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Ahlers: Markante Fortschritte

Aktionäre von Ahlers müssen hart im Nehmen sein. Innerhalb von 15 Jahren ist der Börsenwert des auf Männermode spezialisierten Unternehmens von gut 243 Mio. auf etwas mehr als 36 Mio. Euro geschmolzen. Da ist es fast eine Marginalie, dass die Herforder seit zwei Jahren auch die Dividende gestrichen haben. Restrukturierung ist angesagt, um nicht wie Gerry Weber oder andere Modeopfer zu enden. An der Börse schauen kaum noch Investoren auf den Modetitel, der freilich schon immer abseits zu bekannten Aktien wie Boss stand. Glamour ist nicht das Ding der Herforder, die in erster Linie mit ihren Marken Baldessarini, Pierre Cardin, Otto Kern oder Pioneer im Handel vertreten sind. Durchaus bekannte Brands, die andererseits aber auch nicht gerade zu den heißen Trendmarken gehören. Interessant ist der Spezialwert aus Sicht von boersengefluester.de aber dennoch. Denn wie es aussieht, hat das Familienunternehmen Ahlers in den vergangenen Jahren solide Arbeit abgeliefert und will nach zwei Verlustjahren in Folge für 2019/20 (30. November) wieder ein positives Betriebsergebnis (EBIT) erzielen.

„Wir haben unser Maßnahmenpaket zur Ertrags- und Effizienzsteigerung abgeschlossen“, sagt CEO Stella Ahlers. „Defizitäre Aktivitäten wurden beendet. Damit haben wir Komplexität reduziert und können das Unternehmen in Zukunft besser steuern.“ Parallel dazu hat Ahlers die Netto-Finanzverbindlichkeiten im abgelaufenen Geschäftsjahr von 28,4 auf 12,5 Mio. Euro gedrückt. Die Eigenkapitalquote ist derweil auf ansehnliche 57,4 Prozent gestiegen. Der Buchwert je Aktie liegt zurzeit bei 6,38 Euro, was insofern ungewöhnlich ist, weil der Aktienkurs gerade einmal 2,66 Euro beträgt. Unter Kurs-Buchwert-Aspekten gehört der Anteilschein damit zu den günstigsten Werten unserer mehr als 600 deutsche Aktien umfassenden Datenbank. Wohlgemerkt: Es sieht danach aus, das Ahlers auf den Turnaround zusteuert und somit kein oder kaum Eigenkapital mehr verzehrt.

 

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Konkret rechnet Stella Ahlers für 2019/20 – gegenüber dem Vorjahreswert von 207,00 Mio. Euro – mit nochmals leicht rückläufigen Konzernerlösen und einem Ergebnis vor Steuern, das sich „der Nullmarke nähert oder sie leicht übersteigt“. Markante Sondereffekte, die das Ergebnis verzerren, soll es dem Vernegmen nach nicht mehr geben. Keine Frage: Alles kein Selbstläufer, das Umfeld in der Textilbranche bleibt schwierig. Dafür bekommen Anleger bei Ahlers die vorhandene Substanz und Ertragsfantasie allerdings auch zu einem sehr fairen Aktienkurs, selbst wenn das Thema Dividende wohl auch im kommenden Jahr auf eine Nullrunde hinausläuft. Nach der 2018 erfolgten Zusammenlegung von Vorzügen und Stämmen liegt der Streubesitz offiziell bei 47,13 Prozent. Klingt relativ viel, doch die Handelsumsätze in dem Titel sind trotzdem recht überschaubar. Soll heißen: Die Ahlers-Aktie ist nichts für Trader, zudem sind Limits Pflicht.

 

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Foto: Ahlers AG (Pioneer Jeans)


 

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Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse ist Gründer des in Frankfurt ansässigen Finanzportals boersengefluester.de und seit vielen Jahren ein profunder Kenner von Kapitalmarktthemen und Experte für Datenjournalismus. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. Investmentprofis aus dem Small- und Midcap-Bereich stufen die Qualität der Berichterstattung von boersengefluester.de laut der IR.on-Medienstudie 2020/21 mit der Bestnote 1,67 ein. Im Gesamtranking der Onlinemedien liegt die Seite mit Abstand auf Platz 1. Beim finanzblog award der comdirect bank hat boersengefluester.de den Publikumspreis und zusätzlich noch den 3. Platz in der Jurywertung gewonnen. Zuvor war Gereon Kruse 19 Jahre beim Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs.