Der IPO-Eisbrecher für 2022 wird BörseGo mit Sicherheit nicht sein. Dafür ist das Emissionsvolumen mit brutto rund 720.000 Euro und gerade einmal 3.000 Aktien zu je 240 Euro viel zu klein. Selbst inklusive der bereits Ende 2021 durchgeführten Privatplatzierung von 9.000 Aktien zu je 216 Euro an ausgewählte Investoren und Mitarbeiter, bleibt die Neuemission im Münchner Freiverkehr eine echte Spezialität. „Wir haben uns immer aus dem Cashflow finanziert und nie Kredite aufgenommen. Jetzt bietet sich die Möglichkeit, den Wachstumskurs zu beschleunigen“, sagt Firmengründer Robert Abend auf dem von der BankM organisierten Round Table und spricht davon, dass BörseGo – mehr als 20 Jahre nach der Gründung – ein „neues Kapitel“ aufschlägt.
Deutlich bekannter als der Name BörseGo dürften den meisten Anlegern die dazugehörigen Plattformen Guidants und GodmodeTrader sein. Hier finden aktive Investoren alle möglichen Börseninfos und jede Mange Tools für die eigene Geldanlage. Die Monetarisierung läuft über diverse Kanäle: von klassischen Abo-Modellen bis hin zu Kickback-Vereinbarungen mit den angeschlossenen Discountbrokern wie etwa flatex, comdirect oder finanzen.net zero. Konkrete Zahlen zu den einzelnen Geschäftsbereichen vermeidet Robert Abend auf der Zielgeraden zur Börse. Wenn er das Multibrokerage-Konzept der Plattformen jedoch als „Vollendung des Business-Modells“ bezeichnet, dürfte klar sein, dass hier eine Menge Geld zu verdienen ist. Nun: Auf Konzernebene fielen 2020 bei Erlösen von 10,36 Mio. Euro ein Überschuss von rund 856.000 Euro an. Eine solide Umsatzrendite von mehr acht Prozent. Ein Niveau, was BörseGo in den ersten neuen Monaten 2021 sogar noch leicht ausbauen konnte – trotz höherer Aufwendungen für Technik und Mitarbeiter.
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Für die kommenden Jahre stellen die Münchner weitere Zuwächse für Umsatz und Ergebnis in Aussicht. Wie bei Börsenneulingen üblich, werden die Aufwendungen für das Going Public vermutlich auch bei BörseGo bereinigt. Hinweis an dieser Stelle: Die unserer Tabelle abgebildeten Zahlen für 2018 und 2019 sind AG-Daten. Umsatz- und Ergebnis-Zahlen für die früheren Jahre sind auch im Bundesanzeiger nur abrufbar. Treiber für das künftige Wachstum – dann übrigens unter einheitlicher Marke – sind die Ausweitung der angebundenen Broker, der Ausbau von kostenpflichtigen Services sowie weitere Kooperationen. Gerade was den letzten Bereich angeht, windet sich Vorstand Robert Abend bei seiner Präsentation um konkrete Aussagen. Nur so viel: „Deutlich effektiver“, sollen die Partnerschaften werden.
Schaun wir also mal, was da so kommt. Nach den umfangreichen Investitionen in den Ausbau der Funktionalitäten von Guidants, ist nun jedenfalls die Zeit gekommen, die Monetarisierung der Tools auf eine neue Ebene zu hieven. Kein Thema für BörseGo ist hingegen, in Bereiche wie Social Trading – also Modelle mit Signalgebern und Followern – einzusteigen. Ein dickes Manko der BörseGo-Aktie ist der verschwindend geringe Streubesitz von wenigen Prozentpunkten. Ein vernünftiger Börsenhandel wird da kaum entstehen können. Und das alles bei einem Börsenwert zum Handelsstart am 25. März 2022 von nur knapp 27 Mio. Euro. Wr sich noch näher mit dem Unternehmen beschäftigen möchte: Den (komplett deutschsprachigen) Wertpapierprospekt haben wir auf unseren Server hoch geladen.
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Foto: Free-Photos auf Pixabay
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