Kursbewegende Meldungen in kompakter Form


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An dieser Stelle kommentiert boersengefluester.de aktuelle Firmenmeldungen und weist auf interessante Sondersituationen hin.




19. April, 2018

Die Aktie von Hawesko steht seit vielen Jahren in dem Ruf, ein attraktives Investment für dividendenorientierte Anleger mit Feinsinn zu sein. Das ist soweit auch in Ordnung – für 2017 gibt es abermals 1,30 Euro Dividende pro Anteilschein, was für eine Rendite von rund 2,6 Prozent steht. Mindestens ebenso richtig ist allerdings, dass der frühere SDAX-Titel – abgesehen von der kräftigen Aufwärtsbewegung im ersten Halbjahr 2017 – in einer ausgeprägten Seitwärtsbewegung festhängt. Seit vielen Monaten sieht es sogar ganz danach aus, als ob bei 51 Euro eine Promillegrenze Richtung Norden existiert. Jedenfalls hat der Kurs fast keine Chance, über diese Marke zu kommen. Keine Frage: Der Weinhändler liefert kontinuierlich solide Zahlen ab. „Wir haben unsere Ziele für 2017 erreicht und können zufrieden sein. Wir erzielten ein höheres Wachstum und haben die Effizienz sowie Profitabilität im Kerngeschäft erhöht. Damit können wir aus eigener Kraft zusätzliche Wachstumsinitiativen finanzieren“, sagt Vorstandschef Thorsten Hermelink. Für 2018 steht ein Umsatzplus von rund drei Prozent auf dann etwas mehr als 520 Mio. Euro auf der Agenda. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) soll in einer Bandbreite von 32 und 33 Mio. Euro liegen. Unterm Strich dürfte ein Gewinn (nach Anteilen Dritter) zwischen 19 und 20 Mio. Euro stehen bleiben. Die engen Spannen zeigen bereits, dass sich die Geschäfte vergleichsweise gut planen lassen. Bewertet ist Hawesko zurzeit mit gut 447 Mio. Euro an der Börse. Das nicht gerade wenig, wenn man bedenkt, dass sich der früher etwas angestaubte Weinhandel mitten in einer stürmischen Veränderungsphase befindet. Onlineshops gibt es wie Sand am Meer: Quasi jeder Winzer hat seinen eigenen Internetverkauf. Zudem kommen Weinkunden im Netz kaum an Anbietern wie belvini, ebrosia oder vicampo vorbei. Das Angebot ist gewaltig, kaum ein Tag ohne Rabattaktionen und Probierpakete. Mit von der Partie ist hier auch die zum Online-Reifenhändler Delticom gehörende Webseite Gourmondo – die freilich auch ein enormes Angebot an Lebensmitteln im Programm hat. On top buhlen die Supermärkte um Weinkundschaft. Natürlich positioniert sich auch Hawesko entsprechend – etwa durch das 2016 zugekaufte Portal WirWinzer. Letztlich spiegelt der seit längerer Zeit wenig inspirierende Chartverlauf die steigende Konkurrenz wider. Eine gute Halten-Position bleibt das Papier aber trotzdem.



16. April, 2018

Die Konsolidierungsphase der Aktie der TTL Beteiligungs- und Grundbesitz-AG im Bereich um 3 Euro ist beendet. Mittlerweile hat das Papier die Marke von 3,50 Euro zurückerobert. Auslöser sind neuerliche Anteilserhöhungen an der Deutsche Immobilien Chancen Real Estate GmbH, durch die sich der durchgerechnete Anteil an dem Immobilien-Manager GEG German Estate Group auf 30,26 Prozent erhöht – nach zuvor 19,96 Prozent (siehe dazu auch den Bericht von boersengefluester.de HIER). Bemerkenswert ist die rasche Abfolge der jüngsten Transaktionen: Am 12. April gab TTL bekannt, dass die Gesellschaft weitere 2,46 Prozent von „verschiedenen Minderheitsgesellschaftern“ der DIC Real Estate GmbH erwirbt und als Gegenzug für die Sacheinlage 1.123.622 neue TTL-Aktien emittiert. Demnach wurde das 2,46-Prozent-Paket mit 3,933 Mio. Euro bewertet. Im Zuge dieser Maßnahme hatte sich der mittelbare Anteil an der GEG German Estate Group – dem eigentlich interessanten Asset – auf 21,81 Prozent erhöht. Wenige Tage später bereits die nächste – noch viel größere – Transaktion, wonach die Münchner weitere 11,67 Prozent an DIC Real Estate für einen Preis von etwa 18,7 Mio. Euro erwerben. Damit sind die Bewertungen der jüngsten Anteilsaufstockungen weitgehend identisch. Allerdings gab es diesmal keine Angaben zur Finanzierung der Umschichtung. Nun: Wichtig für Aktionäre ist zunächst einmal, dass TTL künftig 40,34 Prozent an der DIC Real Estate hält, womit sich die mittelbare Beteiligung an der GEG auf 30,26 Prozent erhöht. Auf Basis der erhöhten Aktienzahl von 16.898.289 Stück bringt es TTL nun auf eine Marktkapitalisierung von rund 59 Mio. Euro – bei einem Streubesitzanteil von 22,4 Prozent. Der auf TTL entfallende Anteil an DIC Real Estate hat auf Basis der neuesten Transaktionen derweil einen Wert von 64,6 Mio. Euro. Für boersengefluester.de bleibt der Spezialwert eine aussichtsreiche Wette mit Fokus auf Gewerbe-Immobilien. Jedenfalls ist hier gerade richtig Musik drin.



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10. April, 2018

Ein Chartverlauf wie der von Aves One mahnt normalerweise zur absoluten Abstinenz. Immerhin verlor der Anteilschein des Containervermieters allein in den vergangenen sechs Monaten um deutlich mehr als ein Viertel an Wert – trotz etlicher Empfehlungen in den Finanzmedien, positiver Analystenstudien und einer regelmäßigen Präsenz des Vorstands auf Kapitalmarktkonferenzen. Irgendwie hat der Funke bislang aber noch nicht gezündet, selbst wenn Vorstand Jürgen Bauer bei seinen Präsentationen durchaus authentisch rüberkommt. Am meisten irritiert die Anleger wohl, dass sich bei Aves One immer alles super anhört, unterm Strich aber tiefrote Zahlen stehen. Dabei sieht Jürgen Bauer die Gesellschaft vielmehr in der Rolle des Cherrypickers, der nicht – wie Containerriese VTG – einen gewaltigen Überbau mit sich herumschleppen muss. Zumindest erklärungsbedürftig sind derweil auch die vorläufigen Zahlen für 2017:  Zwar kam Aves One auf einen kräftigen Zuwachs der Erlöse von 87 Prozent auf 53,4 Mio. Euro sowie einen Anstieg des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 10,3 auf 29,1 Mio. Euro – beide Resultate liegen über den Schätzungen der Analysten von GBC. Vor Abzug von Steuern blieb jedoch ein Fehlbetrag von 37,3 Mio. Euro stehen. Darin enthalten sind negative Währungseffekte von allein 21,6 Mio. Euro. Aber auch Sonderabschreibungen von rund 4 Mio. Euro aus dem Verkauf alter Container drücken aufs Ergebnis. Korrigiert um all diese Effekte setzen die Hamburger den Verlust vor Steuern mit rund 8,5 Mio. Euro an – nach minus 12,4 Mio. Euro im Jahr zuvor. Den Ausblick für das laufende Jahr formuliert das Management noch ziemlich vage. Nur so viel: Umsatz und operatives Ergebnis sollen sich „deutlich verbessern“. GBC kalkulierte zuletzt mit Erlösen von knapp 71 Mio. Euro sowie einem EBITDA von gut 45 Mio. Euro für das laufende Jahr. Dabei soll dann auch ein positives Netto-Ergebnis von etwas mehr als 5 Mio. Euro übrig bleiben. Das vollständige Geschäftsbericht für 2017 wird Aves One noch im April vorlegen. Zudem ist Vorstand Bauer Ende April auch auf der MKK Münchner Kapitalmarkt Konferenz präsent. Kapitalisiert ist der Small Cap zurzeit mit 71,6 Mio. Euro. Sollten die Analystenprognosen erreicht werden, wäre das natürlich viel zu wenig. Andererseits eilt es mit dem Einstieg nicht zwangsläufig. So kann es bestimmt nicht schaden, erst einmal auf den Jahresabschluss zu warten und sich das 207er-Zahlenwerk ein wenig genauer anzuschauen. Vielleicht ergibt sich ja doch eine knackige Chance und der Chart hat zu viel Pessimismus versprüht. Boersengefluester.de bleibt am Ball.




09. April, 2018

Aus heiterem Himmel kam der Ergebnissprung des Bauspezialunternehmens InnoTecTSS nun wahrlich nicht. Immerhin hatte die Gesellschaft bereits vor etlichen Monaten darauf hingewiesen, dass der Verkauf der Tochter Calenberg Ingenieure den Gewinn um rund 12 Mio. Euro in die Höhe treiben dürfte – was per saldo auf einen Überschuss hinauslaufen sollte, der den 2016er-Wert von 9,51 Mio. Euro um mehr als das Doppelte übersteigt. Tatsächlich kamen die Düsseldorfer 2017 auf einen Überschuss von rund 22 Mio. Euro, während das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um rund 2,6 Prozent auf 15,0 Mio. Euro zurückfiel. Die eigentliche Überraschung ist für boersengefluester.de jedoch, dass die Düsseldorfer sich spendabel zeigen und die Dividende für 2017 von 0,50 auf 0,85 Euro je Aktie anheben. Bei einem gegenwärtigen Kurs von 16,50 Euro, würde der Small Cap also mit brutto rund 5,1 Prozent rentieren. Damit rückt der Titel in die boersengefluester.de-Top 5-Renditehits für den kommenden Juni auf. Die Hauptversammlung findet allerdings erst am 22. Juni 2018 statt. Den Geschäftsbericht will mit allen wichtigen Zahlen sowie einem Ausblick will InnoTecTSS am 30. April 2018 vorlegen. Bis dahin sind Prognosen für das laufende Jahr kaum valide zu treffen. Haltenswert ist das Papier unserer Meinung nach aber mindestens, zumal der Börsenwert von knapp 158 Mio. Euro – selbst unter Ausklammerung des Calenberg-Effekts – alles andere als überhöht aussieht. Einzig die Charttechnik sieht seit vielen Monaten wenig inspirierend aus.


Mit einem ersten Überblick zu den Halbjahreszahlen für das Geschäftsjahr 2017/18 (30. Juni) sowie einem Ausblick für das Gesamtjahr meldet sich Börsenneuling Stemmer Imaging zu Wort. Demnach kam der Distributor von Bildverarbeitungstechnologien für den industriellen Einsatz auf ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 4,55 Mio. Euro, was um gut 36 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreswert liegt. Die Umsatzerlöse kamen nach sechs Monaten um annähernd 13 Prozent auf 47,4 Mio. Euro voran. Auf Basis dieser Vorgaben hält der Vorstand für das Gesamtjahr Erlöse in einer Bandbreite von 97 bis 100 Mio. Euro sowie eine zweistellige EBITDA-Marge für möglich. Diese Größenordnung dürfte sogar leicht über den Schätzungen der emissionsbegleitenden Analysten liegen. Boersengefluester.de kalkuliert zurzeit mit einem EBITDA von 10,1 Mio. Euro für 2017/18. Den detaillierten Halbjahresbericht will Stemmer Imgaing am 24. April vorlegen. Trotz der grundsätzlich ein wenig besser als gedachten Ergebnisse: An der Börse verpufften die Neuigkeiten, was unter anderem eine Folge der schon jetzt recht ambitionierten Bewertung sein dürfte. Immerhin wird die Gesellschaft aus Puchheim bei München mit dem rund 15fachen der Relation von Unternehmenswert zum 2018/19er-EBITDA gehandelt. Damit bewegt sich Stemmer Imaging ungefähr auf Augenhöhe mit Isra Vision, obwohl die Darmstädter – als Anwender von Produkten, wie sie Stemmer vertreibt – grundsätzlich eine höhere Bewertung verdient haben. Immerhin agieren Automatisierungsspezialisten wie Isra Vision – oder auch Viscom – mit deutlich höheren Margen als Stemmer. So gesehen wird es wohl noch eine Zeit dauern, bis sich der Aktienkurs des Börsenneuling nachhaltig Richtung Norden entwickeln wird. Grundsätzlich handelt es sich bei Stemmer Imaging aber um ein gutes Unternehmen, wie boersengefluester.de aus zahlreichen Gesprächen mit Branchenkennern mitnimmt. Der Ausgabepreis von Stemmer Imaging lag am 27. Februar 2018 bei 34 Euro. In der Spitze kletterte die Notiz Anfang März auf ein Rekordhoch von 40,605 Euro. Den bisherigen Tiefstkurs markierte der Scale-Titel am 6. April mit zwischenzeitlich 32,00 Euro. Zu berücksichtigen ist freilich, dass auch die Anteilscheine von Isra Vision und Viscom zuletzt spürbar zurückgekommen sind.


Aktien mit einem einstelligen KGV muss man normalerweise fast schon mit der Lupe suchen. Cliq Digital gehört mittlerweile in diese Gruppe – allerdings in erster Linie, weil die Notiz des Scale 30-Titels in den vergangenen drei Monaten um rund 40 Prozent eingeknickt ist. Die Sorge der Investoren lässt sich in etwa auf folgenden Nenner bringen: Der Vermarkter von Content (Unterhaltung, Spiele, Filme, Dating) und Security-Software hat die Gewinnerwartungen für 2017 zwar nur leicht verfehlt. Vor dem Hintergrund der spürbar reduzierten Marketingaufwendungen, fragten sich die Anleger aber, was wohl mit dem Ergebnis passiert wäre, wenn Cliq Digital bei den Werbeausgaben weiter aufs Gaspedal getreten hätte. Losgelöst davon gab es – mittlerweile jedoch behobene – Verzögerungen beim Produktangebot, die dazu führen werden, dass der Gewinn des Auftaktquartals 2018 hinter dem entsprechenden Vorjahresergebnis zurückbleiben wird. Insgesamt zeigt sich das Management um Luc Voncken und Ben Bos im jetzt vorgelegten Geschäftsbericht 2017 aber zuversichtlich: „Wir streben ein ambitioniertes zweistelliges Ergebniswachstum an.“ Dabei kalkuliert die Gesellschaft aufgrund der geplanten geringfügigen Steigerung der Media-Ausgaben, auch nur mit einem leicht höheren Umsatz. Zu konkreteren Prognosen lässt sich Cliq Digital gegenwärtig noch nicht hinreißen. Insgesamt ist boersengefluester.de aber der Auffassung, dass die Börse bei Cliq Digital zu sehr nach unten übertreibt. Daher bleiben wir bei der Einschätzung „Kaufen“. Mit einer Portion Vorsicht ist dabei freilich der hohe Discount zum Buchwert von gegenwärtig rund 7,50 Euro je Aktie zu genießen. Immerhin übersteigt der in der Bilanz ausgewiesene Goodwill von 47,5 Mio. Euro sogar die gesamte Höhe des Eigenkapitals von 46,5 Mio. Euro.



27. März, 2018

In der vorösterlichen Flut an Geschäftsberichten beinahe untergegangen, sind die starken Zahlen von Muehlhan. So kam der Spezialist für Oberflächenschutz und Gerüstbau 2017 bei geringfügig rückläufigen Erlösen von 247,72 Mio. Euro auf ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 8,53 Mio. Euro, womit die Hamburger – wie angekündigt – den oberen Bereich der zuvor kommunizierten EBIT-Spanne von 6,5 bis 8,5 Mio. Euro erreicht haben. „Eine selektivere Projektauswahl als Konsequenz eines strikten Risikomanagements führte einerseits zu einem leicht gesunkenen Umsatz, andererseits aber auch zur Vermeidung von Projektverlusten und damit zu einem verbesserten EBIT“, betont CEO Stefan Müller-Arends. Für das laufende Jahr kalkuliert das Management mit Erlösen von rund 250 Mio. Euro sowie einem EBIT zwischen 8,5 und 9,5 Mio. Euro. Unterm Strich könnten nach Auffassung von boersengefluester.de damit rund 5,25 Mio. Euro Gewinn hängen bleiben – nach 4,65 Mio. Euro im Vorjahr. Dem steht zurzeit eine moderate Marktkapitalisierung von 58,5 Mio. Euro gegenüber. Interessant wird, in welchem Umfang die Gesellschaft im laufenden Jahr an der Übernahmefront aktiv wird. „Mit drei kleineren Akquisitionen in Deutschland, den Niederlanden und in Dänemark haben wir unser Dienstleistungsportfolio weiter gestärkt und abgerundet. Größere Unternehmensakquisitionen wurden aufgrund des Missverhältnisses zwischen den von Unternehmensverkäufern geforderten Preisen und den Risiken, die mit einer Akquisition in unserer personalintensiven Branche einhergehen, erneut nicht getätigt“, sagt Müller-Arends, verweist in einem Atemzug aber auf den Erwerb der restlichen 40 Prozent an der norwegischen Marine Service International (MSI) vom Firmengründer. Bezahlt hatte Muehlhan für die zweite MSI-Tranche 4,4 Mio. Euro. Positiv: Im Zuge der Komplettübernahme fallen die entsprechenden Anteile Dritter in der Gewinn- und Verlustrechnung weg, was sich wiederum vorteilhaft auf das Ergebnis je Aktie auswirkt. Attraktiv ist die Muehlhan-Aktie weiterhin auch aus Buchwert-Sicht, immerhin notiert der Titel nahezu exakt auf dem Niveau des Eigenkapitals. Und selbst man den gesamten Firmenwert auf der Aktivseite mit dem Eigenkapital verrechnen würde, bliebe noch immer ein nicht zu hohes Kurs-Buchwert-Verhältnis von 3,1. Für boersengefluester.de bietet der Small Cap eine prima Chance-Risiko-Verhältnis.


Bestimmt gibt es eine Menge dynamischer wachsende Gesellschaften als Centrotec Sustainable. Und auch die jüngste Prognosesenkung des Anbieters von Heizungs- und Klimasystemen kam am Kapitalmarkt alles andere als gut an. Andererseits hat der Aktienkurs von Centrotec Sustainable unserer Meinung nach – zumindest gemessen an den am Ende doch ganz ordentlichen Jahreszahlen – ein Stück überreagiert. Die logische Konsequenz ist, dass die Centrotec-Aktie nun beinahe unter allen gängigen Bewertungskennzahlen ziemlich attraktiv aussieht: Da das in Brilon ansässige Unternehmen auch zur nächsten Hauptversammlung am 15. Mai 2018 eine unveränderte Dividende von 0,30 Euro je Anteilschein auf die Tagesordnung setzt, kommt der Titel beim jetzigen Kurs von 14,40 Euro auf eine Rendite von immerhin fast 2,1 Prozent. Bemerkenswert ist auch, dass der Titel mittlerweile zum Buchwert gehandelt wird – ein eher seltenes Phänomen bei nachhaltig profitablen Unternehmen wie Centrotec. Und auch gegen ein „ganz normales“ Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 11,2 lässt sich wohl nichts sagen. Der 2018er-Ausblick von Finanzvorstand Thomas Kneip sieht mit Erlösen zwischen 600 bis 620 Mio. Euro sowie einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBT) in einer Bandbreite von 30 bis 32 Mio. Euro gut erreichbar aus. Zur Einordnung: 2017 erlöste Centrotec 594,2 Mio. Euro und kam dabei auf ein EBIT von 29,3 Mio. Euro. Der Börsenwert türmt sich derweil auf 259,5 Mio. Euro. Auch wenn der Aktienkurs im laufenden Jahr bislang nur dahinplätschert: Auf Sicht von sechs bis zwölf Monaten scheint uns das gegenwärtige Kursniveau eine attraktive Einstiegsbasis zu sein.



27. März, 2018

Dass der Aktienkurs von United Labels in den ersten drei Monaten 2018 zwischenzeitlich bis über die Marke von 5 Euro klettern würde, hätten wohl nur hartgesottene Optimisten für möglich gehalten. Immerhin kostete der Anteilschein des Vermarkters von Comic-Lizenzthemen zu Ende Dezember 2017 gerade einmal 2,40 Euro. Aber so kann man sich täuschen. Das muss auch boersengefluester.de einräumen. Trotzdem bleiben wir dabei, dass die Bewertung des Small Caps ziemlich luftig ist. Für das laufende Jahr stellt CEO Peter Boder ein – gegenüber dem 2017er-Niveau von 30,33 Mio. Euro – um zwei bis sieben Prozent steigende Umsätze in Aussicht, was auf Erlöse zwischen 30,95 und 32,45 Mio. Euro hinauslaufen würde. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) soll in einer Bandbreite von 1,80 bis 2,80 Mio. Euro liegen. Dem steht zurzeit eine Marktkapitalisierung von knapp 30,50 Mio. Euro entgegen. Inklusive der Netto-Finanzverbindlichkeiten türmt sich der Unternehmenswert auf annähernd 42 Mio. Euro. Demnach würden die Münsteraner an der Börse mit dem 12,9fachen des von uns für 2018 erwarteten EBITDA gehandelt. Die Eigenkapitalquote erreicht – trotz der spürbaren Ergebnisverbesserung des Vorjahrs – gerade einmal 4,6 Prozent der Bilanzsumme. Die Finanzierung ist per Ende 2017 nicht fristenadäquat, wie es im Geschäftsbericht heißt. Theoretisch ist eine Kapitalerhöhung also nur eine Frage der Zeit. Immerhin spielt das höhere Kursniveau dem Unternehmen zurzeit stark in die Karten. Per saldo bleibt der Small Cap für boersengefluester.de ein ganz heißes Eisen, an das sich nur sehr risikobereite Investoren wagen sollten. Aber wer weiß: Vielleicht wird die „Uralt-Spekulation“ um einen Zusammenschluss mit einem größeren Wettbewerber aus dem Ausland irgendwann doch noch Realität.


Übermäßig knackig ist die Investmentstory von Leifheit schon seit längerer Zeit nicht mehr. Dafür lieferte der Hersteller von Haushaltsprodukten in den vergangenen Quartalen einfach zu enttäuschende Zahlen, selbst wenn ein wesentlicher Teil der Belastungen auf das Konto der Neuordnung des Vertriebs im Markengeschäft geht. Zudem drückten Wechselkurseffekte und höhere Materialpreise aufs Ergebnis. Immerhin lief das Abschlussquartal 2017 für Leifheit ganz ordentlich, so dass die Finanzdaten im jetzt vorgelegten Geschäftsbericht weitgehend den Erwartungen entsprechen. Zudem zeigt sich, wie wichtig Muskelmasse in der Bilanz ist: So zahlt Leifheit für 2017 eine – gegenüber dem Vorjahr unveränderte – Basisdividende von 1,05 Euro, was auf einer Dividendenrendite von zurzeit fast 4,2 Prozent hinausläuft. Die Hauptversammlung findet am 30. Mai 2018 statt. Zur Einordnung: Im Vorjahr gab es neben der Sockelausschüttung noch einen Bonus von 0,40 Euro je Aktie. Das Ergebnis je Aktie fiel 2017 von 1,53 auf 1,35 Euro zurück. Prozentual schüttet Leifheit also mehr als drei Viertel des Konzerngewinns aus. Nicht unbedingt vom Hocker haut boersengefluester.de derweil die Prognose für das laufende Jahr, schließlich peilt das in Nassau (Rheinland-Pfalz) ansässige Unternehmen zum jetzigen Zeitpunkt nur ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) zwischen 17 und 18 Mio. Euro an – nach 18,84 Mio. Euro im Vorjahr. Abermals spiegeln sich hier negative Währungseffekte sowie ungünstigere Materialpreise wider. Zudem hat sich nun auch Leifheit das Thema Digitalisierung stärker auf die Fahnen geschrieben. Die Kosten hierfür lassen sich an anderer Stelle nur teilweise einsparen. Eine Halten-Position ist die Aktie für uns aber trotzdem – schon allein aufgrund der attraktiven Dividendenrendite. Zudem wird der Titel – bezogen auf den Enterprise Value (Marktkapitalisierung plus Netto-Finanzschulden) – nur mit dem knapp Elffachen des für 2018 zu erwartenden EBITDA gehandelt. Für Leifheit-Verhältnisse ist das vergleichsweise moderat.



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21. März, 2018

Mit Noratis steht ein weiterer Dividendenhit für die laufende HV-Saison fest. So wird der Bestandsentwickler von Wohnimmobilien zur Hauptversammlung am 3. Mai 2018 eine Dividende von 1,50 Euro je Aktie auf die Agenda setzen – was noch ein Tick mehr ist, also von boersengefluester.de ohnehin vermutet. Beim gegenwärtigen Kurs von 26,20 Euro ergibt sich daraus eine Rendite von immerhin 5,7 Prozent Besser als erwartet lesen sich auch die anderen Zahlen der im Börsensegment Scale gelisteten Gesellschaft: So kam Noratis auf Erlöse von 68 Mio. Euro und erzielt dabei einen Gewinn vor Steuern (nach IPO-Kosten) von 12,2 Mio. Euro. Unterm Strich blieb ein Überschuss von 8,7 Mio. Euro stehen, was einem Ergebnis je Aktie von 2,98 Euro entspricht. Auch für das laufende Jahr zeigt sich CEO Igor Bugarski zuversichtlich: „Der Umsatz, das EBIT und das Ergebnis vor Steuern sollen über dem Vorjahr liegen.“ Das ist ist schon allein deshalb wichtig, weil 2017 unter anderem von zwei größeren Blockverkäufen geprägt war und es mitunter Befürchtungen gab, dass die Eschborner das hohe Ergebnisniveau womöglich nicht werden halten können. Die Analysten von SMC Research hatten die Noratis-Aktie zuletzt mit einem Kursziel von 33,90 Euro zum Kauf empfohlen. Aktuell bringt es das in Eschborn ansässige Unternehmen auf einen Börsenwert von 76,5 Mio. Euro – was annähernd All-Time-High entspricht. Das komplette Zahlenwerk legt Noratis im April vor. Wir bleiben bei unserer positiven Einschätzung für den Titel.



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Dividendenrendite 52-Wochen-Performance Marktkapitalisierung

20. März, 2018

Manchmal ist Börse simple Arithmetik: „Enttäuschende Prognose, aber die Aktie sieht auf dem gegenwärtigen Niveau unterbewertet aus“, lautet das aktuelle Fazit der ODDO BHF-Analysten für den Anteilschein von Berentzen. Dieser Einschätzung kann sich boersengefluester.de gut anschließen, auch wenn die Meldungslage des Getränkeherstellers in den vergangenen Monaten alles andere als erfreulich war. Andererseits kostet die Berentzen-Aktien gegenwärtig auch „nur“ noch 7,50 Euro – und nicht mehr 12,50 Euro, wie im vergangenen Sommer. Grund für den jüngsten Kursdip nach unten, waren gar nicht mehr so sehr die Zahlen für 2017. Die lagen mit Erlösen von 172,1 Mio. Euro sowie einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 9,2 Mio. Euro gerade noch im Rahmen der ohnehin gesenkten Erwartungen. Und auch die um 3 Cent auf 0,22 Euro gesenkte Dividende ist zu verschmerzen. Vielmehr hatten sich die Investoren von Vorstand Oliver Schwegmann einen forscheren Ausblick für 2018 erhofft, als die jetzt in Aussicht gestellten Erlöse zwischen 170,1 und 178,9 Mio. Euro – bei einem EBIT in einem Korridor von 9,6 bis 10,6 Mio. Euro. Zu beachten ist allerdings, dass in der auf den ersten Blick wenig ambitionierten Erlösvorschau ein bilanztechnischer Minderungseffekt von rund 12 Mio. Euro bereits enthalten ist. Ergebnistechnisch erhofft sich Berentzen die größten Zuwächse in den Bereichen Alkolholfreie Getränke beziehungsweise Frischsaftsysteme. Dabei hat sich das Unternehmen zur Umsetzung der Ziele organisatorisch neu aufgestellt und verstärkt punktuell zudem die Vertriebs- und Marketingaktivitäten. Der Börsenwert von Berentzen beträgt zurzeit rund 71,6 Mio. Euro, was angesichts der für 2018 avisierten operativen Ergebnisse in der Tat nicht sonderlich ambitioniert wirkt. Antizyklisch agierenden Investoren könnte sich also eine gute Einstiegschance bieten. Als Kursziel nennt ODDO BHF 9 Euro. Damit wäre der Small Cap immerhin eine 20-Prozent-Chance.


Damit hätte boersengefluester.de gar nicht unbedingt gerechnet: Auch für 2017 zahlt die auf Modeschmuck spezialisierte Einzelhandelskette Bijou Brigitte eine Dividende von 3,00 Euro je Anteilschein. Damit übersteigt die Ausschüttungssumme von gut 23 Mio. Euro zwar den auf Konzernebene ausgewiesenen Gewinn von 21,7 Mio. Euro, was angesichts der immer noch super soliden Bilanzrelationen – Bijou Brigitte hat keine Bankschulden – aber kein Problem darstellt. So erreicht die Dividendenrendite stattliche sechs Prozent. Die Hauptversammlung (HV) findet am 26. Juni 2018 statt. Doch Dividende ist nicht alles: Letztlich zeigen die Hamburger kein überzeugendes Konzept, um gegen die seit Jahren zu beobachtende Margenerosion anzukommen. Und für ein Unternehmen ohne jegliche Ergebnisdynamik ist auch ein KGV von rund 15 nicht unbedingt eine Einladung – trotz des Cashbestands von 140 Mio. Euro bei einem Börsenwert von 388 Mio. Euro. Da wir jedoch davon ausgehen, dass das Dividenden-Argument auch in diesem Jahr für tendenziell eher festere Kurse vor der HV sorgen dürfte, bleibt der Titel für uns haltenswert. Das komplette Zahlenwerk für 2017 sowie den Ausblick wird Bijou Brigitte im April veröffentlichen.




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19. März, 2018

Von sich aus hätte mutares-CEO Robin Laik die Ende Februar überraschend verkündete Demission seines bisherigen Kompagnons Axel Geuer bei der Präsentation auf der Prior-Konferenz Mitte März vermutlich gar nicht mehr erwähnt. Auf Nachfrage eines Investors lieferte Laik dann eine – freilich wachsweich klingende – Erklärung, wonach man sich darauf geeinigt habe, dass Geuer ihn künftig im „langfristigen strategischen Bereich unterstützen“ werde – was immer das heißen mag. Nun: Noch mehr als die Personalie Geuer interessiert an der Börse das Thema STS. Immerhin hatte die Beteiligungsgesellschaft mutares erst kürzlich einen Börsengang des Anbieters von Schall- und Wärmedämmung im Fahrzeugbereich als Option vorgestellt. Ganz tollkühn sind die Pläne freilich nicht, auf Investorenveranstaltungen hatte das Management beinahe regelmäßig darauf hingewiesen, dass die gesamte Marktkapitalisierung von mutares – zurzeit sind das rund 295 Mio. Euro – zu einem wesentlichen Teil allein durch den Wert der STS Group abgedeckt sei. Zur Einordnung: Den gesamten Substanzwert (NAV) des Automotive-Segments setzte mutares per Ende 2017 mit knapp 240 Mio. Euro an, wovon gut 90 Prozent auf STS entfallen dürfte. Konzernweit über alle Segmente taxierten die Münchner den NAV zuletzt auf knapp 400 Mio. Euro – entsprechend rund 25,70 Euro je mutares-Aktie. Bei einem aktuellen Kurs von etwa 19 Euro wird der im Scale 30 gelistete Titel also immer noch mit einem erheblichen Abschlag gehandelt. Die Analysten von Hauck & Aufhäuser siedeln den fairen Wert mittlerweile sogar bei 31 Euro pro Anteilschein an. Für STS wird dabei auf mittelfristige Sicht ein Umsatzanstieg bis in den Bereich um 500 Mio. Euro – bei einer EBITDA-Marge von rund zehn Prozent – für möglich gehalten. Gemessen hieran könnte der zu erzielende Erlös bei einem IPO also noch ein gutes Stück höher sein, wobei mutares für den Fall eines Börsenlistings auch künftig die Mehrheit an STS halten will. Insgesamt bleibt die Aktie eine zwar spekulative, aber dafür mit umso mehr Chancen ausgestattete Wette aus dem Beteiligungssektor.



Rendite Hits für   2011 ·  2012 ·  2013  ·  2014  ·  2015 ·  2016  ·  2017  ·  2018 ·  2019



15. März, 2018

Gerade einmal zwei Tage nach der Umsetzung der Kapitalherabsetzung im Verhältnis 2:1 signalisiert die Baumot Group eine prospektfreie Zehn-Prozent-Kapitalerhöhung zu einem Ausgabepreis von 3,30 Euro pro Anteilschein. „Der Erlös der Kapitalerhöhung von bis zu 5 Mio. Euro soll dazu verwendet werden, die Applikations- und Produktionsvorbereitungen der BNOx Hardware-Nachrüstlösung für die meistverkauften Diesel-Pkw vorzubereiten um für ein mögliches Nachrüstgesetz optimal positioniert zu sein“, heißt es offiziell. Ganz überraschend kommt die, bereits für die nächsten Tage angesetzte, Finanzierungsmaßnahme des Spezialisten für Abgasnachbehandlungssysteme im Grunde nicht. Schließlich räumte Finanzvorstand Roger Kavena bei dem nur knapp eine Woche zurückliegenden Treffen mit boersengefluester.de am 9. März 2018 ein, dass die Liquiditätslage von Baumot durchaus angespannt sei (HIER). Total uncool ist dabei unserer Meinung nach, dass der transaktionsbegleitende Finanzdienstleister Lang & Schwarz die jüngste Roadshow durch Frankfurt und München vorab ausdrücklich als „Non-Deal-Related“ titulierte. Demnach ging es also um ein Hintergrundgespräch, und nicht um die Vorbereitung einer Kapitalmaßnahme. Zugunsten von CFO Kavena unterstellen wir einmal, dass er auf die Frage von boersengefluester.de nach einer anstehenden Kapitalerhöhung von der jetzigen Maßnahme noch nichts ahnen konnte oder sie vielleicht einfach nur vergessen hatte, zu erwähnen. Schade eigentlich, aber eine transparente Investor Relations-Kommunikation sieht unserer Meinung nach anders aus.


Ein Dividendenhit ist IBU-tec advanced materials mit einer Rendite von 0,7 Prozent nun wirklich nicht – das war allerdings auch nicht zu erwarten. Schon im Prospekt zum Börsengang vor rund einem Jahr sprach die im Scale gelistete Gesellschaft davon, allenfalls „moderate Dividenden“ zu zahlen. Das deckt sich mit den Gepflogenheiten vor dem IPO: So floss zwischen 2014 und 2016 im Mittel jeweils ein knappes Viertel des Überschusses an den durch CEO Ulrich Weitz dominierten Kreis der Familiengsellschafter. Angesichts der unterm Strich schlechter als gedachten Gewinnentwicklung im vergangenen Jahr, hat sich das Spezialchemie-Unternehmen aus Weimar etwas einfallen lassen: Demnach soll an die Streubesitzaktionäre eine im verglichen mit 2016 Prinzip unveränderte Dividende je Aktie von 0,13 Euro fließen, während der Familienkreis auf eine Ausschüttung für 2017 verzichtet. Interessant aus Anlegersicht ist das aus folgendem Grund (steuerliche Aspekte einmal ausgeklammert): Nach der Hauptversammlung am 26. April 2018 werden den Anlegern brutto 0,13 Euro pro Anteilschein gutgeschrieben. Da sich der Unternehmenswert aber nur um die tatsächliche Ausschüttungssumme – in diesem Fall sind es 161.460 Euro statt 520.000 Euro – verringert, dürfte der Dividendenabschlag rein rechnerisch nicht 0,13 Euro betragen, sondern nur 4 Cent pro Aktie. Möglicherweise eine Gelegenheit für Arbitrageure. Grundsätzlich sollte man ein Investment in IBU-tec aber nicht nur an der Dividendenrendite ausmachen. Die eigentliche Story ist, ob es dem Unternehmen gelingt, das Stammgeschäft mit herkömmlichen Batteriestoffen durch neue Einsatzbereiche im Bereich der Elektromobilität über zu kompensieren. Zudem will IBU-tec advanced materials mit den Mitteln aus dem Börsengang anorganisch wachsen. Entsprechende Akquisitionsverhandlungen laufen bereits seit geraumer Zeit. „Unser Unternehmen vereint Wachstumspotenzial und Profitabilität gleichermaßen“, sagt Vorstand Ulrich Weitz. „Dies wollen wir mit dem Vorschlag zur Gewinnverwendung gegenüber unseren außenstehenden Aktionären durch die Zahlung einer Auftaktdividende als börsennotierte Gesellschaft untermauern.“ Für boersengefluester.de ist der Titel eine gute Halten-Position.



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12. März, 2018

Nach dem zwischenzeitlich kräftigen Kursanstieg bis in den Bereich um 12 Euro im Zuge der Beteiligung von Heliad Equity Partners an Elumeo, ist die Notiz des Schmuckhändlers (Juwelo TV) zuletzt wieder spürbar zurückgekommen. Aktuell kostet der Anteilschein 8,50 Euro, was einem Börsenwert von knapp 47 Mio. Euro entspricht. Insbesondere die anhaltend schwierige Situation in Großbritannien – Elumeo stellt als Konsequenz unter anderem die Produktion eigener Sendungen in UK ein – wirkt belastend auf den Kurs. Schließlich fallen für die Neuordnung nochmals Einmalaufwendungen im mittleren sechsstelligen Betrag an. Immerhin halten die Berliner an ihren Prognosen für 2017 fest und stellen weiterhin ein „leichtes Umsatzwachstum bei einer stabilen Rohertragsmarge“ in Aussicht. Möglicherweise äußert sich CEO Wolfgang Boyé am 13. März auf der Prior-Kapitalmarktkonferenz schon ein wenig konkreter zum Abschneiden 2017. Die Veröffentlichung des Geschäftsberichts ist für den 22. März 2018 angesetzt. So gesehen ist das Timing der Präsentation vielleicht ein wenig unglücklich. Interessant ist derweil, dass der Burda-Verlag mit der Webseite prettique nun ebenfalls in den Schmuckhandel eingestiegen ist. Boersengefluester.de ist gespannt, wie sich die neue Konkurrenz auf das Inlandsgeschäft von Elumeo auswirken wird.


So wankelmütig sind Börsianer: Sorgte ein mögliches Versandverbot von verschreibungspflichtigen Medikamenten kürzlich noch für bittere Verluste im Aktienkurs von Shop Apotheke Europe, greifen die Anleger mit Vorlage des Geschäftsberichts 2017 wieder beherzt zu. Besonders gut kommt der Ausblick auf das laufende Jahr an: Immerhin stellt der Onlineversandhändler ein Umsatzplus von zuletzt knapp 284 Mio. Euro auf eine Bandbreite von 530 bis 560 Mio. Euro in Aussicht. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) soll sich in dem Korridor zwischen 0 und 2 Mio. Euro bewegen – nach minus 12,1 Mio. Euro im Vorjahr. „Wir wollen im laufenden Geschäftsjahr eine attraktive Kombination aus schnellem Wachstum und Profitabilität erreichen“, sagt Finanzvorstand Ulrich Wandel. Unterm Strich wird Shop Apotheke Europe zwar auch 2018 nochmals Verluste schreiben – boersengefluester.de taxiert den Fehlbetrag auf etwa 8 Mio. Euro (Vorjahr: minus 21,4 Mio. Euro). Insgesamt bewegt sich die Gesellschaft aber spürbar schneller auf den Turnaround zu, als gedacht. Der Börsenwert beträgt zurzeit knapp 523 Mio. Euro, was gut dem Doppelten des für 2017 in der Bilanz stehenden Eigenkapitals entspricht. Insgesamt halten wir die Aktie – trotz gewisser regulatorischer Risiken – für ein aussichtsreiches Investment. Überflüssig zu erwähnen, dass Dividendenfans bei Shop Apotheke Europe an der falschen Adresse sind. Dafür punktet das Unternehmen mit rasant steigenden Umsätzen.




07. März, 2018

Den vollständigen Geschäftsbericht für 2017 wird die FinTech Group vermutlich erst Ende April veröffentlichen. Wahrscheinlich ist allerdings, dass das Unternehmen – wie im Vorjahr – noch im März die wesentlichen Eckdaten des abgelaufenen Jahres präsentiert. Die Messlatte liegt bei über 100 Mio. Euro Umsatz sowie mehr als 16,8 Mio. Euro Netto-Gewinn. Nochmals bekräftigt hat der Unternehmensverbund um den Discountbroker flatex, wie rasant – angesichts der sehr beweglichen Börsenkurse – die Entwicklung in den ersten Monaten 2018 gewesen ist. „Mit jeweils mehr als 1 Million Wertpapiertransaktionen gehen der Januar und Februar 2018 als Rekordmonate in die Annalen ein“, heißt es offiziell. „Wir haben immer wieder betont, dass die Volatilität eine ,stille Reserve’ unseres Brokeragegeschäfts ist – der Beweis ist seit Jahresbeginn angetreten“, sagt Finanzvorstand Muhamad Chahrour. Hand in Hand mit der gestiegenen Volatilität, geht an den Kapitalmärkten die Erwartung steigender Zinsen, was sich wiederum mittelfristig durchaus positiv auf das Zahlenwerk der im Börsensegment Scale gelisteten Gesellschaft auswirken sollte. „Bei einem Anstieg des EURIBORs um 1%-Punkt erwarten wir aus unserem Treasury zusätzliche Zinserträge von 8 Millionen Euro“, rechnet Chahrour vor. Zudem weisen die Frankfurter darauf hin, dass die Aktie der Fintech Group seit Ende Januar nun auch von der Berenberg Bank gecovert wird – und zwar mit einem Kursziel von 40 Euro. Zum Vergleich: Warburg Research nannte zuletzt einen fairen Wert von 35 Euro, die Experten der Commerzbank sahen ein Potenzial bis 30 Euro. Aktuelle Notiz: 29,15 Euro. Für das laufende Jahr stellt CEO Frank Niehage – bei konservativer Planung – bislang einen Umsatz von 120 Mio. Euro, ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von mehr als 40 Mio. Euro sowie einen Überschuss von über 24 Mio. Euro in Aussicht. Das lässt sich auf die gut einprägsame Formel reduzieren: 20 Prozent mehr Umsatz, 30 Prozent mehr EBITDA und locker 40 Prozent mehr Netto-Gewinn. Für boersengefluester.de bleibt die Aktie der Top-Pick aus dem Sektor.



05. März, 2018

Eine Renditeaktie wird secunet Security Networks dadurch zwar immer noch nicht: Trotzdem ist die geplante Anhebung der Dividende von 0,58 auf 1,20 Euro je Aktie eine faustdicke Überraschung für boersengefluester.de. Immerhin ist sie verbunden mit einer Erhöhung der Ausschüttungsquote von rund 40 Prozent in den Jahren 2013 bis 2016 auf jetzt 50 Prozent. Zuvor hatte die Gesellschaft seit dem Börsengang im November 1999 traditionell keine Dividenden ausgezahlt. Dabei verfügen die Essener schon seit geraumer Zeit über eine kerngesunde Bilanz mit viel Cash. Bankverbindlichkeiten sind ein Fremdwort, teure Akquisitionen gab es nicht. Größter Profiteur ist der Sicherheitskonzern Giesecke & Devrient, dem 78,96 Prozent an secunet zuzurechnen sind. Dementsprechend werden nach der Hauptversammlung am 9. Mai 2018 gut 6,15 Mio. Euro Richtung München überwiesen. Verbunden mit dem Hinweis, dass die Dividende rund die Hälfte des Jahresüberschusses ausmacht, ist die Schlussfolgerung, wonach der Anbieter professioneller IT-Sicherheitstechnik 2017 netto rund 15,6 Mio. Euro verdient haben dürfte. Dieser Wert wiederum liegt einen Tick über dem zuletzt von boersengefluester.de für 2017 erwarteten Gewinn von 15,4 Mio. Euro. Hintergrund: Ende Januar hatte secunet bereits die Eckdaten für Umsatz sowie Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) für 2017 kommuniziert (siehe dazu auch unser Bericht HIER). Den kompletten Jahresbericht legt secunet am 22. März 2018 vor. Wir bleiben bei unserer Halten-Einschätzung für die Aktie.



01. März, 201

Mit den Eckdaten für 2017 hat die Beteiligungsgesellschaft Blue Cap noch besser abgeschlossen als zu erwarten war. Bei Erlösen von 141,7 Mio. Euro schnellte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von gut 4,6 auf rund 9,0 Mio. Euro in die Höhe. Zum Vergleich: Die Analysten von Edison haben mit einem operativen Gewinn von 6,8 Mio. Euro kalkuliert. Unterm Strich blieb – vorrangig aufgrund der stattlichen Einnahmen aus dem Verkauf der Beteiligung an dem auf Industrieklebebänder spezialisierten Unternehmen Biolink – ein Überschuss von 38 Mio. Euro stehen – nach 1,40 Mio. Euro im Jahr zuvor. Keine Aussagen enthält die Wasserstandsmeldung von Blue Cap hingegen zu den weiteren Planungen bei Greiffenberger. Hier waren die Münchner Ende September 2017 mit zehn Prozent eingestiegen. Auch zur möglichen Höhe der Dividende für das abgelaufene Jahr hält sich Blue Cap weiter bedeckt. Vorstand Hannspeter Schubert bestätigt lediglich frühere Aussagen – etwa aus dem Interview mit boersengefluester.de HIER –, dass es überhaupt eine Gewinnbeteiligung geben wird: „Nach dem guten Jahresabschluss planen wir erstmals eine Ausschüttung an unsere Aktionäre und damit den Eintritt in eine nachhaltige Dividendenpolitik.“ Nun: Bis zur Hauptversammlung am 6. Juli 2108 ist es ohnehin noch Zeit. Zudem gehen wir nicht davon aus, dass Blue Cap sich gleich in die Renditehits einordnet. Gleichwohl haben wir unsere Dividendenprognose auf nun 0,35 Euro je Aktie für 2017 leicht nach oben angepasst. Ansonsten bleibt es für den mittlerweile in den Scale 30 aufgerückten Titel bei unserer Kaufen-Einschätzung – selbst wenn die Notiz zurzeit in der stabilen Seitenlage gefangen scheint. Letztlich gehört Blue Cap für uns sowieso in die Kategorie Langfristanlage.



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27. Februar, 2018

Von den im Oktober 2017 erreichten Mehrjahreshoch im Bereich um gut 150 Euro hat sich der Aktienkurs von Logwin nach und nach entfernt. Zurzeit kostet der Anteilschein rund 134 Euro. Die leicht bröckelnden Kurse ändern aber nichts an der Tatsache, dass die Logwin-Aktie nach Auffassung von boersengefluester.de ein attraktives Investment ist. Die Bestätigung dafür liefern unter anderem die jetzt vorgelegten Zahlen für 2017: Immerhin liegen die um 13 Prozent auf knapp 1,12 Mrd. Euro gestiegenen Umsätze sowie das ganz leicht verbesserte Nettoergebnis von 26,68 Mio. Euro über den Erwartungen von boersengefluester.de. Nicht gedacht hätten wir auch, dass der über die Delton AG von Stefan Quandt dominierte Logistikdienstleister die Dividende von 2,00 auf 2,50 Euro pro Anteilschein erhöht. Auf annähernd 1,9 Prozent Rendite bringt es das Papier damit. Im laufenden Jahr will Logwin Umsatz und Ergebnis nochmals leicht steigern. Unter Berücksichtigung der Netto-Liquidität von 116,5 Mio. Euro beträgt der Unternehmenswert der Luxemburger gerade einmal 270 Mio. Euro – bei einem für 2018 von boersengefluester.de erwartetem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBIDA) von 41,85 Mio. Euro. Fazit: Interessante Spezialsituation für Valueanleger.


Bei MBB geht es zurzeit Schlag auf Schlag: Erst vor wenigen Tagen veröffentlichte die Beteiligungsgesellschaft – genau wie die zum Portfolio gehörenden börsennotierten Unternehmen Aumann und Delignit – gute vorläufige Zahlen für 2017 und stellte darüber hinaus eine Beschleunigung des Wachstumstempos in Aussicht. Demnach will MBB das eigentlich erst für 2022 geplante Umsatzziel von 750 Mio. Euro bereits im Jahr 2020 erreicht haben. Zudem deutete die Gesellschaft um CEO Christof Nesemeier „eine stärkere Diversifikation“ an und bezeichnete in einem Atemzug die aktuellen Rahmenbedingungen für Akquisitionen als „ausgezeichnet“. Nur schwer vorstellbar, dass Nesemeier angesichts solcher Aussagen bei den entsprechenden Vorbereitungen nicht schon weit fortgeschritten ist. Ansonsten würde sich der Manager wohl kaum so weit aus dem Fenster lehnen. Und so passt es auch ins Bild, dass MBB bei seiner Vorzeigebeteiligung Aumann, das Unternehmen stellt Spezialmaschinen zur Spulenwicklung von Elektromotoren her, abermals reduziert – und zwar um bis 1.703.700 Anteilscheine. Beim Platzierungskurs von 61 Euro fließen so brutto knapp 104 Mio. Euro in die Kassen. Dabei weisen die Berliner bereits jetzt eine Netto-Liquidität von knapp 222 Mio. Euro aus. So gesehen könnte bei MBB durchaus eine größere Übernahme bevorstehen. Grundsätzlich sind das gute Nachrichten, zumal sie – angesichts des Streubesitzes von künftig bis zu 62 Prozent – die Chancen von Aumann auf eine TecDAX-Nominierung erhöhen. Denkbar ist mit Blick auf die von der Deutschen Börse AG angestoßene Indexrevision freilich auch das Szenario, dass sowohl MBB als auch Aumann künftig in den SDAX einziehen. Malus der Anteilsreduzierung bei Aumann von gegenwärtig rund 49 auf mindestens 38 Prozent ist allerdings der Umstand, dass künftig noch ein geringerer Teil des MBB-Konzernüberschusses auf die Anteilseigner von MBB entfallen wird. Per saldo bleiben wir aber bei der Kaufen-Einschätzung für den Titel.



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Dividendenrendite 52-Wochen-Performance Marktkapitalisierung

26. Februar, 2018

Auf den ersten Blick ist es schon ein wenig seltsam: Wenn ein Unternehmen wie FinLab sich an einem Fintech-Unternehmen wie Kapilendo beteiligt, gilt das an der Börse als cleveres Investment in weiteres Wachstum. Wenn dagegen ein Micro Cap wie NanoFocus bei der – ohnehin schwierigen – Suche nach Kapital auf eine Crowdfinanzierungsplattform wie Kapilendo zurückgreift, rümpft manch Investor gleich die Nase. Nach dem Motto: Für eine „normale“ Barkapitalerhöhung reicht es wohl nicht mehr. Natürlich ist die Historie des Messtechnikspezialisten NanoFocus gepflastert von verfehlten Prognosen und anderen Enttäuschungen. Und boersengefluester.de sieht die grundsätzliche Entwicklung des Unternehmens auch alles andere als positiv. Andererseits finden wir die Kapitalakquise via Kapilendo zumindest einen überlegenswerten Weg. Demnach rufen die Oberhausener Anleger dazu auf, mit einem Kupon von 7,5 Prozent versehene Schuldverschreibungen zwischen 100 und 10.000 Euro zu zeichnen. Insgesamt sollen auf diese Weise bis zu 1,65 Mio. Euro zusammenkommen. „Die Finanzierung soll während der gesamten Laufzeit dem laufenden Betrieb und der Wachstumsfinanzierung dienen“, sagt Finanzvorstand Joachim Sorg. Als Bonus bietet NanoFocus einen gestaffelten Erfolgszins von bis zu 20 Prozent an, sofern die Erlöse bis zum Jahr 2021 die Schwelle von 20 Mio. Euro erreichen. Zur Einordnung: Im vergangenen Jahr dürfte NanoFocus auf Erlöse von knapp 12 Mio. Euro zugesteuert sein. Bleibt die Gesellschaft unter 14 Mio. Euro Umsatz, entfällt die Bonuszahlung. Bei voller Zeichnung von 1.650.000 Euro und Überschreiten der oberen Umsatzschwelle, müsste NanoFocus – sonstige Nebenkosten einmal ausgeklammert – also 825.000 Euro für Zinsen und Extrazahlungen einkalkulieren – sprich 12,5 Prozent auf ein Jahr bezogen. Schon happig, was NanoFocus aufrufen muss, um das Geld einzuwerben. Laut der Webseite von Kapilendo läuft die Emission aber zackig an: Nach 4 von 30 Tagen sind bereits 563.500 Euro investiert (HIER). Hoffentlich wissen die Zeichner genau, worauf sie sich einlassen. Zwar hat NanoFocus mit der Carl Mahr Holding seit einiger Zeit einen potenten Großaktionär. Irgendwie gleicht die Sache – für beide Seiten – aber einem Spiel mit dem Feuer. 7,5 Prozent Zinsen gibt es eben nicht ohne entsprechende Risiken.



23. Februar, 2018

Mit einem Umsatzanstieg von 20 Prozent auf 8,24 Mio. Euro im ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2017/18 (30. September) hat Sanochemia Pharmazeutika vermutlich selbst hochgesteckte Erwartungen übertroffen. Gleichwohl taugen die im Zwischenbericht genannten Eckdaten zur Erlösentwicklung der einzelnen Segmente sowie die Bestätigung des bisherigen Ausblicks wohl kaum, um die stürmische Aufwärtsbewegung des Sanochemia-Aktienkurses (HIER) zu erklären. Immerhin: Die Analysten von Sphene Capital haben ihr Kursziel von 2,90 auf 3,50 Euro heraufgesetzt. Bezogen auf die aktuelle Notiz von knapp 3 Euro, hätte der Anteilschein des überwiegend im Bereich Radiopharma (Kontrastmittel) tätigen Unternehmens sogar noch ein wenig Luft nach oben. Boersengefluester.de wird die weitere Entwicklung eng verfolgen und bleibt bei der Halten-Einstufung. Gegenwärtig ist das Unternehmen aus Wien mit knapp 38 Mio. Euro kapitalisiert.


Ihre Sturm- und Drangphase Richtung Norden hat die Aktie von mVISE bereits Ende Juni 2017 hinter sich gelassen. Seitdem konsolidiert der Anteilschein des IT-Dienstleisters mit Fokus auf mobile Digitalisierungslösungen in einer Bandbreite zwischen rund 3,80 und 4,70 Euro. Bezogen auf den gegenwärtigen Kurs von 4,10 Euro bringen die Düsseldorfer etwas mehr als 34,5 Mio. Euro auf die Waagschale. Inklusive Netto-Finanzschulden dürfte der Unternehmenswert bei gut 38 Mio. Euro liegen. Dem steht ein für 2017 erzieltes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von rund 2 Mio. Euro entgegen – im Normalfall keine übermäßig günstige Relation. Bei mVISE spiegelt sich hier jedoch die aktuelle Transformationsphase wider: Das Kapitel Turnaround ist abgeschlossen, die nächste Phase des Wachstums – sprich die Strategie 2018+ – noch nicht en détail kommuniziert. In der Summe führt das zur gegenwärtigen Hängepartie des Aktienkurses. Offen ist etwa, ob ein Beschleunigung des Wachstumskurses in Sachen digitale Transformation kurzfristig womöglich schon wieder zu Lasten der Profitabilität gehen wird. Nun: Anfang März will mVISE die Investoren über die Eckpunkte der Strategie 2018+ informieren. Bekannt ist derzeit nur, dass bis zum Jahr 2020 ein (organisches!) Umsatzwachstum auf annähernd 35 Mio. Euro sowie eine EBIT-Marge von etwa 15 Prozent geplant sind. Auf Basis dieses Szenarios sollte 2020 ein Betriebsergebnis von mindestens 5 Mio. Euro möglich sein. Das wiederum könnte mVISE beim KGV in den Bereich um 10 drücken. Für Bewertungsfantasie ist also gesorgt. Vorsichtige Anleger warten mit Neuengagements jedoch ab, bis die Eckpunkte der neuen Strategie bekannt sind.




21. Februar, 2018

Die positive Nachricht vorweg: Nach der Anfang Februar, vom neuen Vorstand Carel Halff, vorgenommenen deutlichen Prognosekorrektur nach unten, hat sich die Kurstalfahrt von Bastei Lübbe nicht fortgesetzt oder gar beschleunigt. Vielmehr scheint sich im Bereich oberhalb von 3 Euro so etwas wie ein Boden auszubilden. Wie nicht anders zu erwarten war, liest sich der Neun-Monats-Bericht des Kölner Verlagshauses noch immer alles andere als gefällig: Zu groß sind die Einschnitte aus der Vergangenheit. So steht nach neun Monaten des Geschäftsjahrs 2017/18 (31. März) ein Umsatzrückgang von gut 2,5 Prozent auf 112,72 Mio. Euro sowie ein um 45 Prozent auf 5,11 Mio. Euro eingeknicktes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in den Büchern. Unterm Strich türmt sich gar ein Fehlbetrag von 10,31 Mio. Euro – nach einem Überschuss von 2,30 Mio. Euro in der vergleichbaren Vorjahresperiode. Entsprechend gemischt fällt auch das Fazit von CEO Halff aus: „Unser Kerngeschäft ist stark und wächst, die Zahlen zeigen eindrucksvoll, wie gut unsere Titel, angeführt von unseren Weltbestseller-Autoren Ken Follett und Dan Brown, beim Publikum ankommen. Leider zeigen die Zahlen auch, dass wir einige große Sonder- und Einmaleffekte verdauen mussten und insgesamt unsere Effizienz steigern müssen. Daran arbeiten wir nun.“ Die Ziele für 2017/18 (Umsatz: 140 Mio. Euro, EBITDA: 5 Mio. Euro, EBIT: minus 11 Mio. Euro) scheinen indes weitgehend gesichert. Der Buchwert je Aktie ist auf Basis der neuesten Bilanzzahlen auf 2,62 Euro geschmolzen. Zum Jahresende dürften es noch ein paar Cent weniger sein. In die Riege der Buchwert-Hits gehört der Anteilschein von Bastei Lübbe also nicht. Zudem engt die hohe Netto-Finanzverschuldung von mehr als 41 Mio. Euro den Handlungsspielraum spürbar ein. Trotzdem gehört das Papier allmählich auf die Beobachtungsliste, weitere Verkäufe scheinen nicht mehr ratsam. Im Grunde genommen kann es fast nur besser werden. Erfahrungsgemäß dauert es aber seine Zeit, bis die Investoren sich an Titel wie Bastei Lübbe zurück wagen. Zunächst einmal muss die Gesellschaft liefern, erst dann wird sich der Aktienkurs wieder in nördliche Richtung bewegen.


Die Zeichen für eine Rückkehr der Aktie von Weng Fine Art (WFA) auf den offiziellen Kurszettel verdichten sich. Laut Finanzkalender von WFA soll bereits im März die Entscheidung darüber fallen, ob das im Mai 2016 eingeleitete Delisting rückgängig gemacht wird. Bezogen auf die zurzeit von boersengefluester.de erfassten 106 Delistings wäre das eine Comeback-Premiere. Die besten Argumente für eine Wiederaufnahme der Notiz liefert Weng Fine Art in Form der vorläufigen Zahlen für 2017: Bei leicht höheren Umsatzerlösen von rund 8 Mio. Euro kam das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 1,09 auf mehr als 1,80 Mio. Euro voran. Unterm Strich blieb ein Überschuss von rund 1,20 Mio. Euro hängen – nach 0,58 Mio. Euro im Jahr zuvor. Damit hat Weng Fine Art – bezogen auf die auf der Hauptversammlung (HV) Ende August 2017 gemachte Ergebnisvorschau – etwas mehr als eine Punktlandung hingelegt, was wiederum für die Prognosequalität des Vorstands spricht. „Die mit 15 Prozent für ein Handelsunternehmen ungewöhnlich hohe Netto-Umsatzrendite zeigt an, welches Potenzial die Geschäftsmodelle der WFA-Gruppe bei steigenden Umsätzen beziehungsweise in einem freundlicheren Marktumfeld haben“, heißt es offiziell. Noch keine Aussage hat CEO und Großaktionär Rüdiger K. Weng indes zur Dividende für 2017 getroffen. Nachdem es im abgelaufenen Jahr 0,10 Euro pro Anteilschein gab, hält boersengefluester.de eine Verdopplung des Satzes nicht für ausgeschlossen. Bis zur HV im Juni 2018 ist es aber noch ein wenig hin. Spannender ist – neben den starken operativen Fortschritten – ohnehin die Story um das Börsen-Comeback (Wir wissen gar nicht genau, ob man in diesem Fall von einem „Relisting“ spricht). Bezogen auf die zuletzt bei Schnigge – allerdings umsatzlos – gestellten Kurse von 6 Euro, käme das Unternehmen auf eine Marktkapitalisierung von rund 16,5 Mio. Euro. Bereits auf Basis der Zahlen für 2017 wäre das ein eher niedriger Wert. Diese Einschätzung gilt umso mehr mit Blick auf die für 2018 zu erwartenden Umsatz- und Ergebnisverbesserungen. Immerhin hatte Weng auf der jüngsten HV Erlöse von mehr als 10 Mio. Euro für 2018 avisiert. Wir sind also gespannt, mit welchen Neuigkeiten das Management im März 2018 aufwartet.




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19. Februar, 2018

Mit einer Performance von mehr als 80 Prozent seit Jahresbeginn gehört die Aktie des Comic-Lizenzvermarkters United Labels zu den Überfliegern 2018. Allein: Wirklich nachvollziehbar war der scharfe Kursanstieg für boersengefluester.de nicht unbedingt. Und auch die jetzt vorgelegten Vorabzahlen für 2017 sorgen nicht zwingend für Jubelsprünge, selbst wenn sie – zumindest auf der Ergebnisseite – die entsprechenden Vorjahreswerte spürbar getoppt haben. So drehten die Münsteraner bei Erlösen von 30,3 Mio. Euro (minus 6,5 Prozent) das Ergebnis vor Zinsen und Steuern(EBIT) von minus 0,4 auf plus 1,9 Mio. Euro. Das liest sich zunächst gut. Allerdings hatte United Labels im vergangenen Geschäftsbericht für 2017 ein Umsatzplus zwischen zwei und sieben Prozent – entsprechend 33,1 bis 34,7 Mio. Euro – sowie ein EBIT in einem Korridor zwischen 1,7 und 2,7 Mio. Euro in Aussicht gestellt. So gesehen liegt das Betriebsergebnis nur etwas über der unteren Begrenzungsmarke. Unterm Strich blieb 2017 ein Überschuss von gerade einmal 0,4 Mio. Euro hängen. Hier offenbar sich einmal mehr ein grundlegendes Problem von United Labels: Die hohe Finanzverschuldung von rund 9,5 Mio. Euro lässt wohl auch in Zukunft kaum ansprechende Netto-Margen zu. Mehr als eine schwache Halten-Position ist die Aktie von United Labels nach unserer Auffassung daher nicht. Ende März will die Gesellschaft den kompletten Jahresbericht inklusive Ausblick vorlegen.


Natürlich sind dem Kapitalmarkt die vielen Veränderungen bei der Mittelstandsholding KAP Beteiligungs-AG nicht verborgen geblieben. Dafür hat der Aktienkurs zwischenzeitlich viel zu rasant zugelegt. Andererseits ist es nun auch nicht so, dass bereits jeder Small-Cap-Investor weiß, dass die Carlyle Group im November 2016 den Anteil des langjährigen Großaktionärs Daun erworben hat und KAP sein Portfolio seit dem mächtig durcheinander gewirbelt hat. Folgerichtig waren die Geschäftszahlen zuletzt auch regelmäßig von hohen Sondereffekten geprägt. Letztlich steht die Gesellschaft aber noch immer klar im Schatten von vergleichbaren Unternehmen wie Indus Holding, Gesco oder Blue Cap. Dabei ist der Börsenwert von gut 270 Mio. Euro gar nicht mal so klein. Für mehr Aufmerksamkeit könnten nun die vorläufigen Daten für 2017 sorgen, immerhin hat KAP mit Erlösen von 409 Mio. Euro und einem um Restrukturierungsaufwendungen von 6,8 Mio. Euro bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 20,2 Mio. Euro die eigenen Erwartungen klar übertroffen. Für das laufende Jahr rechnet das Management mit weiteren Verbesserungen, will sich – vor dem Eindruck möglichweise deutlich anziehender Rohstoffpreise – aber noch nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen. Ansonsten kommt die Gesellschaft gut voran, insbesondere was den Aufbau des neuen Segments Oberflächenbeschichtung angeht. Hochspannung verspricht der Dividendenvorschlag, nachdem KAP im Vorjahr mit einer Ausschüttung von 2 Euro pro Anteilschein in die Renditecharts stürmte. Nun: Vorerst geht boersengefluester.de für 2017 von einer Dividende von 1 Euro aus, was aber immer noch für eine anständige Verzinsung sorgen würde. Die Aktie ist mindestens eine gute Halten-Position.



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17. Februar, 2018

Tief in die PR-Trickkiste greift Voxeljet: So hat der Hersteller von professionellen 3D-Druckern eine knackige Umsatzwarnung für 2017 unauffällig an das Ende einer Pressemitteilung zum Ausblick für das laufende Jahr gepackt. Demnach dürfte Voxeljet nach ersten Berechnungen für 2017 nur auf Erlöse zwischen 22,5 und 23,5 Mio. Euro gekommen sein. Zur Vorlage der Q3-Zahlen nannte die an der Nasdaq gelistete Gesellschaft aus dem bayerischen Friedberg noch eine Umsatzspanne zwischen 26 und 28 Mio. Euro als Ziel. Dementsprechend höher als bislang zu vermuten war, wird wohl auch der Verlust ausfallen. Boersengefluester.de hat seine Schätzungen jedenfalls spürbar angepasst. Angesichts der abermaligen Prognoseverfehlung ist nun auch die Vorschau für 2018 mit einer zusätzlichen Portion Vorsicht zu genießen. Grundsätzlich stellt CFO Rudolf Franz Erlöse in einem Korridor von 28 bis 30 Mio. Euro in Aussicht. Die Brutto-Marge soll oberhalb von 40 Prozent liegen, was freilich so auch zu erwarten war. Das um Währungseffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) soll auf Gesamtjahressicht neutral bis positiv ausfallen. Diese Einschätzung hatte Voxeljet ursprünglich bereits für 2017 kommuniziert, musste nach Ablauf des dritten Quartals aber einen Rückzieher machen und die Aussage auf das zweite Halbjahr 2017 begrenzen. Das Management äußert sich derweil vergleichsweise weichgespült und wiederholt frühere Einschätzungen, wonach Voxeljet – auch dank der robusten Bilanz – vor der nächsten Phase des langfristigen Wachstums steht. So bleibt es bei der grundsätzlichen Einschätzung von boersengefluester.de, wonach Voxeljet in den vergangenen Jahren im Zweifel zwar eher enttäuscht hat, der Aktienkurs andererseits aber auch schon eine Menge Pessimismus einpreist. Da wir kurzfristig trotzdem kaum einen Trigger für steigende Notierungen sehen, raten wir engagierten Investoren zum Ausstieg. Die endgültigen Zahlen 2017 legt Voxeljet nach Börsenschluss am 29. März 2018 vor.



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16. Februar, 2018

Auf einen kurzen Nenner gebracht, lassen sich die Vorabzahlen von Eyemaxx Real Estate so zusammenfassen: Betriebsergebnis besser als gedacht, Jahresüberschuss schlechter als erwartet. Konkret steigerte der Projektentwickler von Wohn- und Gewerbeimmobilien, Hotels, Pflegeeinrichtungen und künftig auch Studentenwohnungen im Geschäftsjahr 2016/17 (31. Oktober) das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um gut 39 Prozent auf 14,3 Mio. Euro, während der Gewinn nach Steuern nur um 13 Prozent auf 6,6 Mio. Euro vorankam. Warum die Schere derart auseinandergegangen ist, wird sich am 28. Februar 2018 zeigen. Dann veröffentlicht Eyemaxx den Geschäftsbericht. Erfreulich ist, dass CEO Michael Müller schon jetzt „weitere deutliche Gewinnsteigerungen“ für das laufende Geschäftsjahr ankündigt und „auch darüber hinaus positiv für die weitere Unternehmensentwicklung gestimmt“ ist. An der Börse kommen diese Aussagen zwar gut an. Die Kursreaktion von in der Spitze + 6,5 Prozent kann jedoch nicht übertünchen, dass die Notiz der Eyemaxx-Aktie seit geraumer Zeit den Rückwärtsgang eingelegt hat. Nachdem die Investoren ab 2016 die Erweiterung der – früher auf die Entwicklung von Fachmarktzentren in Osteuropa fokussierten – Geschäftsaktivitäten sehr wohlwollend honoriert haben, hat man nun beinahe den Eindruck, dass sich Eyemaxx womöglich auf zu vielen Baustellen tummelt. Nicht unbedingt für Beruhigung haben zudem die vielen Kapitalmaßnahmen gesorgt, auch wenn sie aus unternehmerischer Sicht allesamt sinnvoll erscheinen. Zum einen senken sie die früher durch klassische Anleihen mit Kupons im Bereich von sieben bis acht Prozent geprägten hohen Finanzierungskosten. Zum anderen muss Eyemaxx den strammen Wachstumskurs entsprechend mit Geld unterlegen. Dazu passen freilich keine großen Sprünge bei der Dividende, so dass boersengefluester.de für 2016/17 von einer konstanten Ausschüttung von 0,20 Euro je Aktie ausgeht. Insgesamt sehen wir das Unternehmen jedoch auf Kurs und bleiben bei der Einschätzung „Kaufen“.



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15. Februar, 2018

Auf wenig Gegenliebe stoßen die 2017er-Zahlen von Takkt. Dabei hat der Versandhändler für Geschäftsausstattungen im Wesentlichen die – Ende Oktober nach unten korrigierte – Prognose erreicht: Der Umsatz erreichte 1.116,1 Mio. Euro, was einem leichten Rückgang von 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entspricht. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) fiel um gut zwölf Prozent auf 150,3 Mio. Euro zurück. Die entsprechende EBITDA-Marge von 13,5 Prozent liegt aber sogar am oberen Ende der prognostizierten Spanne von 13,2 bis 13,5 Prozent. Keine sonderliche Überraschung ist auch, dass der SDAX-Konzern die Dividende für 2017 bei 0,55 Euro je Anteilschein lässt, was – bezogen auf den aktuellen Kurs von 21,10 Euro – für eine Rendite von 2,6 Prozent sorgt. Die Hauptversammlung findet am 8. Mai in Ludwigsburg statt. Der Ausblick für 2018 fällt zum jetzigen Zeitpunkt derweil noch relativ vage aus. Es ist lediglich die Rede davon, dass Takkt ein „stärkeres Jahr” als 2017 erwartet. Das freilich ist keine sonderlich knackige Botschaft, und ein Selbstgänger wird 2018 sowieso nicht. „In Europa erwarten wir für die kommenden Monate ein günstiges Marktumfeld für unsere Vertriebsmarken. In den USA ist das Bild weniger klar und in einzelnen Marktsegmenten sehen wir nach wie vor Unsicherheiten“, sagt Finanzvorstand Claude Tomaszewski. Neben organischem Wachstum setzen die Stuttgarter weiterhin auf Zukäufe. Erst kürzlich hatte sich Takkt den Online-Händler für Büromöbel Equip4Work einverleibt, der unter der Handelsmarke OfficeFurnitureOnline aktiv ist. Zudem setzt Takkt auf die positiven Effekte der geänderten Organisationsstruktur (siehe dazu auch den Beitrag von boersengefluester.de HIER). Insgesamt halten wir die Kursdusche von minus sieben Prozent – in diesem Umfang – für nicht gerechtfertigt und bleiben bei unserer positiven Einschätzung für die Takkt-Aktie. Am 21. März 2018 veröffentlicht die Gesellschaft den aktuellen Geschäftsbericht und veranstaltet in Frankfurt eine Analystenkonferenz.


Scheibchenweise serviert Elmos Semiconductor die Ergebnisse für 2017. Nachdem der Halbleiterhersteller – schwerpunktmäßig für den Einsatz in Fahrzeugen – bereits Anfang Februar die Eckdaten zu Umsatz sowie Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) veröffentlicht hatte, legt Elmos nun mit detaillierten Zahlen zum Gewinn nach. Demnach kamen die Dortmunder „in einem anspruchsvollen“ Jahr 2017 auf ein Ergebnis je Aktie von 1,26 Euro – nach 0,80 Euro im Vorjahr. Mit diesem Resultat hat Elmos die Erwartungen übertroffen. Erfreulich ist zudem, dass das Unternehmen die Dividende für 2017 um 5 Cent auf 0,40 Euro je Aktie anheben will, selbst wenn die Ausschüttung nur für eine Rendite von knapp 1,5 Prozent steht. Zuversicht versprüht auch der Ausblick von CEO Anton Mindl: „Die Gesellschaft wird sich auch 2018 positiv entwickeln.“ Demnach soll der Umsatz den Vorjahreswert von 250,4 Mio. Euro um acht bis zwölf Prozent übersteigen, was auf Erlöse zwischen rund 270 und 280 Mio. Euro hinauslaufen würde. Die EBIT-Marge veranschlagt Mindl auf eine Bandbreite von 13 bis 17 Prozent. In absoluten Zahlen kalkuliert der Manager also mit einem operativen Ergebnis zwischen 35,2 und 47,7 Mio. Euro. Zum Vergleich: Die Durchschnittsschätzung der Analysten bewegt sich im Bereich von knapp 40 Mio. Euro. So gesehen trauen einige Experten der Vorschau noch nicht so recht über den Weg. 2017 erzielte der Chipspezialist ein EBIT von 38,4 Mio. Euro. An der Börse kommt das Update von Elmos super an, die Notiz klettert in der Spitze um mehr als sieben Prozent auf 27,35 Euro. Auf diesem Niveau ist freilich schon eine Menge an guten Nachrichten eingepreist. Immerhin kommt Elmos bereits jetzt auf einen Börsenwert von gut 540 Mio. Euro. Bezogen auf den für 2019 zu erwartenden Gewinn entspricht das einem KGV von rund 18. Wer den Titel im Depot hat, kann aber noch investiert bleiben. Die Veröffentlichung des Geschäftsberichts mit den testierten Abschlusszahlen ist für den 14. März 2018 angesetzt.


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14. Februar, 2018

Ein tristes Bild zeigt der Chartverlauf der Aktie von Elanix Biotechnologies. Gemessen am 52-Wochen-Hoch vom März 2017 verlor der Anteilschein um saftige 60 Prozent an Wert – trotz zwischenzeitlich reißerischer Empfehlungen. Immerhin hat das auf Spezialkosmetika in den Bereichen Juckreiz und Wundheilung fokussierte Unternehmen zuletzt einige Fortschritte gemacht: Neuer Designated Sponsor ist die Baader Bank. Zudem hat die Ende 2015 in den Börsenmantel von Porta Systems geschlüpfte Elanix nun endlich Vollzug bei der seit Wochen laufenden Kapitalerhöhung gemeldet – wenn auch längst nicht im erhofften Umfang. Statt der maximal knapp 1,7 Millionen neuen Aktien zu je 3,75 Euro, haben die Berliner nur gut 300.000 Anteilscheine platziert, was zu einem Mittelzufluss von brutto rund 1,1 Mio. Euro führt. Parallel dazu hat die im General Standard gelistete Gesellschaft einen Finanzierungsdeal mit einem institutionellen Investor aus den USA geschlossen, der Elanix über einen Zeitraum von drei Jahren bis zu 11 Mio. Euro sichert. „Durch diese Mittelbeschaffung erhält Elanix sofort das nötige Kapital, um mehrere Meilensteine in der Produktentwicklung zu erreichen und Sales- und Marketingaktivitäten umzusetzen“, sagt CEO Tomas J. Svoboda. Details zu den Konditionen der Kreditfazilität nennt Elanix freilich nicht. Auch ansonsten tappen die Anleger bei Elanix noch weitgehend im Dunkeln. Zum Halbjahr 2017 kam die Gesellschaft bei Erlösen von gerade einmal knapp 80.000 Euro auf einen Verlust von annähernd 1,7 Mio. Euro. Bezogen auf die neue Aktienstückzahl türmt sich der Börsenwert auf 22,4 Mio. Euro. Diese Größenordnung wiederum sollte – trotz einer Cashburn-Rate von monatlich rund 200.000 Euro – noch immer in einigermaßen Sichtweite zum Eigenkapital liegen. So gesehen gehört der Titel vielleicht sogar auf die erweiterte Beobachtungsliste. Einen Finanzkalender für 2018 hat Elanix noch nicht veröffentlicht.


Auf ein Rekordtief von 1,63 Euro ist der Aktienkurs der German Startups Group zurückgefallen. Begonnen hatte die neuerliche Talfahrt zwar schon Ende Januar. Doch mit den jetzt vorgelegten Plänen für die Ausgabe einer Wandelanleihe hat die Beteiligungsgesellschaft den Abgabedruck nochmals verschärft. Dabei stößt gar nicht mal so sehr die Tatsache auf Unverständnis, dass die German Startups Group überhaupt einen Wandler platzieren will. Es sind vielmehr die im Raum stehenden Konditionen: Demnach soll ein einziger Investor – den Namen nennen die Berliner nicht – die komplette Wandelanleihe im Volumen von 3 Mio. Euro zeichnen. Die Laufzeit beträgt fünf Jahre, an dem Bond klebt ein Kupon von immerhin 8,0 Prozent. Der Wandlungspreis beträgt 2,50 Euro. Bei vollständiger Wandlung würde sich das Kapital um 1.198.440 Aktien – entsprechend zehn Prozent – auf 13.182.840 erhöhen. Noch bedarf der Deal allerdings der Zustimmung des Aufsichtsrats. Zur Einordnung: Die jüngsten Wandelanleihen von anderen Small Caps wie mVISE oder Eyemaxx waren mit Kupons von 4,0 bzw. 4,5 Prozent ausgestattet. Bei größeren Gesellschaften liegen die Zinssätze – je nach Ausgestaltung der Anleihe – zum Teil bei weniger als 2,0 Prozent. So gesehen kommt die Kapitalzufuhr der German Startups Group vergleichsweise teuer zu stehen. Bitter ist der Kursrückgang freilich auch deshalb, weil die Gesellschaft zuletzt durchaus den Eindruck vermittelt hat, dass mit dem Launch der Plattform German Startups Market der Einstieg in ein sehr interessantes neues Geschäftsfeld bevorsteht. Zudem kündigte CEO Christoph Gerlinger Ende 2017 das Engagement bei einem „reiferen und sehr erfolgreichen deutschen Wachstumsunternehmen“ an. Auch hier warten die Investoren der in den Scale 30 aufgerückten German Startups Group noch auf Vollzug. Dennoch bleiben wir bei unserer Einschätzung, dass bei dem Titel positive Nachrichten kaum Gehör finden, während schlechte News stark gewichtet werden. Sofern der Markt nicht komplett zusammenbricht, müsste diese Konstellation irgendwann aufgelöst werden. Daher ist die Aktie German Startups Group für boersengefluester.de auch mindestens eine Halten-Position.


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Vielen Dank, Gereon Kruse


09. Februar, 2018

Die wesentlichen Eckdaten für das Auftaktquartal des Geschäftsjahrs 2017/18 (30. September) hatte All For One Steeb bereits vor einigen Tagen mitgeteilt. Nun legt der SAP-Dienstleister den vollständigen Zwischenbericht nach – und der hält gleich mal eine positive Überraschung parat, denn All For One Steeb weist nun optisch sehr deutlich aus, wie sich die Cloud- und Softwareerlöse sowie die wiederkehrenden Umsätze verteilen. Dafür gibt es einen dicken Pluspunkt von boersengefluester.de. So sind in den ersten drei Monaten rund 40 Prozent der Konzernerlöse von 91,84 Mio. Euro von wiederkehrender Natur, was etwa der Quote aus dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum entspricht. Insgesamt hatte All For One Steeb einen rasanten Start ins neue Geschäftsjahr, Umsatz und auch EBIT (6,68 Mio. Euro) waren niemals höher in der Firmenhistorie. Der leichte Margenrückgang hängt derweil mit den unverändert hohen Investitionen der Filderstädter zusammen. „Die hohe Volatilität bei den Lizenzumsätzen dürfte anhalten. An unserer Jahresprognose für 2017/18 halten wir unverändert fest“, sagt Finanzvorstand Stefan Land. Demnach ist bei Erlösen zwischen 315 Mio. und 325 Mio. Euro mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in einer Bandbreite von 20,5 bis 22,0 Mio. Euro zu rechnen. Die Analysten der BankM gehen in ihrer jüngsten Studie davon, dass All For One Steeb jeweils im oberen Bereich der genannten Spannen landen wird und empfehlen den Titel mit Kursziel 76,40 Euro weiterhin zum Kauf. Dieser Einschätzung kann sich boersengefluester.de nur anschließen. Ebenfalls noch interessant für Anleger: Zur Hauptversammlung am 15. März 2018 steht eine um 10 Cent auf 1,20 Euro je Aktie erhöhte Dividende auf der Agenda. Beim aktuellen Aktienkurs von 68,60 Euro errechnet sich daraus eine Rendite von immerhin 1,7 Prozent.



Rendite Hits für   2011 ·  2012 ·  2013  ·  2014  ·  2015 ·  2016  ·  2017  ·  2018 ·  2019



07. Februar, 2018

Gefühlt waren die Aktien von Ahlers stets zwei Schritte näher am Delisting als an einer echten Öffnung für den Kapitalmarkt. Umso angenehmer überrascht ist boersengefluester.de, dass der Modekonzern – bekannte Marken sind Baldessarini, Pierre Cardin und Otto Kern – seine Stamm (ST) und Vorzugsaktien (VZ) zu einer Gattung zusammenlegen will. Einen entsprechenden Vorschlag wollen die Herforder jedenfalls der Hauptversammlung (HV) am 24. April 2018 vorgelegen. Geplant ist eine 1:1-Umwandlung ohne jegliche Zuzahlung. Mit Blick auf die ohnehin sehr eng zusammenliegenden Kurse beider Gattungen ist das nicht verwunderlich. Einzig mit Blick auf die um 5 Cent höhere Dividende der Vorzugsaktie ergibt sich ein kleiner Nachteil für die Inhaber der stimmrechtslosen Gattung. Schlagend wird das aber erst im kommenden Jahr, zur HV 2018 lautet der Dividendenvorschlag noch auf 0,15 Euro je Stamm- und 0,20 Euro je Vorzugsaktie. Höchste Zeit wird es allerdings, dass sich bei Ahlers etwas tut: Die Aktienkurse bewegen sich seit Jahren – im Einklang mit den Zahlen – Richtung Süden. Dazu passen die unter den Erwartungen liegenden Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2016/17 (30. November) mit vergleichsweise konstanten Erlösen von knapp 236 Mio. Euro und einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 8,3 Mio. Euro – nach 9,2 Mio. Euro für 2015/16. Der Überschuss fiel um ein knappes Viertel auf 1,9 Mio. Euro zurück. Den kompletten Geschäftsbericht inklusive einer ersten Prognose für 2017/18 wird Ahlers am 28. Februar vorlegen. Angesichts der geplanten Aktienzusammenlegung wird die Bilanz-PK also ein unverhofft spannender Termin. „Eine einheitliche Aktienstruktur erhöht die Attraktivität der Ahlers-Aktie und stärkt ihre Handelsliquidität im Interesse aller Aktionäre“, sagt die Vorstandsvorsitzende Stella A. Ahlers. Ganz uneigennützig ist der Vorstoß freilich nicht, der Familie Ahlers sind 76,75 Prozent der Stämme und 21,21 Prozent der Vorzüge zuzurechnen. Nach der Zusammenlegung – sie soll „zügig“ nach der HV umgesetzt werden – würde es 13.681.520 Stammaktien mit einem Streubesitzanteil von 47,94 Prozent geben. Für boersengefluester.de sind die Anteilscheine beider Gattungen (ST und VZ) eine Halten-Position – schon allein wegen der ansprechenden Dividendenrendite von 2,8 bzw. 3,8 Prozent. Ingesamt bringt Ahlers rund 72,5 Mio. Euro an Marktkapitalisierung auf die Waagschale.


Scheinbar gibt es kaum ein klickträchtigeres Thema als Bitcoins und anderenKryptowährungen. Anders ist es kaum zu erklären, dass es auf den einschlägigen Finanzportalen (selbst bei den Öffentlich-rechtlichen) je nach Tagesform gefühlt nur noch um den Bitcoin-Hype oder den Bitcoin-Crash geht. Entsprechend aufgeheizt ist auch die Stimmung unter den Anlegern, was sich bis hin zu einem – sonst vermutlich kaum beachteten – Small Cap wie der Bitcoin Group auswirkt. So schnellte die Notiz des Betreibers der Handelsplattform bitcoin.de nun um mehr als ein Drittel auf 40 Euro in die Höhe, nachdem die Gesellschaft ihre vorläufigen Zahlen für 2017 präsentierte: Demnach kommt die Bitcoin Group auf Erlöse von 12,6 Mio. Euro sowie einen Gewinn vor Steuern von 10,8 Mio. Euro. Beide Zahlen übertreffen den entsprechenden Vergleichswert des Vorjahrs um ein Vielfaches, so dass prozentuale Veränderungen nur begrenzte Aussagekraft haben. Beim Ergebnis erreicht das Plus beispielsweise 5.300 Prozent. Bemerkenswert ist die stramme Kursreaktion an der Börse mit einem Zugewinn an Marktkapitalisierung von 50 Mio. Euro insbesondere deshalb, weil die Gesellschaft erst Ende Dezember mitteilte, dass für 2017 mit Erlösen von mindestens 10 Mio. Euro sowie einem Ergebnis vor Steuern von Untergrenze 8 Mio. Euro zu rechnen sei. So gesehen, fällt die Reaktion an der Börse ziemlich üppig aus und ist zu einem wesentlichen Teil wohl auch eine Gegenreaktion auf den vorherigen Kursrutsch. Immerhin kostete der Titel Anfang September 2017 in der Spitze noch fast 89,50 Euro. Die eigentliche Kursexplosion des Bitcoin von Anfang November bis Ende Dezember hat die Notiz der Bitcoin Group also gar nicht direkt mitgemacht. Somit mussten viele Anleger die Erfahrung machen, dass die Aktie der Bitcoin Group eben doch keine unmittelbare Ableitung der Bitcoin-Kurse ist. Umso wichtiger ist der Blick in die Zukunft von CEO Michael Nowak: „Auch im Jahr 2018 wollen wir die Anzahl unserer Kunden deutlich steigern und planen eine Vielzahl weiterer Kryptowährungen wie zum Beispiel Ripple, Litecoin, IOTA und andere in den Handel auf Bitcoin.de aufzunehmen. Darüber hinaus möchten wir durch die Einführung des Handels von sogenannten ICO-Token, die im Rahmen von Initial Coin Offerings ausgegeben werden, unser Angebot abrunden.“ Nun lässt sich trefflich darüber streiten, ob Kryptos und ICOs dauerhaft ein Erfolgsmodell bleiben. Fakt ist, dass es sie gibt und eine scheinbar immer größer werdende Fangemeinde haben. Wer sich an den massiven Kursschwankungen der Aktie der Bitcoin Group nicht stört, kann sich durchaus ein paar Stücke ins Depot legen. Anleger, die den Titel bereits im Portfolio haben, bleiben am besten einfach investiert. Die jetzt vorgelegten Zahlen sind ohne Frage super, aber eben auch nicht ganz weit weg von den zuletzt kommunizierten Erwartungen.



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01. Februar, 2018

Nach dem Absturz vom vergangenen Sommer liegt die Aktie des Getränkekonzerns Berentzen seit Monaten wie Blei in den Regalen. Positiv könnte man zwar von einer Stabilisierung im Bereich um 8 Euro reden. Andererseits fehlen derzeit einfach die Impulse, damit die Notiz wieder an Stärke gewinnt. Die jetzt vorgelegten vorläufigen Eckdaten für 2017 liegen eher im unteren Bereich der Erwartungen. So weist Berentzen Erlöse von 172,1 Mio. Euro sowie ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von rund 9,2 Mio. Euro aus. Avisiert hatte das Management einen Umsatz zwischen 170,4 und 179,2 Mio. Euro sowie ein EBIT in einer Bandbreite von 9,1 bis 10,1 Mio. Euro. Offenbar hätte es schlimmer kommen können. „Mit Blick auf unsere Quartalszahlen im Oktober war klar, dass es noch einige Anstrengungen brauchte, um die Prognose zu erfüllen. Das haben wir trotz eines relativ verhaltenen Dezembergeschäftes geschafft“, sagt Vorstand Oliver Schwegmann. Nun kommt es darauf an, dass die eingeleiteten Vertriebs- und Marketingmaßnahmen greifen und 2018 für eine spürbare Ergebnisverbesserung sorgen. Zudem optimiert das Unternehmen aus Haselünne die Bereiche Produktion und Logistik. Der Bereich Frischsaftsysteme um die Tochter Citrocasa – hier lief es zuletzt ebenfalls nicht besonders rund – hat derweil eine neue stromlose Presse mit Kurbelantrieb auf den Markt gebracht. Wir werden die Investoren genau hinschauen, immerhin galt Citrocasa als eine der Wachstumshoffnungen von Berentzen. Den vollständigen Bericht für 2017 legt die Gesellschaft am 15. März vor. Momentan bleibt der Titel für boersengefluester.de eine Halten-Position. Störend finden wir allerdings die regelmäßigen Insiderverkäufe des nach der Hauptversammlung 2017 vom Vorstand in den Aufsichtsrat gewechselten Frank Schübel.



31. Januar, 2018

Mit starken Neun-Monats-Zahlen und einem – was das Ergebnis angeht – nochmals zuversichtlicher formulierten Ausblick macht der Leiterplattenspezialist AT&S einmal mehr auf sich aufmerksam. Demnach steigerte die Gesellschaft aus dem österreichischen Leoben zum Ende des dritten Quartals ihren Umsatz um 24,5 Prozent auf 765,90 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuer und Abschreibungen (EBITDA) kam – auch dank eines vorteilhaften Produktmixes im dritten Quartal – um gut 86 Prozent auf 190,28 Mio. Euro voran. Demnach agiert AT&S zurzeit mit einer EBITDA-Marge von etwas mehr als 24,8 Prozent. „Die Nachfrage nach Leiterplatten für mobile Endgeräte lag über dem Vorjahr und konnte, trotz des teilweisen Umbaus in unserem Werk Shanghai und des daraus resultierenden Wegfalls von Kapazitäten, erfüllt werden“, betont das Management. Insgesamt rechnet AT&S für das gesamte Geschäftsjahr 2017/08 (31. März) nun mit einer EBITDA-Marge „leicht über“ der erst um Oktober 2017 heraufgesetzten Spanne von 19 bis 22 Prozent. Das geplante Umsatzwachstum dürfte sich weiter zwischen 20 und 25 Prozent bewegen. Per saldo hält boersengefluester.de für 2017/18 eine Verbesserung des EBITDA um rund 100 auf 230 Mio. Euro für realistisch. Dem steht derzeit ein Unternehmenswert (Marktkapitalisierung plus Netto-Finanzschulden) von knapp 1,23 Mrd. Euro gegenüber, so dass die Aktie mit Parallelnotiz in Frankfurt gerade einmal mit dem 5,3fachen des für 2017/18 erwarteten EBITDA gehandelt wird. Auch wenn Währungseffekte derzeit ein wenig dämpfen: Unterm Strich bietet die AT&S-Aktie eine prima Chance-Risiko-Relation.


Gut ist ab einem gewissen Kursniveau nicht mehr gut genug. Diese Erfahrung müssen gerade die Aktionäre von WashTec machen. Obwohl der Spezialist für Autowaschanlagen 2017 mit Erlösen von 425 Mio. Euro und einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 52,2 Mio. Euro im Rahmen der eigenen Prognosen (Umsatzwachstum auf mehr als 420 Mio. Euro bei mindestens 12,0 Prozent EBIT-Rendite) geblieben ist, sackte die Notiz im Tief um 16 Prozent auf 68,70 Euro ab. Grund: Die Erwartungshaltung der Analysten für das Betriebsergebnis lag im Schnitt bei rund 55 Mio. Euro. Auf dem falschen Fuß erwischte die Anleger offenbar auch der Hinweis des SDAX-Konzerns, dass das erste Quartal 2017 in Nordamerika aufgrund hoher Investitionen von Großkunden ungewöhnlich gut gewesen sei und so nicht zu wiederholen sei. „Im ersten Quartal 2018 wird infolge dieses Basiseffektes für die Gruppe eine Geschäftsentwicklung unterhalb des Vorjahresquartals erwartet“, betont der Vorstand. Insgesamt fällt die Kursreaktion mit einem Verlust an Börsenwert in Höhe von mehr als 170 Mio. Euro trotzdem wohl etwas harsch aus. Andererseits ist die WashTec-Aktie mit einem KGV von deutlich über 20 eben auch schon sehr sportlich bewertet. Langfristanleger bleiben dennoch investiert, zumal der Titel traditionell eine sehr schöne Dividendenrendite bietet. Das gesamte Zahlenwerk für 2017 plus Ausblick und Dividendenvorschlag legen die Augsburger am 21. März vor.



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26. Januar, 2018

Für Anleger, die bei Isra Vision in Sachen Akquisition auf den großen Wurf gesetzt haben, mag der aktuelle Zukauf vermutlich eine Enttäuschung sein. So hat Isra Vision für einen „niedrigen siebenstelligen“ Betrag die ebenfalls in Darmstadt ansässige Polymetric GmbH übernommen. Dem Vernehmen nach soll das im September 2001 als Spin-off des Fraunhofer Instituts gegründete Unternehmen „wichtige 3D-Technologien zur Weiterentwicklung von zukünftigen Produktfamilien“ beitragen. Erste Kooperationen laufen bereits. Zudem setzt CEO Enis Ersü darauf, dass Isra Vision mit Hilfe von Polymtric stärker im Bereich Medizintechnik Fuß fasst. In der Vergangenheit hatte Ersü auf Investorenveranstaltungen nie einen Hehl daraus gemacht, dass er die Präsenz im medizinischen Bereich gern ausbauen würde. Polytec ist mit seinen 3D-Scannern bereits jetzt im Dentalbereich aktiv – bedient aber auch Märkte wie Kunst und Film. Dennoch ist der Einstieg bei Polymetric wohl eher strategischer Natur. „Bedeutende Umsatzbeiträge durch die Polymetric-Integration erwartet das Unternehmen erst mittelfristig“, heißt es offiziell. Gänzlich verflogen ist das Thema externes Wachstum bei dem TecDAX-Aspiranten Isra Vision freilich nicht. „Aktuell beobachtet und analysiert das Management weitere mögliche Targets in verschiedenen Industrien. In den kommenden Monaten wird der Abschluss eines weiteren Projekts erwartet“, betont das Unternehmen. Nichts geändert hat sich auch an der fundamentalen Einschätzung von boersengefluester.de zur Isra-Aktie. Grundsätzlich schätzen wir das Management sehr und zählen den Titel zu den qualitativ hochwertigsten heimischen Spezialwerten. Leider ist der Anteilschein mittlerweile arg teuer, so dass uns die aktuelle Konsolidierungsphase von in der Spitze 243,50 Euro auf mittlerweile 191,00 Euro nicht gerade überrascht. Der Trend Richtung Süden könnte sogar noch ein wenig anhalten. Langfristig orientierte Investoren müssen deswegen aber nicht zwingend aussteigen.


Die Aktie der Nürnberger Beteiligungs-AG zählt zu den Exoten aus dem Kreis der im Börsensegment Scale gelisteten Unternehmen. Das gilt nicht so sehr für das operative Geschäft, den Versicherungskonzern „im Zeichen der Burg“ kennen vermutlich die meisten Anleger. Allerdings wird die Aktie – trotz der langfristig beeindruckenden Dividendenentwicklung – nur relativ sporadisch gehandelt. Wesentliche Anteilseigner bei der Nürnberger sind Erst- und Rückversicherer sowie Banken, Vertriebspartner und Fondsgesellschaften. Maximal ein Drittel der Anteile dürften dem Streubesitz zuzurechnen sein. Konkret gehören die Versicherungskammer Bayern, die Consortia Versicherungs-Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in Nürnberg oder auch die Helvetia Holding zum Investorenkreis. Im Normalfall scheint die Aktie der Nürnberger eher vererbt als verkauft zu werden. Dabei ist die Notiz durchaus volatil und musste – etwa während der Finanzkrise 2008 – heftige Einbußen hinnehmen. Momentan zeigt sich die Aktie der Nürnberger Beteiligungs-AG aber wieder von ihrer Schokoladenseite. Bereits Ende 2017 teilte der Vorstand mit, dass der Konzerngewinn die zuvor angepeilten 60 bis 65 Mio. Euro signifikant überschreiten wird und eher im Bereich um 90 Mio. Euro anzusiedeln sei. Die Dividende für 2017 wollen die Nürnberger – wie in den vier Jahren zuvor – bei 3 Euro je Anteilschein belassen. Bezogen auf den aktuellen Kurs von 74 Euro ergibt sich daraus eine Rendite von brutto etwas mehr als vier Prozent. Die Hauptversammlung findet am 24. April 2018 statt.



24. Januar, 2018

Eigentlich schade, dass DocCheck nach der schwungvollen Präsentation von CEO Frank Antwerpes auf der Frühjahrskonferenz der DVFA im vergangenen Mai (siehe dazu den Bericht von boersengefluester.de HIER) wieder in der Investor Relations-Versenkung verschwunden ist. Immerhin: Der Aktienkurs des auf digitale Dienstleistungen rund um den Bereich Healthcare spezialisierten Unternehmens hat sich zuletzt ordentlich entwickelt und ist in zweistellige Regionen vorgestoßen. Nun haben die Kölner einen ersten Zahlenüberblick für 2017 vorgelegt, der im Einklang mit den bisherigen Prognosen steht. So kommt DocCheck bei Erlösen von 28 Mio. Euro auf ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 3,4 Mio. Euro. Demnach liegt das Betriebsergebnis zwar um 15 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahreswert von 4,0 Mio. Euro. Allerdings sind in dem 2017er-EBIT bereits 350.000 Euro für den Ausbau der Logistik des DocCheck Shops für Praxisbedarf – unter anderem geht es um ein neues Versandlager in Hürth nahe Köln – enthalten. Erst kürzlich hatte die Gesellschaft darauf hingewiesen, dass für das gesamte Projekt Investitionen von 1,8 Mio. Euro angesetzt sind. So gesehen hätte sich boersengefluester.de – und vermutlich andere auch Spezialwertefans – über ein näheres Update von DocCheck auf der von der BankM gesponserten DVFA-Frühjahrskonferenz 2018 in Frankfurt gefreut. Noch steht die Gesellschaft aber nicht auf der Teilnehmerliste. Unabhängig davon sind wir gespannt auf den Dividendenvorschlag für 2017. Normalerweise spricht nichts dagegen, dass DocCheck mindestens die Vorjahresausschüttung von 0,40 Euro je Aktie beibehält, womit der Small Cap schon unter Renditeaspekten eine attraktive Depotbeimischung wäre. Die Hauptversammlung findet am 30. Mai 2018 statt.


Regelmäßig hatte boersengefluester.de in den vergangenen Monaten auf die Aktie der Beteiligungsgesellschaft 3U Holding hingewiesen. Die Investmentstory in Kurzform: Die in den Bereichen IT und Telekommunikation, Windenergie sowie Haustechnik tätige Gesellschaft kommt operativ gut voran und intensiviert dementsprechend ihre Investor-Relations-Aktivitäten. Dabei kommt der 3U Holding zugute, dass der Aktienkurs nach mehr als zwölf Jahren im Penny-Stock-Terrain allmählich die psychologisch wichtige 1-Euro-Marke avisiert. Bewertungstechnisch gehört der Titel – Marktkapitalisierung knapp 33 Mio. Euro – zu der mittlerweile überschaubaren Gruppe auf dem Kurszettel, die mit einem Abschlag zum Eigenkapital gehandelt werden. Das Kursziel der Analysten von SRC Research: 1,15 Euro, was etwa dem von boersengefluester.de berechneten Buchwert entspricht. Positiv: Nachdem das Management der 3U Holding im November 2017 am Rande des Eigenkapitalforums in Frankfurt präsentierte (zum Beitrag von boersengefluester.de HIER), haben die Marburger sich für die von Equity Forum organisierte Frühjahrskonferenz der DVFA auch ganz offiziell angemeldet. Das Interesse an der Veranstaltung dürfte hoch sein: Mittlerweile haben 50 Gesellschaften für die vom 14. bis 16. Mai 2018 in Frankfurt stattfindende Veranstaltung zugesagt. Aber auch in der direkten Aktionärskommunikation hat die 3U Holding aufgerüstet, wie der kürzlich verschickte „Newsletter Januar 2018“ zeigt. Ein interessantes Detail enthält die E-Mail etwa zu der Plänen, was mit den eigenen Aktien aus dem jüngsten Rückkaufprogramm geschehen soll: „Durch die Kurssteigerung der 3U-Aktie wird die Verwendung dieser Aktien zu Akquisitionszwecken immer wahrscheinlicher. Schon heute führen wir Gespräche mit Unternehmen bei der die Möglichkeit einer teilweisen Kaufpreiszahlung mit 3U-Aktien thematisiert wird.“ Summa summarum bleibt der Titel für boersengefluester.de ein aussichtsreiches Investment.


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19. Januar, 2018

Mit Schwung hat der Aktienkurs von GK Software seine im vergangenen Herbst eingeleitete Konsolidierungsphase beendet ist nun sogar auf ein All-Time-High von 135,50 Euro gesprungen. Einen konkreten Auslöser für die plötzliche Rekordjagd gibt es nicht, die Zahlen für 2017 legt das auf Software für den Einzelhandel spezialisierte Unternehmen offiziell erst Ende April vor. Die Analysten von SMC Research hatten das Kursziel für die GK-Aktie zuletzt bei 135 Euro angesiedelt, demnach wäre das Papier – es handelt sich übrigens um die größte Position im Portfolio der Beteiligungsgesellschaft Scherzer & Co. – nun erstmal ausgereizt. Andererseits hat der Firmengründer und Vorstandsvorsitzende von GK Software, Rainer Gläß, im Interview auf DER AKTIONÄR zuletzt nochmals betont, dass sich die Geschäfte besser als gedacht entwickeln. Für boersengefluester.de bleibt der Titel auch auf dem aktuellen Niveau eine gute Halten-Position. Kurstreiber könnten – neben der Expansion in den USA – insbesondere neue Zielbranchen wie Tankstellen oder Gastrobereich sein. Zudem läuft die Optionsvereinbarung zwischen SAP und den Firmengründern „nur“ noch bis 2020 läuft. Ganz allmählich wird es also spannend, ob der DAX-Konzern sein Vorkaufsrecht auf die Firmenmehrheit ausübt.



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Dividendenrendite 52-Wochen-Performance Marktkapitalisierung

18. Januar, 2018

Endlich: Der auf ethisch korrekte Kapitalanlagen spezialisierte Finanzdienstleister Ökoworld geht in die Offensive und legt seine in zwei Varianten gehandelten Vorzugsaktien (Serie A mit der WKN 540868 sowie Serie B mit der WKN A0EKMG) zu einer Gattung zusammen. Das macht die im Scale gelistete Vorzugsaktie der Serie A einerseits liquider und sorgt darüber hinaus für mehr Transparenz bei der Dividende. Zwar werden beide Gattungen mit dem selben Ausschüttungssatz bedient, allerdings haben die Papiere der Serie A Vorrang vor dem Typ B. „Durch die Zusammenlegung soll insbesondere der erhöhte Verwaltungsaufwand, der sich aus den unterschiedlichen Gattungen von Vorzugsaktien ergibt, vermieden werden“, betont die Gesellschaft. Ihren Ursprung haben die Vorzüge der Serie B in der früher einmal – damals hieß Ökoworld noch Versiko – bei den Hildenern beteiligten Fortis. Im Zuge der Finanzkrise musste die niederländisch-belgische Bankengruppe jedoch die Segel streichen und schlüpfte bei BNP Paribas unter. Mit dieser Kombination konnte sich Ökoworld-Vorstandschef Alfred Platow allerdings überhaupt nicht anfreunden. Also kaufte die Gesellschaft im Sommer 2010 kurzerhand sowohl die Vorzüge der Serie B von BNP Paribas als auch die von den Franzosen gehaltenen Stammaktien zurück. Ein Kraftakt, der aber gelang. Insgesamt besteht das Aktienkapital aus 4.200.000 nicht notierten Stammaktien, 2.956.846 Vorzüge der Serie A und 480.878 Vorzüge der Serie B. Abgestimmt werden soll über die Zusammenlegung der beiden Vorzugsgattungen auf der Hauptversammlung (HV) 2018, für die es freilich noch keinen konkreten Termin gibt. In den vergangenen Jahren fand die HV meist im Juli statt. Ökoworld gilt als traditionell dividendenstarkes Unternehmen.


Damit hat boersengefluester.de nun wirklich nicht gerechnet: Vectron Systems-Mitgründer Thomas Stümmler zieht sich aus dem Vorstand des Kassenherstellers zurück und strebt zur nächsten Hauptversammlung am 17. Mai 2018 einen Wechsel in den Aufsichtsrat an. Neuer CEO wird der ehemalige Leica Camera-Vorstand Oliver Kaltner. Offiziell begründet Vectron den Führungswechsel damit, dass „neue Vermarktungsstrategien des Gesamtportfolios bestehend aus Hardware, Software und digitalen Services entwickelt sowie die Internationalisierung des Geschäfts vorangetrieben werden sollen“. Stümmler, bislang das Gesicht des Kapitalmarkts von Vectron, soll den Vorstand auch künftig in den Bereichen strategische Planung, PR und Investor Relations beraten. Bleibt abzuwarten, ob es sich hierbei um die üblichen Floskeln handelt, oder ob der redegewandte Manager weiterhin auf den einschlägigen Kapitalmarktkonferenzen zu sehen sein wird. Offen ist freilich auch, ob den beiden Gründern Jens Reckendorf und Thomas Stümmler – sie halten jeweils noch 28,06 beziehungsweise 27,95 Prozent der Aktien – die Kooperation mit Coca-Cola am Ende nicht doch über den Kopf gewachsen ist. Dagegen spricht freilich, dass Reckendorf weiterhin als Technikvorstand im Amt bleibt. „Mich reizt die wachstumsorientierte Entwicklung eines mittelständischen Unternehmens zu einem bedeutenden international relevanten Player im Bereich digitaler Marketing-, Sales- und CRM-Plattformen. Die mit dem Coca-Cola Konzern initiierte Onlineplattform ,GetHappy’ ist eines der vielversprechenden Geschäftsmodelle, die wir im Markt etablieren und sukzessive ausbauen werden“, sagt Kaltner. Nun: Raum für Spekulationen ist jedenfalls genug vorhanden. Auf seinen jüngsten Präsentationen in Frankfurt und München, hatte Stümmler jedenfalls keine Andeutungen in Richtung Abschied gemacht. Vorerst bleiben wir bei unserer Kaufen-Einschätzung (zu dem ausführlichen Bericht von Mitte Dezember kommen Sie HIER).



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17. Januar, 2018

Hannes Niederhauser hält die Aktionäre bei Laune: So bestätigte der CEO des IT-Dienstleisters S&T seine Mitte November nach oben korrigierte Prognose, wonach für 2017 mit Erlösen von rund 860 Mio. Euro sowie einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von mehr als 60 Mio. Euro zu rechnen ist. In einem Atemzug bestätigte Niederhauser darüber hinaus die ebenfalls bereits kommunizierte Umsatzerwartung von knapp 1 Mrd. Euro für 2018, nannte darüber hinaus aber auch erstmals ein konkretes EBITDA-Ziel für 2018 von immerhin rund 80 Mio. Euro. Eine faustdicke Überraschung ist diese Größenordnung freilich nicht, bewegt sie sich doch ziemlich genau im Bereich der Analystenschätzungen. Zum Vergleich: Kapitalisiert ist S&T zurzeit mit rund 1,25 Mrd. Euro – bei Netto-Finanzverbindlichkeiten von gut 23 Mio. Euro. Demnach würde die TecDAX-Aktie momentan etwa mit dem Faktor 16 auf das für 2018 zu erwartende EBITDA gehandelt. Das ist ein gutes Stück mehr, als etwa bei Cancom oder Bechtle aufgerufen werden. Ob sich das auf Dauer halten lässt, bleibt indes abzuwarten. Ein Teil der Bewertungsfantasie hängt mit der Aktionärsstruktur – speziell der Ennoconn Corporation – zusammen. Die Spekulation ist, dass die zurzeit mit 22 Prozent engagierte Foxconn-Tochter irgendwann nach mehr Stücken schielt und den freien Aktionären ein Übernahmeangebot unterbreiten könnte. Noch ist das aber Zukunftsmusik. Mit Blick auf die doch schon ambitionierte Bewertung, ist der Titel für boersengefluester.de nunmehr nur noch eine Halten-Position – trotz (oder gerade wegen) des tollen Charts der S&T-Aktie.


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16. Januar, 2018

Nach einem verkorksten Börsenjahr 2017 kommt der Aktienkurs von Takkt jetzt endlich in die Gänge. Gemessen am Dezember-Tief bei knapp 18 Euro hat der SDAX-Titel bereits um rund zehn Prozent an Wert gewonnen und nähert sich der Marke von 20 Euro. Gründe gibt es genug: Die operativen Zahlen sollten 2018 ein gutes Stück vorankommen, zumal Sonderbelastungen aus den USA – etwa durch Sturmschäden – vorerst nicht zu erwarten sind. Zudem baut der Versandhändler für Waren zur Geschäftsausstattung seine Digitalsparte konsequent aus, um so zusätzliches Wachstum zu erzielen. Sichtbares Zeichen dabei ist, dass Takkt mit dem ehemaligen Lidl-Manager Heiko Hegwein ein Digitalexperten neu in den Vorstand berufen hat. Zudem haben die Stuttgarter ihre Organisationsstruktur um die Sparte „Newport“ erweitert, in der – neben den Start-up-Beteiligungsaktivitäten – auch die webbasierten Geschäftsmodelle der Töchter Certeo (Büro- und Betriebsausstattung) sowie die britische BiGDUG (Betriebsausstattung) eingegliedert werden. „Durch den Aufbau der Newport-Gruppe werden wir die digitale Transformation der Takkt weiter beschleunigen“, sagt CEO Felix Zimmermann. Insgesamt bietet die Aktie attraktive Kennzahlen wie ein moderates KGV und eine Dividendenrendite von knapp drei Prozent. Am 17. Januar 2018 präsentiert Takkt-Vorstand Zimmermann in Frankfurt auf der von UniCredit und Kepler Cheuvreux organisierten German Corporate Conference. Die Chancen stehen also gar nicht schlecht, dass die Takkt-Aktie 2018 ein Comeback feiert.




12. Januar, 2018

Einmal mehr besser als erwartet, hat der Tiefkühlkost Frosta im vergangenen Jahr abgeschnitten. Gemäß vorläufiger Zahlen kam die Gesellschaft 2017 auf einen Gewinn vor Steuern von 34,3 – was einem Zuwachs von gut zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 31,1 Mio. Euro entspricht. Zum Halbjahr hatten die Bremerhavener lediglich betont, dass sie auf ein Ergebnis oberhalb des Niveaus von 2016 kommen wollen. Bei einer weitgehend unveränderten Steuerquote von gut 30 Prozent, müsste Frosta für 2017 demnach auf einen Überschuss von knapp 24 Mio. Euro kommen –was einem Ergebnis je Aktie von 3,49 Euro entspricht. Demnach dürfte Vorstand Felix Ahlers die im Vorjahr um 14 Cent auf 1,50 Euro angehobene Dividende mindestens konstant lassen. Möglicherweise legt Frosta sogar noch eine Kleinigkeit drauf. So oder so: Auf eine überdurchschnittlich interessante Dividendenrendite kommt der Small Cap längst nicht mehr. Immerhin: Der jetzige Kursbereich unterhalb von 80 Euro ist für Neueinsteiger schon deutlich interessanter als das Ende Oktober 2017 erreichte Top-Niveau von 90,50 Euro. Gleichwohl ist ein KGV im Bereich um 20 nicht gerade eine Einladung. Trotzdem: Die Frosta-Aktie ist ein klassisches Langfristinvestment. Längere Konsolidierungsphasen gibt es immer wieder, das übergeordnete Chartbild zeigt jedoch einen intakten Aufwärtstrend. Schade ist freilich, dass sich Frosta so wenig um den Bereich Investor Relations kümmert und die wenig liquide Aktie darüber hinaus mit dem Basic Board in keinem qualifizierten Marktsegment gelistet ist.


Gleich zu beginn des Jahres geht der Vorstand des Lkw-Zulieferers Jost Werke in die IR-Offensive und präsentiert auf mehreren wichtigen Investorenkonferenzen: Nach einer Veranstaltung der Commerzbank am 9. Januar, geht es am 12. Januar auf das regelmäßig sehr gut besuchte Oddo BHF Forum nach Lyon in Frankreich, ehe am 16. Januar in Frankfurt die German Corporate Conference von UniCredit und Kepler Cheuvreux ansteht. Auf der German Corporate Conference sind immerhin 160 Gesellschaften – überwiegend Konzerne aus DAX bis TecDAX – sowie mehr als 500 institutionelle Investoren präsent. Das Tourprogramm zeigt erste Wirkung: Die kurze Konsolidierungsphase ist beendet und die Notiz des im vergangenen Juli zu 27 Euro an die Börse gekommenen Unternehmens ist wieder auf Nordkurs und bekommt ganz allmählich das bisherige All-Time-High von 49,50 Euro vom 8. November 2017 in Sichtweite. Von den Analysten ist Hauck & Aufhäuser mit einem Kursziel von 62 Euro mit Abstand am zuversichtlichsten. Exane BNP Paribas hält dagegen „nur“ 43 Euro für gerechtfertigt. Boersengefluester.de ist schon seit längerer Zeit zuversichtlich für für die Jost-Aktie gestimmt. Die Veröffentlichung der vorläufigen Jahreszahlen steht am 27. Februar an. Zuletzt hatte die Gesellschaft aus Neu-Isenburg in der Nähe des Frankfurter Flughafens ein hohes einstelliges Umsatzwachstum sowie einen Anstieg des bereinigten Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (EBIT) im moderaten zweistelligen Bereich angekündigt. Demnach scheinen Erlöse von knapp 690 Mio. Euro sowie ein bereinigtes EBIT von um die 70 Mio. Euro realistisch. Dem steht derzeit ein Börsenwert von 652 Mio. Euro gegenüber. Vergleichbar aus Börsensicht ist der Anteilschein von Jost am ehesten mit SAF-Holland.



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10. Januar, 2018

NanoFocus bleibt seiner Linie treu und verfehlt auch für 2017 die selbst gesteckten Prognosen. Gründe sind diesmal die Verschiebung von Kundenaufträgen ins neue Jahr sowie ein allgemein niedriger als gedachter Ordereingang. Demnach werden die Oberhausener für 2017 wohl nur auf Erlöse von 11,8 Mio. Euro kommen und ein deutlich negatives Betriebsergebnis ausweisen. Ursprünglich kalkulierte das Management mit Umsätzen von 13 Mio. Euro sowie einem EBIT in der Nähe der Nulllinie. Die Hoffnung, dass mit dem im Frühjahr 2017 erfolgten Einstieg des Messtechnikspezialisten Carl Mahr endlich Stabilität bei NanoFocus einkehrt, hat sich bislang also als Trugschluss erwiesen. Für das neue Jahr steht derweil die „Intensivierung der Vertriebsaktivitäten im Fokus“, wie es offiziell heißt – nachdem zuletzt eher an der Kostenschraube gedreht wurde. Boersengefluester.de bleibt dabei: In dieser Form und Konstellation ist NanoFocus nicht kapitalmarktgeeignet. Dabei gehört nahezu die gesamte Vision-Branche mit Vertretern wie Isra Vision oder auch Viscom seit vielen Quartalen zu den absoluten Lieblingen der Investoren. Für NanoFocus gilt derweil: Aktie weiter meiden – trotz der niedrigen Marktkapitalisierung von gut 14 Mio. Euro.


An die grandiose Performance von Fintech-Aktien wie FinTech Group, Wirecard oder FinLab kam der Anteilschein von Ferratum in den vergangenen Monaten zwar nicht heran. Aber niemand wird sich wohl über das Kursplus der Finnen von 35 Prozent im letzten halben Jahr beschweren. Zudem bedeutet die aktuelle Notiz von 31,50 Euro ein All-Time-High. Nun hat der Mobile-Banking-Anbieter und Spezialist für Kleinkredite via Smart Phone einen ersten Ausblick für 2018 vorgelegt: Demnach rechnet Finanzvorstand Clemens Krause mit Erlösen zwischen 280 und 310 Mio. Euro sowie einer EBIT-Marge in einem Korridor von 13 bis 16 Prozent, was auf ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern zwischen Unterkante 36,4 und Obergrenze 49,6 Mio. Euro hinauslaufen würde. Zum Vergleich: Die Konsensschätzung der Analysten für das 2018er-EBIT bewegen sich zurzeit bei gut 46,5 Mio. Euro. Die Erwartungshaltung ist also eher ambitioniert. Die vorläufigen Zahlen für 2017 wird Ferratum Mitte März vorlegen. Die offizielle Prognose für den Umsatz liegt in einer Spanne von 215 bis 225 Mio. Euro – bei einer operativen Rendite zwischen 14 und 16 Prozent. Im günstigsten Fall würde das auf ein Betriebsergebnis von 36 Mio. Euro hinauslaufen. Die Experten von Hauck & Aufhäuser kalkulierten zuletzt mit einem EBIT für 2017 von 32,7 Mio. Euro. Bewertungstechnisch sieht boersengefluester.de für die Ferratum-Aktie noch ein wenig Luft nach oben. Daher bleiben wir auch bei unserer Kaufen-Einschätzung. Die Expansionsstory der Finnen kommt gut voran, obendrein gibt es interessante Kooperationen wie zuletzt etwa mit der Finanzsparte des Reisekonzerns Thomas Cook. Allerdings: Um die hohen Erwartungen der Börsianer zu rechtfertigen, darf sich Ferratum auch kaum Ausrutscher leisten.



09. Januar, 2018

Erneut verstärkt Muehlhan den Bereich Gerüstbau – diesmal durch den Kauf von Stjerne Stilladser, einen der größten Anbieter aus Dänemärk. Dem Vernehmen nach kommt Stjerne Stilladser mit dem Einrüsten von Infrastrukturprojekten auf Erlöse rund 7,5 Mio. Euro. Zum Kaufpreis machte die in den Bereichen Oberflächenschutz und Industriedienstleistungen tätige Muehlhan AG keine Angaben. An der Börse kommt der Deal dennoch gut an. Die Notiz zog um rund acht Prozent auf 3 Euro an. Auf diesem Niveau kommen die Hamburger auf eine Marktkapitalisierung von 58,5 Mio. Euro, was wiederum mit einem für 2017 avisierten Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) am oberen Ende der Spanne von 6,5 bis 8,5 Mio. Euro korrespondiert. Übermäßig teuer ist der Small Cap also nicht. Bereits vor fast genau einem Jahr hatte Muehlhan die niederländische Gerüstbaugesellschaft Degraform Bekistingen en Steigers übernommen, die umsatzmäßig allerdings etwas kleiner als Stjerne Stilladse einzustufen ist. Der Tenor ist aber unverändert: Durch die Zukäufe wird die Abhängigkeit vom maritimen Geschäft weiter verringert. Für boersengefluester.de bleibt der Small Cap ein interessantes Investment. Charttechnisch orientierte Anleger werden derweil mit Argusaugen darauf schauen, ob der Kurs es diesmal schafft, die Hürde bei 3 Euro aus dem Weg zu räumen. In der Vergangenheit war hier nämlich meist Schluss mit Aufwärtsbewegung.



05. Januar, 2018

Mit zwischenzeitlich 3,00 Euro schießt auch die Notiz der Beteiligungsgesellschaft Scherzer & Co. auf ein historisches Rekordhoch – nachdem die bisherige Bestmarke vom August 2017 bei 2,80 Euro lag. Angetrieben wird die im Scale notierte Scherzer-Aktie von der super zuversichtlichen Stimmung am Aktienmarkt. Allerdings setzen die Kölner Börsenprofis um Dr. Georg Issels nicht auf die bekannten Titel aus DAX und Co, sondern positionieren sich im Spezialwertebereich. Die zehn größten Positionen im Portfolio sind zurzeit GK Software, freenet, Oldenburgische Landesbank, Allerthal-Werke, Horus, K+S, Audi, Pfeiffer Vacuum, Mobotix und die Vorzüge von MAN. Hinzu kommt ein üppiges Portfolio an Nachbesserungsrechten aus Spruchstellenverfahren im Zuge von Squeeze-outs. Zum Jahresende 2017 lag der Substanzwert der Scherzer-Aktie – ohne Berücksichtigung der Nachbesserungsrechte – bei 2,74 Euro. Mittlerweile sollte der NAV noch ein Stück nachgezogen haben. Für boersengefluester.de bleibt die Aktie eine prima Alternative für Investoren, die sich nicht selbst an Spezialwerte und Sondersituationen trauen, von den sich dort bietenden Möglichkeiten aber trotzdem profitieren wollen. Wo Chancen, da auch Risiken: Sollten die Börsen scharf nach unten drehen, dürfte eine Reihe von Nebenwerte besonders unter Druck geraten, da die Exit-Tür hier nicht breit genug ist. Immerhin: Scherzer & Co. ist ein klassischer Value-Investor, heiße Zocks sind nicht das Ding der Kölner. Das wiederum macht den Titel zu einem guten Langfristinvestment.


Am 05. Januar 2018, kurz nach 14 Uhr, beim Kurs von 228,25 Euro, war es soweit: Die Marktkapitalisierung von Isra Vision übersprang erstmals die Marke von 1 Mrd. Euro. Bemerkenswert: Vor nicht einmal elf Monaten brachte der Anbieter von Produkten zur Steuerung von Produktionsabläufen „gerade einmal“ 500 Mio. Euro auf die Börsenwaagschale – und galt schon damals als stattlich bewertet. Warum der Aktienkurs des TecDAX-Aspiranten – gerade in den vergangenen Wochen – so rasant an Wert zugelegt hat, lässt sich kaum erahnen. Die Mitte Dezember vorgelegten Zahlen für das Geschäftsjahr 2016/17 (30. September) waren mit Erlösen von 143,0 Mio. Euro und einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 28,3 Mio. Euro einmal mehr sehr ordentlich, allerdings auch keine fürchterlich große Überraschung. Gleiches gilt für den Ausblick von Firmengründer und CEO Enis Ersü, der ein niedriges zweistelliges Umsatzwachstum bei mindestens stabilen Margen vorsieht. Kein Wunder, dass Spekulationen um eine größere Übernahme die Runde machen. Möglicherweise ist ja auch Isra selbst ins Visier geraten. Ersü selbst hat sich in der Vergangenheit stets offen für eine strategische Partnerschaft gezeigt, vorausgesetzt freilich, dass alles passt und 1 plus 1 mindestens 3 ergibt. Trotzdem: Mit normalen Maßstäben lässt sich der rasante Kurszuwachs kaum rechtfertigen und selbst bei einer Übernahme würden momentan gewaltige Multiples aufgerufen. Investoren ohne Nerven bleiben engagiert und setzten auf eine Fortsetzung des steilen Trends. Für alle anderen Anleger bietet der jetzige All-Time-High-Kurs im Bereich um 237 Euro eine vermutlich lukrative Ausstiegschance.



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04. Januar, 2018

Grund zur Freude hatten die Aktionäre von LS telcom in den vergangenen vier Jahren wahrlich nicht. Von mehr als 11 Euro crashte die Notiz des Spezialisten für eine effiziente Nutzung des Funkfrequenzspektrums Ende November 2017 bis dicht an die Marke von 5 Euro. Seit der Veröffentlichung des einmal mehr enttäuschenden Zahlenwerks für das Geschäftsjahr 2016/17 (30. September) fängt sich der Kurs jedoch und entwickelt sogar eine deutliche Aufwärtsdynamik. Hauptgrund: Trotz der wenig prickelnden Ergebnisse für das abgelaufene Jahr, zeigt sich das Vorstandsteam im kürzlich vorgelegten Geschäftsbericht vergleichsweise zuversichtlich, ohne sich jedoch zu weit aus dem Fenster zu lehnen: „Wir sind zwar nach allem, was sich derzeit abzeichnet, sehr sicher, stattliche Erfolge in naher Zukunft zu verbuchen, können jedoch nach all der erfahrenen Unsicherheit der letzten Jahre, was die Verlässlichkeit von Vergabeverfahren auf der Zeitschiene anbelangt, das weiterhin bestehende Marktrisiko nicht kleinreden“, heißt es offiziell. Demnach stellt die Gesellschaft für 2017/18 Erlöse von mehr als 34 Mio. Euro sowie ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von mindestens 1 Mio. Euro in Aussicht. Das zuletzt initiierte Kostensenkungsprogramm soll derweil ab 2018/19 seine volle Wirkung entfalten und für jährliche Einsparungen von rund 1 Mio. Euro sorgen. Fürchterlich profitabel ist LS telcom damit noch nicht, aber die Richtung stimmt zumindest. Immerhin zeigte die Gesellschaft vor fünf/sechs Jahren noch zweistellige EBIT-Margen und galt als piekfeiner Spezialwert mit erstklassiger Bilanzqualität. Gegenwärtig beträgt die Marktkapitalisierung 34,4 Mio. Euro, wovon gut 59 Prozent den beiden Firmengründern zuzurechnen sind. Der Streubesitz beläuft sich auf 40,46 Prozent. Womöglich besitzt die im General Standard gelistete Aktie ja sogar einen Schuss Übernahmefantasie. Wir bleiben daher bei unserer Halten-Einschätzung.



02. Januar, 2018

Kaum etwas übriggeblieben ist von der Begeisterung der Anleger zum Börsenstart der Voltabox-Aktie. Zwar notiert der Anteilschein des Batterieherstellers mit 26,60 Euro mittlerweile wieder über dem Ausgabepreis von 24 Euro. Von dem wenige Tage nach der Emission am 13. Oktober 2017 erreichten All-Time-High von 33,70 Euro, ist der Titel aber noch immer mehr als 20 Prozent entfernt. Dabei hat die mehrheitlich zu dem Automobilzulieferer Paragon gehörende Gesellschaft nicht einmal schlechte Nachrichten vorgelegt. Im Gegenteil: Voltabox meldete die – für Neuemissionen häufig obligatorischen – Großaufträge, um einen positiven Newsflow zu demonstrieren. Letztlich ist es damit wohl in erster Linie eine Bewertungsfrage, die die Richtung vorgibt. So kommt Voltabox beim jetzigen Kurs auf eine Marktkapitalisierung von 421 Mio. Euro – in der Spitze waren es sogar 533 Mio. Euro. Dabei wird das Unternehmen aus Delbrück für 2017 wohl „nur“ auf Erlöse von gut 25 Mio. Euro sowie ein leicht positives Ergebnis vor Zinsen und Steuern kommen. Daher müssen Investoren den Blick auf 2018 und 2019 werfen. So halten es die Analysten von Hauck & Aufhäuser für möglich, dass Voltabox bereits 2019 ein EBIT von 11,6 Mio. Euro erzielen könnte. Sportlich bewertet wäre der Titel dann freilich immer noch, so dass boersengefluester.de die Voltabox-Aktie derzeit nur als Halten-Position ansieht und nicht zu Neuengagements rät, auch wenn sich derzeit eine deutliche Gegenbewegung nach oben abzeichnet. Dabei gehen wir davon aus, dass der „Bewertungsbonus“ für das Thema Elektromobilität in den kommenden Jahren komplett verschwinden wird, weil nahezu alle Autozulieferer ihre Aktivitäten auf die neuen Trends ausrichten. Für Voltabox spricht derweil, dass die Gesellschaft im Wesentlichen bereits existente Spezialapplikationen wie Gabelstapler, Bergbaufahrzeuge, Trolleybusse oder auch Starterbatterien für Motorräder adressiert – also nicht schwerpunktmäßig auf neue Märkte setzt, die am Ende volumenmäßig vielleicht doch nicht funktionieren. Anleger, die gewissermaßen mit Puffer auf Voltabox setzen wollen, sollten einen Blick auf die Paragon-Aktie werfen.


Für die Aktionäre des Entsorgungsdienstleisters Alba war der Börsengang des Recyclingspezialisten Befesa ein Segen. Immerhin hat die Notiz der, früher einmal als Interseroh firmierenden, Gesellschaft seit dem Befesa-IPO am 3. November 2017 um 13 Prozent an Wert zugelegt und notiert mit 75,50 Euro auf All-Time-High. Zum Vergleich: Die Befesa-Aktie kam zu 28 Euro aufs Parkett und kostete in der Spitze zuletzt 42,90 Euro – was einem Plus von sogar 53 Prozent entspricht. Direkt vergleichbar sind beide Unternehmen freilich nicht, schon allein wegen der unterschiedlichen Aktionärsstruktur. Bei Alba gibt es seit 2011 einen Beherrschungsvertrag mit der ALBA Group plc & Co. KG, der eine Garantiedividende von 3,25 Euro je Aktie vorsieht, was beim gegenwärtigen Kurs einer Rendite von 4,3 Prozent gleichkommt. Nur 6,75 Prozent der Aktien befinden sich im Streubesitz. Befesa ist eine deutsch-spanische Kombination mit einer Verästelung zu der frühen Metallgesellschaft-Tochter B.U.S. – der Fokus liegt auf dem Recycling industrieller Reststoffe aus dem Stahlsektor sowie Entsorgungsdiensten für Aluminium und Salzschlacken. Die Alba-Gruppe ist da ganz ähnlich aktiv und zählt ebenfalls Stahlwerke, Metallhütten und Gießereien zu ihren Kunden. Gemessen am Börsenwert ist Befesa mit knapp 1,44 Mrd. Euro allerdings ungefähr doppelt so groß wie die Alba SE. Für boersengefluester.de bieten derzeit beide Titel interessante Investmentstorys, wobei ein Engagement in der lange Zeit vernachlässigten Alba-Aktie nur etwas für Spezialwertekenner ist – schon allein wegen der geringen Handelsumsätze.



Rendite Hits für   2011 ·  2012 ·  2013  ·  2014  ·  2015 ·  2016  ·  2017  ·  2018 ·  2019



27. Dezember, 2017

Aus dem Kreis der Scale-Unternehmen weist MyBucks für 2017 die mit Abstand schlechteste Performance auf. Um 55 Prozent verloren die Anteilscheine des Fintech-Unternehmens – das Geschäftsmodell ist grundsätzlich mit dem von Ferratum vergleichbar, allerdings fokussiert auf afrikanische Länder – an Wert. Informationen zum Geschäftsverlauf flossen zuletzt spärlich, dabei präsentierte Finanzchef Tim Nuy, gerade in der Anfangszeit nach dem Börsengang, regelmäßig auf den einschlägigen Kapitalmarktkonferenzen. Nicht unbedingt ein gutes Zeichen war freilich die Verschiebung der eigentlich für Ende November 2017 angesetzten Hauptversammlung. Nun sorgt MyBucks mit dem vorläufigen Zahlenüberblick für das Geschäftsjahr 2016/17 (30. Juni) abermals für lange Gesichter unter den Investoren. Immerhin musste die Gesellschaft einen Verlust von 11,1 Mio. Euro ausweisen. Zu den maßgeblichen Gründen hierfür zählen die um 9,6 auf 21,3 Mio. Euro erhöhten Finanzierungskosten im Zusammenhang mit Firmenkäufen und Produktausweitungen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) blieb mit rund 11 Mio. Euro dagegen weitgehend auf Vorjahresniveau. Bis Ende Januar will die MyBucks einen testierten Abschluss vorlegen und Ende Februar 2018 dann auch die Hauptversammlung nachholen. Ansonsten setzt CEO Dave Van Niekerk nach den Herausforderungen von 2017 auf eine Rückkehr hin zu profitablem Wachstum: „Ein Hauptaugenmerk des Konzerns wird im kommenden Geschäftsjahr 2018 auch darauf liegen, seine Finanzierungskosten zu senken.“ Für boersengefluester.de ist es derzeit kaum möglich, eine valide Einschätzung zu geben. Wir warten daher die Veröffentlichung der testierten Abschlüsse ab. Fakt ist aber auch: Von dieser Aktie haben nicht nur wir usn sehr viel mehr versprochen.


Für Diskussionsstoff an der Börse sorgt ein größerer Insiderverkauf bei bet-at-home.com. Demnach hat CEO und Mitgründer Franz Ömer 192.995 Aktien aus seinem Bestand zu je 110 Euro verkauft und damit seinen Anteil an dem Online-Wettanbieter von 3,75 auf 1,00 Prozent reduziert. Erwerber des Pakets ist dem Vernehmen nach der französische Großaktionär Betclic Everest Group, der damit seinen Anteil auf 54,13 Prozent ausgebaut haben müsste. Die außerbörsliche Transaktion hat ein Volumen von gut 21,2 Mio. Euro. Nach Informationen von boersengefluester.de soll der Grund für den Verkauf von Ömer einzig in der Diversifikation seines Portfolios liegen. Für den Restbestand von 70.180 Aktien hat Ömer mit Betclic eine Lock-Up Vereinbarung bis zum 31. Dezember 2019 unterzeichnet. Trotz des stattlichen Volumens und der regulatorischen Unsicherheiten, hat der Deal am Aktienkurs von bet-at-home.com keine Kratzer verursacht. Schlagender Grund dürfte sein, dass die Franzosen bereit waren, einen Aufschlag von rund sieben Prozent auf den aktuellen Aktienkurs zu zahlen. Immerhin finden Umplatzierungen sonst häufig mit einem Abschlag statt. So gesehen hat Betclic also weiterhin volles Vertrauen in das Geschäftsmodell des SDAX-Unternehmens. Bemerkenswert ist die Transaktion für Betclic aber auch aus dem Grund, weil die Franzosen in der jüngeren Vergangenheit eher Stücke abgegeben haben – unter anderem um bet-at-home.com durch den höheren Streubesitzanteil den Weg in den SDAX zu ebnen.



21. Dezember, 2017

Für Diskussionsstoff an der Börse sorgt ein größerer Insiderverkauf bei bet-at-home.com. Demnach hat CEO und Mitgründer Franz Ömer 192.995 Aktien aus seinem Bestand zu je 110 Euro verkauft und damit seinen Anteil an dem Online-Wettanbieter von 3,75 auf 1,00 Prozent reduziert. Erwerber des Pakets ist dem Vernehmen nach der französische Großaktionär Betclic Everest Group, der damit seinen Anteil auf 54,13 Prozent ausgebaut haben müsste. Die außerbörsliche Transaktion hat ein Volumen von gut 21,2 Mio. Euro. Nach Informationen von boersengefluester.de soll der Grund für den Verkauf von Ömer einzig in der Diversifikation seines Portfolios liegen. Für den Restbestand von 70.180 Aktien hat Ömer mit Betclic eine Lock-Up Vereinbarung bis zum 31. Dezember 2019 unterzeichnet. Trotz des stattlichen Volumens und der regulatorischen Unsicherheiten, hat der Deal am Aktienkurs von bet-at-home.com keine Kratzer verursacht. Schlagender Grund dürfte sein, dass die Franzosen bereit waren, einen Aufschlag von rund sieben Prozent auf den aktuellen Aktienkurs zu zahlen. Immerhin finden Umplatzierungen sonst häufig mit einem Abschlag statt. So gesehen hat Betclic also weiterhin volles Vertrauen in das Geschäftsmodell des SDAX-Unternehmens. Bemerkenswert ist die Transaktion für Betclic aber auch aus dem Grund, weil die Franzosen in der jüngeren Vergangenheit eher Stücke abgegeben haben – unter anderem um bet-at-home.com durch den höheren Streubesitzanteil den Weg in den SDAX zu ebnen.



20. Dezember, 2017

Den dritten Comebackversuch in diesem Jahr startet zurzeit der Aktienkurs von Softing. Die Anfang Dezember erreichten Tiefstände von knapp unter 8 Euro hat der Anteilschein des auf Messtechnikprodukte spezialisierten Unternehmens jedenfalls deutlich hinter sich gelassen. Aktueller Kurs: 9,20 Euro. Auf Präsentationen gibt sich CEO Wolfgang Trier angesichts der massiven Prognoseverfehlungen momentan geläutert und vermeidet bislang eine konkrete Vorschau für 2018. Gleichwohl macht Trier deutlich, dass 2018 eigentlich nur sehr viel besser werden kann – insbesondere, was den Problembereich Automotiv angeht. „Wenn die Themen, die wir adressiert haben ziehen, könnte Automotiv 2018 theoretisch sogar wieder das profitabelste Feld werden“, ließ Trier jetzt auf der MKK in München durchblicken. Positive Signale gibt es zudem aus den USA: Dort hat die Tochter Online Development (OLDI) den größten Auftrag in der Firmengeschichte im Volumen von knapp 3 Mio. Dollar – allein für die Entwicklung von Modulen zur Steuerung von Elektromotoren – an Land gezogen. On top können noch bis zu 2 Mio. Euro jährlich an Produktumsätzen kommen. „Für uns ist das ein Meilenstein“, sagt Trier. Aber auch sonst gibt es interessante Projekte, etwa mit Leasinggesellschaften, die im Bereich Flottenmanagement tätig sind. Für diese Firmen scheinen unter anderem getürkte Kilometerstände in den Fahrzeugen ein teures Problem zu sein. Boersengefluester.de ist gespannt, was sich hier noch ergibt. Immerhin berichtete Trier bereits im November auf dem Eigenkapitalforum über dieses Thema. Aber auch im Industriegeschäft, wo es schwerpunktmäßig um den digitalen Datenaustausch geht, gibt es gute Nachrichten: Dem Vernehmen nach hat der Öl-Servicekonzern Baker Hughes neue Geräte bei Softing bestellt. Summa summarum sollte es sich also lohnen, bei Softing engagiert zu bleiben. Das Kursziel von Warburg Research beträgt 12 Euro. Demnach wäre Softing immerhin eine 30-Prozent-Chance.



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19. Dezember, 2017

Massive Performance zeigt seit einigen Wochen der Aktienkurs von Klassik Radio. Hintergrund der Rally ist in erster Linie der Start des Streamingdienstes „Klassik Radio Select“, mit dem die Augsburger in gewisser Weise Richtung Spotify gehen, andererseits doch ein gänzlich anderes Konzept fahren. „Neben dem Zugriff auf Inhalte aller großen Musik-Labels bietet der Streaming-Dienst mehr als 100 von Klassik-Experten kuratierte Programme“ heißt es offiziell. Der Preis beträgt 5,99 Euro pro Monat und umfasst bereits jetzt mehr als 100 Sender. Entsprechende Programmdeals mit den Musikkatalogen von Branchengrößen wie Sony, Universal Music oder dem unabhängigen Klassiklabel Naxos sorgen für Zuversicht bei Klassik Radio-Vorstand Ulrich R. J. Kubak. Kapitalisiert ist der Small Cap auf dem aktuellen Kursniveau von 10,90 Euro – was einem All-Time-High entspricht – allerdings bereits mit gut 52 Mio. Euro. Wer engagiert ist, darf sich freuen. Neuengagements würde boersengefluester.de gegenwärtig nicht unbedingt empfehlen, dafür ging es zuletzt doch zu rasant nach oben.


Komplett verrückt spielt die Börse zurzeit bei der Aktie des Spezialkameraherstellers Basler. Innerhalb von nur sieben Handelstagen schoss die Notiz um fast 45 Prozent auf in der Spitze 228,70 Euro in die Höhe. Mit diesem Rekordstand kommt die Gesellschaft auf eine bemerkenswerte Marktkapitalisierung von 800 Mio. Euro. Bemerkenswert insofern, weil die Ahrensburger sich im laufenden Jahr zwar vor Aufträgen kaum retten konnten, der für 2017 zu erwartende Umsatz sich aber „nur“ zwischen 145 und 150 Mio. Euro bewegen soll. Bezogen auf die vom Vorstand avisierte Marge vor Steuern von 19 bis 20 Prozent, dürfte Basler im positiven Szenario so auf einen Gewinn vor Steuern von rund 30 Mio. Euro kommen. Investoren, die ihre Anlagen an Kennzahlen wie dem KGV ausrichten, müssen also beide Augen schließen. Andererseits scheint es nun einmal so, dass zurzeit ein paar Adressen unbedingt reinwollen bei Basler – und sich dabei nicht von Kennzahlen oder der mittlerweile auf fast 280 Prozent seit Jahresbeginn getürmten Performance des Small Caps irritieren lassen. Boersengefluester.de gibt gern zu, dass wir eine derart explosive Kursentwicklung niemals für möglich gehalten haben. Mittlerweile ist aber selbst das sportliche Kursziel der Berenberg Bank von 190 Euro signifikant übersprungen. Wir sind also gespannt, wie weit die Kurse hier noch gehen können und was hinter dem steilen Anstieg steckt. Kauft sich hier ein Branchenriese ein, steht ein Zusammenschluss mit einer anderen Gesellschaft an – oder ist es einfach nur der pure Anlagenotstand von institutionellen Investoren? Die Zukunft wird es zeigen. Dennoch bleiben wir dabei: Auf dem jetzigen Niveau gleichen Investments in Basler einem Spiel mit dem Feuer.




18. Dezember, 2017

Technologietitel standen auch auf der von dem Augsburger Analysehaus GBC veranstalteten MKK Münchner Kapitalmarkt Konferenz im Fokus. Doch es gibt eine Reihe von Unternehmen aus eher klassischen Sektoren – wie zum Beispiel MS Industrie –, bei denen die Präsentation in München ebenfalls restlos ausgebucht war. Kein Wunder: Die auf die Bereiche Antriebstechnik und Ultraschallschweißen spezialisierte Gesellschaft hat nach einem, wie CEO Andreas Aufschnaiter es ausdrückt „sehr anstrengenden Jahr 2016“, zurück in die Spur gefunden. Der massive Rückgang von Lkw-Absätzen in den USA ist gestoppt, der Umzug in das neue Werk Trossingen (Schura) nahe Villingen-Schwenningen ist abgeschlossen, zudem wurden die Finanzierungskosten im Zuge der Neustrukturierung der Passivseite der Bilanz massiv gesenkt. Die Fantasie der Börsianer entfacht sich freilich zu einem wesentlichen Teil an dem zukunftsträchtigen Bereich Ultraschalltechnik. Die Analysten von Hauck & Aufhäuser haben nach den guten Konzernzahlen zum dritten Quartal 2017 ihre Kaufen-Einschätzung mit Kursziel 5,70 Euro bestätigt. Demnach hätte die Aktie noch immer ein Potenzial von stattlichen 40 Prozent. Montega aus Hamburg ist mit einem Kursziel von 5,00 Euro zwar ein wenig vorsichtiger, aber ebenfalls positiv für die MS Industrie-Aktie gestimmt. Ein optimistisches Bild für 2018 zeichnet auch Vorstand Aufschnaiter auf der MKK: „Q4 fühlt sich ähnlich gut an wie Q3. Und der Auftragsbestand befindet sich auf einem sehr hohen Niveau.“ Die im Vorjahr auf 6,3 Prozent abgerutschte EBIT-Marge will Aufschnaiter – trotz der erheblichen Investitionen in den Vertrieb – auch künftig mindestens halten: „Sechs bis sieben Prozent muss unser Ziel sein.“ Dabei hält der Manager im Bereich Ultraschall sogar Renditen bis in den Bereich um zehn Prozent für machbar. Kapitalisiert ist MS Industrie mit gut 121 Mio. Euro. Das entspricht weniger als der Hälfte des für 2017 avisierten Umsatzes von rund 250 Mio. Euro. Für boersengefluester.de bleibt der Small Cap einer der Favoriten aus dem Autozuliefererbereich. Wichtig: MS Industrie hat gute Karten, demnächst bei Scania in die Serienproduktion für ein Ventilsystem zu kommen, was die relative hohe Abhängigkeit von Daimler verringern würde. Der breit diskutierte Bereich Elektromobilität ist für die Münchner zurzeit hingegen nur ein Nischenthema. Aktiv ist die Gesellschaft hier etwa im Bereich Dreiräder für Mechaniker auf Flughäfen.


Um es kurz zu machen: Die Präsentation von Klaus Fahrnberger, IR-Chef von bet-at-home.com, auf der MKK Münchner Kapitalmarkt Konferenz, stieß einmal mehr auf riesen Interesse. Freie Plätze gab es jedenfalls keine mehr im Raum GBC I des vornehmen The Charles Hotel. Dabei läuft der Aktienkurs des Anbieters von Onlinewetten schon seit rund einem halben Jahr nicht mehr richtig rund. Noch immer sorgen sich die Anleger um die nachhaltigen Auswirkungen der polnischen Abschottung gegenüber ausländischen Wettanbietern. Immerhin war Polen der bislang wichtigste osteuropäische Markt von bet-at-home.com. „In Q3 und Q4 haben wir das aber sehr gut kompensieren können“, sagt Fahrnberger. Letztlich kommt es bei bet-at-home.com also sehr auf den Betrachtungswinkel an: Anleger, die auf dem Anfang Juni erreichten All-Time-High von gut 150 Euro eingestiegen sind, liegen um ein knappes Drittel hinten. Wer dagegen zu Jahresbeginn 2017 in bet-at-home.com investierte, kommt (inklusive Dividende) noch immer auf eine Performance von rund 38 Prozent – verglichen mit einem Zuwachs von 24 Prozent beim SDAX. Letztlich hat sich damit wohl eher eine zwischenzeitlich doch sehr luftige Bewertung normalisiert, zumal die Linzer mit AG-Sitz in Düsseldorf ihre Prognosen für 2017 wohl „nur“ erfüllen werden und nicht – wie es in der Vergangenheit häufig der Fall war – für eine positive Überraschung sorgen. Andererseits: Selbst wenn bet-at-home.com nur das untere Ende der EBITDA-Vorschau von 34 bis 38 Mio. Euro touchieren sollte, wäre das noch immer ein kleines Plus gegenüber dem bisherigen Rekordgewinn (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von 33,04 Mio. Euro aus dem Jahr 2016. Darüber hinaus wird die Aktie auch im kommenden Jahr zu den Dividendenhits auf dem heimischen Kurszettel zählen. Am Kapitalmarkt beinahe untergegangen: Die Premiumpartnerschaft mit Schalke 04 hat bet-at-home.com unlängst bis 2021 verlängert.


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15. Dezember, 2017

Einmal mehr legt Isra Vision ein Stück besser als zu erwartende Zahlen vor – und einmal mehr nimmt der Kapitalmarkt die Neuigkeiten euphorisch auf. So kletterte der Börsenwert des Anbieters von Inspektionssystemen zur Steuerung von industriellen Produktionsabläufen allein in den vergangenen drei Tagen um rund 30 Prozent auf jetzt fast 888 Mio. Euro. Längst vorbei die Zeiten, als der TecDAX-Aspirant mit dem Doppelten oder gar Einfachen Umsatz bzw. der Gesamtleistung (Umsatz plus aktivierte Eigenleistungen) gehandelt wurde. Bezogen auf das für 2017/18 (30. September) in Aussicht gestellte Erlöswachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich liegt der Faktor von Umsatz zu Börsenwert mittlerweile bei knapp fünf. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) ist auf 5,1 geschossen, was ebenfalls meilenweit vom langjährigen Mittelwert entfernt ist. Zwar stellt CEO Enis Ersü für die ersten Quartale des neuen Geschäftsjahres den Abschluss mindestens einer Firmenübernahme in Aussicht. Wirklich neu sind die Zukaufsbestrebungen der Darmstädter freilich nicht und auf dem gegenwärtigen Kursniveau müsste Isra Vision schon einen dicken Fisch an Land ziehen, um nicht zu enttäuschen. Positiv im aktuellen Zahlenwerk sieht boersengefluester.de insbesondere den erneut sehr hohen Cashflow von 37,01 Mio. Euro. In früheren Jahren war genau diese Kennzahl eine der Schwachstellen von Isra Vision. Zugegeben: Mit unserer Halten-Einschätzung waren wir viel zu vorsichtig. Kurse nördlich von 200 Euro hätten wir der Aktie vermutlich erst in zwei Jahren zugetraut. Also: Wer sich von der aktuellen fundamentalen Bewertung nicht abschrecken lässt, bleibt am besten engagiert. Neuengagements  hält boersengefluester.de dagegen für ein gewagtes Unterfangen.


Die Beteiligungsgesellschaft 3U Holding scheint ihre Kommunikation mit dem Kapitalmarkt tatsächlich zu intensivieren. Wenige Wochen nach dem Investorengespräch am Rande des Eigenkapitalforums in Frankfurt – siehe dazu auch den Beitrag auf boersengefluester.de HIER – haben die Marburger eine erste messbare Prognose für 2018 veröffentlicht. Demnach ist bei Erlösen zwischen 46 und 50 Mio. Euro mit einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in einer Bandbreite von 6,5 bis 8,5 Mio. Euro zu rechnen. Zur Einordnung: Stefan Scharff von SRC Research hatte zuletzt mit einem EBITDA von 8,4 Mio. Euro für 2018 kalkuliert. Um die Erwartungen zu toppen, müssen sich die Marburger also strecken. Ähnlich beim Überschuss, wo die 3U Holding eine Größenordnung zwischen 1,0 und 2,0 Mio. Euro avisiert. SRC Research wiederum ging zuletzt von einem erwarteten Nettogewinn von 2,1 Mio. Euro aus. „Die Planzahlen sind geprägt von unterschiedlichen Erwartungen für die einzelnen Segmente“, betont die 3U Holding. Im Bereich Telekommunikation/IT-Technologie ist mit rückläufigem Telefoniegeschäft und einer „sehr erfreulichen“ Entwicklung für das Segment Cloud Computing (weclapp) zu rechnen. Für den Bereich Erneuerbare Energien geht der Vorstand abermals von einem Windparkverkauf aus. Für den Bereich Haustechnik/Heimwerker (Selfio) ist mit steigenden Erlösen und einer höheren Marge zu rechnen. Insgesamt decken sich diese Szenarien mit den zuletzt in Frankfurt kommunizierten Erwartungen für 2018. Schließlich ist auch kaum zu erwarten, dass sich der Vorstand schon zum jetzigen Zeitpunkt unnötig weit aus dem Fenster lehnt. Für boersengefluester.de bleibt der Small Cap damit eine interessante Depotbeimischung. Ziel ist es, dass der Kurs zumindest die Lücke zum Buchwert schließt. Damit hätte der Titel ein Potenzial nach oben von rund einem Viertel.



10. Dezember, 2017

Die Revitalisierung des ehemaligen Börsenmantels der TTL Information Technology AG zu einer Beteiligungsgesellschaft mit Schwerpunkt Gewerbeimmobilien bekommt demnächst eine neue Qualität. So soll auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 23. Januar 2018 in München die Umfirmierung in TTL Beteiligungs- und Grundbesitz-AG beschlossen werden. Darüber hinaus wird der noch bestehende Rahmen für die Ausgabe von neuen Aktien, Options- und Wandelanleihen deutlich aufgefrischt. Strippenzieher bei TTL ist Prof. Dr. Gerhard Schmidt, der unter anderem auch im Vorsitzender des Aufsichtsrats beim SDAX-Konzern DIC Asset, der Deutschen Immobilien Chancen-Gruppe sowie der GEG German Estate Group AG ist. Und genau um diese Beteiligungen dreht sich die Aktienstory von TTL. Sonderlich transparent ist die Gesellschaft nicht, auch suchen die Münchner – im Gegensatz zu anderen jungen Immobiliengesellschaften – nicht die Aufmerksamkeit der Investoren auf Kapitalmarktkonferenzen. 18,88 Prozent der Anteile befinden sich offiziell im Streubesitz, den facto dürften es jedoch deutlich weniger sein. 75 Prozent hält die Schmidt zurechenbare AR Holding, mit 6,12 Prozent wird der Anteil von TTL-Gründer Klaus W. Schäfer beziffert. Allein über die Emission von eher unattraktiv gepreisten Optionsanleihen könnte Schmidt seinen Anteil perspektivisch spürbar ausweiten und TTL zu einer One-Man-Show machen. Denkbar ist freilich auch eine Öffnung der Aktie für breitere Investorenkreise. Genau dieser Gestaltungsspielraum macht – neben der Bewertung – die Fantasie der TTL-Aktie aus. Operativ befinden sich die einzelnen Gesellschaften auf strammem Wachstumskurs. So hat die GEG German Estate Group um den ehemaligen DIC Asset-CEO Ulrich Höller schon wieder zugeschlagen und den Büro- und Hotelkomplex Triforum in Köln für eine Investitionssumme von 100 Mio. Euro von einer Fondsgesellschaft erworben. Anleger sollten nach Auffassung von boersengefluester.de keine Aktie von TTL aus der Hand geben.



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08. Dezember, 2017

Bereits bei seiner Präsentation auf dem Eigenkapitalforum in Frankfurt hinterließ Muhamad Chahrour, Finanzvorstand der FinTech Group, einen 1a-Eindruck – da waren sich die Investoren weitgehend einig. Das spiegelt sich auch in der starken Performance der (noch) im Scale gelisteten Aktie der FinTech Group wider. Mit zweitweise 29,645 Euro bewegt sich das Papier auf Rekordhoch. Dabei kam der Titel in den ersten sechs Monaten des Jahres noch kaum vom Fleck. Nun untermauern die Frankfurter den steilen Kursanstieg mit einer ersten Prognose zu den Unternehmenszahlen für das kommende Jahr. Demnach rechnet die FinTech Group für 2018 mit Erlösen von rund 120 Mio. Euro sowie einem Überschuss von etwa 24 Mio. Euro – was auf ein Ergebnis je Aktie von mehr als 1,40 Euro hinauslaufen würde. „Bei flatex wollen wir nach dem Rekordjahr 2017 im kommenden Jahr wieder mindestens 30.000 Neukunden in Deutschland und Österreich gewinnen – dazu kommt aller Voraussicht in 2018 die Expansion in ein weiteres Land“, sagt CEO Frank Niehage. Gleichzeitig bestätigte das Management die Vorschau für 2017, wonach bei Umsätzen von mehr als 100 Mio. Euro mit einem Nettogewinn von Untergrenze 16,8 Mio. Euro zu rechnen ist. Die Analysten von Hauck & Aufhäuser haben da gleich einmal ihr Kursziel für die FinTech Group-Aktie von 25,50 auf 31,50 Euro heraufgesetzt und ihre Kaufen-Einschätzung bestätigt. Für frische Kursfantasie sorgen auch die Aussagen von CFO  Chahrour hinsichtlich Bitcoin & Co.: „Wir bereiten wir eine Neuprodukt-Offensive vor, die neue Wertpapierprodukte im Bereich Krypto-Assets sowie neue Kreditprodukte, wie den PolicenKredit umfassen wird. Letzterer wird auch einen wesentlichen Beitrag zum Wachstum des besicherten Kreditbuchs auf rund 350 Mio. Euro bis Ende 2018 leisten.“ Derweil wurden sämtliche Tagesordnungspunkte auf der außerordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft am 4. Dezember 2017 genehmigt – womit freilich auch zu rechnen war. Im Wesentlichen ging es um: Eine Satzungsänderung, die die operative Ausrichtung der Gesellschaft stärker betont. Eine deutliche Erhöhung des bedingten Kapitals – also dem zulässigen Rahmen für die Ausgabe von Wandel- und Optionsanleihen oder Genussrechten – sowie eine Anpassung des Optionsprogramms. Außerdem soll ein Gewinnabführungsvertrag zwischen der FinTech Group AG und der FinTech Group Finanz GmbH (ehemals XCOM) erfolgen. Mit einem Börsenwert von mittlerweile 492 Mio. Euro, bei einem Streubesitzanteil von 54 Prozent, hat das Unternehmen im kommenden Jahr – mit dem geplanten Upgrade in den Prime Standard – mittlerweile gute Karten für einen Platz im SDAX. Für boersengefluester.de bleibt der Titel ein Basisinvestment in dem Segment.


Rolf Elgeti, CEO und Großaktionär der Deutsche Konsum REIT-AG, drückt auch im Auftaktquartal des Geschäftsjahrs 2017/18 (30. September) auf die Tube. So hat die auf Einzelhandelsimmobilien spezialisierte Gesellschaft acht neue Objekte im Gesamtvolumen von rund 15 Mio. Euro erworben und in Windeseile eine prospektfreie Kapitalerhöhung mit einem Emissionserlös von brutto 24,8 Mio. Euro durchgezogen. Insgesamt platzierte die Deutsche Konsum 2.476.028 Aktien zu einem Preis von je 10 Euro bei institutionellen Investoren. Dabei hat sich die Obotritia Capital KGaA – einer von mehreren Elgeti zurechenbaren Gesellschaften aus dem Aktionärskreis – verpflichtet, 300.000 Papiere selbst zu zeichnen. Insgesamt gibt es damit nun 27.236.313 Anteilscheine, so dass sich die Marktkapitalisierung beim aktuellen Aktienkurs von 10 Euro auf gut 272 Mio. Euro türmt. Perspektivisch reift hier also ein SDAX-Kandidat heran. Die jüngsten Transaktionen kommen derweil nicht unbedingt überraschend. Bereits mit der Vorlage der vorläufigen Zahlen für 2016/17 ließ Elgeti durchblicken, dass sich die Gesellschaft „in aussichtsreichen Ankaufsprozessen befindet und weitere Akquisitionen in den kommenden Monaten erwartet“. Am 18. Dezember wird das im Prime Standard gelistete Unternehmen die komplette Jahresbilanz für 2016/17 vorlegen. Für boersengefluester.de bleibt der Titel eine attraktive Beimischung aus dem Bereich Gewerbeimmobilien. Ebenfalls interessant: Mit der Deutsche Industrie Grundbesitz AG (WKN: A2G9LL) hat kürzlich ein weiteres Immobilienunternehmen aus dem Umfeld von Rolf Elgeti die Notiz an der Börse Berlin aufgenommen. Die auf Gewerbehöfe und Logistikimmobilien spezialisierte Deutsche Industrie bringt es zurzeit auf eine Kapitalisierung von 97,5 Mio. Euro und strebt zum Jahresanfang 2018 die Rechtsform eines steuerbegünstigten REIT an – genau wie die Deutsche Grundbesitz schon jetzt firmiert. Zu den Aktionären der Deutschen Industrie zählen übrigens auch die beiden Aurelius-Vorstände Dirk Markus und Gert Purkert. Zumindest Markus ist über die Lotus AG gleichzeitig auch bei der Deutschen Konsum beteiligt. Bei der Deutschen Industrie ist Dirk Markus sogar stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender.



06. Dezember, 2017

Verzogen sind mittlerweile die Nachwirkungen des vergleichsweise vorsichtigen Ausblicks von Fortec Elektronik für das Geschäftsjahr 2017/18 (30. Juni). Bei 20 Euro machte die Aktie eine Kehrtwende Richtung Norden und hat sich mittlerweile zurück bis an die Marke von 22 Euro getastet. Auslöser des Umschwungs war der kürzlich vorgelegte Zwischenbericht für das Auftaktquartal. Demnach hat der Eleketronikdistributor die Umsätze zwischen Anfang Juli und Ende September 2017 um 6,5 Prozent auf knapp 19,62 Mio. Euro gesteigert und dabei ein um fast 62 Prozent auf 1,71 Mio. Euro verbessertes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) eingefahren. Das Ergebnis je Aktie kam von 0,25 auf 0,40 Euro voran. Wesentlichen Einfluss auf die gute Entwicklung hatten der Bereich Datenvisualisierung sowie das Geschäft in den USA. „Der Auftragsbestand konnte mit circa 36 Mio. Euro trotz der Sommermonate konstant hoch gehalten werden und wird im zweiten Quartal voraussichtlich an Schwung gewinnen“, betont die Gesellschaft. Die Resultate des Auftaktviertels wertet das Fortec-Management als „positives Zeichen“ und geht davon aus, dass das zweite Quartal „ähnlich positiv“ verlaufen wird wie die ersten drei Monate des Geschäftsjahrs. Einen expliziten Bezug zum bisherigen Ausblick für das Gesamtjahr (siehe dazu den Beitrag von boersengefluester.de HIER) vermeidet Fortec zwar. Dennoch ist boersengefluester.de der Auffassung, dass die Gesellschaft sich – wieder einmal – zu konservativ darstellt. Möglicherweise wird es schon zur Hauptversammlung am 15. Februar 2018 ein erstes Update geben. Der Habjahresbericht ist für den 23. März 2018 angesetzt. Wir bleiben daher bei unserer Kaufen-Einschätzung für die Fortec-Aktie. Das Papier ist noch immer moderat bewertet und bietet eine überdurchschnittliche Dividendenrendite von etwa 2,7 Prozent. Ebenfalls interessant: Am 12. Dezember 2017 wird Data Modul auf der von GBC veranstalteten MKK Münchner Kapitalmarkt Konferenz präsentieren. Die Gesellschaft gilt in Börsenkreisen als am ehesten vergleichbar mit Fortec Elektronik.




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04. Dezember, 2017

Zum Ende des Kalenderjahrs dreht der Aktienkurs von Dr. Hönle noch einmal auf und schießt auf ein All-Time-High von 43 Euro. Damit bringt der Anbieter von UV-Technik für industrielle Anwendungen (Beschichtungen, Druck, Kleben etc.) nun rund 236 Mio. Euro Börsenwert auf die Waagschale. Auslöser des Kurssprungs ist die neue Prognose des Vorstands für das laufende Geschäftsjahr, wonach mit Erlösen zwischen 115 und 125 Mio. Euro sowie einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 22 bis 26 Mio. Euro zu rechnen ist. „Diese deutliche Prognoseanhebung ist auf eine zu erwartende starke Geschäftsentwicklung, insbesondere im Segment Klebstoffe zurückzuführen“, heißt es offiziell. Auf der Hauptversammlung Ende März 2017 hatte Dr. Hönle im Rahmen der Langfristplanung bis 2019/20 für 2017/18 (30. September) Umsätze in einer Bandbreite von 105 bis 115 Mio. Euro sowie ein EBIT zwischen 16 und 18 Mio. Euro in Aussicht gestellt. Die Analysten von Warburg Research rechneten in ihrer jüngsten Studie für 2017/18 mit einem Betriebsergebnis von 18,4 Mio. Euro – auch sie müssen ihre Berechnungen also kräftig nachjustieren, was dann wohl auch für das bisherige Kursziel von 41 Euro gilt. Weitere Hintergründe zu der aktualisierten Vorschau dürfte das Management von Dr. Hönle am 12. Dezember bei seiner Präsentation auf der MKK Münchner Kapitalmarkt Konferenz geben. Das Interesse an zusätzlichen Einzelgesprächen auf der MKK ist riesengroß, wie zu hören ist. Voraussichtlich am 15. Dezember steht dann die Veröffentlichung der vorläufigen Zahlen für 2016/17 an. Hier bleibt das in Gräfelfing bei München angesiedelte Unternehmen bei der bisherigen Aussage, wonach mit Erlösen in einer Range von 95 bis 105 Mio. Euro sowie einem EBIT zwischen 14 und 16 Mio. Euro zu rechnen ist. Angesichts der deutlichen Prognoseanpassung bleibt boersengefluester.de für die im Prime Standard gelistete Aktie von Dr. Hönle positiv gestimmt. Wenn der Gesamtmarkt nicht dazwischen funkt, scheinen Kursregionen bis hin zu 50 Euro erreichbar.


Für großspurige Investor Relations-Aktivitäten ist Edel schon seit vielen Jahren nicht mehr bekannt. Umso gespannter ist boersengefluester.de auf die Präsentation des Medienunternehmens am 12. Dezember 2017 auf der MKK Münchner Kapitalmarkt Konferenz, zumal Edel kürzlich unerwartet gute Vorabzahlen für das Geschäftsjahr 2016/17 (30. September) sowie einen super Ausblick vorlegte: Demnach kletterten die Erlöse 2016/17 viel stärker als die avisierten 187 Mio. Euro und toppten mit 198,1 Mio. Euro das Vorjahresniveau um rund zehn Prozent. Maßgebliche Treiber waren die Tochter Optimal Media (Mediendienstleistungen wie Druck, Logistik, Vinylproduktion) sowie der Verlagsbereich und das Streaminggeschäft von Kontor New Media. Ein kleiner Teil des Umsatzzuwachses geht außerdem auf geänderte Bilanzierungsregeln zurück. Unterm Strich blieb ein um sieben Prozent auf 4,5 Mio. Euro verbesserter Überschuss stehen. In Aussicht gestellt hatten die Hamburger einen Gewinn von 3,9 Mio. Euro. Nach Einschätzung der Analysten von Montega spiegelt sich hier – neben der guten operativen Entwicklung – auch der verbesserte Finanzierungsmix wider. Hintergrund: Ende 2016 hatte Edel neue Schuldscheine in Höhe von 21 Mio. Euro platziert und die 2014 emittierten und mit einem Coupon von 7,0 Prozent versehenen Inhaber-Teilschuldverschreibung vorzeitig zurückgezahlt. Für das laufende Jahr kündigt der noch bis Ende 2019 im Amt bleibende CEO Michael Haentjes Erlöse von 203,3 Mio. Euro sowie einen Überschuss von 6,4 Mio. Euro an – das ist ein gutes Stück mehr als zu erwarten war. So gesehen wundert es nicht, dass sich die Edel-Aktie zurzeit prima entwickelt und auf Zehn-Jahres-Hoch notiert. Heißgelaufen ist die Aktie bei einer Marktkapitalisierung von knapp 70 Mio. Euro freilich noch längst nicht – schließlich bewegte sich die Small Cap zuvor über viele Jahre seitwärts. Wer trotzdem noch ein Haar in der Suppe sucht, könnte sich höchstens an der unveränderten Dividende von 0,10 Euro pro Anteilschein stören. Andererseits steht der Ausschüttungssatz noch immer für eine Rendite von mehr als drei Prozent. Gezahlt wird bei Edel traditionell „steuerfrei“, die Hauptversammlung findet im Frühjahr (vermutlich im Mai) statt. Noch gibt es aber keinen konkreten Termin. Die Experten der ebenfalls im Hamburg beheimateten Montega setzen das Kursziel für die im Scale gelistete Edel-Aktie nun bei 4,10 Euro (zuvor: 3,30 Euro) an. Boersengefluester.de hält das für eine sehr realistische Größenordnung.



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01. Dezember, 2017

Dass boersengefluester.de große Stücke auf Cenit hält, haben wir bereits mehrfach geschrieben – zuletzt etwa HIER. Am Rande des Frankfurter Eigenkapitalforums treffen wir jetzt Kurt Bengel, den langjährigen CEO des Software- und IT- Dienstleistungsunternehmens, bei einer Präsentation im kleinen Kreis. Hier verriet Bengel einiger Hintergründe zu dem Kauf des französischen Softwareintegrators Keonys. Das ehemals aus dem Umfeld des Cenit-Partners Dassault Systèmes stammende Unternehmen war in der Vergangenheit zwar relativ umsatzstark, lieferte aber sehr magere Renditen ab. Nach Auffassung von Bengel lässt sich diese Ertragsschwäche aber in den Griff bekommen, zumal sie mit einer Reihe von Sonderthemen zusammenhängt – rein operativ passt Keonys dem Vernehmen nach super zu Cenit. Zudem deutete Bengel an, dass Anleger wohl auch für 2017 mit einer Fortführung der bisherigen Dividendenpolitik rechnen dürfen. Hintergrund: Für 2015 und 2016 gab es zusätzlich zur „normalen“ Dividende jeweils einen Sockelbetrag von 0,50 Euro pro Anteilschein – insgesamt also 1,00 Euro je Aktie. Bei einem aktuellen Kurs von 21,60 Euro kämen die Stuttgarter damit auf eine Rendite von immerhin 4,6 Prozent. Bis 2020 will Cenit den Umsatz (von vermutlich knapp 155 Mio. Euro für 2017) auf 200 Mio. Euro steigern und eine EBIT-Marge von rund zehn Prozent erwirtschaften. Dem steht ein Börsenwert von gegenwärtig 180 Mio. Euro entgegen. Wichtig: Cenit verfügt über rund 25 Mio. Euro an liquiden Mitteln und ist frei von Bankverbindlichkeiten. Die Kursziele der Analysten bewegen sich meist im Bereich um 25 Euro. Vergleiche mit anderen börsennotierten heimischen Software- und IT-Titeln sind laut Bengel schwierig, am ehesten zählt für ihn noch – die gemessen an der Marktkapitalisierung von 333 Mio. Euro freilich deutlich größere – Mensch und Maschine zur Peer Group.


Ein Déjà-vu gibt es für die Aktionäre von secunet Security Networks. Genau wie im Vorjahr, setzt der Anbieter von professioneller IT-Sicherheitsausstattung kurz nach Veröffentlichung des Q3-Berichts die Prognosen für das Gesamtjahr noch einmal kräftig herauf. Demnach kalkuliert secunet für 2017 nun mit Erlösen von im Bereich um 155 Mio. Euro sowie einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von etwa 22 Mio. Euro. Demnach sind die Essener beim Umsatz um etwa 15 Mio. Euro zuversichtlicher als bislang, beim EBIT traut sich das Unternehmen nun rund 3 Mio. Euro mehr zu. „Grund für die Anhebung sind Beschaffungen von öffentlichen Bedarfsträgern, deren Realisierung im laufenden Geschäftsjahr zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der letzten Prognose noch unsicher war“, war heißt es offiziell. Positiv: Für die nun zusätzlich eingebuchten Orders planen die Essener mit einer EBIT-Marge von etwa 20 Prozent, was im oberen Bereich der in den vergangenen Jahren im traditionell so wichtigen Abschlussquartal liegt. Für den Aktienkurs sind das naturgemäß gute Nachrichten. Gleichwohl bleibt boersengefluester.de bei der bisherigen Halten-Einschätzung (weitere Infos dazu HIER). Trotz der bereits dritten Prognoseerhöhung im laufenden Jahr ist die secunet-Aktie bei Kursen nördlich von 100 Euro sehr ambitioniert bewertet.


Rendite Hits für   2011 ·  2012 ·  2013  ·  2014  ·  2015 ·  2016  ·  2017  ·  2018 ·  2019


30. November, 2017

Abermals hat der Vorstand von IFA Hotel & Touristik die Prognosen für 2017 nach oben angepasst und rechnet – aufgrund des Gewinns vor Steuern von 65,5 Mio. Euro aus dem Verkauf der drei spanischen Hotels IFA Beach, IFA Dunamar und IFA Continental – nun mit einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von rund 95 Mio. Euro. Dabei unterstellt das Management aufgrund der geringeren Hotelkapazitäten weiterhin einen rein operativen Rückgang des EBITDA um 2 bis 3 Mio. Euro. Den Nettogewinn für 2017 taxiert IFA Hotel jetzt auf rund 80 Mio. Euro. Die ursprüngliche Messlatte lag bei 10 bis 12 Mio. Euro. „Zusammengefasst sind wir mit dem Geschäftsjahr 2017 zum Q3 sehr zufrieden und sehen auch der Zukunft positiv entgegen“, heißt es offiziell. Hintergrund: IFA Hotel investiert viel Geld in neue Hotelprojekte in der Dominikanischen Republik sowie verschiedene Modernisierungsmaßnahmen. Der extrem hohe Gewinn für 2017 ist also ein Ausreißer. Trotzdem ist die IFA-Aktie spottbillig. Allein der Buchwert von 260,35 Mio. Euro übersteigt die Marktkapitalisierung von 190,04 Mio. Euro um ein gutes Drittel. Dabei weist IFA Hotel offiziell ein Netto-Finanzguthaben von knapp 35 Mio. Euro in der Bilanz aus – unter Berücksichtigung verschiedener Darlehen an Gesellschaften aus der Tourismusbranche ist das Guthaben sogar noch ein gutes Stück höher. Für boersengefluester.de bleibt der Titel kaufenswert, auch wenn Anleger bei dem Unternehmen immer wieder auf Überraschungen gefasst sein müssen und der Aktienkurs seit einigen Monaten kaum von der Stelle kommt.


Ziemlich hektisch schwankte in den vergangenen Monaten der Aktienkurs von YOC. Per saldo steht für den Anbieter von mobilen Werbeformaten freilich eine super Performance von zurzeit 133 Prozent seit Jahresbeginn. Operativ befindet sich die Gesellschaft um CEO und Großaktionär Dirk Kraus weiter auf dem Weg der Besserung. 2017 erzielten die Berliner in jedem Quartal mehr als 3 Mio. Euro Umsatz, wobei das Abschlussviertel deutlich mehr Erlöse bringen sollte – boersengefluester.de rechnet mit gut 4,6 Mio. Euro Umsatz. Bereinigt um die Aufwendungen für das virtuelle Aktienoptionsprogramm will YOC 2017 auf ein „leicht positives“ Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) kommen. „Entscheidenden Anteil daran hat der deutlich wachsende Umsatz aus dem strategisch wichtigen automatisierten Vertrieb über interagierende Handelssysteme in Echtzeit”, sagt Kraus. Zurzeit arbeiten die Berliner an der Fertigstellung der eigenen programmatischen Handelsplattform, womit sich YOC von Drittanbietern unabhängig macht. Weitere Details dürfte Kraus bereits am 13. Dezember auf der von GBC veranstalteten MKK Münchner Kapitalmarkt Konferenz verraten. Boersengefluester.de ist gespannt, wie weit YOC mit der eigenen Plattform genau ist – zumal über das Thema bei unserem jüngsten Treffen mit Kraus auf einer Investorenkonferenz im September eher mit vorgehaltener Hand gesprochen wurde. Für 2018 stellt Firmengründer Kraus operativ positive Ergebnisse in Aussicht. Vielleicht schafft es die Gesellschaft ja tatsächlich, das immer deutlich negative Eigenkapital aus eigener Kraft ins positive Terrain zu drehen. Bislang hatte boersengefluester.de seine Zweifel daran, allerdings ist es in der Tat beachtlich, welche Entwicklung YOC genommen hat. Allerdings kommt das Unternehmen mittlerweile auch schon auf einen Börsenwert von fast 28 Mio. Euro. Soll heißen: YOC muss den Turnaround auch tatsächlich liefern. Perspektivisch bleibt YOC für uns ein Übernahmekandidat.


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