ECV
ENCAVIS
Anteil der Short-Position: 12,74%
EVT
Evotec OAI
Anteil der Short-Position: 10,77%
VAR1
Varta
Anteil der Short-Position: 9,21%
SANT
S+T (Z.REG.MK.Z.)...
Anteil der Short-Position: 7,39%
BOSS
HUGO BOSS
Anteil der Short-Position: 6,23%
DUE
Dürr
Anteil der Short-Position: 5,76%
SDF
K+S
Anteil der Short-Position: 5,25%
ZIL2
ElringKlinger
Anteil der Short-Position: 4,24%
LEO
Leoni
Anteil der Short-Position: 4,11%
LHA
Lufthansa
Anteil der Short-Position: 3,86%
DRW8
DRAEGERWERK ST.A....
Anteil der Short-Position: 2,01%
TKA
ThyssenKrupp
Anteil der Short-Position: 1,96%
ZO1
ZOOPLUS
Anteil der Short-Position: 1,88%
RAA
Rational
Anteil der Short-Position: 1,71%
DHER
DELIVERY HERO
Anteil der Short-Position: 1,63%
EVK
EVONIK INDUSTRIES
Anteil der Short-Position: 1,63%
SOW
Software AG
Anteil der Short-Position: 1,52%
AEIN
ALLGEIER
Anteil der Short-Position: 0,96%
ARL
Aareal Bank
Anteil der Short-Position: 0,78%
5Y6
COMPASS PATHW SP.ADR
Anteil der Short-Position: 0,71%
MOR
MorphoSys
Anteil der Short-Position: 0,70%
HEI
HeidelbergCement
Anteil der Short-Position: 0,62%
CEC
CECONOMY ST
Anteil der Short-Position: 0,50%

SGL Carbon: Eine super heiße Aktie für den SDAX

Ein wahrlich bescheidenes Bild gibt die Aktie von SGL Carbon ab. Allein seit Jahresbeginn ist der Anteilschein des mit Wirkung zum 22. September vom MDAX in den SDAX degradierten Papiers um knapp 30 Prozent abgestürzt. Mittlerweile befindet sich die Notiz bereits an der Marke von 20 Euro. Eher charttechnisch orientierte Investoren mögen darauf hoffen, dass die in dieser Region befindliche Unterstützungszone erneut ihre Qualitäten unter Beweis stellt. Im Februar 2010 klappte das schon einmal. Bis Ende 2011 hatte sich die Notiz darauf hin sogar mehr als verdoppelt. Doch an solche Szenarien mag momentan wohl kaum jemand denken. Schadensbegrenzung steht vielmehr auf der Agenda.

Rein fundamental ist das Papier des Spezialisten für Carbonprodukte noch immer hoch bewertet. Die Marktkapitalisierung beträgt 1463 Mio. Euro. Das entspricht dem 2,7fachen des auf nur noch 538 Mio. Euro geschrumpften Eigenkapitals. Vor zwei Jahren waren die Bordmittel noch etwa doppelt so hoch. Die Nettofinanzverbindlichkeiten – inklusive Pensionsrückstellungen – türmten sich zum Halbjahr auf knapp 887 Mio. Euro und müssten theoretisch noch auf den Börsenwert oben drauf gerechnet werden, um den wahren Firmenwert (Enterprise Value) darzustellen. Dabei befindet sich das Unternehmen inmitten einer einschneidenden Umstrukturierung. „Um auf einen profitablen Wachstumskurs einschwenken zu können, genießt derzeit die Realisierung aller Einsparpotenziale bei uns oberste Priorität“, sagt Vorstandschef Jürgen Köhler. Angesichts vieler Sonderfaktoren – das Geschäft mit den Kunden aus der Luft- und Raumfahrt (Hitco) steht sogar zum Verkauf – sind transparente Rechnungen kaum möglich. Zum Halbjahr hatte SGL den Verlust zwar bereits deutlich verringert. Das Minus von 60 Mio. Euro sieht aber immer noch schaurig aus. Und möglicherweise drohen sogar weitere Abschreibungen im Zusammenhang mit der Trennung von Hitco.

 

SGL Carbon  Kurs: 4,700 €

 

Wesentlicher Auslöser für die Kursrally von 2011 war – nachdem sich auch Volkswagen bei den Wiesbadenern engagierte – damals die Spekulation auf eine Übernahmenschlacht. Die ist freilich ausgeblieben. Doch noch immer gilt die prominente Aktionärsstruktur als Kursstütze, zumindest theoretisch. Wer weiß, wo die Notiz bei 100 Prozent Streubesitz stehen würde. 15,72 Prozent hält BMW. 26,87 Prozent entfallen auf die Investmentgesellschaft SKion GmbH von Susanne Klatten, die auch den Vorsitz im Aufsichtsrat von SGL inne hat. Die Milliardärin hält gleichzeitig 12,6 Prozent der BMW-Stammaktien. 9,14 Prozent an SGL Carbon gehören dem Heidenheimer Mischkonzern Voith. Rund 38 Prozent sind dem Streubesitz zuzurechnen. Diese Konstellation lässt Raum für alle möglichen Spekulationen, vor allem sichert sie aber wohl das finanzielle Überleben. Zur Not werden die Großaktionäre bei Kapitalerhöhungen oder anderen Finanzierungsmaßnahmen mitziehen. Das sollten Anleger im Hinterkopf behalten, wenn es um die Einschätzung der SGL-Aktie geht. Boersengefluester.de hatte das Papier zuletzt dennoch auf „Verkaufen“ stehen – sicher nicht die falscheste Empfehlung. Auf dem aktuellen Niveau geht es fast schon um die Wurst.

Hält die frühere Unterstützung im Bereich um 20 Euro oder geht es weiter abwärts? Möglicherweise senden ja auch BMW, Klatten oder sogar VW ein Signal Richtung Börse. Derzeit wäre eine Auffrischung der früheren Übernahmefantasie wohl das Beste, was Privatanlegern passieren kann. Allerdings: Das ist Prinzip Hoffnung. Darauf mag sich nicht jedermann verlassen. Die Analysten der UBS befürchten einen Kursrückgang bis 15 Euro. Die Experten der Commerzbank und von der DZ-Bank sehen das Papier bei 20 Euro als fair bewertet an. Großartige Kursfantasie lässt sich aber auch daraus nicht ableiten. Immerhin: Möglicherwerweise ist das Schlimmste bald überstanden. Das wäre immerhin ein Hoffnungsschimmer.

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
SGL Carbon
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
723530 4,700 - 575,00
KGV 2022e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
42,73 13,96 3,06 -4,10
KBV KCV KUV EV/EBITDA
1,55 9,29 0,53 26,44
Dividende '19 in € Dividende '20e in € Div.-Rendite '20e
in %
Hauptversammlung
0,00 0,00 0,00 21.05.2021
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
12.05.2021 12.08.2021 12.11.2020 25.03.2021
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
31,84% 44,70% 30,74% 2,44%
    

 

Foto: SGL Group



Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse gründete im Mai 2013 die auf Datenjournalismus fokussierte Seite boersengefluester.de. Zuvor war er 19 Jahre bei dem Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. 2016 gewann Gereon Kruse mit boersengefluester.de beim viel beachteten finanzblog award der comdirect bank den Publikumspreis und belegte gleichzeitig noch den 3. Platz in der Jurywertung.