[ Serie ] Die DAX-Familie – Teil 4

So funktioniert die DAX-Familie – Teil 4: MDAX, SDAX und TecDAX

Diese Regeln gelten unterhalb des DAX

Der einzige Index, der jedes Vierteljahr ordentlich überprüft wird, ist der #SDAX. Bei #MDAX und #TecDAX findet die reguläre Anpassung halbjährlich, und zwar im März sowie zum Septembertermin, statt. Wichtig: Bei MDAX, SDAX und TecDAX reicht es aus, wenn nur eines der Kriterien A. oder B. erfüllt wird.

 

      MÄRZ JUNI SEPTEMBER DEZEMBER
 MDAX  FAST ENTRY  40/40  ×  ×  ×  ×
   FAST EXIT  75/75  ×  ×  ×  ×
 SDAX  REGULAR ENTRY/ EXIT  110/110  ×    ×  
 TECDAX  FAST ENTRY  25/25  ×  ×  ×  ×
   FAST EXIT  45/45  ×  ×  ×  ×
   REGULAR ENTRY/ EXIT  35/35  ×    ×  

 

 


A. Regular Entry MDAX:

Eine Gesellschaft kann in den MDAX aufgenommen werden, wenn sie beim Börsenumsatz und bei der Marktkapitalisierung besser als Rang 60 platziert ist.

B. Regular Exit MDAX:

Eine Gesellschaft kann aus dem MDAX herausgenommen werden, wenn sie beim Börsenumsatz oder bei der Marktkapitalisierung schlechter als Rang 60 platziert ist. 


A. Regular Entry SDAX:

Ein Unternehmen kann in den SDAX aufgenommen werden, wenn es beim Börsenumsatz und bei der Marktkapitalisierung besser als Rang 110 platziert ist.

B. Regular Exit SDAX:

Ein Unternehmen kann aus dem SDAX herausgenommen werden, wenn es beim Börsenumsatz oder bei der Marktkapitalisierung schlechter als Rang 110 platziert ist.


A. Regular Entry TecDAX:

Eine Firma kann in den TecDAX aufgenommen werden, wenn sie beim Börsenumsatz und bei der Marktkapitalisierung besser als Rang 35 platziert ist.

B. Regular Exit TecDAX:

Eine Firma kann aus dem TecDAX herausgenommen werden, wenn sie beim Börsenumsatz oder bei der Marktkapitalisierung schlechter als Rang 35 platziert ist.


A. Fast Entry MDAX:

Ein Unternehmen kann in den MDAX aufgenommen werden, wenn es beim Börsenumsatz und bei der Marktkapitalisierung besser als Rang 40 platziert ist.

B. Fast Exit MDAX:

Ein Unternehmen kann aus dem MDAX herausgenommen werden, wenn es beim Börsenumsatz oder bei der Marktkapitalisierung schlechter als Rang 75 platziert ist.


A. Fast Entry TecDAX:

Eine Firma kann in den TecDAX aufgenommen werden, wenn sie beim Börsenumsatz und bei der Marktkapitalisierung besser als Rang 25 platziert ist.

B. Fast Exit TecDAX:

Eine Firma kann aus dem TecDAX herausgenommen werden, wenn sie beim Börsenumsatz oder bei der Marktkapitalisierung schlechter als Rang 45 platziert ist.


Die Fast-Entry/Exit-Kriterien bei den beiden Auswahlindizes MDAX und TecDAX sind in erster Linie dafür geschaffen, um größeren Neuemissionen einen zeitnahen Aufstieg in die Indexfamilie der Deutschen Börse zu ermöglichen. Zudem sollen Firmen, deren Kurse stark gefallen sind, möglichst rasch aus den Indizes entfernt werden können. Bei Insolvenzen haben die Indexhüter ohnehin die Möglichkeit, außerordentlich zu aktualisieren.

Nutzen für Privatanleger

Es kann durchaus lohnenswert sein, rechtzeitig auf potenzielle Indexaufsteiger zu setzen. Institutionelle Anleger und Indextracker sind gehalten, die entsprechenden Papiere mit der Umsetzung ebenfalls in ihre Portfolios aufzunehmen. Bei kleineren Indizes wie TecDAX und SDAX kann die Beförderung zudem einen Bekanntheitsschub auslösen und neue Investorengruppen anziehen. Umgekehrt sollten Anleger potenzielle Wackelkandidaten kritisch verfolgen. Der Rauswurf aus der Indexwelt der Deutschen Börse ist in der Regel negativ zu sehen. Umstritten ist der Effekt einer DAX-Aufnahme. So gab es in der Vergangenheit beide Ausprägungen. Manche Aktien haben ihre starke Performance aus dem MDAX auch im DAX fortsetzen können. Das krasse Gegenteil war hingegen bei MLP oder Hypo Real Estate zu beobachten. 

 


Teil 1: Zum Artikel · So funktioniert die DAX-Familie – Warum es EADS nicht in den DAX schafft

Teil 2: Zum Artikel · So funktioniert die DAX-Familie – Nach diesen Regeln entscheiden die Indexhüter beim DAX

Teil 3: Zum Artikel · So funktioniert die DAX-Familie – DAX-Startaufstellung 1997 + Bisherige Anpassungen bis 2013



Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse gründete im Mai 2013 die auf Datenjournalismus fokussierte Seite boersengefluester.de. Zuvor war er 19 Jahre bei dem Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. 2016 gewann Gereon Kruse mit boersengefluester.de beim viel beachteten finanzblog award der comdirect bank den Publikumspreis und belegte gleichzeitig noch den 3. Platz in der Jurywertung.

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