ECV
ENCAVIS
Anteil der Short-Position: 12,74%
EVT
Evotec OAI
Anteil der Short-Position: 10,63%
VAR1
Varta
Anteil der Short-Position: 7,63%
SANT
S+T (Z.REG.MK.Z.)...
Anteil der Short-Position: 7,44%
BOSS
HUGO BOSS
Anteil der Short-Position: 6,27%
DUE
Dürr
Anteil der Short-Position: 5,69%
SDF
K+S
Anteil der Short-Position: 4,85%
GLJ
GRENKE
Anteil der Short-Position: 4,35%
LHA
Lufthansa
Anteil der Short-Position: 4,33%
ZIL2
ElringKlinger
Anteil der Short-Position: 4,22%
TUI1
TUI
Anteil der Short-Position: 3,41%
HFG
HELLOFRESH INH
Anteil der Short-Position: 3,32%
GBF
Bilfinger Berger
Anteil der Short-Position: 3,11%
DRW8
DRAEGERWERK ST.A....
Anteil der Short-Position: 2,18%
MOR
MorphoSys
Anteil der Short-Position: 1,69%
DHER
DELIVERY HERO
Anteil der Short-Position: 1,22%
B5A
Bauer
Anteil der Short-Position: 1,17%
SAE
SHOP APOTHEKE EUR...
Anteil der Short-Position: 1,08%
BVB
Borussia Dortmund
Anteil der Short-Position: 0,72%
ARL
Aareal Bank
Anteil der Short-Position: 0,69%
AEIN
ALLGEIER
Anteil der Short-Position: 0,59%
M0Y
MYNARIC INH
Anteil der Short-Position: 0,55%
G1A
GEA Group
Anteil der Short-Position: 0,52%

Ultrasonic: Wie geht es jetzt weiter?

Ein Team der Frankfurter BankM besuchte eine Fabrik von Ultrasonic in China und traf den abgelösten Vorstandschef Qingyong Wu. Zudem konnte Kontakt zum Finanzministerium aufgenommen werden, das den Fall untersucht. Ende Oktober bekommt der Schuhhersteller einen neuen Vorstand: Harald Zender, der auch Vorstand bei Kinghero ist – einem chinesischen Modeunternehmen, das sich seit mehr als einem Jahr in ähnlich misslicher Situation wie Ultrasonic befindet – wird den Job übernehmen.

Der Unternehmensgründer und Großaktionär von Ultrasonic, Qingyong Wu, ist an seinen ehemaligen Arbeitsplatz zurückgekehrt. Mitarbeiter der BankM haben ihn in einer der Fabriken besucht. Nach dem mysteriösen Verschwinden der Familie Wu und den unauffindbaren Geldbeständen der Firma, hatte ihn der Aufsichtsrat als Vorstand abberufen. Nach seiner Rückkehr gab es ein Verwirrspiel, ob er nun verschwunden oder nur im Urlaub war. Auch wollte Wu sich das Geld aus der Firma nur kurzfristig geliehen haben, „wie schon früher auch“, erklärte er in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg. Im Gespräch mit den deutschen Bankern beteuerte Wu nun nachdrücklich seine Unschuld und versprach, die Firma wieder aufzubauen und seine Reputation und die der börsennotierten Ultrasonic AG wieder herstellen zu wollen. Zudem beteuerte er, dass das Geld vollständig vorhanden sei. Den Nachweis konnte er jedoch nicht erbringen. Angeblich haben ihm die Behörden das Siegel entzogen, das ihn als „legal Representative“ der Firma ausweist und das einzige von den Banken akzeptierte Legitimationsmittel ist.

In den Fertigungshallen wurde gearbeitet. Den Besuchern aus Deutschland erschien die Beschäftigung aber nicht so hoch wie bei früheren Visiten. Merkwürdig war auch, dass die ausgelieferten Kartons mit den fertigen Sohlen und Sandalen keine Aufschrift trugen. In den Geschäften in China, in denen Ultrasonic-Herrenschuhe exklusiv verkauft werden, soll das volle Produktsortiment angeboten werden. Diese Artikel wurden bisher von Ultrasonic nicht selbst hergestellt, sondern von anderen Unternehmen nach Entwürfen von Ultrasonic gefertigt. Ob die Geschäfte weiter von Utrasonic beliefert werden, oder ob andere Firmen hier eingesprungen sind, konnte nicht festgestellt werden.

Das BankM-Team wurde auch beim Finanzministerium vorstellig. Hier erfuhr es, dass die Behörde eine Untersuchung eingeleitet hat, ob Firmengelder für private Zwecke eingesetzt wurden. Nicht vor Ende November rechnet Wu mit einem Abschlussbericht. Ob die Aktionäre den jemals zu sehen bekommen, bleibt abzuwarten.

 

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Am 27. Oktober wird es einen neuen Vorstand geben. Harald Zender übernimmt den schwierigen Job. Nach der Entmachtung von Vater und Sohn Wu ist nur noch der in Hong Kong lebende Finanzvorstand Clifford Chan an Bord geblieben. Der hatte jedoch schon vor der Räuberpistole seinen Rücktritt aus familiären Gründen angekündigt. Um die deutsche AG handlungsfähig zu halten, blieb er noch bis Ende Oktober. Einsichten in die finanziellen Verhältnisse wurden aber auch ihm verwehrt. Dennoch ist es dem raschen, beherzten Eingreifen von Chan zu verdanken, dass die Merkwürdigkeiten im Hause Ultrasonic so schnell ans Licht kamen und wahrscheinlich Schlimmeres verhindert wurde. Nun hat Zender den undankbaren Job, die Ultrasonic AG zu leiten. Er weiß, was auf ihn zukommt. Bei Kinghero, dem Modehersteller der ehemals im Entry Standard der Deutschen Börse gelistet war, macht er noch heute den gleichen Job.

Wie geht es nun weiter bei Ultrasonic? Das ist völlig unklar. Wu leitet offensichtlich das operative Geschäft in China. Das ist eine der Eigenheiten der hierzulande gelisteten Chinesen. Die deutsche AG hat einen Vorstand und einen Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat bestellt und entlässt den Vorstand. Auf die operative Einheit in China haben der Aufsichtsrat und auch der nun neu bestellte Vorstand keinen Einfluss. Zudem gibt es eine Zwischenholding – in diesem Fall in Hong Kong. Das Management dieser Gesellschaft kann auch nicht so ohne weiteres entlassen werden. Da in China nichts ohne die Erlaubnis der Regierung geschieht, ist anzunehmen, dass sie Wu entweder eingesetzt hat oder zumindest als Geschäftsführer toleriert. Wie lange das so bleibt und was passiert, wenn doch Unregelmäßigkeiten festgestellt werden, das ist offen. Es ist nicht zu erwarten, dass Ende November Quartalszahlen publiziert werden. Zender muss sich möglichst schnell darum kümmern, dass er irgendwie Informationen über die Gesellschaft erlangt. Ob ihn die chinesischen Behörden dabei unterstützen ist auch ungewiss.

Weil die Auswirkungen auf die hierzulande notierte Ultrasonic-Aktie überhaupt nicht abzuschätzen sind, geben wir ausnahmsweise keine Handlungsempfehlung. Es bleibt zu hoffen, dass der Staub, den der Fall Ultrasonic aufgewirbelt hat, andere möglicherweise in Schwierigkeit geratene chinesische Firmenlenker davon abhält, in ihre Firmenkasse zu greifen. Zudem gibt es Anzeichen dafür, dass die chinesische Regierung Unterschlagungen nicht hinnehmen wird. Bei den drastischen Strafen in China für Unterschlagung und Betrug dürfte das auch für Abschreckung sorgen. Damit könnte sich das deutsche Börsensegment der chinesischen Unternehmen allmählich erholen.

 

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Bild: Karl-Heinz Geiger