Datron: Zweistellige Regionen im Visier

Es muss nicht immer Scale sein. Auch Unternehmen, die (bislang) nicht in das Entry-Standard-Nachfolgesegment der Deutschen Börse gewechselt sind, bieten interessante Storys: Gut gefällt boersengefluester.de zum Beispiel die Aktie von Datron – einem Hersteller von CNC-Fräsmaschinen zur Bearbeitung von Aluminium und Kunststoffen. Dabei lief 2016 für das Unternehmen aus Mühltal in der Nähe von Darmstadt gar nicht mal so gut wie anfangs erhofft. Insbesondere der mit viel Zuversicht bedachte Bereich Dentalfräser sorgt nicht für die gewünschten Ergebnisse. Dafür – und das ist gute Nachricht – zieht das Stammgeschäft mit herkömmlichen CNC-Fräsmaschinen und Dosiersystemen für Klebstoffanwendungen stärker als gedacht an. Insgesamt kam Datron 2016 bei Erlösen von 45,68 Mio. Euro auf ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 2,90 Mio. Euro – nach 3,26 Mio. Euro im Jahr zuvor. Avisiert hatte CFO Michael Daniel zuletzt ein EBIT von 3,0 Mio. Euro, ursprünglich sollten es 2016 gar mal bis zu 4 Mio. Euro werden. Sei es drum: Sowohl Q3 als auch Q4 liefen für Datron insbesondere auf der Umsatzseite sehr ordentlich. Unterm Strich blieb 2016 ein Ergebnis je Aktie von 0,50 Euro stehen. Zum Vergleich: Das Bankhaus Lampe kalkulierte mit 0,57 Euro pro Anteilschein.

 

Datron  Kurs: 11,535 €

 

Bei der Dividende macht das schuldenfreie Unternehmen dennoch keine Abstriche und schlägt zur Hauptversammlung am 30. Juni 2017 eine unveränderte Ausschüttung von 0,15 Euro je Aktie vor. Damit bringt es der Small Cap auf eine Rendite von 1,4 Prozent, was freilich kein schlagender Investitionsgrund ist. Mehr Kursfantasie entfacht da schon der für 2017 angepeilte Umsatz von mindestens 50 Mio. Euro – bei einem EBIT von rund 4 Mio. Euro. Damit käme Datron auf eine operative Rendite rund acht Prozent. Damit nicht genug: „Voraussichtlich ab 2019 werden wir ein Umsatzniveau erreichen, welches zweistellige EBIT-Margenzielwerte dauerhaft zulässt“, sagt Finanzvorstand Daniel. Das ist bemerkenswert, denn zweistellige Renditeniveaus gab es bei Datron bislang nicht. Sofern die Gesellschaft ihre Prognosen erfüllt, könnte Datron 2019 also auf ein Betriebsergebnis von rund 6 Mio. Euro zusteuern – und das bei einer Marktkapitalisierung von zurzeit gerade einmal 42,5 Mio. Euro. Zieht man dann noch die rund 5 Mio. Euro Netto-Cash (Stand: 30. Juni 2016) ab, würde der Titel mit dem Faktor 6,3 auf das für 2019 von boersengefluester.de erwartete EBIT gehandelt. Dagegen lässt sich wohl nichts sagen, selbst wenn die Zeitspanne bis dahin noch recht lang ist.

Summa Summarum kreist die Aktie unserer Meinung nach auf jeden Fall zu Unrecht außerhalb des Radarschirms der meisten Investoren. Ihr bisheriges All-Time-High erreichte die DatronAktie (Kürzel: DAR) mit 12,95 Euro übrigens gleich am ersten Handelstag zum IPO am 13. April 2011. In etwa diese Kursregionen sollte der Titel perspektivisch auch zurückkehren. Den Geschäftsbericht wird Datron Anfang Mai 2017 vorlegen. Bis dahin wollte CEO und Großaktionär Arne Brüsch offenbar nicht warten. Er hat sich schon jetzt ein paar zusätzliche Stücke ins Depot gelegt.

 

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Datron
WKN Kurs in € Einschätzung
A0V9LA 11,535 Kaufen
KGV 2018e KBV Börsenwert in Mio. €
15,18 2,21 46,14
Dividende '16 in € HV-Termin Div.-Rendite in %
0,15 30.06.2017 1,30

 

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2012 2013 2014 2015 2016 2017e
Umsatzerlöse1 32,87 33,54 38,20 43,22 45,68 51,00
EBITDA1,2 2,63 2,39 3,69 3,98 3,65 4,80
EBITDA-Marge3 8,00 7,13 9,66 9,21 7,99 9,41
EBIT1,4 2,10 1,80 3,00 3,26 2,90 4,10
EBIT-Marge5 6,39 5,37 7,85 7,54 6,35 8,04
Jahresüberschuss1 1,60 1,25 2,10 2,25 2,00 2,68
Netto-Marge6 4,87 3,73 5,50 5,21 4,38 5,25
Cashflow1,7 -2,60 2,60 1,30 1,82 2,70 3,45
Ergebnis je Aktie8 0,38 0,31 0,52 0.56 0,50 0,67
Dividende8 0,10 0,10 0,15 0,15 0,15 0,17
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

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1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de

Wirtschaftsprüfer: Horst Zang

 

Foto: Datron AG



Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse gründete im Mai 2013 die auf Datenjournalismus fokussierte Seite boersengefluester.de. Zuvor war er 19 Jahre bei dem Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. 2016 gewann Gereon Kruse mit boersengefluester.de beim viel beachteten finanzblog award der comdirect bank den Publikumspreis und belegte gleichzeitig noch den 3. Platz in der Jurywertung.