Nicht ganz die Erwartungen erfüllt hat der Fräsmaschinenhersteller Datron – zumindest auf den ersten Blick. Bei näherem Hinsehen ist boersengefluester.de jedoch zufrieden mit den Resultaten und den Perspektiven. Zunächst einmal: Die Erlöse lagen mit 42,58 Mio. Euro im Rahmen der angekündigten Größenordnung von „mindestens“ 42 Mio. Euro. Bei der EBIT-Marge blieb die Gesellschaft aus Mühltal in der Nähe von Darmstadt mit 7,66 Prozent dagegen leicht unterhalb der avisierten Marke von etwa acht Prozent. Insgesamt kam Datron 2015 auf ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf 3,26 Mio. Euro. Hier hatten die Analysten vom Bankhaus Lampe mit rund 3,5 Mio. Euro gerechnet. Hauptgrund für die Abweichung ist die rege Investitionstätigkeit. Laut Finanzvorstand Michael Daniel hat Datron im vergangenen Jahr die Rekordsumme von 4,2 Mio. Euro in Forschung und Entwicklung gesteckt – das sind fast 16 Prozent mehr als 2014. Die Gesellschaft rüstet sich also für künftiges Wachstum. „Das Schlagwort ’Industrie 4.0’ ist zentraler Treiber bei der Markteinführung von neuen Maschinengenerationen in den kommenden Jahren“, sagt Vorstandschef und Großaktionär Arne Brüsch. Dementsprechend blieb auch das 2015er-Ergebnis je Aktie mit 0,57 Euro um 3 Cent unter den Erwartungen. Enttäuscht wurden derweil Anleger, die auf einer Erhöhung der Dividende spekuliert hatten. Für 2015 bleibt das schuldenfreie Unternehmen beim Vorjahressatz von 0,15 Euro pro Anteilschein, was beim gegenwärtigen Aktienkurs von 9,25 Euro auf eine bestenfalls durchschnittliche Rendite von 1,6 Prozent hinausläuft. Die Hauptversammlung findet am 24. Juni 2016 statt.
Raum für Interpretationen bietet der Ausblick: Die Gesellschaft spricht davon, „gut in das aktuelle Geschäftsjahr gestartet“ zu sein und stellt Erlöse zwischen 47 und 49 Mio. Euro in Aussicht. Das ist ein forscheres Tempo als bislang angekündigt. Anfang November hatte CFO Daniel für 2016 ein Erlösplus von rund zehn Prozent – bezogen auf das Umsatzziel von mindestens 42 Mio. Euro – als Vorgabe formuliert. Mit exakten Renditezielen hielt sich das Management dabei zurück. Die Rede war nur von einer „Verbesserung der Ergebniskennziffern“. Nun heißt es: „Die Plan EBIT-Marge liegt bei 47 Mio. Euro Umsatz auf Vorjahresniveau.“ Anders ausgedrückt: Sollte Datron nur das untere Ende des Erlöskorridors erreichen, würde das auf ein Betriebsergebnis von 3,6 Mio. Euro hinauslaufen. Für ein höheres EBIT sind mehr Umsätze nötig. Zur Einordnung: Das Bankhaus Lampe rechnete für 2016 bislang mit einem EBIT von 4,7 Mio. Euro. Grund für die Differenz ist auch hier, dass Datron kräftiger als bislang gedacht investieren wird und auf die Umsetzung der Expansionsstrategie „Agenda 2025“ drängt, die ein jährliches organisches Wachstum von durchschnittlich zehn Prozent vorsieht. „Voraussichtlich ab 2019 erwarten wir ein Umsatzniveau, das zweistellige EBIT-Zielwerte dauerhaft zulässt”, sagt Finanzvorstand Daniel.
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Per saldo gefällt uns der eingeschlagene Weg von Datron sehr gut – auch wenn die Rentabilität kurzfristig hinter den ursprünglichen Erwartungen bleibt. Und bezogen auf den aktuellen Börsenwert von 37 Mio. Euro bekommen Investoren bei dem Small Cap ohnehin sehr viel Gegenwert. Im Bereich Fräsanlagen für den Dentalbereich hat die eigentlich auf Maschinen für die Bearbeitung von Aluteilen fokussierte Gesellschaft bereits eine attraktive Nische besetzt. Jetzt will der Vorstandsvorsitzende Brüsch auch bei der Stammkundschaft weiter punkten: „Wir sehen einen enormen Anreiz insbesondere für Fräseinsteiger, selbst produktiv zu werden und damit enorme Chancen für die Gewinnung neuer Kunden- und Marktsegmente im Industrie-Bereich.“ Die Datron-Aktie mag – vom Chartbild her – ein wenig langweilig daherkommen. Boersengefluester.de bleibt jedoch dabei: Hier entwickelt sich ganz allmählich eine knackige Wachstumsstory, die am Finanzmarkt noch immer weitgehend unentdeckt geblieben ist.
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