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HelloFresh: Für jeden was dabei

Pessimisten und Optimisten: Für jeden Geschmack was dabei ist bei den Vorabzahlen von HelloFresh für das zweite Quartal 2023. Während das in erster Linie um Effekte aus Aktienoptionen bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen – der Kochboxenversender spricht in diesem Zusammenhang vom AEBITDA – mit einer Bandbreite von 185 bis 195 Mio. Euro um etwa 30 Prozent über den durchschnittlichen Erwartungen der Analysten liegen wird, kommt der Umsatz kaum von der Stelle. Als maßgeblichen Grund für die Ergebnisverbesserung nennt HelloFresh eine zeitliche Verlagerung der Investitionen in Wachstum und Werbung und spricht von einem „disziplinierten Vorgehen“ bei der Mittelverwendung. Darüber hinaus sind die Bestellwerte der Kunden im Mittel zuletzt höher als gedacht gewesen.

Summa summarum führt das zu dem erfreulich hohen AEBITDA für Q2 und zeigt, wie schnell das Ergebnis bei HelloFresh skalieren kann. Im ersten Quartal 2023 machte die Lücke zwischen AEBITDA (66,1 Mio. Euro) und normalem EBITDA (41,3 Mio. Euro) knapp 25 Mio. Euro aus und entfiel zu rund 80 Prozent auf die Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen. Nach Abzug aller Positionen stand unterm Strich im Auftaktviertel 2023 allerdings noch ein Fehlbetrag von 25,4 Mio. Euro. Das sollte sich nach den ersten sechs Monaten 2023 jedoch deutlich gedreht haben. Zum Halbjahr dürfte das AEBITDA damit auf 265 bis 270 Mio. Euro gestiegen sein – nach 245,2 Mio. Euro in der vergleichbaren Vorjahresperiode. Der komplette Bericht steht am 10. August 2023 zur Verfügung.

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Mit Blick auf das Gesamtjahr wird CEO Dominik Richter die Gewichtungen allerdings wieder ein wenig verschieben und die Investitionen in Wachstum und Werbung forcieren. Bleibt zu hoffen, dass dadurch auch der Umsatz wieder stärker an Fahrt gewinnt. Die Erlösvorschau für das Gesamtjahr ist allerdings leicht gedämpft und sieht „nur“ noch ein währungsbereinigtes Wachstum zwischen 2 und 8 Prozent vor. Bislang lag das obere Ende des Korridors bei Plus 10 Prozent. Angesichts der guten Vorgaben aus dem zweiten Quartal setzt Dominik Richter die Messlatte für das AEBITDA dagegen jetzt in einer  Bandbreite zwischen 470 und 540 Mio. Euro an – das sind im vorsichtigen Szenario 10 Mio. Euro mehr als bislang. Am oberen Ende nimmt der MDAX-Konzern keine Anpassung vor. Insgesamt hat sich an den Gesamtperspektiven also gar nicht so viel verändert. Von den nervöse Kursreaktionen sollten sich Investoren also nicht unbedingt anstecken lassen.

Bewertungstechnisch finden wir die Aktie weiterhin sehr interessant (siehe dazu auch unsere Einschätzung HIER). Immerhin wird das Unternehmen an der Börse – auf schuldenfreier Basis – gerade einmal mit dem Neunfachen des für 2023 zu erwartenden Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen gehandelt. Und dabei sollte HelloFresh auch unterm Strich deutlich schwarze Zahlen schreiben. Ein Makel aus Investorensicht bleibt jedoch die Tatsache, dass HelloFresh mit einem Anteil von zuletzt 7,2 Prozent die Aktie mit der höchsten Shortseller-Quote auf dem heimischen Kurszettel bleibt. Ein regelmäßiger Blick auf unser Leerverkaufs-Tool RegSHO ist also unbedingt ratsam, um diesbezügliche Veränderungen schnell zu erkennen.

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Foto: HelloFresh SE


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Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse ist Gründer des in Frankfurt ansässigen Finanzportals boersengefluester.de und seit vielen Jahren ein profunder Kenner von Kapitalmarktthemen und Experte für Datenjournalismus. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. Investmentprofis aus dem Small- und Midcap-Bereich stufen die Qualität der Berichterstattung von boersengefluester.de laut der IR.on-Medienstudie 2020/21 mit der Bestnote 1,67 ein. Im Gesamtranking der Onlinemedien liegt die Seite mit Abstand auf Platz 1. Beim finanzblog award der comdirect bank hat boersengefluester.de den Publikumspreis und zusätzlich noch den 3. Platz in der Jurywertung gewonnen. Zuvor war Gereon Kruse 19 Jahre beim Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs.