LEO
Leoni
Anteil der Short-Position: 11,38%
CCAP
CORESTATE CAPITAL...
Anteil der Short-Position: 10,12%
EVT
Evotec OAI
Anteil der Short-Position: 9,84%
SDF
K+S
Anteil der Short-Position: 7,68%
TKA
ThyssenKrupp
Anteil der Short-Position: 7,50%
AOX
Alstria Office
Anteil der Short-Position: 6,46%
GXI
Gerresheimer
Anteil der Short-Position: 6,30%
NDA
Aurubis
Anteil der Short-Position: 6,16%
GBF
Bilfinger Berger
Anteil der Short-Position: 5,93%
DBK
Deutsche Bank
Anteil der Short-Position: 4,72%
BOSS
HUGO BOSS
Anteil der Short-Position: 4,30%
FNTN
FREENET
Anteil der Short-Position: 4,12%
LXS
Lanxess
Anteil der Short-Position: 3,87%
SZG
Salzgitter
Anteil der Short-Position: 3,81%
KCO
Klöckner &
Anteil der Short-Position: 3,80%
NDX1
Nordex
Anteil der Short-Position: 3,59%
AR4
AURELIUS EQ.OPP.
Anteil der Short-Position: 3,36%
DAI
Daimler
Anteil der Short-Position: 1,16%
LHA
Lufthansa
Anteil der Short-Position: 1,10%
G1A
GEA Group
Anteil der Short-Position: 1,09%
BC8
Bechtle
Anteil der Short-Position: 0,59%
RRTL
RTL GROUP
Anteil der Short-Position: 0,51%
HOT
Hochtief
Anteil der Short-Position: 0,49%

Geratherm – auf dem Weg zum echten Medizintechnikwert

Aktionäre von Geratherm hatten es in den vergangenen Jahren nicht leicht. Die 2010er-Spitzenkurse von 9 Euro sind fast 40 Prozent entfernt. Selbst auf 52-Wochen-Sicht tritt die Notiz des Anbieters von Blutdruckmessgeräten, Fiberthermometern, medizinischen Wärmesystemen für den OP-Bereich und Geräten zur Früherkennung von Schlaganfällen auf der Stelle. Daran ändert auch die jüngste Kursrally nichts. Zum Vergleich: Der Small-Cap-Index SDAX legte mit Blick auf ein Jahr um rund ein Viertel zu. Einzelne Nebenwerte aus dem heimischen Medtechsektor wie AAP Implantate (WKN: 506660), Mevis Medical Solutions (WKN: A0LBFE), Pulsion (WKN: 548790)oder UMS (WKN: 549365)gewannen deutlich stärker – teilweise sogar dreistellig – an Wert.

Hintergrund der massiven Underperformance sind die unterm Strich enttäuschenden Geschäftszahlen der vergangenen Jahre. Zu lange hatte Geratherm vom Boom der Fieberthermometer nach dem EU-Quecksilberverbot 2009 gelebt. Zudem bemängeln Kritiker, dass der Bereich Patienten-Screening zur Schlaganfallvorbeugung eine Fehlinvestition sei und außer Dauerverlusten hier nicht viel herausspringe. Sogar Geratherm musste eingestehen, dass die Vermarktung der Produkte zuletzt „wenig effizient“ gewesen sei. Der Umsatzbeitrag bewegte sich 2012 mit 0,25 Mio. Euro etwa auf dem Niveau von 2010. Normalerweise würde so eine Minisparte bei den Investoren kaum aufpoppen. Bei Geratherm ist der Bereich Cardio/Stroke allerdings ein Dauerthema, da die ursprüngliche Erwartungshaltung eine komplett andere war.

Ein Spiegelbild ist die Entwicklung der Dividende: Nachdem für 2009 und 2010 noch jeweils 0,40 Euro pro Aktie ausgeschüttet wurden, sank die Gewinnbeteiligung für 2011 auf 0,30 Euro. Zur Hauptversammlung am 7. Juni 2013 im etwa 50 km von Erfurt entfernten Ilmenau wird gar nur eine Dividende von 0,20 Euro zur Abstimmung gestellt. Immerhin: Bezogen auf den aktuellen Kurs erreicht die Dividendenrendite vergleichsweise attraktive 3,8 Prozent – zudem ist die Ausschüttung „steuerfrei“. Für Anleger, die sich den Titel bereits vor Einführung der Abgeltungsteuer ins Depot gelegt haben, ist das ein gutes Argument. Aufhorchen ließ der jüngste Zwischenbericht. „Die Grippewelle in den USA aber auch in Europa führte zu einem stärkeren Abverkauf von Geratherm-Produkten“, sagt Vorstandschef Gert Frank. Positiv wirkte sich außerdem aus, dass die neuen Geschäftsbereiche „an Schwung gewinnen“ und die Kurzarbeit im thüringischen Geschwenda beendet wurde. So zog der Gewinn im ersten Quartal 2013 um knapp 82 Prozent auf gut 0,25 Mio. Euro an – bei einem Zuwachs der Erlöse von sechs Prozent auf 4,37 Mio. Euro.

Geratherm Medical  Kurs: 7,500 €

 

Einen konkreten Ausblick suchen die Anleger im neuesten Zwischenbericht vergebens. Im nur wenige Wochenzuvor publizierten 2012er-Geschäftsbericht heißt es jedoch. „Für Geratherm wird 2013 ein Jahr, in dem die Ergebnisse des über lange Jahre eingeleiteten Transformationsprozesses sichtbar sein werden. Für 2013 und 2014 gehen wir mindestens von einem Umsatzwachstum im oberen einstelligen Prozentbereich aus.“ Dabei kalkuliert der Vorstand für beide Jahre mit einer Ergebnisverbesserung im jeweils „moderaten zweistelligen Prozentbereich“. Auf Basis der konservativen Schätzungen von boersengefluester.de käme die Geratherm-Aktie damit derzeit auf ein 2014er-Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 16. Super günstig ist das nicht. Etwas charmanter sieht der Nebenwert unter Kurs-Buchwert-Aspekten aus. Dem Börsenwert von 26 Mio. Euro steht ein – bereits um Anteile Dritter und die anstehende Dividendenzahlung bereinigtes – Eigenkapital von gut 18 Mio. Euro entgegen. Die Bilanz von Geratherm macht ebenfalls einen soliden Eindruck. Die Eigenkapitalquote beträgt rund 69 Prozent.

Sollte Geratherm den Transformationsprozess hin zum einem Hersteller hochwertiger Medizintechnikprodukte tatsächlich meistern, wird das Papier mit Sicherheit weiter zu den anderen Medtech-Small-Caps aufschließen. Der Bericht für das erste Quartal liefert dafür immerhin zarte Hinweise. Vorsichtige Anleger warten vor einem Investment dennoch die weitere Entwicklung ab und setzen den Titel zumindest auf die Beobachtungsliste. Am 7. Juni findet die Hauptversammlung statt. Die Halbjahreszahlen sind für den 22. August angesetzt. Fazit: Es bewegt sich was bei Geratherm (WKN: 549562). Noch lässt sich aber schwer abschätzen, ob der positive Trend nachhaltig ist



Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse gründete im Mai 2013 die auf Datenjournalismus fokussierte Seite boersengefluester.de. Zuvor war er 19 Jahre bei dem Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. 2016 gewann Gereon Kruse mit boersengefluester.de beim viel beachteten finanzblog award der comdirect bank den Publikumspreis und belegte gleichzeitig noch den 3. Platz in der Jurywertung.

Leave a Reply