[sws_green_box box_size=”585″]Stolze 13,5 Prozent Verzinsung bietet das Papierunternehmen Youbisheng Green Paper für eine Anleihe im Volumen von 25 Mio. Euro. Kann das mit rechten Dingen zugehen? Steht den Chinesen das Wasser bis zum Hals? Wo ist der Cash geblieben? Vor einem Jahr weist der Quartalsbericht noch 55 Mio. Euro Zahlungsmittel aus. Ja – es geht alles mit rechten Dingen zu, und der üppige Zinssatz ist auch kein Verzweiflungsakt, sondern betriebswirtschaftlich sinnvoll.[/sws_green_box]
Youbisheng Green Paper produziert umweltfreundlich Verpackungsmaterialien aus Altpapier, die überwiegend zur Herstellung von Pappkartons, Papiertaschen sowie Etiketten und Anhängeschildchen für Bekleidung verwendet werden. Die Nachfrage steigt kontinuierlich. Zum einen wächst besonders der private Konsum in China. Zum anderen achtet die neue Regierung besonders auf ökologisch unbedenkliche Herstellungsmethoden und Produkte. Papierhersteller, die die hohen Umweltschutzauflagen nicht erfüllen – von denen es in China eine ganze Menge gibt –, werden dicht gemacht. Dieses Vakuum will Youbisheng nutzen. Immerhin ist das Unternehmen als „Fujian Top Twelve Environmental Friendly Paper Producer“ ausgezeichnet worden. Zudem wird landesweit von öffentlichen Stellen für die Papier- statt Plastiktüte geworben. Von dieser Wachstumsdynamik will Youbisheng profitieren. Doch die Kapazitäten sind voll ausgelastet. Derzeit kauft Youbisheng bei anderen Unternehmen Material zu. Aber die hohen Umweltstandards können nur mit eigenen Anlagen sichergestellt werden.
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Derzeit hat Youbisheng nur einen Standort in der Stadt Quanzhouin im Südosten Chinas nahe der Küste. Von hier aus kann rentabel eine Region mit etwa 140 Millionen Einwohnern beliefert werden. Um das eigene Herstellungsvolumen zu verdreifachen und eine Produktion im Landesinneren aufzubauen, soll eine zweite Papiermaschine angeschafft werden. Diese Investition in Huanggang am Yangtze Fluss in der Provinz Hubei, 800 km westlich von Shanghai, soll knapp 90 Mio. Euro kosten. Trotz des starken Cashflows befinden sich aber nur 55 Mio. Euro in der Kasse. Es fehlen also rund 35 Mio. Euro. In China ist es aussichtslos, für private Mittelständler Investitionskredite zu erhalten. Mit einer Kapitalerhöhung zum Börsengang war das Unternehmen nicht erfolgreich. Auch andere Wege der Mittelbeschaffung scheiterten bisher.
Chinesische Unternehmen sind derzeit an der Börse in Deutschland nicht gut gelitten. Auch „ordentliche“, hoch profitable Firmen wie Youbisheng, die über ein schlüssiges Unternehmenskonzept verfügen und bisher immer ihre Prognosen eingehalten haben, werden durch Skandale wie bei Kinghero, Powerland und MingLe Sports in Sippenhaft genommen. Also versucht es Youbisheng nun mit einer Privatplatzierung einer Anleihe im Volumen von 25 Mio. Euro mit einer Laufzeit von sechs Jahren. Der Zinssatz von 13,5 Prozent ist zwar exorbitant hoch, doch für das Unternehmen vertretbar. Denn die EBIT-Marge (Ergebnis vor Steuern und Zinsen im Verhältnis zum Umsatz) beträgt stattliche 25 Prozent.
Im vergangenen Jahr dürfte Youbisheng etwa 96 Mio. Euro Umsatz und ein EBIT von rund 24 Mio. Euro erwirtschaftet haben. Der Cashflow dürfte zwischen 15 und 20 Mio. Euro liegen. Es würde also noch etwa zwei Jahre dauern, bis Youbisheng das Geld für die neue Anlage angespart hätte. Wenn sich mithilfe der jetzt aufgelegten Anleihe der Umsatz zwei Jahre früher verdoppelt, dann würde Youbisheng kumuliert rund 48 Mio. Euro mehr EBIT verdienen. Die Zinsen schlagen aber über die gesamte Laufzeit „nur“ mit 20,25 Mio. Euro zu Buche – ein durchaus sinnvolles Geschäft.
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Allerdings sieht es derzeit nicht danach aus, dass die Anleihe vollständig platziert wird. In Frankfurter Nebenwertekreisen munkelt man, dass die Nachfrage – trotz gigantischer Zinsen eher schwach ist. Das Unternehmen will sich – verständlicher Weise – zum aktuellen Stand nicht äußern. Für die Aktionäre von Youbisheng ist das zwar bedauerlich, doch kein Grund, sich von der extrem günstig bewerteten Aktie zu trennen. So müssen die Chinesen eben noch zwei Jahre sparen, um die Investition mit eigenem Cash zu bezahlen. Zum Ende des vergangenen Jahres hat Youbisheng schon mal 24 Mio. Euro in Landnutzungsrechte (in China kann man kein Land kaufen) und eine Anzahlung an einen Bauunternehmer investiert.
Das aktuell niedrigere Kursniveau lädt zum Einstieg oder Aufstocken ein. Mit einem KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) von knapp über zwei, gehört der Titel zum Günstigsten, was der deutsche Kurszettel zu bieten hat. Der Börsenwert von rund 40 Mio. Euro lag vor der Investition unter dem Cash-Bestand, und mit einer Eigenkapitalquote von mehr als 70 Prozent kann eigentlich nicht mehr viel schief gehen. Nur eben mit einem deutlichen Ergebnissprung ist frühestens in drei bis vier Jahren zu rechnen.
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