ECV
ENCAVIS
Anteil der Short-Position: 12,74%
EVT
Evotec OAI
Anteil der Short-Position: 10,06%
SANT
S+T (Z.REG.MK.Z.)...
Anteil der Short-Position: 7,30%
VAR1
Varta
Anteil der Short-Position: 7,28%
BOSS
HUGO BOSS
Anteil der Short-Position: 6,34%
DUE
Dürr
Anteil der Short-Position: 5,69%
SDF
K+S
Anteil der Short-Position: 4,85%
GLJ
GRENKE
Anteil der Short-Position: 4,40%
ZIL2
ElringKlinger
Anteil der Short-Position: 4,22%
TUI1
TUI
Anteil der Short-Position: 3,90%
LHA
Lufthansa
Anteil der Short-Position: 3,86%
HFG
HELLOFRESH INH
Anteil der Short-Position: 3,23%
DRW8
DRAEGERWERK ST.A....
Anteil der Short-Position: 2,18%
VBX
VOLTABOX
Anteil der Short-Position: 1,59%
SAE
SHOP APOTHEKE EUR...
Anteil der Short-Position: 1,42%
DHER
DELIVERY HERO
Anteil der Short-Position: 1,22%
B5A
Bauer
Anteil der Short-Position: 1,17%
RAA
Rational
Anteil der Short-Position: 1,10%
BVB
Borussia Dortmund
Anteil der Short-Position: 0,80%
ARL
Aareal Bank
Anteil der Short-Position: 0,69%
DBK
Deutsche Bank
Anteil der Short-Position: 0,67%
AEIN
ALLGEIER
Anteil der Short-Position: 0,59%
M0Y
MYNARIC INH
Anteil der Short-Position: 0,55%

Deutz: Aktienmotor läuft im oberen Drehzahlbereich

Nach der jahrelangen Kursschwäche ist das Papier des Motorenherstellers Deutz seit dem Februar-Tief um mehr als 50 Prozent nach oben geschossen. Dabei hat Vorstandschef Helmut Leube einen verhaltenen Ausblick auf 2016 gegeben. Kann die Erholung der SDAX-Aktie dennoch weitergehen?

Im Gegensatz zum Aktienkurs dreht das Geschäft von Deutz nur im unteren Bereich: 2015 hat der Hersteller von Dieselmotoren einen Absatzeinbruch um 30 Prozent verbucht. Auslöser waren das stark schrumpfende Geschäft für Mobile Arbeitsmaschinen (unter anderem Bagger und Dampfwalzen) sowie der Bereich Landtechnik. Das konnte durch das etwas gestiegene Service-Geschäft und Umsätze im Automotive-Bereich auch nicht annähernd wettgemacht werden. Entsprechend sank der Konzernumsatz um 18,5 Prozent auf 1,25 Mrd. Euro. Das lag einerseits daran, dass im Vorjahr viele europäische Kunden vor der Einführung einer neuen Abgasnorm in der EU zum 1. Oktober 2014 kräftig geordert hatten, und sich 2015 mit Aufträgen stark zurückgehalten haben. „Zum anderen ist Deutz seit der zweiten Jahreshälfte 2015 von einer ausgeprägten Investitionszurückhaltung in den Endmärkten betroffen“, sagt Vorstandschef Helmut Leube. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) kollabierte 2015 auf nur mehr 4,9 Mio. Euro. Das entsprach einer Marge von lediglich 0,4 Prozent, gegenüber 0,8 Prozent für 2014. Bereits im September 2015 hatte der Konzern Anleger mit einer Gewinnwarnung auf die schwachen Zahlen vorbereitet. Die unveränderte Dividende je Aktie von 0,07 Euro für 2015 ist da nur ein schwacher Trost, zumal die Dividendenrendite bei lediglich 1,7 Prozent liegt.

Eine deutliche Besserung des Geschäfts ist momentan nicht in Sicht. „Für das Geschäftsjahr 2016 stellen wir uns auf ein weiterhin schwieriges Geschäftsumfeld ein, zumal Anzeichen für eine Markterholung bis dato noch nicht erkennbar sind“, betont der Firmenlenker. „Insgesamt gehen wir von einem stagnierenden bzw. allenfalls leicht wachsenden Umsatz aus. Dabei sollte die EBIT-Marge moderat ansteigen.“ Die Skepsis von Leube ist mehr als verständlich, wenn man sich die anhaltende Abschwächung des Wachstums der Weltwirtschaft und die entsprechenden Zahlen und Prognosen des weltgrößten Baumaschinenherstellers Caterpillar anschaut. Zudem dürften die sinkenden Preise für Agrarrohstoffe – und die in der Folge sinkenden Einkommen der Landwirte – dafür sorgen, dass sich die meisten Bauern mit dem Kauf von Landmaschinen weiter zurückhalten.

 

Deutz  Kurs: 5,450 €

 

Die geplant Ergebnisverbesserung bei Deutz sei vor allem auf weitere Kostensenkungen und den „ersten positiven Effekten aus der Standortoptimierung“ zurückzuführen. Der Konzern räumt den Standort Köln-Deutz und baut am größten Standort Köln-Porz ein neues Wellenzentrum zur Fertigung von Nocken- und Kurbelwellen. Es soll Mitte 2016 den Betrieb aufnehmen. Zum anderen wird das Werk für Austauschmotoren in Übersee am Chiemsee bis 2017 in das Werk in Ulm integriert und anschließend geschlossen. Wegen der schwachen Nachfrage in China hat der Konzern seine Anteile an einem Joint-Venture verkauft. „Unsere chinesische Produktion konsolidieren wir aufgrund der reduzierten Wachstumserwartungen in unserem Joint Venture Deutz Dalian“, sagt Leube. Das Joint Venture betreibt Deutz seit 2007 gemeinsam mit dem chinesischen Autohersteller First Automotive Works (FAW). Immerhin sieht es bilanziell ganz gut aus bei Deutz. Die Eigenkapitalquote liegt bei beachtlichen 45,5 Prozent und die Nettofinanzposition bei 39 Mio. Euro. Damit ist der Konzern gut gerüstet, um dem herausfordernden Umfeld zu trotzen.

Die mittel- und langfristigen Perspektiven von Deutz erscheinen gut, könnten doch die Märkte für Mobile Arbeitsmaschinen und Landmaschinen in den nächsten Jahren wachsen, wodurch die Nachfrage nach Dieselmotoren von Deutz angekurbelt würde. Für Zuversicht sorgt auch die langfristige Kooperation mit der im MDAX gelisteten KION Group. So sollen die großen Gabelstapler der KION-Premiummarke Linde ab dem Jahr 2019 sukzessive mit neuentwickelten 2,2-Liter-Motoren von Deutz ausgerüstet werden. Das ist aber Zukunftsmusik, während das Umfeld auf absehbare Zeit schwierig bleiben dürfte.

Wie geht es mit der Deutz-Aktie weiter? Die Analysten sind geradezu euphorisch und prognostizieren für 2016 ein EBIT von 20 Mio. Euro und für 2017 sogar von rund 40 Mio. Euro. Woher der Optimismus der Analysten stammt, angesichts der Tatsache, dass der Gewinn von Deutz seit Jahren in einer Abwärtsspirale ist, bleibt das Geheimnis der Finanzprofis. Angenommen der Konzern würde es tatsächlich schaffen, im nächsten Jahr das EBIT auf 40 Mio. zu verdoppeln, – was äußerst unwahrscheinlich erscheint –, wäre Deutz bei einem Börsenwert von 500 Mio. Euro mit dem 12,5fachen des 2017er-EBITs bewertet. Das ist ein extrem hoher Wert. Selbst wenn man den Netto-Cash von 39 Mio. Euro berücksichtigt, wäre der Konzern immer noch mit dem 11,5fachen bewertet. Und das bei einer erwarteten EBIT-Marge von nur knapp drei Prozent für 2017. Für diejenigen Anleger, die lieber auf das KGV schauen: Das 2016er-KGV liegt bei horrenden 43 und für 2017 bei 18. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Vor dem Hintergrund und angesichts der trüben Geschäftsperspektiven könnte die Rally schon bald auslaufen und die Aktie eher den Rückwärtsgang einlegen.

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Deutz
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
630500 5,450 Halten 658,70
KGV 2022e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
9,73 18,88 0,51 15,06
KBV KCV KUV EV/EBITDA
1,22 5,70 0,36 5,23
Dividende '19 in € Dividende '20e in € Div.-Rendite '20e
in %
Hauptversammlung
0,00 0,00 0,00 29.04.2021
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
06.05.2021 11.08.2020 10.11.2020 18.03.2021
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
6,99% 19,75% 6,86% 12,84%
    

 

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2015 2016 2017 2018 2019 2020e 2021e
Umsatzerlöse1 1.247,40 1.260,20 1.479,10 1.778,80 1.840,80 0,00 0,00
EBITDA1,2 112,20 114,20 240,00 161,40 175,50 0,00 0,00
EBITDA-Marge3 8,99 9,06 16,23 9,07 9,53 0,00 0,00
EBIT1,4 4,90 23,40 146,50 82,00 88,10 0,00 0,00
EBIT-Marge5 0,39 1,86 9,90 4,61 4,79 0,00 0,00
Jahresüberschuss1 3,50 16,00 121,20 69,90 52,30 0,00 0,00
Netto-Marge6 0,28 1,27 8,19 3,93 2,84 0,00 0,00
Cashflow1,7 103,30 63,80 112,70 97,50 115,60 0,00 0,00
Ergebnis je Aktie8 0,04 0,14 1,00 0,58 0,43 -0,74 0,29
Dividende8 0,07 0,07 0,15 0,15 0,00 0,00 0,00
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

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1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de
Wirtschaftsprüfer: PricewaterhouseCoopers

 

Dieser Beitrag stammt von Egmond Haidt, der für die boersengefluester.de-Partnerseite Feingold Research schreibt.


Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse gründete im Mai 2013 die auf Datenjournalismus fokussierte Seite boersengefluester.de. Zuvor war er 19 Jahre bei dem Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. 2016 gewann Gereon Kruse mit boersengefluester.de beim viel beachteten finanzblog award der comdirect bank den Publikumspreis und belegte gleichzeitig noch den 3. Platz in der Jurywertung.