German Startups Group: So sieht das neue Konzept aus

Das ging ja jetzt fast wie auf Bestellung: Kaum hatte boersengefluester.de darüber berichtet (HIER), dass es bei der German Startups Group (GSG) höchste Zeit wäre, die wenig förderlichen Seitenhiebe aus dem früheren Gesellschafterkreis mit weiteren Details zur geplanten Plattformstrategie für Anteile an Start-ups zu kontern, meldet die GSG bereits Vollzug. Demnach ist der Launch des Projekts unter der Marke G|S Market für Ende des zweiten Quartals 2018 geplant. Adressaten sind Gründer, Business Angel, Mitarbeiter oder auch Risikokapitalgeber. „Die German Startups Group vollzieht damit eine Transformation vom Asset-Owner zu einem Asset-Manager und erweitert so ihr bisheriges Geschäftsmodell“, heißt es offiziell. Es handelt sich also durchaus um eine Ankündigung von Tragweite. Geöffnet werden soll die Plattform auch für Anteile an VC-Fonds, Wandeldarlehen sowie von der German Startups Group gepoolte Investments. Die Eintrittsschwelle liegt bei 200.000 Euro.

Das hört sich zunächst einmal nach einer stattlichen Hürde an, doch die Berliner betonen: „Direktinvestments und VC-Fonds sind sonst oft erst ab siebenstelligen Mindestbeträgen zugänglich.“ Das Geschäftsmodell funktioniert dabei so, dass die German Startups Group eine Vermittlungsprovision verlangt, die im Mittel bei rund fünf Prozent liegen dürfte. Vorbilder für G|S Market sind US-Unternehmen wie Sharepost und iCapital Network. On top plant CEO Christoph Gerlinger für die zweite Jahreshälfte 2018 die Auflage eines passiven VC-Fonds namens G|S Tech50, in dem möglichst viele der 50 wertvollsten deutschen Startups gebündelt werden sollen. „Technologieinvestments werden als Assetklasse auch für deutsche Anleger immer wichtiger. Entsprechend schätzen wir das Marktpotential der geplanten Online-Plattform und von weiteren, teils neuartigen VC-Fonds, wie unserem geplanten G|S Tech50, als groß ein“, sagt Gerlinger.

 

Wichtig für Aktionäre: Dem Vernehmen nach soll das Investitionsvolumen für die Plattform bei weniger als 100.000 Euro liegen – markante Ergebnisbelastungen sind also nicht zu befürchten. Die Kosten für die Auflage des G|S Tech50 beschränken sich auf die Aufwendungen für die Rechtsberatung. Dabei hält die börsennotierte German Startups Group GmbH & Co. KGaA eine Winzigkeit mehr als 50 Prozent an der German Startups Asset Management, die wiederum den Fonds auflegen wird. Für GSG-Anteilseigner eine insgesamt vorteilhafte Ausgestaltung. Die eigentliche Crux an der geplanten Erweiterung des Geschäftsmodells ist jedoch, dass die German Startups Group – damit auch losgelöst von dem bisherigen Engpassfaktor Eigenkapital – endlich kräftig wachsen kann. Zumindest ansatzweise erinnert das künftig hybride Geschäftsmodell der Berliner an die Deutsche Beteiligungs AG, auch wenn das SDAX-Unternehmen freilich ganz andere Wirtschaftsbereiche adressiert. Gewisse Parallelen lassen sich außerdem zu MPC Capital ziehen, selbst wenn mit Immobilien, Schiffen und Infrastruktur auch hier komplett andere Sektoren im Vordergrund stehen.

Etliche Anleger werden sich nun vermutlich fragen, was eigentlich aus dem bisherigen Stammgeschäft, also dem in der Regel eher kleinteiligen Portfolio aus Beteiligungen werden soll. Auch hier hat Gerlinger eine Antwort parat und spricht davon, dass Bestandsportfolio nur noch „moderat und zielgenau“ zu erweitern und über die nächsten Jahre sogar zu veräußern. Den Mittelzufluss daraus will Gerlinger etwa für Aktienrückkaufprogramme verwenden. Letztlich erfindet sich die Gesellschaft damit mal eben komplett neu. Sollte der Gesamtmarkt keinen Strich durch die Rechnung machen, müsste der Aktienkurs von GSG von der veränderten Meldungslage im Normalfall nachhaltig profitieren – zumal von Seiten einzelner Altaktionäre kein Abgabedruck mehr zu erwarten ist. Reserviert ist das Papier trotzdem nur für sehr risikobereite Investoren.

 

German Startups Group  Kurs: 1,455 €

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
German Startups Group
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
A1MMEV 1,455 Halten 17,44
KGV 2020e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
9,09 9,60 0,947 7,69
KBV KCV KUV EV/EBITDA
0,56 - 1,81 7,271
Dividende '17 in € Dividende '18e in € Div.-Rendite '18
in %
Hauptversammlung
0,00 0,00 0,00 15.06.2018
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
28.09.2018 18.05.2018
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
-1,76% -10,79% -20,49% -22,65%
    

 

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018e
Umsatzerlöse1 0,00 0,87 0,07 5,60 10,91 9,61 12,20
EBITDA1,2 0,00 0,19 1,81 3,98 -4,75 2,70 2,60
EBITDA-Marge3 0,00 21,84 2.585,71 71,07 -43,54 28,10 21,31
EBIT1,4 0,00 0,18 1,37 3,72 -5,18 2,27 2,50
EBIT-Marge5 0,00 20,69 1.957,14 66,43 -47,48 23,62 20,49
Jahresüberschuss1 0,00 0,18 1,43 3,84 -3,34 1,68 1,30
Netto-Marge6 0,00 20,69 2.042,86 68,57 -30,61 17,48 10,66
Cashflow1,7 0,00 -0,65 -0,78 0,32 -0,81 -2,00 -2,80
Ergebnis je Aktie8 0,00 0,02 0,13 0.49 -0,29 0,14 0,11
Dividende8 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

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1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de

Wirtschaftsprüfer: Mazars

 

Foto: Pixabay

 

Hinweis: Die Berichterstattung und Handlungseinschätzungen durch boersengefluester.de stellen keine Anlageempfehlungen und auch keine Empfehlung oder einen Vorschlag einer Anlagestrategie dar. boersengefluester.de hält keine Beteiligung an der German Startups Group. Zwischen der German Startups Group und boersengefluester.de besteht eine Vereinbarung zur Soft-Coverage der Aktie der German Startups Group für ein geringfügiges Pauschalentgelt, die die Unabhängigkeit der Redaktion nicht einschränkt.


Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse gründete im Mai 2013 die auf Datenjournalismus fokussierte Seite boersengefluester.de. Zuvor war er 19 Jahre bei dem Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. 2016 gewann Gereon Kruse mit boersengefluester.de beim viel beachteten finanzblog award der comdirect bank den Publikumspreis und belegte gleichzeitig noch den 3. Platz in der Jurywertung.