäftsentwicklung sowie der großen strategischen Bedeutung einer wesentlichen Blockbeteiligung entscheidet der Vorstand zeitnah über die Berücksichtigung dieses Angebots.“ Immerhin: Albert Wahl hat sich zeitnah entschieden – und für eine faustdicke Überraschung gesorgt. Besagte Investoren wurden nämlich abgewiesen. „Unser Ziel ist es, dass der Erfolg des Unternehmens auch einer wachsenden Zahl von kleinen und mittelgroßen Aktionären zu Gute kommt. Die Hereinnahme eines primär finanzielle Ziele verfolgenden Investors lässt sich mit diesem Ziel nicht vereinbaren. Eine derart hohe Kapitalaufnahme durch einen Investor auf der heutigen Bewertungsbasis würde nicht nur zu einer erheblichen Verwässerung, sondern auch zum Kontrollverlust der Gründer und Altaktionäre führen“, erklärt Wahl.

Wie ist diese Entscheidung nun einzuschätzen? Die Formulierung, eine wachsende Zahl von kleinen und mittelgroßen Aktionären am Erfolg des Unternehmens teilhaben zu lassen, gehört mit zum Standardrepertoire des Investor-Relations-Marketing. Geschenkt also. Wenn Wahl zum gegenwärtigen Moment dennoch jemandem einen Korb gibt, der die komplette Kapitalerhöhung auf einen Schlag zeichnen möchte, kann das eigentlich nur eines heißen: UMT steht tatsächlich vor größeren Abschlüssen und möchte einen – möglicherweise fordernden – neuen Investor nicht zu diesen Konditionen und zu diesem Zeitpunkt zum wichtigsten Anteilseigner werden lassen. Für 15 Mio. Euro Einsatz hätte der Interessent künftig immerhin rund 43 Prozent der Stimmen kontrolliert und damit wesentlich mehr zu sagen gehabt als Vorstandschef Wahl.

Ausgeschlossen ist die Aufnahme von neuen Investoren damit allerdings nicht. Im Gegenteil: UMT weist explizit darauf hin, dass„alle entsprechenden Angebote permanent auf ihre Sinnhaftigkeit geprüft werden“. Bei „entsprechender Entscheidungslage“ will das Management dann wieder auf die Aktionäre zugehen. Soll heißen: Zu einem höheren Preis und einem späteren Zeitpunkt können sich die Münchner sehr wohl mit neuen Investoren anfreunden – wohl auch in größeren Dimensionen. Der Aktienkurs von UMT könnte von der jüngsten Entwicklung durchaus profitieren. Immerhin lässt sie Raum für Spekulationen um wichtige Neuigkeiten. Und mit den Mitteln aus der jüngsten Kapitalerhöhung kann UMT offenbar auch gut leben, wie zu hören ist.

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
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KGV 2022e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
0,00 0,00 0,00 0,00
KBV KCV KUV EV/EBITDA
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Dividende '19 in € Dividende '20e in € Div.-Rendite '20e
in %
Hauptversammlung
0,00 0,00 0,00
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
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Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse gründete im Mai 2013 die auf Datenjournalismus fokussierte Seite boersengefluester.de. Zuvor war er 19 Jahre bei dem Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. 2016 gewann Gereon Kruse mit boersengefluester.de beim viel beachteten finanzblog award der comdirect bank den Publikumspreis und belegte gleichzeitig noch den 3. Platz in der Jurywertung.