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Aktuell zu Ihren Aktien: Softship, Verona Pharma, Vita 34, C.A.T. Oil (Petro Welt Technologies)

[sws_green_box box_size=”640″]An dieser Stelle kommentieren wir aktuelle Firmenmeldungen und weisen auf interessante Kursentwicklungen, Gerüchte oder Daten für den Gesamtmarkt hin. Dazu gibt es Tipps von Analysten zu Aktien aus dem Small-Cap-Sektor.[/sws_green_box]

Um zu wissen, was bei Softship los ist, brauchen Anleger gar nicht mal großartig zu spekulieren. Bekannt ist, dass der börsennotierte australische Logistiksoftwareanbieter WiseTech Global seinen Anteil an dem Hamburger Unternehmen zuletzt von 19,9 auf 43 Prozent aufgestockt hat und beide Gesellschaften über einen Kooperationsvertrag mit Blickrichtung Produktentwicklung, Expansion in Europa sowie den weltweiten Vertrieb verhandeln. Angesichts der massiven Kursrally, die Notiz des Softwareanbieters für die Linienschifffahrt ist allein in den vergangenen vier Wochen um fast 110 Prozent in die Höhe geschnellt, stellt sich aber wohl einzig die Frage, wann es zu einer Komplettübernahme kommt – selbst wenn WiseTech Global-CEO Richard White dieses Szenario zuletzt ein wenig herunterspielte. Mit von der Partie bei dem Poker um Softship dürften außerdem noch der Aktieninvestor Karl-Walter Freitag, der Unternehmer Gerhard Berchtold und das Management von Softship sein. Allerdings gibt es bei dem im nur schwach regulierten Entry Standard gelisteten Unternehmen jedoch keine aktuellen Stimmrechtsmitteilungen, die nähere Hinweise zum tatsächlichen Stand der Dinge geben. Möglicherweise haben die Australier mit Teilen dieser Investorengruppe längst eine Einigung erzielt. Das Ausmaß des jüngsten Kursauftriebs deutet darauf hin, dass der tatsächliche Streubesitz nur noch verschwindend klein sein dürfte und sich das „Kursspektaktel“ eher in der finalen Phase befindet. Zwar ist ein kompletter Börsenwert von 26,3 Mio. Euro keine Größenordnung, bei dem ein Unternehmen wie WiseTech schlaflose Nächte bekommen muss. Rein fundamental ist der Titel aber längst überhitzt. Ein KGV von rund 40 und ein Umsatzmultiple von rund 3,3 auf die für das laufende Jahr erwarteten Erlöse sind jedenfalls alles andere als normal für Softship. Daran ändern auch die interessanten neue Softwareprojekte nichts, über die uns Finanzvorstand Detlef Müller zuletzt im Hintergrundgespräch (zu dem Beitrag von boersengefluester.de kommen Sie HIER) berichtet hatte. Und selbst eine Einbettung in die Konzernstruktur von WiseTech Global würde mit Sicht auf zwölf bis 24 Monate wohl kaum eine derart rasante Ergebnisdynamik auslösen. Gegenwärtig bleiben besser nur sehr risikobereite Anleger bei dem auf einem All-Time-High von 14 Euro notierenden Titel investiert. Zu groß ist die Rückschlagsgefahr.

 

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Nun ist auch die formale Hürde für die groß angelegte Kapitalerhöhung von Verona Pharma übersprungen. Auf der außerordentlichen Hauptversammlung des Biotechunternehmens wurde sämtlichen Tagesordnungspunkten zugestimmt. Damit fließen dem auf die Entwicklung eines Wirkstoffs gegen COPD (Raucherhusten) fokussierten Unternehmens brutto rund 44,7 Mio. Pfund  zu – umgerechnet sind das etwa 53,6 Mio. Euro. Parallel erhöht sich die Aktienzahl um mehr als 150 Prozent auf 2.565.719.826 Stück. Dementsprechend kommt die Gesellschaft nun – bzw. die offizielle Einbeziehung der neuen Aktien an der Londoner Börse ist für den 29. Juli 2016 geplant – auf eine Marktkapitalisierung von rund 92 Mio. Euro. Für Verona Pharma ist die Kapitalerhöhung ein extrem wichtiger Schritt für die Weiterentwicklung der Leitsubstanz RPL554, der sich bislang allerdings noch nicht nachhaltig im Aktienkurs niedergeschlagen hat. Noch pendelt die Notiz mit teilweise extremen Ausschlägen hin und her. Diese Hektik sollte die Notiz in den kommenden Wochen ablegen. Immerhin hat Verona nahmhafte neue Investoren an Bord geholt. Dementsprechend wird sich auch der Kreis des Verwaltungsrats  um Dr. Mahendra Shah (71 Jahre, Vivo Capital), Dr. Rishi Gupta (39 Jahre, OrbiMed) und Dr. Andrew Sinclair (44 Jahre, Abingworth) vergrößern. Der unter anderem auch für die heimische Investor-Relations-Arbeit zuständige Verwaltungsratsvorsitzende Dr. David Ebsworth setzt große Erwartungen an die Transaktion: „Die Finanzierung ermöglicht es Verona Pharma, ein spannendes neues Kapitel aufzuschlagen und RPL554 bis zu signifikanten Meilensteinen der Wertsteigerung voranzutreiben.“ Der Titel eignet sich für sehr risikobereite Investoren. Zu den Hintergründen der Finanzierungsrunde lesen Sie bitte auch unseren Beitrag HIER.

 

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Einen schwierigen Spagat zwischen Wachstum und Rentabilität muss zurzeit Vita 34 hinlegen. Das Ergebnis ist im Aktienkurs abzulesen: In den 52 Wochen verlor der Anteilschein um rund ein Viertel an Wert . Ausgerechnet die nahende Hauptversammlung (HV) am 25. August 2016 in Leipzig könnte ein wenig Druck von der Notiz nehmen. Immerhin hat die Gesellschaft eine Dividende von 0,16 Euro pro Aktie auf die Agenda der HV gesetzt. Damit bringt es der Small Cap zurzeit auf eine Dividendenrendite von brutto fast 3,6 Prozent – nicht schlecht für einen Biotechwert. Hauptprodukt von Vita 34 ist eine Nabelschnurblutbank für die Eigenvorsorge zur Behandlung späterer Krankheiten wie Krebs mit Hilfe von Stammzellen. Dabei bewegt sich Vita 34 zunehmend auf internationalem Terrain, zuletzt etwa durch die vollständige Übernahme der dänischen Nabelschnurblutbank StemCare. Doch die Integration des Marktführers im skandinavischen Raum drückt zunächst einmal auf die Ertragskennzahlen. Im Auftaktviertel 2016 knickte die Relation von Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen zum Umsatz von 19,9 auf 8,3 Prozent ein. Vermutlich wird die EBITDA-Marge auch im Gesamtjahr 2016 einstellig bleiben. Mittelfristig peilt der Vorstandsvorsitzende André Gerth hier aber weiterhin ein Niveau von 20 Prozent als Zielgröße an. Klingt gut, allerdings halte die Analysten von Oddo Seydler eine derartige Renditeausbeute frühestens ab 2018 für realistisch. Näheren Aufschluss über die weitere Entwicklung geben die für den 23. August – also kurz vor der HV – angesetzten Halbjahreszahlen. Grundsätzlich hält boersengefluester.de die Strategie von Firmenlenker Gerth für stimmig. Daher raten wir auch, bei dem Titel engagiert zu bleiben. In gewisser Weise „Sorge“ bereitet und aber weiterhin das niedrige Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) von weniger als 0,6. Normalerweise wäre ein derart hoher Discount zum Eigenkapital zwar ein starkes Kaufsignal für Value-Anleger. Bei Vita 34 hängt das niedrige KBV aber wohl primär damit zusammen, dass die Börsianer der Werthaltigkeit des immerhin mehr als 30 Prozent der Bilanzsumme ausmachenden Firmenwerts (Goodwill) nicht trauen. Sollte es hier doch einmal zu Korrekturbedarf kommen, würde die Abschreibung zu Lasten des Eigenkapitals – und damit des Buchwerts – gehen. Zur Einordnung: Klammert man den Goodwill komplett aus, ergibt sich ein Buchwert von etwa 3,30 Euro für die Vita 34-Aktie.

 

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Vor drei Jahren war der österreichische Bohrdienstleister C.A.T. Oil noch die mit Abstand heißeste Aktie aus dem SDAX. In der Spitze brachte es die – schon immer ein wenig undurchsichtige – Gesellschaft damals auf eine Marktkapitalisierung von 1,18 Mrd. Euro. Doch das Kursniveau von deutlich über 20 Euro konnte die Gesellschaft nicht halten. Die Sanktionen gegenüber Russland und der heftige Ölpreisverfall setzen C.A.T. Oil enorm zu. Letztlich können die Anleger froh sein, die Ende 2014 auf die Übernahmeofferte der von  dem französischen Öl-Managers Maurice Gregoire Dijols kontrollierten Joma Industrial Source Corp zu 15,23 Euro eingegangen sind. Mittlerweile befinden sich nur noch 13 Prozent der Aktien im Streubesitz. Wie es genau mit der Börsennotiz weitergehen wird, ist offen. Die Dividende wurde zuletzt komplett gestrichen.  Nicht wenige Spezialwertekenner spekulieren jedoch darauf, dass Joma den verbliebenen Anteilseignern ein finales Abfindungsangebot machen wird und das derzeit noch immer im Prime Standard gelistete Papier dann von der Börse nimmt. Der Zeitpunkt wäre günstig: Mit 6,70 Euro notiert der Anteilschein auf einem sehr spärlichem Niveau. Der aktuelle Börsenwert von 327 Mio. Euro entspricht nur etwa dem Zehnfachen des 2015 erreichten Betriebsergebnisses. Und die zuletzt vorgelegten Zahlen für das Auftaktquartal 2016 hatten – bei allen Schwierigkeiten – auch einige positive Aspekte, insbesondere beim Cashflow,  zu bieten. Gewöhnen müssen sich die Aktionäre demnächst an einen neuen Namen. So steht die Umfirmierung in Petro Welt Technologies auf der Agenda. „Mit der Namensänderung wird zugleich ein seit längerem anhängiger Rechtsstreit mit CaterpillarInc. wegen Benutzung des Namensbestandteils „CAT“ hinfällig. Ein entsprechender Vergleich mit Caterpillar Inc. wurde ausgehandelt und steht vor der Unterzeichnung“ ließ das Unternehmen verlautbaren. Für boersengefluester.de gehört das Papier mindestens auf die Beobachtungsliste.

 

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Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse ist Gründer des in Frankfurt ansässigen Finanzportals boersengefluester.de und seit vielen Jahren ein profunder Kenner von Kapitalmarktthemen und Experte für Datenjournalismus. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. Investmentprofis aus dem Small- und Midcap-Bereich stufen die Qualität der Berichterstattung von boersengefluester.de laut der IR.on-Medienstudie 2020/21 mit der Bestnote 1,67 ein. Im Gesamtranking der Onlinemedien liegt die Seite mit Abstand auf Platz 1. Beim finanzblog award der comdirect bank hat boersengefluester.de den Publikumspreis und zusätzlich noch den 3. Platz in der Jurywertung gewonnen. Zuvor war Gereon Kruse 19 Jahre beim Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs.