SAE
SHOP APOTHEKE EUR...
Anteil der Short-Position: 12,96%
CAP
ENCAVIS
Anteil der Short-Position: 11,58%
VAR1
Varta
Anteil der Short-Position: 9,24%
SDF
K+S
Anteil der Short-Position: 8,41%
DEQ
Deutsche EuroShop
Anteil der Short-Position: 6,54%
LHA
Lufthansa
Anteil der Short-Position: 6,33%
WDI
WireCard
Anteil der Short-Position: 5,91%
TKA
ThyssenKrupp
Anteil der Short-Position: 5,34%
FRA
Fraport
Anteil der Short-Position: 4,89%
PSM
PROSIEBENSAT.1
Anteil der Short-Position: 4,29%
LEO
Leoni
Anteil der Short-Position: 4,15%
FNTN
FREENET
Anteil der Short-Position: 3,57%
DRW8
DRAEGERWERK ST.A....
Anteil der Short-Position: 2,64%
BOSS
HUGO BOSS
Anteil der Short-Position: 2,46%
ZO1
ZOOPLUS
Anteil der Short-Position: 2,33%
CCAP
CORESTATE CAPITAL...
Anteil der Short-Position: 2,26%
NDX1
Nordex
Anteil der Short-Position: 1,89%
AR4
AURELIUS EQ.OPP.
Anteil der Short-Position: 1,77%
SZG
Salzgitter
Anteil der Short-Position: 1,69%
GXI
Gerresheimer
Anteil der Short-Position: 1,24%
SHF
SNP SCHNEID.-NEUR...
Anteil der Short-Position: 0,71%
HLE
HELLA GMBH+CO.
Anteil der Short-Position: 0,67%
EOAN
E.ON
Anteil der Short-Position: 0,50%

Surteco: Weniger versprechen, mehr liefern

Wer sich nur den Chart der Surteco-Aktie anschaut, müsste meinen, dass es Anfang April eine Übernahmeofferte zu 20 Euro gegeben habe. Immerhin klebte die Notiz des Anbieters von Spezialfolien und Kantenbändern für rund 3,5 Monate geradezu an dieser Marke. Tatsächlich hat sich am Aktionariat von Surteco aber nichts Wesentliches geändert: Neben den Familiengesellschaftern halten insbesondere der österreichische Fußbodenhersteller Kaindl sowie der Kantenspezialist Ostermann maßgebliche Positionen. Der Streubesitz des ehemaligen SDAX-Unternehmen beträgt nur etwa 20,6 Prozent – bei einem gesamten Börsenwert von zurzeit 352 Mio. Euro. Ergebnistechnisch kommt die Gesellschaft schon seit Jahren nicht mehr auf einen stabilen Aufwärtstrend.

Zu einem maßgeblichen Teil liegt das an den allgemein schwierigen Rahmenbedingungen in der Möbelindustrie als eine wichtige Abnehmergruppe. Immer wieder gab es bei Surteco allerdings auch Umstrukturierungsmaßnahmen, die am Profit zehrten. Insofern sind die negativen Begleiterscheinungen durch Corona quasi entschuldigt, weil das Unternehmen dafür nun wirklich nichts kann. Entsprechend ist das im zweiten Quartal 2020 erzielte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von gerade einmal 1,87 Mio. Euro noch beinahe ein Erfolg. CEO Wolfgang Moyses sagt auf der Webkonferenz zur Präsentation des Halbjahresberichts denn auch, dass Surteco „ganz ordentlich“ durch das erste Halbjahr gekommen sei. Per saldo blieb nach Ablauf der ersten beiden Quartale 2020 ein EBIT von knapp 14,41 Mio. Euro stehen – verglichen mit 20,23 Mio. Euro in der entsprechenden Vorjahresperiode. Zu leiden hatte das in Buttenwiesen nördlich von Augsburg ansässige Unternehmen insbesondere unter den im zweiten Quartal um mehr als ein Viertel eingeknickten Umsatzerlösen, wohingegen die im Zuge der Krise ebenfalls deutliche rückläufigen Preis für wichtige Einsatzstoffe wie Zell- und Kunststoffe entlasteten.

 

Surteco Group  Kurs: 21,100 €

 

Mit zunehmender konjunktureller Erholung klettern freilich bereits auch wieder die Preise für diese Waren, so dass hier nicht von einem dauerhaften Effekt auszugehen ist. Summa summarum geht Vorstandschef Moyses aber davon aus, dass das zweite Halbjahr besser werden wird, als die ersten sechs Monate. Nichts geändert hat sich jedoch an seiner Einschätzung, dass Umsatz und operatives Ergebnis für das Gesamtjahr erheblich unter den ursprünglichen Zielen liegen werden. Diese sahen Erlöse in einer Bandbreite zwischen 675 und 700 Mio. Euro sowie eine EBIT von 40 bis 45 Mio. Euro vor. Zur besseren Einordnung: Das 2019er-Zahlenwerk von Surteco war durch Sonderabschreibungen und andere außerordentliche Belastungen um 19,4 Mio. Euro getrübt. Mit Blick auf den Aktienkurs ist zumindest erwähnenswert, dass der Titel momentan gerade einmal zum Buchwert gehandelt wird, was durchaus Halt geben sollte.

Dafür müssen die Investoren sich zur nächsten Hauptversammlung am 2. Oktober 2020 mit einer Nullrunde bei der Dividende begnügen – vermutlich der ersten überhaupt in der langjährigen Börsenhistorie von Surteco (ehemals Bausch). Nun ist boersengefluester.de nicht unbedingt ein Fan davon, die aktuelle Aktienbewertung auf übermäßig weit in der Zukunft liegende Prognosen abzustellen. Bemerkenswert ist trotzdem, dass CEO Wolfgang Moyses jetzt noch einmal explizit die EBIT-Ziele von 55 bis 65 Mio. Euro bis zum Jahr 2023 bekräftigte: „Das trauen wir uns nach wie vor zu.“ Unter normalen Umständen musste ein operatives Ergebnis in dieser Größenordnung für einen Überschuss von etwa 35 bis 38 Mio. Euro bzw. einem Ergebnis je Aktie von etwa 2,35 Euro gut sein. Entsprechend käme der Titel damit auf ein Langfrist-KGV von rund zehn. Inklusive der dann hoffentlich längst wieder aufgenommenen Dividendenzahlung sowie dem niedrigen Kurs-Buchwert-Verhältnis ergibt das ein doch recht attraktives Gesamtpaket. Dabei weiß das Management nur zu gut, dass Surteco nun endlich auch nachhaltig liefern muss. „Underpromise und Overdeliver muss unser Motto sein. Wir kommunizieren nur, was relativ sicher ist“, sagt Moyses mit Blick auf die früheren Zielverfehlungen. Fairerweise sei an dieser Stelle gesagt, dass der ehemalige Simona-Vorstand erst seit Oktober 2019 an der Spitze von Surteco steht.

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Surteco Group
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
517690 21,100 Halten 327,17
KGV 2021e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
14,07 18,41 0,767 16,40
KBV KCV KUV EV/EBITDA
0,94 3,89 0,48 7,756
Dividende '19 in € Dividende '20e in € Div.-Rendite '19e
in %
Hauptversammlung
0,00 0,25 0,00 02.10.2020
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
14.05.2021 14.08.2020 13.11.2020 30.04.2021
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
0,35% 1,15% -6,84% 1,20%
    

 

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020e
Umsatzerlöse1 404,06 618,47 638,39 639,82 689,65 698,98 675,27 587,00
EBITDA1,2 59,94 62,84 64,96 74,34 83,09 72,78 66,29 59,00
EBITDA-Marge3 14,83 10,16 10,18 11,62 12,05 10,41 9,82 10,05
EBIT1,4 37,31 27,61 31,11 40,88 44,67 32,20 21,12 22,00
EBIT-Marge5 9,23 4,46 4,87 6,39 6,48 4,61 3,13 3,75
Jahresüberschuss1 21,90 18,46 17,57 23,77 26,33 18,93 9,76 15,00
Netto-Marge6 5,42 2,98 2,75 3,72 3,82 2,71 1,45 2,56
Cashflow1,7 55,01 54,27 69,17 58,37 82,90 60,70 84,04 65,00
Ergebnis je Aktie8 1,86 1,19 1,14 1,54 1,69 1,20 0,61 1,05
Dividende8 0,65 0,70 0,80 0,80 0,80 0,55 0,00 0,25
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

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1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de
Wirtschaftsprüfer: PricewaterhouseCoopers

 

Foto: Clipdealer


 

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Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse gründete im Mai 2013 die auf Datenjournalismus fokussierte Seite boersengefluester.de. Zuvor war er 19 Jahre bei dem Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. 2016 gewann Gereon Kruse mit boersengefluester.de beim viel beachteten finanzblog award der comdirect bank den Publikumspreis und belegte gleichzeitig noch den 3. Platz in der Jurywertung.