Auch bei anderen Kennzahlen wie dem Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) oder dem Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) ist ein Quercheck unbedingt sinnvoll: Unternehmen mit einer hohen Eigenkapitalrendite verdienen auch ein entsprechend ambitionierteres KBV. Die weit verbreitete Auffassung, dass ein KBV von niedriger als eins zwangsläufig günstig ist, stimmt so pauschal nicht. Trotzdem ist das KBV – gerade in unruhigen Börsenphasen – als substanzorientierte Kennzahl ein wichtiger Hinweisgeber. Vorteil des KUV ist in erster Linie, dass sich die Höhe der Umsätze nur schwer durch bilanzielle Tricks beeinflussen lässt. Zudem lässt es sich auch bei Firmen anwenden, die momentan gar keine Gewinne erzielen. Trotzdem gilt auch hier: Am besten man vergleicht das KUV von gemeinsamen Vertretern einer Branche und schaut dann auf die jeweiligen Margen der Gesellschaften. Um das so komfortabel wie möglich zu machen, bietet unser fundamentales Screening-Tool entsprechende Sortiermöglichkeiten nach Sektoren. Losgelöst von all diesen Börsenweisheiten gilt: Es macht irgendwie doch auch Spaß, nach KGV-Wundern, Dividendenspitzenreitern oder auch Buchwerthits zu suchen – man muss die Ergebnisse eben nur richtig zu interpretieren wissen.
Ähnlich ist die Gemengelage bei der Dividendenrendite: Eine verlockend hohe Rendite kann damit zusammenhängen, dass es sich bei der Dividende noch um eine Schätzgröße handelt, die mit der Realität vielleicht nicht viel gemein hat. Teilweise kann es sich auch um Sondereffekte wie Bonusdividenden handeln, die dann ebenfalls nicht nachhaltig sind. Zudem sollten Anleger stets schauen, ob die Dividende tatsächlich verdient worden ist oder ob die Gesellschaft womöglich aus der Substanz auskehrt. Hier hilft meist schon ein ganz einfacher Check, indem man die Höhe von Dividende und Ergebnis je Aktie des betreffenden Jahres miteinander vergleicht. Und natürlich sollten Anleger nie vergessen, dass die Dividende kein „Geschenk“ im Sinne einer normalen Zinsgutschrift auf dem Tagesgeldkonto ist. Am Tag nach der Hauptversammlung (HV) wird die Dividende vom Kurs abgezogen, so dass es sich zunächst einmal um eine Art Nullsummenspiel handelt, was auch noch zu versteuern ist.
Weiterführende Links:
- Fundamental-Scanner: Unser neues Alleskönner-Tool
- Performance der DAX-Aktien zwischen den HVs von 2005 bis 2018 – Link zur Übersicht
- Dividendenhistorien ausgewählter Indizes – Link zur Übersicht
- Permanent Screener – Link zur Übersicht
- Rendite Hits – Link zur Übersicht