AIXA
Aixtron
Anteil der Short-Position: 14,61%
LEO
Leoni
Anteil der Short-Position: 12,22%
CCAP
CORESTATE CAPITAL...
Anteil der Short-Position: 9,60%
TKA
ThyssenKrupp
Anteil der Short-Position: 8,75%
SDF
K+S
Anteil der Short-Position: 8,40%
GXI
Gerresheimer
Anteil der Short-Position: 7,17%
CAP
ENCAVIS
Anteil der Short-Position: 6,57%
DUE
Dürr
Anteil der Short-Position: 4,63%
FNTN
FREENET
Anteil der Short-Position: 4,56%
DBK
Deutsche Bank
Anteil der Short-Position: 4,11%
SZG
Salzgitter
Anteil der Short-Position: 3,99%
SANT
S+T (Z.REG.MK.Z.)...
Anteil der Short-Position: 3,69%
AR4
AURELIUS EQ.OPP.
Anteil der Short-Position: 3,26%
LXS
Lanxess
Anteil der Short-Position: 3,17%
CEC
Metro
Anteil der Short-Position: 3,12%
TEG
TAG Immobilien
Anteil der Short-Position: 2,57%
UTDI
United Internet
Anteil der Short-Position: 2,28%
KCO
Klöckner &
Anteil der Short-Position: 2,12%
B4B
METRO ST
Anteil der Short-Position: 1,79%
LHA
Lufthansa
Anteil der Short-Position: 1,70%
BOSS
HUGO BOSS
Anteil der Short-Position: 1,50%
QSC
QSC
Anteil der Short-Position: 0,68%
HOT
Hochtief
Anteil der Short-Position: 0,60%

Praktiker-Insolvenz: Viele müssen sich an die Nase fassen

Im SDAX wird offenbar schon bald ein Platz frei. Die schwer angeschlagene Baumarktkette Praktiker steht vor der Insolvenz. So erklärte das Hamburger Unternehmen: „Der Vorstand der Praktiker AG hat die positive Fortführungsprognose für die Praktiker AG und einzelne Gesellschaften der Unternehmensgruppe verneint. Neben dem Insolvenzgrund der Überschuldung ist auch die Zahlungsunfähigkeit der Praktiker AG gegeben. Der Vorstand wird für die Unternehmensgruppe prüfen, bei welchen Gesellschaften der Unternehmensgruppe Insolvenzanträge zu stellen sind und wird so bald wie möglich die Ergebnisse dieser Prüfung veröffentlichen.“ Erste Entscheidungen sind bereits getroffen: So haben die Geschäftsführer, die in Deutschland die Praktiker- und Extra-Bau+Hobby-Märkte betreiben, mittlerweile beim Amtsgericht Hamburg die Eröffnung von Insolvenzverfahren wegen Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit beantragt.

Für die Aktionäre ist das der traurige Höhepunkt einer seit Mitte 2007 dauernden wirtschaftlichen Talfahrt, die die Notiz von damals rund 32 Euro auf aktuell nur noch wenige Cent gedrückt hat. Angedeutet hatte sich das nahende Finale bereits in den vergangenen Tagen, als sich der Kursverfall nochmals beschleunigte. Zum Schluss drehten die beteiligten Banken  den Geldhahn zu. Praktiker drohte zum Fass ohne Boden zu werden. Dem Vernehmen nach brauchte die Gesellschaft nochmals mehr als 30 Mio. Euro zum Überleben. Wenig kaufen können sich die Anteilseigner von der Aussage, wonach die Vorzeigetochter Max Bahr sowie das Auslandsgeschäft nicht von der Insolvenz betroffen sind. Anleger, die noch in dem Titel investiert sind, müssen sich wohl mit einem annähernden Totalverlust abfinden. Vermutlich wird die Schwankungsbreite in den kommenden Tagen sogar nochmals zunehmen. Eins sollten sich Anleger vergegenwärtigen: Auf dem aktuellen Niveau beträgt der Börsenwert noch immer rund 14 Mio. Euro. Die Analysten von Hauck & Aufhäuser sagen: “Die Schlacht ist vorbei.” Für die Aktionäre wird nichts übrig bleiben. Ihr Kursziel daher: 0,00 Euro.

  Kurs: 0,000 €

 

Rückblickend betrachtet ist die bevorstehende Praktiker-Pleite ein Musterbeispiel dafür, wie durch gezielte Indiskretionen und permanente Gerüchte über eine angebliche Besserung der Finanzlage, eine Aktie zum Dauergast in den einschlägigen Medien wurde. Gefühlt 1000 Mal wurde der Titel als Hot Stock mit entsprechendem Potenzial vorgestellt. Neben der Commerzbank gibt es wohl kaum einen Titel in Deutschland, über den – gemessen an seiner Größe – ähnlich viel geschrieben wurden. Hier muss sich die Anlegerpresse  an die eigene Nase fassen. Da nimmt sich boersengefluester.de gar nicht aus, auch wenn wir bislang noch gar nicht groß über Praktiker geschrieben hatten. Aber auch die Investoren sollten sich fragen, ob die Spekulation auf den schnellen Gewinn wirklich wohl überlegt war. Völlig gelackmeiert sind langjährige Praktiker-Aktionäre, die den Titel vielleicht schon zum Parkettstart Ende 2005 in ihr Depot nahmen. Damals brachte die Metro AG knapp 60 Prozent der Praktiker-Papiere zum Preis von 14,50 an die Börse. Seit April 2006 hat Metro keine Praktiker-Anteilscheine mehr. Aus Praktiker-Kreisen war stets zu hören, dass die Baumarktkette lange Zeit viele Altlasten aus der Metro-Historie mit sich rumschleppen musste.

In welcher Form die Insolvenz eingeleitet wird, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch offen. Es ist jedoch zu befürchten, dass das verbleibende operative Geschäft ausgegliedert wird und mit der börsennotierten AG künftig nichts mehr zu tun hat. Zudem werden die Gläubiger der 2011 lancierten Anleihe von Praktiker (WKN: A1H3JZ) ihre Ansprüche anmelden. Der Bond hatte ursprünglich ein Volumen von 250. Mio. Euro, einen Kupon von 5,875 Prozent und eine Laufzeit von fünf Jahren. Am Tag vor der Horrormeldung notierte die Anleihe bei 24 Prozent vom Nennwert. Weng später stürtzte der Bond nochmals um mehr als 60 Prozent ab. Die Pleite von Praktiker hinterlässt also auf vielen Gebieten hässliche Spuren.

 

Weitere Hintergrundinformationen zum Thema Aktie und Insolvenz: Klicken Sie hier!

 

Foto: Praktiker AG



Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse gründete im Mai 2013 die auf Datenjournalismus fokussierte Seite boersengefluester.de. Zuvor war er 19 Jahre bei dem Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. 2016 gewann Gereon Kruse mit boersengefluester.de beim viel beachteten finanzblog award der comdirect bank den Publikumspreis und belegte gleichzeitig noch den 3. Platz in der Jurywertung.

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