Ein Überschuss von 24.000 Euro nach drei Monaten 2017 ist für ein börsennotiertes Unternehmen aus dem Finanzdienstleistungsbereich nicht unbedingt eine Größenordnung, bei der man als Aktionär in Ekstase geraten sollte. Dennoch zeigt der Quartalsbericht der JDC Group, dass sich die Gesellschaft auf dem richtigen Weg befindet. „Q1 war das beste Startquartal der Unternehmensgeschichte“, betont das Vorstandsduo um Sebastian Grabmaier (CEO) und Ralph Konrad (CFO). Demnach kam die Gesellschaft aus Wiesbaden bei einem Umsatzplus von knapp 14 Prozent auf 19,889 Mio. Euro auf ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 1,131 Mio. Euro – nach 0,222 Mio. Euro im vergleichbaren Vorjahresquartal. Das ist in Ordnung, auch wenn sich manch Investor vielleicht noch einen Zacken mehr erhofft hatte. Rund 84 Prozent der Erlöse entfallen auf den Bereich Advisortech. Hierzu gehören die Aktivitäten rund um den Maklerpool Jung, DMS & Cie. sowie die Beratungstools allesmeins.de oder auch geld.de. Das unterm Strich noch so wenig hängen blieb, liegt an den deutlich gestiegenen Abschreibungen sowie den mitgewachsenen sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Zentrale Aufgabe für das Gesamtjahr 2017 bleibt die „profitable Integration weiterer Versicherungs- und Fondsbestände und die weitere Etablierung unserer Fintech- und Insurtech-Strategien“, bekräftigt das Management frühere Aussagen.
Deckungsgleich zum 2016er-Geschäftsbericht ist auch die Prognose, wonach für 2017 mit einer erneuten Verdopplung des EBITDA zu rechnen sei. Gestrichen wurde im Q1-Bericht dagegen der Zusatz, dass damit ein „deutlich positives Konzernergebnis nach Steuern“ verbunden sei. Nun: Unter normalen Umständen sollte die JDC Group am Ende schwarze Zahlen schreiben. Die Erwartungen der Analysten pendeln zwischen 1,7 und 2,2 Mio. Euro Überschuss, was allerdings auch nur eine erste Station auf dem Weg zu deutlich höheren Gewinnen ist. „Wir gehen davon aus, dass sich die gute operative Entwicklung in den Folgequartalen beschleunigt fortsetzt“, schreiben die Experten von Montega aus Hamburg. Kapitalisiert ist das im neuen Börsensegment Scale gelistete Unternehmen mit 99 Mio. Euro, wovon 39 Prozent dem Streubesitz zuzurechnen sind. Den Rest halten das Management sowie strategische Investoren. Insgesamt befindet sich die JDC Group mit dem aktuellen Börsenwert aber an einer wichtigen Schwelle, um auch bei institutionellen Investoren stärker auf dem Radar zu erscheinen. GBC nennt zurzeit ein Kursziel von 10,25 Euro, Montega hält nach dem Q1-Bericht nun 9 Euro (zuvor: 8 Euro) für den fairen Wert der JDC-Aktie. Der Titel eignet sich allerdings nur für risikofreudige Anleger.
Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick | ||||||||
2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | ||
Umsatzerlöse1 | 84,48 | 95,03 | 111,47 | 122,83 | 146,81 | 156,08 | 171,71 | |
EBITDA1,2 | 3,19 | 1,46 | 4,17 | 5,13 | 8,31 | 8,97 | 11,73 | |
EBITDA-Marge3 | 3,78 | 1,54 | 3,74 | 4,18 | 5,66 | 5,75 | 6,83 | |
EBIT1,4 | 0,20 | -1,70 | -0,15 | 0,50 | 2,91 | 2,91 | 5,84 | |
EBIT-Marge5 | 0,24 | -1,79 | -0,14 | 0,41 | 1,98 | 1,86 | 3,40 | |
Jahresüberschuss1 | -0,17 | -4,34 | -1,81 | -1,16 | 0,90 | 0,94 | 3,83 | |
Netto-Marge6 | -0,20 | -4,57 | -1,62 | -0,94 | 0,61 | 0,60 | 2,23 | |
Cashflow1,7 | 3,21 | 1,57 | 3,85 | 8,87 | 14,86 | 7,67 | 18,03 | |
Ergebnis je Aktie8 | -0,14 | -0,35 | -0,14 | -0,09 | 0,07 | 0,07 | 0,28 | |
Dividende8 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de Wirtschaftsprüfer: Dr. Merschmeier + Partner |
Foto: pixabay
Um die Entwicklung des Scale für Anleger möglichst nutzwertig zu begleiten, hat boersengefluester.de seine wichtigsten Kennzahlentabellen an die neue Segmentierung angepasst. So bieten wir auch für den Scale folgende Übersichten an: