LEO
Leoni
Anteil der Short-Position: 11,48%
SDF
K+S
Anteil der Short-Position: 10,25%
TKA
ThyssenKrupp
Anteil der Short-Position: 8,28%
CAP
ENCAVIS
Anteil der Short-Position: 6,49%
GXI
Gerresheimer
Anteil der Short-Position: 6,42%
SKB
Koenig & Bauer
Anteil der Short-Position: 6,21%
GBF
Bilfinger Berger
Anteil der Short-Position: 5,48%
SAE
SHOP APOTHEKE EUR...
Anteil der Short-Position: 3,81%
WDI
WireCard
Anteil der Short-Position: 3,63%
SANT
S+T (Z.REG.MK.Z.)...
Anteil der Short-Position: 3,46%
LHA
Lufthansa
Anteil der Short-Position: 3,40%
AR4
AURELIUS EQ.OPP.
Anteil der Short-Position: 3,36%
TEG
TAG Immobilien
Anteil der Short-Position: 3,21%
ZAL
ZALANDO
Anteil der Short-Position: 2,38%
SOW
Software AG
Anteil der Short-Position: 1,95%
LXS
Lanxess
Anteil der Short-Position: 1,93%
ADL
ADLER REAL ESTATE
Anteil der Short-Position: 1,90%
B4B
METRO ST
Anteil der Short-Position: 1,89%
FRA
Fraport
Anteil der Short-Position: 1,70%
PSM
PROSIEBENSAT.1
Anteil der Short-Position: 1,41%
AT1
AROUNDTOWN EO-,01
Anteil der Short-Position: 1,24%
BOSS
HUGO BOSS
Anteil der Short-Position: 1,22%
BC8
Bechtle
Anteil der Short-Position: 1,19%

KHD Humboldt Wedag: Fast vergessene Aktie

Keine Frage: Die Aktie von KHD Humboldt Wedag International ist nicht gerade der Hit. In den vergangenen 52 Wochen hat das Papier um mehr als ein Drittel an Wert verloren. Auf Sicht von zwei Jahren steht gar mehr als eine Halbierung für den Anbieter von schlüsselfertigen Zementanlagen zu Buche. In den Schlagzeilen der Börsenpresse taucht die früher einmal zum Einflussbereich des Motorenherstellers Deutz gehörende Gesellschaft sowie nur höchst selten auf. Wichtigster Grund: Beinahe 90 Prozent der KHD-Aktien gehören dem chinesischen Staatskonzern AVIC, mit dem die Kölner bereits seit langer Zeit eine strategische Zusammenarbeit verbindet. Wenn überhaupt, wird KHD in den einschlägigen Börsenberichten meist als „Cash-Aktie“ zitiert. Grund: Das schuldenfreie Unternehmen weist neben liquiden Mitteln von zuletzt 94 Mio. Euro auch Kredite von insgesamt 100 Mio. Euro – das sind 2 Euro pro Anteilschein – an den Großaktionär aus. Angesichts der klaren Mehrheitsverhältnisse im Aktionariat und der hohen Kapitalintensität des operativen Geschäfts will boersengefluester.de an dieser Stelle aber gar nicht die Cash-Karte zücken.

Interessant könnte der Titel vielmehr aus anderen Gründen werden: Zurzeit steckt KHD tief in den roten Zahlen. Vor Abzug von Zinsen und Steuern rechnet der Vorstand für 2015 mit einem Verlust zwischen 30 und 35 Mio. Euro. Vorsichtige Investoren stellen sich sogar auf ein noch höheres Minus ein, selbst wenn der Vorstand derzeit mit Kunden und Lieferanten über Nachbesserungen bei unrentablen Projekten verhandelt. Denkbar wäre in dieser wenig erbaulichen Situation, dass AVIC mit einem Börsenrückzug für KHD liebäugelt. Einen erkennbaren Vorteil bietet das Listing derzeit nämlich nicht.

Zur Einordnung: Im Oktober 2013 bot AVIC im Rahmen des freiwilligen Übernahmeangebots stattliche 6,45 Euro je KHD-Aktie – aktuelle Notiz: 2,50 Euro. Der Buchwert je Aktie liegt derweil bei knapp 3,60 Euro. Sollte AVIC unhöflich sein und sich für ein kaltes Delisting entscheiden, ginge das nach den neuen gesetzlichen Vorschriften aber nur über ein Abfindungsangebot in Höhe des Durchschnittskurses der vergangenen sechs Monate. Immerhin ist KHD im General Standard der Frankfurter Börse gelistet. Gegenwärtig würde das auf einen Preis von vermutlich knapp 2,60 Euro hinauslaufen. Nach unten wäre der Small Cap damit also gut abgesichert. Um es an der dieser Stelle klar zu sagen: Es gibt keine konkreten Anzeichen für ein Delisting oder ein Squeeze-out. Wir stellen hier nur ein mögliches Szenario vor.

 

KHD Humboldt Wedag Int.  Kurs: 1,620 €

 

Richtung Norden liefert dagegen die Spekulation auf einen Turnaround in den Jahren 2016/17 den nötigen Kick. Zwar bleiben die Rahmenbedingungen schwierig. Frische Impulse könnten aber etwa aus dem Iran kommen. Auch in Russland hat KHD zuletzt mit Aufträgen im Gesamtwert von mehr als 100 Mio. Euro punkten können. Gut fürs das Finanzergebnis ist derweil das mit sechs Prozent verzinste Darlehen an den chinesischen Großaktionär. Viel hängt auch davon ab, inwiefern es KHD gelingt, unplanmäßige Mehrkosten bei einzelnen Großprojekten an die Auftraggeber weiterzureichen. An eine dauerhafte Phase roter Zahlen mag Vorstand Johan Cnossen jedenfalls nicht glauben. „Trotz der unvorteilhaften Markt- und Margensituation ist die KHD davon überzeugt, mittelfristig eine erfolgreiche Trendwende zu erreichen“, heißt es im Zwischenbericht. Per saldo ist KHD einer dieser Small Caps, die nahezu niemand auf dem Schirm hat. Operativ sah es zuletzt alles andere als gut aus. Dafür befindet sich der Aktienkurs allerdings auch auf einem entsprechend niedrigem Niveau. Das Papier hat also Überraschungspotenzial. Wer sich für das Papier interessiert, sollte immer nur mit Limit agieren und den Depotanteil niedrig dosieren. Außerdem müssen Investoren die nötige Geduld mitbringen. Ein schneller Zock ist der fast vergessene Titel jedenfalls nicht.

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
KHD Humboldt Wedag Int.
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
657800 1,620 Verkaufen 80,52
KGV 2021e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
40,50 25,68 1,577 -9,71
KBV KCV KUV EV/EBITDA
0,66 - 0,53 -1,688
Dividende '19 in € Dividende '20e in € Div.-Rendite '19e
in %
Hauptversammlung
0,00 0,00 0,00 12.05.2020
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
14.08.2019 15.03.2020
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
37,29% 32,90% 67,01% 5,19%
    

 

 

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019e 2020e
Umsatzerlöse1 249,62 240,19 172,07 135,43 100,10 151,77 0,00 0,00
EBITDA1,2 29,38 32,27 -15,79 -31,45 -24,23 -31,20 0,00 0,00
EBITDA-Marge3 11,77 13,44 -9,18 -23,22 -24,21 -20,56 0,00 0,00
EBIT1,4 1,18 1,09 -17,67 -33,20 -25,62 -31,20 0,00 0,00
EBIT-Marge5 0,47 0,45 -10,27 -24,51 -25,59 -20,56 0,00 0,00
Jahresüberschuss1 0,74 1,58 -17,49 -29,16 -19,37 -25,30 0,00 0,00
Netto-Marge6 0,30 0,66 -10,16 -21,53 -19,35 -16,67 0,00 0,00
Cashflow1,7 -47,14 -10,96 -43,60 -39,37 5,28 -13,45 0,00 0,00
Ergebnis je Aktie8 0,01 0,02 -0.35 -0,59 -0,39 -0,51 -0,16 -0,01
Dividende8 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

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1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de
Wirtschaftsprüfer: Ernst & Young


Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse gründete im Mai 2013 die auf Datenjournalismus fokussierte Seite boersengefluester.de. Zuvor war er 19 Jahre bei dem Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. 2016 gewann Gereon Kruse mit boersengefluester.de beim viel beachteten finanzblog award der comdirect bank den Publikumspreis und belegte gleichzeitig noch den 3. Platz in der Jurywertung.