LEO
Leoni
Anteil der Short-Position: 12,34%
CCAP
CORESTATE CAPITAL...
Anteil der Short-Position: 10,82%
EVT
Evotec OAI
Anteil der Short-Position: 9,15%
WAF
SILTRONIC
Anteil der Short-Position: 8,67%
TKA
ThyssenKrupp
Anteil der Short-Position: 7,62%
GBF
Bilfinger Berger
Anteil der Short-Position: 6,97%
NDA
Aurubis
Anteil der Short-Position: 6,92%
LXS
Lanxess
Anteil der Short-Position: 6,78%
ZO1
ZOOPLUS
Anteil der Short-Position: 6,13%
SDF
K+S
Anteil der Short-Position: 5,45%
KCO
Klöckner &
Anteil der Short-Position: 5,14%
DBK
Deutsche Bank
Anteil der Short-Position: 4,08%
NDX1
Nordex
Anteil der Short-Position: 3,63%
CEC
Metro
Anteil der Short-Position: 3,39%
ZIL2
ElringKlinger
Anteil der Short-Position: 3,11%
SAE
SHOP APOTHEKE EUR...
Anteil der Short-Position: 2,89%
BOSS
HUGO BOSS
Anteil der Short-Position: 2,23%
WCH
Wacker Chemie
Anteil der Short-Position: 1,51%
OSR
OSRAM LICHT
Anteil der Short-Position: 1,49%
G1A
GEA Group
Anteil der Short-Position: 1,29%
FTK
FLATEX
Anteil der Short-Position: 1,11%
LHA
Lufthansa
Anteil der Short-Position: 0,76%
STM
STABILUS EO-,01
Anteil der Short-Position: 0,49%

Siemens: Jetzt gibt es keine Ausreden mehr

Bereits zwei Tage nach der nur 54 Worte umfassenden Gewinnwarnung für das Geschäftsjahr 2013/13 steht fest: Siemens-Chef Peter Löscher (Bild oben, rechts) muss gehen. Das wird der Aufsichtsrat auf seiner Sitzung am Mittwoch, 31. Juli beschließen. Vermutlicher Nachfolger von Löscher wird Joe Kaeser (Bild oben, links) – ein Siemens-Urgestein, der im März 2006 vom damaligen Vorstandschef Klaus Kleinfeld zum Finanzboss gekürt wurde. Komplett geschlagen geben will sich Löscher aber noch nicht. Laut Medienberichten knüpft er seinen Rücktritt an die Bedingung, dass auch Chefaufseher Cromme seinen Platz bei Siemens räumt. Ansonsten will es der Österreicher auf eine Kampfabstimmung ankommen lassen. In den Wirtschaftsmedien war die öffentliche Demontage von Löscher zuletzt das dominierende Thema. Kein Wunder, hatte das Schauspiel doch etwas von einem Psychothriller aus der Wirtschaft.

Gemessen am Börsenwert ist Siemens mit 69,3 Mrd. Euro das drittschwerste Unternehmen Deutschlands – nur noch, muss man wohl korrekt sagen. Mittlerweile spielen Bayer (69,6 Mrd. Euro) und SAP (68,23 Mrd. Euro) in nahezu der gleichen Gewichtsklasse. Lediglich Volkswagen thront mit einer Kapitalisierung von 78,8 Mrd. Euro in einiger Entfernung an der Spitze. Die Rangfolge ist ein Spiegelbild des Dramas um Siemens, denn mit einem Umsatz von zuletzt 78,3 Mrd. Euro rangieren die Münchner weit vor Bayer (39,8 Mrd. Euro) und SAP (16,2 Mrd. Euro). Das war nicht immer so. Doch kaum ein Jahr, in dem sich bei Siemens nicht eine neue Baustelle auftat, die auf den Aktienkurs drückte. Sechs Gewinnwarnungen in den vergangenen sechs Jahren sprechen eine deutliche Sprache und haben letztlich das Fass zum Überlaufen gebracht. Dabei hatten die Analysten in ihren Studien in der Regel ohnehin mit einem niedrigeren, als dem jetzt nun unten revidierten Margenziel von mindestens zwölf Prozent kalkuliert. So bewegen sich die Schätzungen der Experten für 2013/14 meist im Bereich um elf Prozent. Gleichwohl vernichtete die neuerliche Meldung um die Planverfehlung für 2013/14 noch einmal 4,7 Mrd. Euro an Kapitalisierung.

Siemens  Kurs: 99,770 €

 

Während in der Presse eifrig um personelle Konsequenzen spekuliert wurde, zeigten sich die Finanzprofis frühzeitig über das Timing der Gewinnwarnung verwundert. Schließlich stehen am 1. August die Zahlen für dritte Quartal des Geschäftsjahrs 2012/13 (endet am 30. September) an. Zudem sei nicht ganz nachvollziehbar, warum der Konzern bereits jetzt fundiert sagen kann, dass die Ziele für das kommende Jahr wohl verfehlt werden. Einige Analysehäuser haben ihr Kursziel für den DAX-Wert daher erst einmal ausgesetzt. Sollte Kaeser tatsächlich neuer Vorstandsvorsitzender werden, müssten sie sich kaum umstellen. Das Siemens-Urgestein war ohnehin ihr erster Absprechpartner in den Analystenveranstaltungen und galt als das Gesicht gegenüber dem Finanzmarkt. Für die Siemens-Aktie ist Kaeser also eine gute Lösung. Zaubern kann aber auch er nicht.

Dabei hat die Krise von Siemens viele Facetten und nicht alle hängen direkt an der Person Peter Löscher. Zudem hatte der Österreicher vor sechs Jahren in seiner ersten Amtszeit einen durchaus anständigen Start hingelegt. Immerhin befand sich der Konzern damals mitten in der leidigen Schmiergeldaffäre und es lag an Löscher, das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen. Evolution statt Revolution hieß das Motto. Aus dem Elektronikkonzern sollte eine Art „Green-Energy-Company“ werden. Doch zuletzt war davon nicht mehr viel zu spüren. Effizienzprogramme griffen nicht wirklich, Ausflüge wie etwa in die Solarenergie entpuppten sich als teure Abenteuerreisen. Zudem verspekulierte sich der DAX-Konzern bei den Preisen für Offshore-Windanlagen. Hinzu kamen verspätete Auslieferungen von ICE-Zügen an die Deutsche Bahn. Zu allem Überfluss lösten sich zuletzt auch noch die Rotorblätter an Siemens-Windanlagen in den USA.

Bei der Siemens-Aktie nun bereits wieder von einer anstehenden „Neubewertung“ zu sprechen, ist vermutlich verfrüht. Noch ist unklar, ob und wie der Konzern unter Kaeser sein Gesicht ändern wird. Ein Tanker wie Siemens ist ein komplexes Gebilde und Manövriermanöver brauchen entsprechende Zeit. Nicht unterschätzt werden dürfen dabei auch die vielen  Machtkämpfe, die nun entfachen. Wer werden die Gewinner unter Kaeser sein, wer die Verlierer? Bereits jetzt kursieren Gerüchte um einen regelrechten Putsch, wonach Aufsichtsratschef Gerhard Cromme und Joe Kaeser den perfiden Plan mit der Gewinnwarnung ausklügelten, um – im Fall der Chefkontrolleurs – den eigenen Posten zu sichern und – im Fall Kaeser – den Machtwechsel vorzubereiten. Sei es drum: Das Aufsichtsratsgremium scheint überzeugt von der Notwendigkeit des Chefwechsels. Die Börsianer von den Veränderungen bei Siemens zu überzeugen, wird mehr als zwei Tage benötigen. So waren die ersten Kursreaktionen der Börsianer auf die Entwicklung vom Wochenende auch vergleichsweise kühl. Die Siemens-Aktie gewann leicht auf knapp 81 Euro an Wert. Ab jetzt zählen nur noch harte Fakten in Form von überzeugenden Zahlen – und zwar trotz eines sich verschlechternden wirtschaftlichen Umfelds.

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Siemens
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
723610 99,770 Kaufen 84.804,50
KGV 2020e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
14,05 16,07 0,884 16,12
KBV KCV KUV EV/EBITDA
2,02 10,07 1,02 10,492
Dividende '18 in € Dividende '19e in € Div.-Rendite '18
in %
Hauptversammlung
3,80 4,00 3,81 05.02.2020
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
30.01.2019 08.05.2019 01.08.2019 07.11.2019
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
6,34% 1,15% 2,45% -0,33%
    

 

Foto: Siemens AG



Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse gründete im Mai 2013 die auf Datenjournalismus fokussierte Seite boersengefluester.de. Zuvor war er 19 Jahre bei dem Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. 2016 gewann Gereon Kruse mit boersengefluester.de beim viel beachteten finanzblog award der comdirect bank den Publikumspreis und belegte gleichzeitig noch den 3. Platz in der Jurywertung.

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