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German Startups Group: Teflon-Aktie

Mit gutem Willen lässt sich die Kursentwicklung der German Startups Group in den vergangenen Monaten als ausgeprägte Bodenbildung interpretieren. Normalerweise sind solche Phasen auch mit einer sich bessernden Stimmung der Investoren verbunden. Nicht unbedingt so bei dem in Berlin ansässigen Beteiligungsunternehmen. Trotz erfolgreicher Exits – wie zum Beispiel bei Scalable Capital oder auch Delivery Hero – zeigt sich die Börse noch immer reserviert gegenüber der German Startups Group. Dabei hat CEO Christoph Gerlinger das Geschäftsmodell längst angepasst und die Kosten gedrückt. „Bis auf weiteres stellen wir die Gewinnrealisierung durch Anteilsverkäufe aus dem Minderheitenportfolio in den Vordergrund und wollen deshalb überwiegend in Folgerunden bestehender Portfoliounternehmen investieren, da hier das Chance-Risiko-Verhältnis erfahrungsgemäß besser ist“, sagt Gerlinger.

Darüber hinaus sollen neue Geschäftszweige wie eine Sekundärmarktplattform für Start-up-Anteile, Genussrechte auf die Wertentwicklung einzelner Portfoliounternehmen oder das Engagement im Bereich Livestream-Auktionen für eine breitere Basis sorgen. „Ziel dieser Maßnahmen ist es, den in unseren Augen im aktuellen Aktienkurs verkörperten Abschlag auf den Net Asset Value pro Aktie zu verringern oder zu eliminieren“, heißt es im jetzt vorgelegten Halbjahresbericht. Wie hoch der Substanzwert des Unternehmens tatsächlich anzusetzen ist, bleibt freilich vage. Das um Anteile Dritter bereinigte Eigenkapital erreichte per Juni 2017 knapp 30,05 Mio. Euro. Das sind ziemlich genau 2,50 Euro je Anteilschein – bei einem Aktienkurs von 1,88 Euro. Dabei hat die German Startups Group zuletzt rund zwei Drittel der Kreditverbindlichkeiten von 6,5 Mio. Euro zurückbezahlt. „Der verbleibende Restbetrag von 2,25 Mio. Euro soll aus weiteren Veräußerungserlösen in 2017 oder 2018 getilgt werden“, betonen die Berliner.

 

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So gesehen läuft es für die German Startups Group eigentlich gar nicht schlecht, jedenfalls sind eine Reihe der zu Jahresbeginn 2017 geäußerten Erwartungen so auch eingetroffen. Umso erstaunlicher, dass die Meldungen am Kurs wie bei einer Teflon-Pfanne abperlen und die im Scale notierte Gesellschaft mit einem Börsenwert von 22,5 Mio. Euro weiterhin unter dem Radar der meisten Investoren segelt. Grundsätzlich stufen die Berliner zurzeit acht Unternehmen – dazu gehören etwa Mister Spex oder TV Smiles – als Fokusbeteiligungen ein, die wiederum rund 56 Prozent des Gesamtwerts aller 40 Investments ausmachen. In der Gründerszene genießen die Gesellschaften zwar einen guten Ruf.

Fakt ist aber auch, dass die Bewertung der Beteiligungen anhand von zuletzt durchgeführten Finanzierungsrunden nicht jedermanns Sache ist und ihre Tücken hat. Davon können etwa die Investoren der früheren bmp – jetzt SLEEPZ – ein Lied singen. So gesehen bleibt die Aktie der German Startups Group ein hoch spekulatives Investment – mit allerdings auch beträchtlichen Chancen. „Die realisierten Gewinne der vergangenen Monate zeigen, dass Exits und Anteilsverkäufe manchmal ein wenig auf sich warten lassen, um dann in statistischer Häufung aufzutreten. Diese Durststrecken sind als Venture Capital ist durchzustehen, werden dafür aber umso mehr belohnt“, sagt Gerlinger.

 

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Foto: Pixabay

 

[sws_grey_box box_size=”640″]Hinweis:Die Berichterstattung und Handlungseinschätzungen durch boersengefluester.de stellen keine Anlageempfehlungen und auch keine Empfehlung oder einen Vorschlag einer Anlagestrategie dar. boersengefluester.de hält keine Beteiligung an der German Startups Group. Zwischen der German Startups Group und boersengefluester.de besteht eine Vereinbarung zur Soft-Coverage der Aktie der German Startups Group für ein geringfügiges Pauschalentgelt, die die Unabhängigkeit der Redaktion nicht einschränkt.[/sws_grey_box]

Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse ist Gründer des in Frankfurt ansässigen Finanzportals boersengefluester.de und seit vielen Jahren ein profunder Kenner von Kapitalmarktthemen und Experte für Datenjournalismus. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. Investmentprofis aus dem Small- und Midcap-Bereich stufen die Qualität der Berichterstattung von boersengefluester.de laut der IR.on-Medienstudie 2020/21 mit der Bestnote 1,67 ein. Im Gesamtranking der Onlinemedien liegt die Seite mit Abstand auf Platz 1. Beim finanzblog award der comdirect bank hat boersengefluester.de den Publikumspreis und zusätzlich noch den 3. Platz in der Jurywertung gewonnen. Zuvor war Gereon Kruse 19 Jahre beim Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs.