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Euromicron: Prognosen mächtig eingedampft

Wenige Tage nach der turbulenten Hauptversammlung – im Wesentlichen ging es auf der Aktionärstreffen um die Neubesetzung des Aufsichtsrats – muss Euromicron eingestehen, dass die bisherigen Ziele für 2016 nicht mehr einzulösen sind. Grund sind die schwachen Halbjahreszahlen mit einem Erlösminus von rund elf Prozent auf 139,8 Mio. Euro sowie einem um 5,6 Mio. Euro auf minus 1,7 Mio. Euro verschlechterten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA). „Maßgeblich beeinflusst werden die Zahlen von der euromicron Deutschland GmbH, die eine umfassende Reorganisation durchläuft. Die hohe Heterogenität innerhalb der Tochtergesellschaft, die aus dem Zusammenschluss vieler kleinerer Unternehmen hervorgegangen ist, verzögert die Umsetzung der strukturellen Maßnahmen stärker als erwartet“, heißt es in der offiziellen Erklärung. Als Konsequenz rechnet das auf Netzwerktechniken spezialisierte Unternehmen für 2016 nun mit Erlösen zwischen 330 und 350 Mio. Euro sowie einer EBITDA-Marge zwischen 2,0 und 4,0 Prozent. Rechnerisch würde das auf ein EBITDA in einem Korridor von 6,6 bis 14,0 Mio. Euro hinauslaufen. On top kommen noch Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen, die die Frankfurter mittlerweile auf 3 bis 4 Mio. Euro veranschlagen. Bislang kalkulierte Euromicron hier mit einem Zusatzaufwand von 2 bis 3 Mio. Euro. Kernig ist aber auch der Vergleich mit der zuletzt genannten Prognose für das operative Geschäft. Demnach lag die Messlatte bei Umsätzen in einer Spannbreite von 350 bis 370 Mio. Euro und einer EBITDA-Rendite zwischen 4,5 und 5,5 Prozent – was einem EBITDA von absolut 15,75 bis 20,35 Mio. Euro entsprochen hätte. Angesichts dieser enormen Abweichungen und der noch immer eher wackligen Finanzsituation verabschieden wir uns von der Kaufen-Einschätzung. Gespannt ist boersengefluester.de gleichwohl, ob nach dem jüngsten Kursrutsch nicht doch wieder Übernahmespekulationen aufkommen.

 

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Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse ist Gründer des in Frankfurt ansässigen Finanzportals boersengefluester.de und seit vielen Jahren ein profunder Kenner von Kapitalmarktthemen und Experte für Datenjournalismus. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. Investmentprofis aus dem Small- und Midcap-Bereich stufen die Qualität der Berichterstattung von boersengefluester.de laut der IR.on-Medienstudie 2020/21 mit der Bestnote 1,67 ein. Im Gesamtranking der Onlinemedien liegt die Seite mit Abstand auf Platz 1. Beim finanzblog award der comdirect bank hat boersengefluester.de den Publikumspreis und zusätzlich noch den 3. Platz in der Jurywertung gewonnen. Zuvor war Gereon Kruse 19 Jahre beim Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs.