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secunet Security Networks: Cool bleiben

Nur ein paar Minuten hat es gedauert, dann war die Rechnung an der Börse klar: Von dem geplanten 100 Mrd. Euro Sondervermögen der Bundesregierung zur Ausstattung der Bundeswehr wird secunet Security Networks bestimmt einen erklecklichen Betrag in Auftragseingänge ummünzen können. Immerhin statten die Essener seit jeher nicht nur Behörden und Betreiber kritischer Infrastrukturen mit Komplettlösungen für Verschlüsselung und IT-Sicherheit aus, sondern eben auch Streitkräfte wie die Bundeswehr. Entsprechend ging es mit dem Aktienkurs von secunet seit Ende Februar von ungefähr 270 auf rund 450 Euro in die Höhe. Das entspricht einem Zugewinn an Börsenwert von beinahe 1,2 Mrd. Euro. Nun lässt sich trefflich darüber streiten, ob die Kursrally gerechtfertigt ist oder nicht. Unterstellt, dass die 2021er-EBIT-Marge von 20,6 Prozent aus dem „Public Sector“ in etwa auch für die Geschäfte mit der Bundeswehr gelten, dann müsste secunet aber in der Tat ordentlich abräumen im neuen Verteidigungsbudget, um die Vorschusslorbeeeren zu rechtfertigen.

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Wenig überraschend indes, dass der ohnehin notorisch konservativ planende secunet-Vorstand die Spekulationen nicht noch zusätzlich anheizt. „Inwieweit daraus für secunet konkrete Chancen erwachsen, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar“, heißt es im frisch vorgelegten Geschäftsbericht 2021. Und so wird es wohl noch einige Quartale dauern, bis sich die möglichen Effekte im Zahlenwerk zeigen. Den bisherigen Ausblick für 2022 hat CEO Axel Deininger daher erst einmal nicht angetastet. Demnach ist weiterhin mit Erlösen von etwa 320 Mio. Euro sowie einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Bereich um 50 Mio. Euro zu rechnen. Eine Vorschau, die den Aktienkurs von secunet Mitte November allerdings erheblich unter Druck brachte.

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Immerhin weist die im Prime Standard gelistete Gesellschaft bereits für 2021 Umsätze von annähernd 338 Mio. Euro sowie ein EBIT von knapp 64 Mio. Euro aus. Damit befindet sich secunet allerdings auch auf einem Hochplateau, unter anderem ausgelöst durch die enorme Sonderkonjunktur im Zuge der Ausstattung von Behörden mit sicheren Home Office-Arbeitsplätzen. Hinzu kommt, dass die Lieferengpässe im Halbleitermarkt nicht spurlos an secunet vorbeigehen. Abzulesen in der Bilanz ist die Entwicklung etwa in den 2021 um fast 80 Prozent auf mehr als 50 Mio. Euro erhöhten Vorräten. Rein aus Investorensicht kam die Bundeswehrspekulation – so traurig der Anlass auch ist – also zu rechten Zeit.

Aber auch losgelöst von der Bundeswehrkarte, hat die Aktie einige Joker: So bietet insbesondere der – noch immer deutlich kleinere – „Business Sector“ mit seinen Anwendungen im Gesundheitswesen und den anderen Industriekunden aus Telekommunikation, Automotiv oder auch Strom- und Wasserversorgern stattliches Potenzial. Zudem erzielt secunet ungewöhnlich hohe 98 Prozent der Umsatzerlöse im Inland. Entsprechend viele Chancen können sich im Ausland auftun. Über die kräftig heraufgesetzte Dividende zur Hauptversammlung am 25. Mai 2022 hatte boersengefluester.de bereits kürzlich HIER geschrieben. Kernaussage: Trotz der Rekordausschüttung von 5,38 Euro je Aktie ergibt sich nur eine eher unterdurchschnittliche Rendite von 1,2 Prozent. Wer in den Titel investiert, setzt also voll auf Wachstum und Ertrag. Dabei geht boersengefluester.de davon aus, dass der bisherige Ausblick für 2022 bestimmt noch nicht das letzte Wort ist.

Noch ein Tipp in eigener Sache: Sämtliche Geschäftsberichte von secunet seit 2007 können Sie auf unserem brandneuen Portal geschaeftsberichte-download.de (HIER) gratis abrufen.

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Foto: Ralf Kunze auf Pixabay

[sws_grey_box box_size=”640″]Hinweis: Die Berichterstattung und Handlungseinschätzungen durch boersengefluester.de stellen keine Anlageempfehlungen und auch keine Empfehlung oder einen Vorschlag einer Anlagestrategie dar. Zwischen der secunet Security Networks AG und boersengefluester.de besteht eine entgeltliche Vereinbarung zur Soft-Coverage der secunet-Aktie. Boersengefluester.de hält keine Beteiligung an der secunet Security Networks AG. Boersengefluester.de nimmt Maßnahmen zur Vermeidung von Interessenkonflikten vor.[/sws_grey_box]

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Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse ist Gründer des in Frankfurt ansässigen Finanzportals boersengefluester.de und seit vielen Jahren ein profunder Kenner von Kapitalmarktthemen und Experte für Datenjournalismus. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. Investmentprofis aus dem Small- und Midcap-Bereich stufen die Qualität der Berichterstattung von boersengefluester.de laut der IR.on-Medienstudie 2020/21 mit der Bestnote 1,67 ein. Im Gesamtranking der Onlinemedien liegt die Seite mit Abstand auf Platz 1. Beim finanzblog award der comdirect bank hat boersengefluester.de den Publikumspreis und zusätzlich noch den 3. Platz in der Jurywertung gewonnen. Zuvor war Gereon Kruse 19 Jahre beim Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs.