Sieht ganz so aus, als ob der kürzlich erfolgte Sprung über die 200-Tage-Durchschnittslinie diesmal ein nachhaltig positives Signal für den Aktienkurs von Fabasoft ist. Immerhin wird der charttechnische Ausbruch von einem allgemein festen Börsenumfeld und – was noch wichtiger ist – ansprechenden operativen Zahlen des auf den Bereich Dokumentenmanagement spezialisierten Unternehmens begleitet. Dabei ist der Blick auf einzelne Quartalsresultate bei Fabasoft momentan im Grunde gar nicht sonderlich zielführend, denn die Linzer mit Notiz im streng regulierten Frankfurter Prime Standard-Segment befinden sich mitten in einer ausgeprägten Investitionsphase, um bei Themen wie neue Produkte, KI sowie Internationalisierung möglichst gut positioniert zu sein.
„Weiterhin wird dem Fokus von als zukunftsorientiert und nachhaltig eingeschätzten Themen gegebenenfalls Priorität vor kurzfristigen Profitabilitätsüberlegungen eingeräumt werden“, heißt es diesbezüglich im frisch vorgelegten Zwischenbericht für die ersten neun Monate des Geschäftsjahrs 2024/25 (31. März). Und wer sich die lange Liste von Highlights aus dem Q3-Report durchliest, bekommt einen guten Eindruck davon, wie umtriebig Fabasoft zurzeit unterwegs ist. Hinzu kommt, dass die Zahlen für Umsatz und Ergebnis (nach einem durchwachsenen Start) auch im dritten Quartal erstaunlich robust ausfallen.
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So kommt die Gesellschaft nach neun Monaten auf ein Erlösplus von 7,6 Prozent auf 65,39 Mio. Euro. Immerhin 55,6 Prozent davon sind bereits von wiederkehrender Natur – mit steigender Tendenz. Für ein Software-Unternehmen wie Fabasoft ist das ein wichtiger Indikator. Das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) verbesserte sich um 3,9 Prozent auf 11,40 Mio. Euro. Unterm Strich kommt das Ergebnis je Aktie von 0,67 auf 0,71 Euro voran. Davon entfallen 0,30 Euro auf das dritte Quartal 2024/25. Auffällig – weil ungewöhnlich für Fabasoft – ist derweil die Position Finanzverbindlichkeiten mit insgesamt knapp 11,9 Mio. Euro. Hinter dieser Position verbirgt sich ein Kredit mit einer Laufzeit von 15 Jahren, den die Österreicher für den Erwerb ihrer Büroimmobilie in Linz aufgenommen haben.
Auf Kreditvereinbarungen (Covenants) für dieses Darlehen hat die Bank verzichtet, immerhin ist Fabasoft traditionell stark cash-positiv und nutzt diese Liquidität auch als eine Art Visitenkarte für die häufig aus dem Behördensektor stammenden Kunden. Und auch per Ende Dezember 2024 stehen knapp 25 Mio. Euro an liquiden Mitteln auf der Aktivseite. Nun: Diese finanzielle Solidität gibt dem Unternehmen erst die Beinfreiheit, um die Investitionsoffensive mit dem nötigen Schwung zu fahren. Auf schuldenfreier Basis wird das Unternehmen an der Börse momentan etwa mit dem Faktor 8 auf das für 2024 zu erwartende EBITDA gehandelt. Angesichts der per saldo guten operativen Entwicklung sowie der Besonderheit um den Immobilienkredit findet boersengefluester.de das noch immer eine moderate Bewertung.
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