Gut drei Monate nach dem Börsenstart hat Chorus Clean Energy den Ausgabepreis von 9,75 Euro erstmals signifikant überschritten und mit 10,58 Euro ein neues Hoch markiert. Damit kommt der Betreiber von Solar- und Windparks, der auch als Dienstleister für institutionelle Investoren auftritt, auf einen Börsenwert von rund 293 Mio. Euro – bei einem Streubesitz von offiziell 85,4 Prozent. Zum Vergleich: Der im SDAX notierte Solarparkbetreiber Capital Stage bringt 590 Mio. Euro auf die Waagschale, wovon rund die Hälfte dem Streubesitz zuzurechnen sind. Die in Bayreuth ansässige 7C Solarparken kommt auf 87 Mio. Euro, bei einem Free Float von knapp 42 Prozent. Mit in die Vergleichsgruppe gehört aus heimischer Sicht auch noch Energiekontor mit Hauptsitz in Bremen. Das Unternehmen ist zwar in erster Linie ein Projektierer von Windparks, baut den eigenen Bestand jedoch kontinuierlich aus. Kapitalisiert ist Energiekontor mit 177 Mio. Euro. Allerdings befinden sich nur knapp 29 Prozent der Anteile im freien Umlauf. Zumindest gemessen an der Free-Float-MarketCap ist Chorus Clean Energy demnach gar nicht weit entfernt vom Platzhirschen Capital Stage. Mit dem Gang an den Kapitalmarkt, der erst im zweiten Anlauf klappte, hat Chorus Clean Energy brutto rund 100 Mio. Euro eingenommen, die für die weitere Expansion eingesetzt werden sollen. Und hier war das Unternehmen aus Neubiberg, südöstlich von München, in den vergangenen Wochen bereits schwer aktiv und hat diverse Anlagenparks in Deutschland und Österreich gekauft – sowohl für den Eigenbestand als auch für institutionelle Kunden.
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Historisch entstanden ist die jetzige börsennotierte Gesellschaft durch die Übertragung des ursprünglich von Kommanditgesellschaften und Fonds gehaltenen Portfolios auf die AG. Aus Fondsanlegern wurden also Aktionäre. Eine ähnliche Konstruktion gab es im Immobilienbereich vor Jahren zum Beispiel bei Fair Value REIT-AG. Interessant wird, wie sich Chorus Clean Energy in Sachen Dividenden positionieren wird. Die im Oktober 2015 platzierten Aktien sind für das komplette Geschäftsjahr 2015 dividendenberechtigt. Laut Wertpapierprospekt soll die Gewinnbeteiligung „mindestens mit branchenüblichen Dividenden vergleichbar sein”. Zur Einordnung: Capital Stage bringt es derzeit auf eine Rendite von gut zwei Prozent. Um da mithalten zu können, müsste die im Prime Standard gelistete Chorus Clean Energy für 2015 also rund 20 Cent pro Aktie auskehren. Und so ist es auch – die Analysten der Berenberg Bank kalkulieren zurzeit mit 0,21 Euro und erwarten für 2016 sogar einen Sprung auf 0,49 Euro je Anteilschein. Das Kursziel siedeln die (an der Emission beteiligten und damit entsprechend zuversichtlichen) Berenberg-Experten bei immerhin 13,90 Euro an. Potenzial wäre demnach also ausreichend vorhanden. Insgesamt ist Chorus Clean Energy eine interessante Alternative zu Capital Stage und bietet einen attraktiven Mix aus Wachstum und Dividende. Für primär renditeorientierte Investoren bleibt Energiekontor dagegen unsere erste Wahl.
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Foto: Chorus Clean Energy AG