[regsho-scanner-teaser]

Mutares: Weit unter Substanzwert gehandelt

Als Aktie mit zwei Gesichtern zeigte sich zuletzt der Anteilschein von Mutares. Nachdem die Notiz der Beteiligungsgesellschaft 2015 zunächst von 12 Euro bis in der Spitze auf 21,50 nach oben schoss, setzte im Spätsommer eine Trendwende Richtung Süden ein. Unterstützung fand der Aktienkurs der Münchner erst Mitte März 2016 – bei knapp 14 Euro. Sicher: Mit dem französischen Unternehmen Pixmania hatte sich Mutares 2013 ein Ei ins Nest gelegt. Doch Anfang 2016 konnte Mutares einen Schlussstrich ziehen und den notleidenden E-Commerce-Spezialisten an einen Investor weiterreichen. Insgesamt zeigt sich das Mutares-Management um die beiden Gründer Axel Geuer und Robin Laik „zufrieden“ mit den Jahresresultaten und sieht die Gesellschaft „gut gerüstet, die Umsatz- und Ertragslage nachhaltig weiter zu steigern“. Interessant ist der Small Cap – Marktkapitalisierung immerhin gut 234 Mio. Euro, davon 45 Prozent im Streubesitz – vermutlich schon allein unter Dividendenaspekten: Zur Hauptversammlung am 22. Mai 2016 will die Gesellschaft eine Ausschüttung von 0,60 Euro (Vorjahr: 0,78 Euro) pro Aktie vorschlagen, was einer Brutto-Rendite von 3,95 Prozent entspricht. Damit bewegt sich Mutares sogar oberhalb von Aurelius, dem  – wenn auch deutlich größeren– von der Ausrichtung her,  vermutlich am besten vergleichbaren Unternehmen. Bavaria Industries zählt schon allein aus historischen Gründen ebenfalls zur Peer Group. Allerdings schütte Bavaria auch für 2015 keine Dividende aus. Nun: Die Aktionäre werden es locker verschmerzen, denn der Aktienkurs von Bavaria steht auf All-Time-High.

 

[shortcodedisplaychart isin=”DE000A0SMSH2″ ct=”1Y” cwidth=”595″ cheight=”350″]

 

Ein starkes Argument für interessierte Investoren ist auch der stattliche Discount von rund einem Drittel auf den Net Asset Value (NAV) von zuletzt 22,79 Euro. Für 2016 kalkuliert der Mutares-Vorstand derweil mit einem leichten Anstieg bei Umsatz und Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBITDA). Zur Einordnung: 2015 kam die Gesellschaft bei Erlösen von 683,81 Mio. Euro auf ein EBITDA von 39,87 Mio. Euro. Unterm Strich blieb ein Überschuss von 6,81 Mio. Euro stehen. Insbesondere die Ergebnisgrößen lagen zum Teil deutlich über den Schätzungen der Analysten, wobei die Aktie momentan von Hauck & Aufhäuser, Baader Helvea und SMC Research aus Münster regelmäßig verfolgt wird. Größtes Sorgenkind dürfte momentan die Beteiligung GeesinkNorba sein, die Gesellschaft stellt Fahrzeuge für die Müllabfuhr her. Hier bleibt die Liquiditätssituation angespannt. Aber auch bei dem Werkzeugmaschinenzulieferer FTW aus Weißenfels besteht noch „deutliches Verbesserungspotenzial“. Umso besser läuft es dafür bei den Engagements STS Acoustics (Autozulieferer), EUPEC (Öl- und Gasleitungen), Elastomer (Autozulieferer) und A+F (Verpackungsmaschinen). Summa summarum scheint uns die schlechte Stimmung gegenüber der Mutares-Aktie in den vergangenen Monaten übertrieben. Der Titel überzeugt durch eine erkleckliche Dividendenrendite sowie einen hohen Abschlag zum NAV. Gute Voraussetzungen also, damit sich das Papier in den kommenden Monaten wieder von seiner schöneren Seite zeigt.

 

[financialinfobox wkn=”A0SMSH”]

 

[basicinfoboxsc isin=”DE000A0SMSH2″]

 

[basicinfoboxsc isin=”DE000A0JK2A8″]

 

[basicinfoboxsc isin=”DE0002605557″]


 

Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse ist Gründer des in Frankfurt ansässigen Finanzportals boersengefluester.de und seit vielen Jahren ein profunder Kenner von Kapitalmarktthemen und Experte für Datenjournalismus. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. Investmentprofis aus dem Small- und Midcap-Bereich stufen die Qualität der Berichterstattung von boersengefluester.de laut der IR.on-Medienstudie 2020/21 mit der Bestnote 1,67 ein. Im Gesamtranking der Onlinemedien liegt die Seite mit Abstand auf Platz 1. Beim finanzblog award der comdirect bank hat boersengefluester.de den Publikumspreis und zusätzlich noch den 3. Platz in der Jurywertung gewonnen. Zuvor war Gereon Kruse 19 Jahre beim Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs.