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Klöckner & Co: Großaktionär geht in die Offensive

Spektakuläre Übernahmeofferten gab es mit GK Software, va-Q-tec, home24 oder auch Vantage Towers zuletzt bereits einige auf dem heimischen Kurszettel. Für deutlich weniger Kursbewegung sorgt da der jüngste Vorstoß von Friedhelm Loh, der über sein Investmentvehikel Swoctem jetzt 9,75 Euro je Aktie von Klöckner & Co bieten will. Nun: Streng genommen ist das geplante Angebot auch gar kein klassischer Übernahmeversuch, um bei Klöckner & Co innerhalb kurzer Zeit die Mehrzeit zu erlangen. Vielmehr handelt es sich um eine Art strategische Entscheidung von Friedhelm Loh mit dem Ziel, seine Beteiligung von derzeit 25,25 Prozent auf eine Größenordnung nördlich von 30 Prozent zu hieven. Das Timing – zumindest aus Sicht von Friedhelm Loh – ist günstig, denn auch der Aktienkurs des Stahlhändlers kam zuletzt unter die Räder.

Zwar ist der Titel analytisch spottbillig, doch der verhaltene Ausblick für 2023 sowie die spürbar rückläufigen Zahlen für das vergangene Jahr lassen Investoren vorsichtig werden. Zudem hat Klöckner die Dividende zur nächsten Hauptversammlung von 1,00 auf nur noch 0,40 Euro je Aktie gekürzt. Andererseits bringt es der Titel auf dem gedrückten Niveau damit noch immer auf eine Dividendenrendite von rund vier Prozent. Der Buchwert der Duisburger liegt mit etwas mehr als 19 Euro ebenfalls markant über dem gegenwärtigen Kursniveau. Die eigentlich gute Botschaft für Klöckner-Aktionäre ist, dass Friedhelm Loh seinen Anteil weiter ausbauen will, IR-Maßnahmen wie Aktienrückkäufe explizit anspricht (es besteht ein bis Ende Mai 2027 befristeter Ermächtigungsrahmen im Volumen von bis zu zehn Prozent der ausstehenden Aktien) und ein Delisting darüber hinaus definitiv kein Thema ist.

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Damit sollten die jetzt im Raum stehenden 9,75 Euro zunächst einmal so etwas wie ein Airbag für den Kurs ein. Gerade in volatilen Zeiten wie derzeit, ist das ein nicht zu unterschätzendes Signal. Handlungsbedarf für Anleger gibt es unmittelbar nicht. Auf der Webseite offer-swoctem.com werden in den kommenden Wochen alle relevanten Inhalte veröffentlicht. Die offiziellen Angebotsunterlagen sollen dem Vernehmen nach bis Ende März publik sein. „Ziel ist, dass die Gesellschaft dem von zahlreichen Herausforderungen geprägten gesamtwirtschaftlichen Umfeld auf einer rechtlich und wirtschaftlich stabilen Grundlage begegnen kann. Zudem möchten wir die weitere strategische und unternehmerische Entwicklung der Klöckner-Gruppe im besten Interesse des Unternehmens und aller Stakeholder fördern“, sagt Friedhelm Loh.

Boersengefluester.de wertet den Vorstoß von Swoctem positiv, auch wenn der Preis zunächst einmal ziemlich unattraktiv ist. Immerhin kommt nun aber wieder ein wenig Bewegung in die Kapitalmarktstory. Der nächst größere Investor hinter Loh ist übrigens die Rossmann Beteiligungs GmbH um den Drogeristen Dirk Roßmann mit einem Anteil von 5,02 Prozent. Tipp: Sämtliche Geschäftsberichte von Klöckner & Co seit 2008 finden Sie auf unserer Satellitenseite geschaeftsberichte-download.de kompakt auf einen Blick.

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Foto: Clipdealer


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Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse ist Gründer des in Frankfurt ansässigen Finanzportals boersengefluester.de und seit vielen Jahren ein profunder Kenner von Kapitalmarktthemen und Experte für Datenjournalismus. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. Investmentprofis aus dem Small- und Midcap-Bereich stufen die Qualität der Berichterstattung von boersengefluester.de laut der IR.on-Medienstudie 2020/21 mit der Bestnote 1,67 ein. Im Gesamtranking der Onlinemedien liegt die Seite mit Abstand auf Platz 1. Beim finanzblog award der comdirect bank hat boersengefluester.de den Publikumspreis und zusätzlich noch den 3. Platz in der Jurywertung gewonnen. Zuvor war Gereon Kruse 19 Jahre beim Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs.