ECV
ENCAVIS
Anteil der Short-Position: 12,74%
VAR1
Varta
Anteil der Short-Position: 8,82%
BOSS
HUGO BOSS
Anteil der Short-Position: 6,32%
DUE
Dürr
Anteil der Short-Position: 5,69%
COK
Cancom IT Systeme
Anteil der Short-Position: 5,00%
SDF
K+S
Anteil der Short-Position: 4,97%
ZIL2
ElringKlinger
Anteil der Short-Position: 4,22%
LEO
Leoni
Anteil der Short-Position: 3,99%
LHA
Lufthansa
Anteil der Short-Position: 3,71%
GBF
Bilfinger Berger
Anteil der Short-Position: 3,11%
GXI
Gerresheimer
Anteil der Short-Position: 2,42%
DRW8
DRAEGERWERK ST.A....
Anteil der Short-Position: 2,18%
TKA
ThyssenKrupp
Anteil der Short-Position: 1,81%
MOR
MorphoSys
Anteil der Short-Position: 1,70%
SOW
Software AG
Anteil der Short-Position: 1,54%
DHER
DELIVERY HERO
Anteil der Short-Position: 1,48%
BVB
Borussia Dortmund
Anteil der Short-Position: 0,72%
5Y6
COMPASS PATHW SP.ADR
Anteil der Short-Position: 0,71%
ARL
Aareal Bank
Anteil der Short-Position: 0,69%
AEIN
ALLGEIER
Anteil der Short-Position: 0,67%
HOT
Hochtief
Anteil der Short-Position: 0,59%
G1A
GEA Group
Anteil der Short-Position: 0,52%
CEC
CECONOMY ST
Anteil der Short-Position: 0,49%

Biotest: Ganz heiße Kiste

Am seidenen Faden hängt nach wie vor die Übernahme des Pharmaunternehmens Biotest durch die chinesische Creat Group, beziehungsweise Tiancheng. Dabei sah es in den ersten Wochen der Offerte noch so gut aus: Bereits kurz vor Ende der offiziell bis Ende Juni 2017 laufenden Angebotsfrist wurde die an die Stammaktien gesetzte Mindestannahmeschwelle von 75 Prozent erreicht. Den vollständig im Streubesitz befindlichen Vorzügen kommt angesichts des fehlenden Stimmrechts bei der Übernahme nur eine Statistenrolle zu, auch wenn sie im SDAX enthalten sind. Das zeigt sich schon beim Angebotspreis: Mit 28,50 Euro boten die Chinesen für die Stämme einen satten Aufschlag von 50 Prozent gegenüber den Vorzügen, die sie für 19,00 Euro abfinden wollten. Unmittelbar nach dem Bekanntwerden der Offerte im April 2017 reagiert die Börse prompt und beförderte die Kurse von Stamm- und Vorzugsaktien bis dicht an die offiziellen Gebotspreise.

 

So notierten die Stämme im April und Mai 2017 meist um rund 40 Prozent über dem Kurs der Vorzüge – eine gewisse Skepsis gegenüber dem Zustandekommen der Offerte gab es also schon immer, was freilich eine eher typische Erscheinung im Rahmen von Übernahmen ist. Und eben solche Spreads zwischen Aktienkurs und Gebotspreis ziehen regelmäßig Spekulanten an. Geht der Deal am Ende wie geplant über die Bühne, lassen sich ordentliche Renditen einfahren. Jüngstes Beispiel war etwa die im zweiten Anlauf geklappte Übernahme von Stada Arzneimittel durch Finanzinvestoren. Doch mitunter verzocken sich Anleger auch, wie etwa bei der geplatzten Offerte von GE für den 3D-Druckerhersteller SLM Solutions. Dazwischen funken können aber auch staatliche Stellen, wovon Aixtron-Aktionäre ein Lied singen können. Hier legten die USA im vergangenen Jahr ihr Veto ein, weil das amerikanische Komitee für Auslandsinvestitionen in den Vereinigten Staaten (CFIUS) Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit anmeldete. Tatsächlich zog der chinesische FCG-Konzern im vergangenen Jahr daraufhin seine Offerte für den im TecDAX gelisteten Spezialanalagenbauer Aixtron zurück.

 

Biotest ST  Kurs: 28,800 €

 

Letztlich liegt der selbe Fall nun bei Biotest vor: Anfang November musste Biotest einräumen, dass das US-Amt CFIUS zwar noch keine endgültige Absage erteilt habe, aber „dass das Komitee zum jetzigen Zeitpunkt davon ausgeht, dass die US-nationalen Sicherheitsbedenken innerhalb der aktuellen Transaktionsstruktur nicht ausgeräumt werden können.“ Aus diesem Grund haben sich Biotest und Tiancheng auch entschlossen, einen neuen Antrag einzureichen. “In Gesprächen mit CFIUS wollen wir Optionen erörtern, wie die Bedenken ausgeräumt oder andere Maßnahmen ergriffen werden könne, um die Transaktion durchzuführen”, sagte Biotest-CEO Bernhard Ehmer zuletzt bei der Vorlage des Q3-Berichts. Es steht viel auf dem Spiel: Für Biotest sind die USA ein Schlüsselmarkt, schon allein wegen der 22 Plasmasammelzentren von Biotest in den Vereinigten Staaten, ohne die sich das Wachstumsprojekt „Biotest Next Level“ (BNL) kaum realisieren lässt. An der Börse sackten die Stammaktien Ende November mit gut 20 Euro zweitweise bis dicht an das Niveau der Vorzüge heran.

 

Biotest VZ  Kurs: 27,800 €

 

Zuletzt hat sich der Spread wieder auf zehn Prozent erhöht, mit rund 22 Euro sind die Stammaktien aber weiterhin deutlich entfernt vom Gebotspreis. Extrem risikobereite Investoren setzen darauf, dass sich die Parteien einigen und der Deal doch noch durchgeht. Doch die Zeit drängt: Bis Ende Januar 2018 muss eine Entscheidung gefallen sein. Ansonsten heißt es: Zurück auf Los. Aber ob die Chinesen einen komplett neuen Anlauf wagen, ist eher zweifelhaft. Und ohne die Offerte von Creat drohen die Biotest-Aktien noch einmal kräftig abzurutschen. So gesehen handelt es sich um eine ganz heiße Kiste.

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Biotest VZ
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
522723 27,800 Halten 1.119,87
KGV 2022e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
0,00 21,02 0,00 88,25
KBV KCV KUV EV/EBITDA
2,48 - 2,67 50,29
Dividende '19 in € Dividende '20e in € Div.-Rendite '20e
in %
Hauptversammlung
0,04 0,04 0,14 11.05.2021
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
11.05.2021 12.08.2021 12.11.2020 31.03.2021
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
4,04% 16,39% -1,07% 33,98%
    

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Biotest ST
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
522720 28,800 Halten 1.119,87
KGV 2022e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
0,00 20,76 0,00 91,43
KBV KCV KUV EV/EBITDA
2,57 - 2,67 51,59
Dividende '19 in € Dividende '20e in € Div.-Rendite '20e
in %
Hauptversammlung
0,00 0,00 0,00 11.05.2021
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
11.05.2021 12.08.2021 12.11.2020 31.03.2021
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
4,06% 15,61% 0,00% 50,39%
    

 

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2015 2016 2017 2018 2019 2020e 2021e
Umsatzerlöse1 589,60 553,10 378,10 400,30 419,10 460,00 0,00
EBITDA1,2 22,40 86,60 13,00 35,20 30,50 23,50 0,00
EBITDA-Marge3 3,80 15,66 3,44 8,79 7,28 5,11 0,00
EBIT1,4 -71,80 63,90 -9,30 10,60 -1,20 -7,50 0,00
EBIT-Marge5 -12,18 11,55 -2,46 2,65 -0,29 -1,63 0,00
Jahresüberschuss1 -82,50 -45,70 -3,50 181,70 -4,70 -8,00 0,00
Netto-Marge6 -13,99 -8,26 -0,93 45,39 -1,12 -1,74 0,00
Cashflow1,7 38,10 65,90 34,30 -50,00 -33,60 0,00 0,00
Ergebnis je Aktie8 -2,08 -1,15 -0,42 4,60 -0,13 -0,92 -0,55
Dividende8 0,02 0,05 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

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1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de
Wirtschaftsprüfer: Ernst & Young

 

Foto: Pixabay



Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse gründete im Mai 2013 die auf Datenjournalismus fokussierte Seite boersengefluester.de. Zuvor war er 19 Jahre bei dem Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. 2016 gewann Gereon Kruse mit boersengefluester.de beim viel beachteten finanzblog award der comdirect bank den Publikumspreis und belegte gleichzeitig noch den 3. Platz in der Jurywertung.