Beinahe 142 Mio. Euro Marktkapitalisierung für ein Unternehmen mit einem 2014er-Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von nicht einmal 2,5 Mio. Euro sind normalerweise ein gefundenes Fressen für Schwarzmaler. Die Aktionäre von Nanogate sehen die Bewertung ihres Unternehmens aber relativ gelassen. Grund: Der Spezialist für Hochleistungsbeschichtungen auf Metall- und Kunststoffbasis wächst extrem rasant. Innerhalb von zehn Jahren kletterten die Erlöse von 4,7 Mio. Euro auf 68,6 Mio. Euro – im laufenden Jahr sollen es deutlich mehr als 80 Mio. Euro werden. Mittelfristig steht die Marke von 100 Mio. Euro als Ziel in sämtlichen Präsentationen der Gesellschaft aus der Nähe von Saarbrücken. Die Hauptkunden kommen aus den Branchen Automobil, Maschinen- und Anlagenbau sowie Gebäude/Interieur. Letztlich geht es dabei stets um zwei Themen: Design und Energieeffizienz. Das Wachstumspotenzial ist hier enorm. „Unser Fokus liegt gegenwärtig auf dem Ausbau der Marktposition: Denn in der aktuellen Phase, in der sich der Markt für Hochleistungsoberflächen erst entwickelt, möchten wir als einer der international führenden Anbieter unseren Vorsprung nutzen und unsere Stellung im Wettbewerb ausbauen”, sagt Vorstandschef Ralf Zastrau.
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Doch irgendwann wird auch Zastrau den Hebel umlegen müssen und stärker auf die Profitabilität achten – womöglich bereits wenn die 100-Millionen-Euro-Umsatz-Glocke klingelt. Die Kursziele der Analysten reichen momentan bis 53,50 Euro. Gemessen daran hätte der Titel noch ein Potenzial von rund einem Viertel. Risikobereite Investoren setzen also weiter auf die Nanogate-Aktie, haben die hohe Bewertung aber jederzeit im Blick. Ein gewisses Manko – zumindest bei dem mittlerweile erreichten Börsenwert – ist für boersengefluester.de, dass der Titel noch immer im nur schwach regulierten Segment Entry Standard gelistet ist. Die Aufnahme in den TecDAX bliebe für Nanogate damit schon aus einem formalen Grund verwehrt. Sensibilisiert ist der Aufsichtsrat jedoch für das Thema: „Die Notiz in diesem Marktsegment erscheint mit Blick auf die Unternehmensgröße und den Aufwand angemessen. Die Gesellschaft prüft kontinuierlich, ob und wann ein Segmentwechsel sinnvoll sein könnte”, heißt es dazu im Geschäftsbericht. Allerdings: Bei einem Streubesitz von derzeit 53 Prozent müsste die Nanogate-Aktie schon auf Kurshöhen von 120 bis 130 Euro klettern, um überhaupt in den Kreis der Indexanwärter zu kommen. Und um auf diesem Niveau auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von beispielsweise 25 zu gelangen, müsste Nanogate (bei der gegenwärtigen Aktienzahl) dann einen Jahresgewinn von rund 16,5 Mio. Euro erzielen. Das erscheint uns doch ziemlich verrückt. Boersengefluester.de wäre schon sehr zufrieden, wenn für 2016 ein Nettogewinn von 2 Mio. Euro herausspringt.
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Foto: Nanogate AG
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