Merklich ruhiger ist es in den vergangenen Monaten um die Aktie von Funkwerk geworden. Dabei hat die Notiz den furiosen Anstieg von 2 Euro auf in der Spitze fast 5 Euro im Frühjahr 2016 beinahe wie aus dem Lehrbuch verarbeitet. Anfang August kam die Notiz des Spezialisten für Zugfunk, Informationssysteme für Reisende sowie Videoüberwachungsanlagen noch einmal bis auf 3,50 Euro zurück. Mittlerweile wird der Small Cap aber bereits wieder zu Kursen oberhalb von 4 Euro gehandelt. Im Prinzip ist das allein schon deshalb bemerkenswert, weil der Großaktionär und Finanzier Hörmann, ein Mischkonzern aus Kirchseeon östlich von München, Mitte 2014 ein Übernahmeangebot zu 2,55 Euro je Anteilschein an die Aktionäre von Funkwerk richtete und sich sogar ein Delisting als Option offen ließ. Von dieser Drohung ist mittlerweile nicht mehr die Rede – vermutlich wohl auch, weil Funkwerk nach der heftigen Umstrukturierung allmählich in der Spur zurück ist und sich der Aktienkurs so deutlich berappelt hat.
Zum Halbjahr musste die Gesellschaft aus Kölleda zwar nochmals einen Erlösrückgang von 9,1 Prozent auf 25,61 Mio. Euro hinnehmen. Das dazugehörige Betriebsergebnis von minus 489.000 Euro hat sich gegenüber dem entsprechenden Vorjahreswert von minus 2,53 Mio. Euro aber massiv verbessert. Dabei sind rote Zahlen zum Halbjahr bei Funkwerk die Regel. Für das Gesamtjahr bleibt Alleinvorstand Kerstin Schreiber bei ihrer Prognose, wonach bei Erlösen auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2015 (rund 76 Mio. Euro) mit einem operativen Betriebsergebnis von mindestens 4 Mio. Euro zu rechnen sei – nach 4,8 Mio. Euro im Jahr zuvor. Boersengefluester.de geht davon aus, dass Funkwerk am Jahresende deutlich näher an den 4,8 Mio. als an den 4,0 Mio. Euro herauskommen wird. Funkwerk gilt als Profiteur des von der Deutschen Bahn angekündigten milliardenschweren Investitionsprogramms in mehr Service – noch läuft der Bereich Informationssysteme dem Vernehmen nach aber eher schleppend. Umso besser entwickelt sich zurzeit das Geschäft mit Zugfunksystemen. Viel Potenzial besitzen die von Funkwerk angebotenen Überwachungsanlagen, die zum Beispiel auch bei der EZB in Frankfurt installiert wurden. „Insbesondere die Auswertung und Aufbereitung der Daten durch softwarebasierte Netzwerke gewinnt an Bedeutung“ , heißt es im Zwischenbericht. Aktionäre von Mobotix wissen derzeit allerdings ein Lied davon zu singen, wie groß der Preiskampf im Videosektor ist. Per saldo sehen wir Funkwerk momentan relativ gut unterwegs.
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Signifikante Sondereinflüsse wie 2015, als es zu einem positiven Steuereffekt von 8,5 Mio. Euro kam, wird es 2016 nicht geben. Mit Blick auf die für das laufende Jahr zu erwartenden Zahlen, sieht der aktuelle Börsenwert von knapp 34 Mio. Euro durchaus geerdet aus. Die große Frage ist allerdings, welches Ergebnispotenzial Funkwerk in den kommenden Jahren heben kann. Präsentationen mit einem langfristigen Ausblick oder gar ein fundiertes Research gibt es für den Small Cap schon seit Jahren nicht mehr. Die Hörmann Funkwerk Holding GmbH hält offiziell 77,6 Prozent der Aktien, der Rest wird dem Streubesitz zugerechnet. Da steht eine offensive Investor-Relations-Politik nicht besonders weit oben auf der Agenda. Wer den im Freiverkehr gelisteten Titel noch im Depot hat, kann nach Auffassung von boersengefluester.de engagiert bleiben. Mit ein wenig Fortune, setzt sich der jüngste Aufwärtstrend seit August weiter fort.
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Foto: picjumbo.com