Kursbewegende Meldungen in kompakter Form

An dieser Stelle bieten wir Ihnen einen Überblick über interessante Unternehmensnachrichten – vom Blue Chip bis zum Spezialwert. Boersengefluester.de fasst den Inhalt kompakt zusammen und gibt eine kurze Einschätzung.


Kurznachrichten 2017:  Oktober :: September :: August  |   Gesamtes Kurznachrichten-Archiv durchsuchen [ Link ]


 






20. November, 2017

Um mehr als 40 Prozent rauschte der Aktienkurs von Verbio Vereinigte Bioenergie im September nach unten, als der Anbieter von Biokraftstoffen zwar gute Zahlen für das Geschäftsjahr 2016/17 (30. Juni), aber einen ernüchternden Ausblick für die neue Abrechnungsperiode präsentierte. Demnach dürfte das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von zuvor gut 92 auf rund 50 Mio. Euro einknicken. Ob die Reaktion der Investoren übertrieben war, lässt sich noch nicht abschließend sagen. Auffällig ist jedoch, dass sich die Notiz ganz vorsichtig wieder berappelt. Dabei gibt es fundamental keine neuen Erkenntnisse: Der kürzlich vorgelegte Bericht für das Auftaktquartal 2017/18 entsprach mit einem nur leicht rückläufigen EBITDA von 15,9 Mio. Euro den Erwartungen und auch die Prognose für das Gesamtjahr wurde vom Vorstand bestätigt. Als Dividendenwert ist Verbio in der Szene wohl eher kein Begriff, andererseits bedeutet die zur Hauptversammlung am 2. Februar 2018 vorgeschlagene Ausschüttung von 0,20 Euro je Aktie eine Rendite von immerhin 2,3 Prozent. Die Analysten von Matelan Research haben zuletzt ihre Halten-Empfehlung mit Kursziel 9,10 Euro bestätigt. Allerdings betonten die Experten auch: „Bei Kursen um 8 Euro ist die Aktie wieder deutlich attraktiver geworden und der Aufbau einiger Positionen könnte in Betracht gezogen werde.“ Möglicherweise haben sich nun einige Anleger an diese Einschätzung gehalten. Auch wenn die Bewertung der Verbio-Aktie auf Basis der Zahlen für 2017/18 eher unvorteilhaft aussieht. Mittelfristig überwiegen auch für boersengefluester.de weiterhin die positiven Aspekte.



16. November, 2017

Die gute Nachricht im neuesten Zwischenbericht von Francotyp-Postalia: Der Hersteller von Frankier- und Kuvertiermaschinen bleibt bei seiner Prognose und geht für 2017 weiterhin von leicht steigendenden Erlösen und einem leicht verbesserten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBIDA) aus. Nach den doch ziemlich enttäuschenden Zahlen zum Halbjahr (siehe dazu den Beitrag von boersengefluester.de HIER) hätte es uns im Prinzip nicht gewundert, wenn CEO Rüdiger Andreas Günther die Ziele hätte tiefer hängen müssen. Trotzdem: An der Börse hat die Aktie ihren Zauber vom Jahresanfang längst verloren. Irgendwie beschleicht einen das mulmige Gefühl, dass die forschen Langfristprognosen des Managements mit der Ist-Situation womöglich doch nicht in Einklang zu bringen sind. Beim Umsatz tritt Francotyp-Postalia auf der Stelle und auch margenmäßig sind kaum Fortschritte zu erkennen – selbst wenn es zu berücksichtigen gilt, dass die Berliner momentan erhebliche Belastungen aus dem Effizienzsteigerungsprogramm zu schultern haben. Bis zu einem „dynamischen Wachstumsunternehmen“, zu dem sich Francotyp-Postalia entwickeln will, ist es jedenfalls noch ein gutes Stück Wegstrecke. Dabei muss Vorstandschef Günther im kommenden Jahr definitiv liefern, um nicht noch zusätzliches Vertrauen bei den Investoren zu verspielen. „2018 wird das Jahr der Umsetzung. Wir verlieren keine Zeit. Unsere mittel- und langfristigen Ziele haben wir dabei klar im Fokus“ sagt Günther. Demnach soll die EBITDA-Marge bis 2020 von derzeit 13 auf 17 Prozent klettern – bei einem Umsatz von 250 Mio. Euro. Bewertungstechnisch sieht das Unternehmen beim gegenwärtigen Börsenwert von 75 Mio. Euro damit durchaus interessant aus. Wer den Titel noch im Depot hat, sollte daher durchhalten. Für größere Neuengagements sehen wir zum jetzigen Zeitpunkt allerdings keinen Grund.



15. November, 2017

Ein schlechtes Timing hatten wir zuletzt mit unserer Berichterstattung (HIER) zur Aktie von Fabasoft – immerhin erwischten wir den Softwaretitel Mitte Oktober auf einem Zwischenhoch bei rund 12 Euro. Mittlerweile gibt es das Papier mit einem Discount von 20 Prozent – also für 10 Euro. Dabei hat sich die Investmentstory des Unternehmens aus Linz nicht verschlechtert. Im Gegenteil: Die jetzt vorgelegten Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahrs 2017/18 (31. März) sehen richtig gut aus. Immerhin erreichte die EBIT-Marge mit knapp 18 Prozent ein Niveau wie zuletzt fast im Abschlussviertel des Geschäftsjahrs 2012/13. Insgesamt steht zum Halbjahr nun ein Erlösplus von knapp 15,6 Prozent auf 15,69 Mio. Euro sowie ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 2,61 Mio. Euro zu Buche – nach 983.000 Euro in der entsprechenden Vorjahresperiode. Das Ergebnis je Aktie kam von 0,06 auf 0,18 Euro voran. Eine konkrete Prognose für das Gesamtjahr verkneift sich der Vorstand einmal mehr. Mit dem Fokus auf Cloud-Services und Dokumenten-Management, wobei wichtige Kunden aus dem behördlichen Sektor kommen, liegt Fabasoft jedoch gut im Rennen. Zudem haben die Österreicher mit der Wissensmanagement-Software Mindbreeze InSpire einen echten Hoffnungsträger. Boersengefluester.de bleibt bei der Halten-Einschätzung für die Fabasoft-Aktie. Die Bewertung ist freilich immer noch vergleichsweise hoch, allerdings verfügt das Unternehmen über eine kerngesunde Bilanz. Zudem könnten die kommenden Wochen ohnehin interessant werden. Dem Vernehmen nach überlegt Fabasoft, “geeignete Kapitalmaßnahmen zu initiieren, um erfolgversprechende Expansions- und Wachstumsoptionen wahrzunehmen”. “Dabei soll auch die Erhöhung der Handelsliquidität der Fabasoft Aktie als Ziel adressiert werden”, wie es offiziell heißt. Derzeit befinden sich nur 30,6 Prozent im Streubesitz. Der Rest ist im Wesentlichen der Fallmann & Bauernfeind Privatstiftung zuzurechnen, hinter der sich die beiden Vorstände und Firmengründer verbergen. Gut möglich also, dass es eine Kapitalerhöhung geben wird, bei der die Gründer nicht mitziehend werden. Darüber könnte es sogar noch zu einer Umplatzierung kommen. Für die Fabsoft-Aktie kann das langfristig gesehen eigentlich nur gut sein.



14. November, 2017

Noch sind die Folgen des Kursrutsches der Aktie von IBU-tec advanced materials materials im Zuge der Prognoseanpassung von Ende Oktober nicht ganz verheilt. Doch für Anleger, die cool geblieben sind und nicht verkauft haben, hat das Spezialchemie-Unternehmen gute Nachrichten parat: So hat IBU-tec einen umfangreichen Rahmenvertrag mit einem Neukunden im Bereich Batteriewerkstoffe geschlossen – forciert also das Thema Elektromobilität. Eine erste „signifikante“ Bestellung ist bereits erfolgt, für das kommenden Jahr rechnet die Gesellschaft aus Weimar mit Order im unteren siebenstelligen Euro-Bereich. „Nachdem wir bei stationärer Energiespeicherung bislang im Bereich Forschung und Entwicklung intensiv aktiv waren, stellt diese Produktionsvereinbarung eine neue Dimension für IBU-tec dar“, sagt CEO Ulrich Weitz. An der Börse kommt diese, für den Scale-Pionier IBU-tech, in der Tat wichtige Meldung gut an – auch wenn keinen Namen genannt wurden. Die Notiz legt um mehr als fünf Prozent auf 17,60 Euro zu. Passend ist das Timing aber auch, weil der Vorstand am 28. November auf dem Eigenkapitalforum in Frankfurt präsentieren wird. Wenig später geht es dann zur MKK Münchner Kapitalmarkt Konferenz. Da lässt es sich mit guten Meldungen im Gepäck deutlich überzeugender vortragen. Für 2017 musste die Gesellschaft kürzlich ihre Ziele spürbar kürzen und rechnet mit Erlösen leicht unterhalb des Vorjahreswerts von 17,74 Mio. Euro und einer EBIT-Marge im „gut zweistelligen Bereich“. Ursprünglich war von einer Umsatzsteigerung und einer operativen Rendite (vor IPO-Aufwendungen) von rund 20 Prozent die Rede. Zurzeit ist das Papier eine gute Halten-Position für boersengefluester.de.


Börse brutal: Um rund 13 Prozent auf 15,73 Euro stürzte die Notiz von Centrotec Sustainable ab, nachdem der Anbieter von Heizungs- und Klimasystemen die Prognosen für 2017 stutzen musste. Demnach rechnet die Gesellschaft nun bei Umsätzen im mittleren Bereich der Spanne von 575 bis 600 Mio. Euro mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) zwischen 28 und 30 Mio. Euro – nach bislang 33 bis 35 Mio. Euro. Zur Einordnung: Nach neun Monaten 2017 kommt das Centrotec auf ein EBIT von 19,17 Mio. Euro. Verglichen mit dem Ausmaß der Gewinnwarnung sieht der Verlust an Marktkapitalisierung von rund 41,5 Mio. Euro freilich sehr üppig aus. Schließlich notiert der Spezialwert nur noch um rund 15 Prozent über Buchwert. Aus diesem Grund rät boersengefluester.de auch, bei dem Titel engagiert zu bleiben. Keine Frage: Bei dieser Aktie hatten wir auf eine wesentlich bessere Entwicklung gehofft, zumal die grundlegenden Trends in der Baubranche positiv für Centrotec sein sollten. Nun bleibt zu hoffen, dass sich die Notiz zunächst einmal stabilisiert. Aktuelle Marktkapitalisierung: knapp 282 Mio. Euro. Am 28. November präsentiert der Vorstand auf dem Eigenkapitalforum in Frankfurt.



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13. November, 2017

Eine faustdicke Dividendenüberraschung liefert EHW Eisen- und Hüttenwerke: Zur Hauptversammlung am 2. März 2018 will die zu 87,89 Prozent im Besitz von ThyssenKrupp Steel Europe AG befindliche Gesellschaft – inklusive einer Bonuszahlung von 2,00 Euro – eine Gesamtdividende von 2,75 Euro je Aktie ausschütten. Bezogen auf den aktuellen Kurs von 20,35 Euro ergibt das eine Rendite von knackigen 13,5 Prozent. Interessant: Der Großaktionär, quasi der Stahlbereich des DAX-Konzerns ThyssenKrupp, will die auf ihn entfallende Dividendensumme – brutto immerhin 42,58 Mio. Euro – „zur Stärkung der Zukunftsfähigkeit der beiden Beteiligungskreise der Eisen- und Hüttenwerke AG zu verwenden“. Das Geld fließt also in die Portfoliogesellschaften von ThyssenKrupp Rasselstein (Verpackungsstahl) und ThyssenKrupp Electrical Steel (Elektrobänder). Das ist insofern wichtig, weil damit der – zumindest auf dem Papier – fällige Dividendenabschlag sich nicht zwangsläufig auf den vollen Ausschüttungsbetrag ausdehnen muss. Zwar stammt das Geld natürlich aus den Rücklagen von EHW und mindert den Wert des Unternehmens entsprechend. Andererseits kommt die Millionensumme den beiden Beteiligungskreisen zugute, erhöht also entsprechend den Wert des Portfolios. Dabei sind EHW 40,8 Prozent an dem Beteiligungskreis Rasselstein und 37,5 Prozent an dem von Electrical Steel zuzurechnen. Offen ist gegenwärtig noch, was den Ausschlag für die Sonderdividende gab, schließlich hörte sich der Dividendenausblick auf der jüngsten Hauptversammlung noch weit vorsichtiger an. Beachten sollten Anleger, dass der Titel ein reinrassiger Spezialwert mit sehr überschaubaren Handelsumsätzen ist. Dennoch hat die EHW-Aktie – trotz der meist mauen Performance – seit vielen Jahren eine feste Fangemeinde. Den Jahresbericht legt EHW – zeitlich mit ThyssenKrupp – am 23. November 2017 vor.


Die Aktie des Sektherstellers Schloss Wachenheim hatte zuletzt einen Aboplatz auf der All-Time-High-Liste der heimischen Spezialwerte. Allein in den vergangenen sechs Monaten gewann das – ansonsten vergleichsweise wenig beachtete – Papier um rund 30 Prozent an Wert. Aktuelle Marktkapitalisierung: Etwas mehr als 173 Mio. Euro, was für ein Unternehmen wie Schloss Wachenheim noch immer recht moderat ist. Jedenfalls wird der Small Cap gerade einmal mit einem Aufschlag von 16 Prozent auf den Buchwert gehandelt. Zur Hauptversammlung am 23. November 2017 in Trier steht eine um 5 Cent auf 0,48 Euro je Aktie erhöhte Dividende auf der Agenda. Damit bringt es das Papier auf eine Rendite von immerhin 2,2 Prozent. Die operativen Geschäfte laufen zurzeit sehr ordentlich. Freilich sind die jetzt vorgelegten Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahrs 2017/18 (30. Juni) noch nicht übermäßig aussagekräftig, auch wenn der Zuwachs beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 19 Prozent auf 5,92 Mio. Euro bemerkenswert hoch ist. Entscheidend für Schloss Wachenheim ist – wie für die gesamte Branche – das Quartal mit dem Weihnachts- und Silvestergeschäft. Bei Schloss Wachenheim fällt es in das zweite Viertel des Wirtschaftsjahrs. Da 2017 sowohl der 24. Dezember als auch der 31. Dezember auf einen Sonntag fallen, bleibt abzuwarten wie sich die Konsumenten darauf einstellen. Im Grunde fehlt dem Einzelhandel jeweils zumindest ein halber Tag. Nun: Verdursten wird hierzulande an den Feiertagen wohl in diesem Jahr keiner. Einen nicht unerheblichen Einfluss aufs Ergebnis haben allerdings auch die für die Trierer wichtigen osteuropäischen Währungen. Bislang stellt das Management für das Gesamtjahr einen leichten Anstieg des EBIT sowie ein Netto-Ergebnis auf dem Niveau von 2016/17 in Aussicht – also etwa im Bereich um 15,7 Mio. Euro. Großaktionär bei der im General Standard gelisteten Schloss Wachenheim ist mit einem Anteil von 70 Prozent die Günther Reh AG (Faber Sekt) – entsprechend überschaubar sind die Handelsumsätze. Wer sich daran nicht stört, findet in Schloss Wachenheim aber ein prima Langfristinvestment.



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09. November, 2017

Aktienkurs und Fundamentaldaten laufen die meiste Zeit unterschiedlich schnell, ehe sie am Ende doch wieder zusammenfinden. So zumindest die Theorie – meist aber auch die Praxis: Als Pierre Hofer, der Vorstand von pferdewetten.de, Anfang Mai 2017 den Wiedereinstieg in den Sportwettenmarkt beschlossen (siehe dazu auch den Bericht von boersengefluester.de HIER), beschleunigte die Notiz von pferdewetten.de innerhalb weniger Wochen von 10 Euro auf in der Spitze fast 17 Euro. Beinahe so, als ob die Düsseldorfer aus dem Stand zu einem der Marktführer im Bereich Sportwetten geworden wären, was natürlich Unfug ist. Und wer Pierre Hofer ein wenig kennt, der weiß, dass ihm dieser rasante Anstieg wohl ohnehin nicht ganz geheuer war. So gesehen ist die jüngste Konsolidierungsphase des Small Caps zwischen 14 und 12 Euro eine gesunde Entwicklung, spiegelt sie die aktuelle Realität doch ziemlich gut wieder. Dabei entwickelt das angestammte Geschäft mit Pferdewetten dynamisch weiter. So liegen die Umsatzerlöse von knapp 5,50 Mio. Euro nach neun Monaten 2017 um gut 13 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreswert. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) bewegte sich derweil mit 1,41 Mio. Euro um 1,8 Prozent unter Vorjahr. Das wiederum ist ein sehr ordentlicher Wert, denn die Gesellschaft hat bereits mit den Investitionen für die Erweiterung des Geschäftsmodells Richtung Sportwetten begonnen und darüber hinaus auch Aufwendungen von vermutlich rund 50.000 Euro für den Wertpapierprospekt im Zusammenhang mit der Börsenzulassung aller Aktien unter einheitlicher WKN verarbeitet. Last but not least stärkt pferdewetten.de die „betriebliche Infrastruktur“ und rüstet sich für den Erwerb der deutschen Pferdewettlizenz. So gesehen ist es eher eine positive Überraschung, dass CEO Hofer – trotz aller Sonderfaktoren – bei seiner Prognose für 2017 bleibt, und weiterhin ein EBIT in einer Spanne zwischen 1,8 und 2,2 Mio. Euro in Aussicht stellt. Dem steht derzeit eine Marktkapitalisierung von knapp 57 Mio. Euro gegenüber, was dem 4,5fachen des Eigenkapitals entspricht. Für langfristig orientierte Small-Cap-Investoren bleibt die Aktie eine gute Wahl. Die Bewertung ist nicht abgehoben und perspektivisch bietet die Expansion Richtung Sportwetten erkleckliche Ertragsfantasie.


Mit den Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahrs 2017/18 (31. März) liefert Heidelberger Druckmaschinen zwar keine positive Überraschung. Trotzdem untermauert der Zwischenbericht die gute Performance der SDAX-Aktie in den vergangenen Monaten. So liegen die Heidelberger beim Umsatz – maßgeblich währungsbedingt – mit 559,27 Mio. Euro um gut 4,5 Prozent unter Vorjahr. Geringere sonstige betriebliche Aufwendungen und ein weiter verbessertes Finanzergebnis sorgen jedoch dafür, dass der Gewinn nach Steuern mit 16,00 Mio. Euro spürbar über dem entsprechenden Vorjahreswert von 9,18 Mio. Euro liegt. Insgesamt steht nach sechs Monaten ein leicht positives Netto-Ergebnis von 271.000 Euro. Bei der operativen Marge – bezogen auf das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) – liegt HeidelDruck mit knapp 5,7 Prozent zum Halbjahr noch unterhalb der für das Gesamtjahr ausgegebenen Zielvorgabe von 7,0 bis 7,5 Prozent. Doch die Gesellschaft arbeitet hart daran, die Effizienz weiter zu steigern. Risiken bei der weiteren Entwicklung identifiziert das Management freilich auch. „Die gezielte Reduzierung des Gebrauchtmaschinenhandels, die sich seit Mitte des Jahres 2017 abzeichnenden negativen Währungseffekte vor allem in Asien sowie eine spürbare Investitionszurückhaltung im nordamerikanischen Markt könnten sich im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2017/18 dämpfend auf das Auftrags- und Umsatzvolumen auswirken“, heißt es im Zwischenbericht. Letztlich befindet sich das Unternehmen bei seiner Digitalisierungsstrategie jedoch auf Kurs. Ähnlich wie Wettbewerber Koenig & Bauer, setzen auch die Heidelberger auf Verpackungs- und Etikettendruck sowie das Servicegeschäft. Per saldo gefällt boersengefluester.de die Investmentstory von Heidelberger Druckmaschinen richtig gut. Wer keinen übermäßigen Wert auf Dividenden legt und darauf vertraut, dass die Gesellschaft die erheblichen Umwälzungen in der Branche meistert und gleichzeitig die eigene Bilanzqualität weiter auf Vordermann bringt, ist mit dem Titel prima bedient. Ein wenig vorsichtigere Investoren fahren vermutlich mit dem Anteilschein von Koenig & Bauer etwas besser – auch wenn er höher bewertet ist.



08. November, 2017

Sygnis bleibt unter Investmentgesichtspunkten ein schwieriges Thema. Seit Monaten kommt der Kurs des Anbieters von Tools zur DNA- und Protein-Analyse nicht vom Fleck, bewegt sich tendenziell sogar nach unten. Die Skepsis der Investoren ist nicht unbegründet: Seit einer gefühlten Ewigkeit befindet sich Sygnis auf Akquisitionstour und vermittelt immer wieder den Eindruck, dass mit dem jüngsten Zukauf – oft verbunden mit einer Kapitalerhöhung – nun die entscheidende Verstärkung gelungen sei. Tatsächlich kommen die unbereinigten Zahlen von Sygnis ernüchternd daher: Nach neun Monaten 2017 steht bei Umsätzen von 5,34 Mio. Euro ein Netto-Verlust von 3,14 Mio. Euro. Der operative Cashflow sank von minus 2,13 auf minus 3,02 Mio. Euro. Etwas ermutigender sehen die um akquisitorische Sondereffekte bereinigten Daten aus. Hier steht nach neun Monaten 2017 „nur“ ein Verlust von knapp 1,23 Mio. Euro. Finanzvorstand David Roth zeichnet trotzdem ein positives Bild von der aktuellen Situation und kündigt für das Abschlussquartal 2017 den Break-even beim operativen Cashflow an. Das Umsatzziel für 2017 setzt er zwischen 7 und 8 Mio. Euro an. Markant schwarze Zahlen sind freilich kaum vor 2019 zu erwarten. Die Analysten von GBC erwarten für 2019 einen Überschuss von gut 2 Mio. Euro, was bei der jetzigen Aktienzahl von knapp 44,9 Millionen Stück auf ein Ergebnis pro Aktie von annähernd 0,05 Euro hinauslaufen würde. Mit Blick auf das KGV bleibt Sygnis damit aber auch auf 2019er-Basis nicht übermäßig interessant. Der Börsenwert beträgt zurzeit rund 65 Mio. Euro. Zumindest für die Experten von GBC ist das viel zu niedrig. Sie halten Sygnis auf dem aktuellen Niveau von 1,45 Euro locker für einen Kursverdoppler und trauen dem Papier einen fairen Wert von 3,30 Euro zu. Nun: Der Markt zeigt sich von dem Potenzial eher unbeeindruckt und will wohl erst einmal sehen, dass nicht nur die Umsätze von Sygnis steigen, sondern auch unterm Strich mal etwas übrig bleibt.


Wirklich inspirierend sind auch die Q3-Zahlen von HolidayCheck nicht gerade. Zwar stiegen die Umsätze gegenüber dem vergleichbaren Quartal des Vorjahrs um 8,2 Prozent auf 31,98 Mio. Euro – unter anderem eine Folge der nochmals erhöhten Marketingaufwendungen von 18,72 Mio. Euro. Gleichzeitig erwirtschaftete das auf Bewertungsportale für Urlaubsreisen (holidaycheck.de) spezialisierte Unternehmen allerdings ein negatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von knapp 1,51 Mio. Euro, was wiederum weniger erfreulich ist. Mit gutem Willen lässt sich zwar sagen, dass das Minus des direkten Vorquartals um rund 1,2 Mio. Euro gedrückt wurde und der Vorstand seine Prognosen für das Gesamtjahr sogar leicht optimistischer formuliert – die Gesellschaft befindet sich also mindestens im Plan. Es bleibt jedoch nebulös, wie HolidayCheck trotz abnehmender Investitionen in die Portaltechnik und einem künftig wohl niedrigeren Werbebudget nachhaltig den Swing auf die sonnige Seite – sprich die Gewinnzone – schaffen will. Zur Einordnung: Gegenwärtig macht das Werbebudget rund die Hälfte des Umsatzes aus. Selbst extrem marketingaffine Internetservice-Dienstleister wie Lotto24 oder bet-at-home.com kommen hier auf spürbar niedrigere Quoten. Immerhin: Vorstandschef Georg Hesse sieht „gute Chancen, dass Umsatz und operatives EBITDA für das Gesamtjahr 2017 jeweils im oberen Drittel“ der Prognosekorridors von minus 5 bis 0 Mio. Euro beim operativen EBITDA, beziehungsweise sieben bis elf Prozent in Sachen Erlösplus liegen werden. Per saldo entwickelt sich der Aktienkurs im laufenden Jahr gar nicht mal so schlecht, auch wenn die maue Performance im dritten Quartal ein wenig drückt. Insgesamt ist der Titel aber nur eine Halten-Position für boersengefluester.de. Auf der Habenseite stehen die – gemessen am Börsenwert von 166 Mio. Euro – hohe Netto-Liquidität von rund 24 Mio. Euro sowie die bereits getätigten Ausgaben für Technik und Personal. Dennoch werden eine Menge Investoren abwarten und quartalsweise schauen, ob die Burda-Tochter den erhofften Ergebnisdreh auch tatsächlich hinbekommt. Letztlich zieht sich sich die Investmentstory zu sehr wie ein Kaugummi in die Länge.



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06. November, 2017

Beim flüchtigen Blick sehen die Neun-Monats-Zahlen von Schweizer Electronic alles andere als berauschend aus: Zwar kamen die Erlöse des Leiterplattenherstellers um 5,4 Prozent auf 91,84 Mio. Euro voran. Unterm Strich steht aber ein Verlust von 813.000 Euro – nach 1,25 Mio. Euro Gewinn in der entsprechenden Vorjahresperiode. Doch der erste Eindruck täuscht, denn Schweizer Electronic musste zuletzt erhebliche Rückstellungen für Prozessrisiken aufbauen. Dabei geht es zum einen um die Tochtergesellschaft in Singapur, wo ein Minderheitsgesellschafter sich aufgrund vermeintlich falscher Versprechungen übervorteilt fühlt. Darüber hinaus streitet sich die Gesellschaft mit der ehemaligen Vorstandsvorsitzenden, Maren Schweizer, vor Gericht. Die Schramberger hatten Maren Schweizer Anfang des Jahres vor die Tür gesetzt. Darüber hinaus drücken Aufwendungen für eine Studie im Zusammenhang mit der geplanten Fertigungsanlage in Asien auf den Gewinn. Bereinigt um diese Sondereffekte kam das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 2,9 auf 4,1 Mio. Euro voran. Auffällig ist, dass insbesondere das Geschäft mit Industriekunden spürbar anzieht, so dass sich der Umsatzanteil des Automobilbereichs – dem nach wie vor wichtigsten Erlösträger – von knapp 77 auf gut 68 Prozent reduziert hat. Insgesamt kalkuliert Finanzvorstand Marc Bunz für das Gesamtjahr weiterhin mit einem Erlösplus zwischen drei und fünf Prozent auf dann vermutlich knapp 121 Mio. Euro. Bei der EBITDA-Marge setzt das Management aufgrund der vielen Sonderthemen nun allerdings den unteren Bereich der bislang kommunizierten Spanne von sieben bis acht Prozent erreicht wird. Per saldo wird 2017 für Schweizer Electronic also abermals ein Jahr mit relativ schwachem Ergebnisausweis. Unterstellt man jedoch, dass die Gesellschaft im kommenden Jahr zurück auf die Spur kommt und ein EBITDA von rund 12 Mio. Euro erzielt (früher eine relativ normale Größenordnung), wird deutlich, welches Potenzial in dem Small Cap schlummert. Immerhin bringt Schweizer Electronic derzeit nur gut 80 Mio. Euro auf die Waagschale. Mit zum Kreis der Großaktionäre gehört übrigens Infineon. Kein Wunder, dass immer wieder mal getuschelt wird, dass der DAX-Konzern seinen bisherigen Anteil von 9,4 Prozent spürbar erhöhen könnte. Für risikobereite Anleger bleibt Schweizer Electronic eine heiße Wette.


Nach den fußballerisch verkorksten Wochen, sind zumindest die wirtschaftlichen Zahlen von Borussia Dortmund eine Augenweide – enthalten sie doch den maßgeblichen Teil der Transfererlöse von Ousmane Dembélé zum FC Barcelona. Mit einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 81,4 Mio. Euro erzielten die Dortmunder jedenfalls den höchsten Quartalsgewinn in der Vereinsgeschichte. Der Netto-Gewinn von 52,6 Mio. Euro toppt sogar den gesamten Jahresprofit aus dem Geschäftsjahr 2012/13 – dem bisherigen Rekordjahr des Bundesligisten. Trotz der super Zahlen, bleiben die Börsianer derzeit auf Abstand zu der BVB-Aktie. Kein Wunder: Es geht das Gespenst um, dass die Schwarz-Gelben vielleicht die direkte Qualifikation für die nächste Champions-League-Runde verpassen könnten. Solche Szenarien hält boersengefluester.de derzeit zwar für eher unwahrscheinlich. Aber genau wie Fußball, hat auch Börse viel mit Psychologie zu tun. Bei aller kurzfristigen Hektik um die jüngste Misere auf dem Platz: An den grundsätzlichen Rahmenbedingungen hat sich kaum etwas geändert. Daher bleibt die BVB-Aktie für uns auch ein überdurchschnittlich interessantes Investment aus dem SDAX. Den gesamten Bericht für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahrs werden die Borussen am 14. November veröffentlichen.



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03. November, 2017

Noch ist es kein nachhaltiger Trendwechsel nach oben, aber bemerkenswert ist der jüngste Kursaufschwung der Aktie der German Startups Group dennoch. Jedenfalls scheint es so, als ob der ominöse Abverkäufer seine Aktivitäten gegenwärtig eingestellt hat. Ob der Druck damit komplett raus ist aus dem Titel der Venture-Capital-Gesellschaft, lässt sich freilich noch nicht sagen. Nun: Zuletzt gab es einige Arrondierungen im Portfolio der Berliner: So hat die German Startups Group ihren Anteil an der, auf maßgeschneiderte mobile Werbung spezialisierten, Remerge GmbH von 2,0 auf 2,2 Prozent aufgestockt. Auf der anderen Seite hat das Team um CEO Christoph Gerlinger kürzlich auch den restlichen Anteil an CRX Markets, einer Plattform für Betriebsmittelfinanzierungen, verkauft. Ende November wird Gerlinger – wie auch 2016 – dann auf dem Eigenkapitalforum präsentieren. Boersengefluester.de ist gespannt, wie der Vortrag bei den Investoren ankommt. Fragen hinsichtlich der künftigen Strategie gibt es sicher genug. Gegenwärtig kommt die German Startups Group auf einen Börsenwert von 22,6 Mio. Euro. Das ist annähernd doppelt so viel, wie die ebenfalls im Scale gelistete mic AG auf die Waagschale bringt. Die Münchner galten lange Zeit als chronisch erfolglos auf dem Finanzparkett, haben sich zuletzt aber auf eine komplette Neuorganisation verständigt und reüssierten damit ebenfalls an der Börse.


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Vielen Dank, Gereon Kruse


02. November, 2017

In Siebenmeilenstiefeln ist Intershop Communications nicht unbedingt unterwegs. Dennoch trägt die strategische Umorientierung des Anbieters von E-Commerce-Software Richtung B2B-bzw. Großhandelskundschaft allmählich Früchte. So kommt Intershop nach neun Monaten 2017 auf ein Umsatzplus von knapp sieben Prozent auf 26,37 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) drehte von minus 2,05 Mio. Euro auf plus 215.000 Euro. Dabei agiert die Gesellschaft aus Jena auf EBIT-Basis nun seit drei Quartalen in Folge im positiven Terrain. Für das Gesamtjahr peilt der Vorstand weiterhin leicht steigende Erlöse sowie ein ausgeglichenes Betriebsergebnis an. Freilich zehrt die Gesellschaft dabei noch ein wenig von dem starken Auftaktviertel. „Wir haben verstärkt in Vertrieb und Marketing investiert und die Themen Großhandel und Cloud in den Mittelpunkt unserer Aktivitäten gestellt“, betont das Management im aktuellen Zwischenbericht. „Unsere Partnerschaft mit Microsoft kommt ebenfalls voran. Mehrere Kunden, wie beispielsweise Miele, setzen bereits auf unser gemeinsames Cloud-Angebot.“ An der Börse kommt der – für Intershop-Verhältnisse – ruhige Kurswechsel gut an. Seit Jahresbeginn liegt die Notiz mittlerweile um fast 80 Prozent vorn. Das hört sich rasant an, für leidgeprüfte Intershop-Aktionäre, die seit vielen Jahren dabei sind, ist das vorerst aber nur ein Trostpflaster. Immerhin sind in den vergangenen Jahren viele Unternehmen an Intershop vorbeigezogen. Und so bleibt das große Szenario erhalten: Intershop muss sein neues Geschäftsmodell etablieren, ausbauen und dann nachhaltig Erträge zeigen. Wenn das gelingt, hat der Börsenwert noch deutlich Potenzial nach oben. Mit knapp 62 Mio. Euro ist die Marktkapitalisierung derzeit nur rund doppelt so hoch, wie die für 2017 zu erwartenden Umsatzerlöse. Perspektivisch bleibt die Gesellschaft zudem ein Übernahmekandidat. Für boersengefluester.de bietet der Small Cap derzeit ein passables Chance-Risiko-Verhältnis.



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01. November, 2017

Zugegeben: Zu Neuer-Markt-Zeiten – im Februar 2000 – war die Aktie von Elmos Semiconductor schon einmal mehr als doppelt so teuer wie derzeit. Auf dem Top kostete der Anteilschein des Herstellers von Halbleitern für den Einsatz im Automobilbereich beinahe 68 Euro. So gesehen scheint es nur logisch, dass die Investoren bei der Elmos-Aktie seit Wochen zugreifen, als wäre sie bald ausverkauft. Allein in den vergangenen drei Monaten hat die Notiz um mehr als ein Drittel 30 Prozent auf über 27 Euro zugelegt und die Marktkapitalisierung der Dortmunder damit auf 545 Mio. Euro geschoben. Dem steht ein für 2017 zu erwartender Umsatz von vermutlich rund 246 Mio. Euro und eine durch die Aktivierung von Entwicklungsdienstleistungen auf mehr als zwölf Prozente gesteigerte EBIT-Marge entgegen. Boersengefluester.de kalkuliert zurzeit mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern für 2017 von knapp 31 Mio. Euro. Für 2018 scheint ein Betriebsergebnis von etwa 35 Mio. Euro möglich. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) könnte dann sogar auf deutlich mehr als 60 Mio. Euro klettern – das schätzen zumindest die Analysten. Ein wenig mehr Planungssicherheit werden die Aktionäre vermutlich schon am 8. November 2017 bekommen, dann steht der Bericht für das dritte Quartal 2017 inklusive Ausblick an. Nun: Momentan schauen die Investoren ausschließlich auf die Chancen. Mögliche Risiken – in der an sich sehr zyklischen Chip-Branche – werden komplett ausgeblendet. Das kann nicht ewig gutgehen. Ohne jetzt gleich als Crash-Prophet daherkommen zu wollen: Bei der Aktie von Elmos haben sich die aktuellen Bewertungskennzahlen massiv vom Mittelwert der vergangenen Jahre entfernt. Ein wenig mehr Vorsicht kann daher kaum schaden. Immerhin: Verglichen mit der extrem sportlichen Bewertung des DAX-Konzerns Infineon, sieht Elmos sogar noch fast noch bodenständig aus.



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Schon seit geraumer Zeit gehört die Aktie von PEH Wertpapier mit zu unseren Favoriten aus dem Bereich Finanzdienstleistungen. Neben kontinuierlich besseren Zahlen sorgte zuletzt insbesondere die Kooperation der 50-Prozent-Tochter Axxion mit der Shareholder Value Beteiligungen AG (siehe dazu auch den Beitrag von boersengefluester.de HIER) für positive Stimmung auf dem Parkett. Nun legt PEH-Vorstand Martin Stürner in Form überraschend guter Neun-Monats-Resultate nach: Demnach kamen die Frankfurter auf ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 4,2 Mio. Euro – nach 3,1 Mio. Euro in der entsprechenden Vorjahresperiode. Der Gewinn nach Steuern zog um gut 26 Prozent auf 2,4 Mio. Euro an. „Alle Segmente haben die Erwartungen übertroffen“, betont PEH. Das bislang sehr vage formulierte Ziele für 2017 – „positives Jahresergebnis“ – ist längst erreicht. Umso interessanter wird, ob das Management demnächst konkreter wird. Das vollständige Zahlenwerk veröffentlicht PEH am 20. November. Mittelfristig will das Unternehmen auf ein Ergebnis vor Steuern (nach Anteilen Dritter) in einer Spanne von 6,0 bis 6,5 Mio. Euro kommen. Mittlerweile fast schon zum guten Ton in dem Sektor gehört dagegen die Aussage, dass auch PEH Wertpapier Beteiligungsmöglichkeiten in den Bereichen „Fintech” und „Blockchain” auslotet. Die Marktkapitalisierung von PEH beträgt beim gegenwärtigen Kurs von 28,80 Euro etwas mehr als 52 Mio. Euro, was angesichts der Ertragsperspektiven und den aktuell bereits erreichten Gewinngrößen recht moderat ist. Zudem geht boersengefluester.de davon aus, dass PEH die im Vorjahr von 1,20 auf 0,80 Euro je Aktie gekürzte Dividende wieder ein gutes Stück aufstocken wird. Aktuell kalkulieren wir für 2017 mit einer Ausschüttung von 1,00 Euro pro Anteilschein, was das Papier auf eine Rendite von annähernd 3,5 Prozent hieven würde.


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30. Oktober, 2017

Jahrelang lag die Aktie von PSI wie Blei in den Regalen. Das Berliner Unternehmen hatte mit seiner Software zur Steuerung von Fertigungsprozessen im Stahlsektor, der Automobilindustrie oder für den Einsatz im Bereich des Energiemanagements regelmäßig mit schwierigen Branchenbedingungen zu kämpfen und musste darüber hinaus erst einmal das eigene Geschäftsmodell auf die neuen Anforderungen der Digitalisierung umstellen. Seit Anfang 2017 hat sich Stimmung gegenüber der PSI-Aktie jedoch massiv verbessert. Mittlerweile gilt PSI als Profiteur der Energiewende und Ausgründungen wie Uniper oder Innogy (die RWE-Abspaltung ist gleichzeitig  Großaktionär mit 17,77 Prozent) spielen PSI in die Karten. Und auch der Bereich Elektromobilität öffnet eine Menge Chancen. Kein Wunder, dass die Präsentationen von Vorstand Harald Schrimpf auf Investorenkonferenzen zuletzt immer gut besucht waren. Zudem sind auch die Zahlen kontinuierlich besser geworden. Die erheblichen Investitionen in die eigenen Produkte zahlen sich also aus. Nach neun Monaten 2017 zeigt PSI ein Umsatzplus von gut vier Prozent auf 133,05 Mio. Euro sowie einen Zuwachs beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 18,3 Prozent auf knapp 8,19 Mio. Euro. Das Ergebnis je Aktie stieg von 0,25 auf 0,29 Euro. Für das Gesamtjahr 2017 rechnet der Vorstand damit, die EBIT-Vorschau von 12 bis 15 Mio. Euro „mittig oder darüber zu treffen“. Das hört sich zwar einen Tick zurückhaltender als zum Halbjahr an, als PSI noch den oberen Bereich des EBIT-Zielkorridors von 12 bis 15 Mio. Euro touchieren. Trotzdem: PSI hat den Schalter auf Wachstum umgelegt und steht vor einer guten Zukunft. „Sollte die neue Bundesregierung die Verkehrswende und den Kohleausstieg beschleunigen, wird sich der Stress in den Stromnetzen weiter erhöhen, was langfristig die Geschäftserwartungen der PSI verbessert“, betont die Gesellschaft. Soweit alles in Ordnung: Anlass zur Sorge geben allmählich jedoch die einschlägigen Bewertungskennzahlen. Beim aktuellen Kurs von 19,43 Euro türmt sich die Marktkapitalisierung auf 305 Mio. Euro, was mehr als dem Vierfachen des Eigenkapitals entspricht. Uns selbst wenn man die Pensionsrückstellungen als Finanzverbindlichkeiten ausklammert, wird PSI mit einem Faktor von rund 14,5 auf das für 2017 zu erwartenden Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) gehandelt. Zukäufe würde boersengefluester.de für die Aktie der ehemaligen TecDAX-Gesellschaft vorerst also zurückstellen.


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27. Oktober, 2017

Das konnte ja irgendwie nicht gut gehen: Nachdem der Aktienkurs von KUKA innerhalb weniger Wochen von 120 Euro auf in der Spitze 257,80 Euro geschossen war (siehe dazu auch den Bericht von boersengefluester.de HIER), knickt die Notiz des Anbieters von Robotersystemen und Fertigungsmaschinen jetzt ebenso kräftig ein. Aktuelle Notiz: 161,90 Euro. Offenbar haben einige Investoren nun doch wieder stärkeren Bezug zur Realität gesucht, und da bietet der jetzt vorgelegte Neun-Monats-Report – auch im Nachtragsbericht – keinerlei Hinweise auf einen bevorstehenden Squeeze-out durch den chinesischen Großaktionär Midea. Offiziell ist weiterhin von einem Anteil in Höhe von 94,55 Prozent die Rede. Rein operativ befindet sich der ehemalige MDAX-Konzern weitgehend in der Spur, auch wenn die Auftragseingänge im dritten Quartal mit 804,4 Mio. Euro um 18,5 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreswert lagen. „KUKA arbeitet derzeit sehr stark daran, die Aktivitäten im chinesischen Markt auszubauen“, sagt CEO Till Reuter. Insgesamt steht nach neun Monaten 2017 ein weitgehend stabiler Überschuss von 79,4 Mio. Euro zu Buche. Die Ziele für das Gesamtjahr, bei Erlösen von 3,3 Mrd. Euro eine EBIT-Marge (vor Sonderfaktoren) von mehr als 5,5 Prozent zu erzielen, hat das Management bestätigt. Freilich spielen Quartalszahlen für die Aktienkursbewegungen von KUKA nur noch eine untergeordnet Rolle. Aber auch auf dem immer noch recht hohen Niveau – verglichen mit der Midea-Offerte von 115 Euro – bleibt der Titel für boersengefluester.de ein extrem heißes Eisen. Gut möglich, dass die Notiz wieder Fahrt nach oben aufnimmt, aber auch eine Annäherung an den Gebotspreis von Midea wollen wir nicht ausschließen. Angesichts dieser Rahmenbedingungen, die ein wenig an Casino erinnern, schauen sich Anleger die Entwicklung bei KUKA wohl besser von der Außenlinie an. Schont definitiv die Nerven.



26. Oktober, 2017

Nach dem rasanten Start ins Jahr, befindet sich der Aktienkurs der Merkur Bank noch immer im Seitwärtsmodus. Angesichts der zum Teil sehr kräftigen Zuwächse von Aktien aus dem Spezialwertebereich, mag diese Performance auf den ersten Blick ein wenig enttäuschend daher kommen. Andererseits ist die Merkur Bank ein Wertpapier mit moderatem Risikoanteil – und einer Dividendenrendite von immerhin rund 3,5 Prozent. Die Kunden sind vorwiegend mittelständische Unternehmer, Privatkunden sowie Bauträger und Leasinggesellschaften. Das Brot-und-Butter-Geschäft der Merkurs Bank ist dabei seit vielen Jahren die Zwischenfinanzierung für Bauträger – mit regionalem Fokus auf München und Stuttgart. Dr. Marcus Lingel, persönlich haftender Gesellschafter der Merkur Bank, setzt jedoch seit geraumer Zeit auch konsequent auf den Ausbau des Bereichs Vermögensanlage. Mit Erfolg: Nach neun Monaten 2017 liegt das Depotvolumen der Kunden mit 282,3 Mio. Euro um fast 14 Prozent über dem vergleichbaren Vorjahreswert. Hier ist aber sicher noch Luft nach oben. Vor Abzug von Steuern kommt die Merkur Bank per Ende September 2017 auf ein Plus von 11,6 Prozent auf 6,26 Mio. Euro. Das Ergebnis je Aktie zog von 0,51 auf 0,55 Euro an. „Über allem steht unser Anspruch, mit Augenmaß zu wachsen“ heißt es. Die Vorzeichen für das Gesamtjahr sehen gut aus, auch was die Dividende angeht. „Wir erwarten ein positives viertes Quartal und gehen davon aus, die Ausschüttung im kommenden Jahr ein weiteres Mal zu steigern“, sagt Lingel. Bei einer Ausschüttungsquote von bis zu 50 Prozent hält boersengefluester.de für 2017 eine Dividende von Obergrenze 0,30 Euro je Aktie für möglich – nach 0,26 Euro im laufenden Jahr. Für langfristig orientierte Anleger bleibt der Titel damit eine feine Depotbeimischung.


Auf erstaunliche 114 Prozent türmt sich mittlerweile die Performance der Vorzugsaktie von Einhell Germany im laufenden Jahr. So scharf nach oben geschossen ist der Anteilschein des Herstellers von Heimwerkergeräten schon eine halbe Ewigkeit nicht mehr. Allerdings hat das Unternehmen aus Landau an der Isar auch noch nie so viel Geld verdient wie zurzeit: Das beweist Einhell Germany mit der Vorlage der Rahmendaten für die ersten neun Monate 2017 und dem abermals erhöhten Ausblick für das Gesamtjahr. Demnach kalkuliert Vorstandschef Andreas Kroiss für 2017 nun mit einem Umsatzanstieg von zehn bis zwölf Prozent. In absoluten Zahlen könnte die Gesellschaft damit in Erlösregionen nördlich von 540 Mio. Euro vorstoßen. Ins Jahr gestartet war das Unternehmen mit einer Erlösprognose von rund 500 Mio. Euro. Der Gewinn vor Steuern und Sonderabschreibungen aus dem Kauf der 2013 erworbenen Tochter Ozito Industries soll mittlerweile rund 6,5 Prozent des Umsatzes ausmachen. Zur Einordnung: Erst mit der Vorlage des Halbjahresberichts hatte Einhell die Vorgabe für die Marge vor Steuern von 4,0 auf 6,0 Prozent erhöht. Nach Abzug aller Aufwandsposten hält boersengefluester.de für 2017 damit jetzt einen Überschuss von mehr als 22 Mio. Euro für möglich, was einem Ergebnis je Aktie von gut 5,90 Euro entspricht. Bei einem Aktienkurs von gegenwärtig 82,44 Euro kommt die Vorzugsaktie also auf ein 2017er-KGV von 14. Mit Blick auf 2018 dürfte sich diese Kennzahl auf etwa 13 verringern. Kein Wunder, dass boersengefluester.de den Titel seit geraumer Zeit sehr positiv sieht (HIER). Unter der Annahme, dass die nicht börsennotierten Stammaktien mit einem Aufschlag von 15 bis 20 Prozent auf die Vorzüge gehandelt würden, käme Einhell Germany auf eine Marktkapitalisierung im Bereich von 337 bis 346 Mio. Euro – bei einem von boersengefluester.de erwarteten 2017er-EBITDA von 43,9 Mio. Euro. Das ist ebenfalls im grünen Bereich. Nicht ganz außer Acht lassen sollten Anleger jedoch, dass sich der Titel weit von seinen historischen Bewertungsmultiples entfernt hat und auch der Abstand zur 200-Tages-Durchschnittslinie mit rund 40 Prozent schon recht üppig ist.



24. Oktober, 2017

Die Präsentation von DocCheck-CEO und Großaktionär Frank Antwerpes auf der DVFA Frühjahrskonferenz im Mai 2017 zählte für boersengefluester.de damals zu den angenehmen Überraschungen (siehe dazu auch unseren Beitrag HIER). Zugegeben: Vielleicht lag es zum Teil auch einfach daran, dass DocCheck normalerweise nicht auf solchen Veranstaltungen anzutreffen ist – und die Small-Cap-Szene zu einem gewissen Grad froh über jede neue Investmentidee ist. Dabei ist das auf digitale Dienstleistungen rund um den Bereich Healthcare spezialisierte Unternehmen alles andere als ein Newcomer, immerhin gehörten die Kölner – damals noch als Antwerpes firmierend – bereits zum Kreis der Neuer-Markt-Gesellschaften. Wer nun gehofft hatte, dass der Auftritt von Frank Antwerpes in Frankfurt der Auftakt für eine kleine Investor-Relations-Offensive war, hat sich freilich getäuscht. DocChec veröffentlicht zwar pünktlich seine Zwischenberichte. Das war es dann aber auch schon. So gesehen ist es keine Überraschung, dass auch das Update zum dritten Quartal 2017 kein Wort mehr als unbedingt nötig enthält. Demnach steigerte das Unternehmen zum Halbjahr seinen Umsatz um sieben Prozent auf 19,60 Mio. Euro, musste dabei allerdings einen Rückgang des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (EBIT) von zwölf Prozent auf 2,28 Mio. Euro hinnehmen. Gleichwohl bleibt das Management bei der Einschätzung, wonach für das Gesamtjahr 2017 mit Erlösen von 28 Mio. Euro und einem EBIT in einer Bandbreite von 3,0 bis 3,5 Mio. Euro zu rechnen ist. Eine Prognose zum Netto-Gewinn wagt sich DocCheck angesichts der mitunter starken Schwankungen des Finanzergebnisses traditionell nicht auszugeben. Hintergrund: Die Kölner halten respektable Positionen in Edelmetallen und Wertpapieren (Aktien), die allein den aktuellen Börsenwert zu rund einem Drittel abdecken. Diese goldgeränderte Bilanz ist auch der Grund, warum Anleger den Kölnern die seit Jahren nicht gerade übermäßig schwungvolle operative Entwicklung verzeihen. Jedenfalls hat der Aktienkurs mit 10,15 Euro gerade sogar ein neues All-Time-High erreicht. Boersengefluester.de geht davon aus, dass DocCheck auch im kommenden Jahr eine Dividende von 0,40 Euro je Aktie zahlen wird, was den Titel für Renditejäger schon allein interessant macht.






23. Oktober, 2017

Auch wenn sie hübsch verpackt ist in das Thema Elektromobilität: Es bleibt dabei, dass IBU-tec advanced materials seine erste Gewinnwarnung nach dem Börsenstart Ende März 2017 vorlegt. Dem Vernehmen nach leidet das Spezialchemie-Unternehmen unter der Order-Zurückhaltung der Kunden aus dem Automobilbereich in Bezug auf katalytisch aktive Pulver, die (noch) nicht durch eine entsprechend wachsende Nachfrage nach Batteriewerkstoffen für den Bereich E-Mobility kompensiert werden kann. Damit kann IBU-tec eine der zentralen Aussagen zum IPO, wonach sich die gegenläufigen Entwicklungen bei Katalysatoren/E-Batterien tendenziell ausgleichen, momentan nicht einlösen. Summa summarum rechnet die Gesellschaft daher nun mit einem Umsatz leicht unter dem Vorjahreswert von 17,74 Mio. Euro und einer EBIT-Marge (vor IPO-Kosten) im „gut zweistelligen“ Bereich. Nun sollten Anleger ihr Investment nicht an einer Quartalsmeldung festmachen, einen Knacks hat die für boersengefluester.de bislang tadellose Investmentstory aber trotzdem erhalten. Vorerst lautet unsere Einschätzung für die Scale-Aktie „Halten“.


Der Börsengang des Lkw-Zulieferers Jost Werke Ende Juli 2017 zu einem Ausgabepreis von 27 ging noch relativ geräuschlos über die Bühne. Schnell hat sich der Anteilschein aber von seiner kurzen Startschwäche erholt und ist in einen kontinuierlichen Aufwärtsmodus gewechselt (siehe auch den Beitrag von boersengefluester.de HIER). Nun setzt das Unternehmen aus Neu-Isenburg abermals ein Ausrufezeichen und erhöht – zeitgleich mit der Vorlage vorläufiger Neun-Monats-Zahlen – die Prognose für das Gesamtjahr 2017. Demnach stellt Jost nun ein hohes einstelliges Umsatzplus (bislang: mittleres einstelliges Erlöswachstum) sowie einen Zuwachs des um Sondereffekte und Kaufpreisallokationen aus Übernahmen bereinigten Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (EBIT) im „moderaten zweistelligen Prozentbereich“ in Aussicht. Bislang kalkulierte das Management hier mit einem Zuwachs im „hohen einstelligen“ Bereich. Zur Einordnung: Nach neun Monaten 2017 kletterte das bereinigte EBIT um 24 Prozent auf 63,8 Mio. Euro. „Wir machen bei der Verbesserung unserer Effizienz kontinuierliche Fortschritte“, sagt Finanzvorstand Christoph Hobo. Die Analysten hatten die Jost-Aktie zuletzt mit Kurszielen zwischen 36 und 45 Euro versehen. Zumindest in der optimistischen Variante hat die Notiz also noch ein wenig Platz nach oben. Gut möglich auch, dass die Finanzexperten ihre Ziel nun noch ein Stück heraufsetzen. Das komplette Zahlenwerk per Ende September legt Jost am 27. November vor. Positiv schon jetzt: Durch das IPO haben sich die Bilanzrelationen deutlich verbessert. So verringerte sich die Netto-Finanzverschuldung in den vergangenen zwölf Monaten von knapp 281 Mio. auf gut 123 Mio. Euro – bei einer Marktkapitalisierung von 611 Mio. Euro. Im Hinterkopf sollten Anleger behalten, dass sich Großaktionär Cinven perspektivisch wohl von weiteren Stücken trennen dürfte.


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20. Oktober, 2017

An der Aktie von LS telcom ist der massive Kursaufschwung im Small-Cap-Sektor komplett vorbeigegangen. Dabei galt der Spezialist für eine effiziente Nutzung des Funkfrequenzspektrums (Mobiles Breitband, Rundfunk, Militär, Öffentliche Sicherheit oder auch Energie) einmal als piekfeiner Spezialwert. Doch seit einiger Zeit laufen die Geschäfte nicht mehr so wie gedacht und LS telcom musste die Prognosen mehrfach nach unten anpassen. Für das Geschäftsjahr 2016/17 (30. September) stellt Finanzvorstand Manfred Lebherz bei Erlösen von 31 Mio. Euro gar einen operativen Verlust von 1,4 Mio. Euro in Aussicht. Klarheit bringt die für November 2017 avisierte Vorlage der Eckdaten für das abgelaufene Geschäftsjahr. Insofern ist es reine Spekulation, schon jetzt auf eine Besserung der wirtschaftlichen Lage zu setzen. Hoffnung macht freilich, dass die Gesellschaft aus Lichtenau (Baden) beinahe gebetsmühlenartig darauf hinweist, dass die mittel- und langfristigen Prognosen weiterhin intakt seien – es sich gegenwärtig nur um Verzögerungen bei der Auftragsvergabe handele. Nun: Die Bewertung der im General Standard gelisteten Aktie ist auf dem aktuellen Niveau von 6,25 Euro nicht übermäßig ambitioniert – die Marktkapitalisierung beträgt 33,3 Mio. Euro – bei Netto-Finanzschulden von rund 3 Mio. Euro. Zur Einordnung: Auf EBITDA-Ebene hat LS telcom im Schnitt der vergangenen fünf Jahre rund 4,7 Mio. Euro verdient. Der Buchwert je Aktie liegt zurzeit bei 3,52 Euro. Angesichts der zu erwartenden roten Zahlen, müssen sich die Anteilseigner aber wohl auf eine Nullrunde bei der Dividende einrichten. Die Hauptversammlung findet am 8. März 2018 statt. Fazit: Momentan gehört der Titel auf die Beobachtungsliste. Mit Vorlage der Ergebnisse für 2016/17 lässt sich dann eine valide Einschätzung geben.



18. Oktober, 2017

Kaum ist die jüngste Kapitalerhöhung von Eyemaxx Real Estate mit einem Volumen von knapp 5 Mio. Euro verdaut, will sich der Immobilien-Projektentwickler schon wieder frisches Geld besorgen. So sollen auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 28. November 2017 die Weichen für einen prospektfreien „Zehnprozenter“ gestellt werden. Das heißt: Eyemaxx könnte im Rahmen einer Privatplatzierung anschließend bis zu 470.638 Aktien bei institutionellen Investoren unterbringen – ohne Bezugsrecht für Altaktionäre. Der Emissionserlös dieser Transaktion dürfte sich ebenfalls im Bereich um 5 Mio. Euro bewegen. „Die Mittel aus der Kapitalerhöhung sollen für weitere neue Immobilienprojektentwicklungen in Deutschland und Österreich verwendet werden“, heißt es offiziell. Wirtschaftlich ist der forsche Expansionskurs der Österreicher durchaus nachvollziehbar. Mindestens ebenso verständlich sind aber die Sorgen mancher Anleger, dass Eyemaxx möglicherweise zu viel Tempo aufnimmt. Anders lässt sich die schwache Performance der Aktie in den vergangenen Monaten kaum deuten. Immerhin knickte die Notiz von 15 Euro auf mittlerweile weniger als 12 Euro ein. Verglichen mit dem zuletzt von SRC auf 19 Euro angehobenen Kursziel, würde sich theoretisch ein knackiges Potenzial von mehr als 50 Prozent ergeben. Nun: Gegenwärtig wären die meisten Investoren vermutlich bereits zufrieden, wenn sich kein dauerhafter Abwärtstrend etabliert und sich die Notiz erst einmal wieder stabilisiert. Da wir die Wachstumsstrategie von Eyemaxx für plausibel halten und die Bewertung unserer Meinung nach eher moderat ist, bleibt boersengefluester.de bei der Einschätzung „Kaufen“. Für die dichte Folge an Kapitalerhöhungen gibt es aber zumindest Abzüge in der B-Note. Soll heißen: Die Aktie steht unter Beobachtung.


Puma kann es zurzeit nicht schnell genug gehen. Pünktlich zur Vorlage der vorläufigen Zahlen für das dritte Quartal 2017, hebt der Sportartikelhersteller abermals die Messlatte für das Gesamtjahr an – bereits zum dritten Mal in diesem Jahr. Demnach kalkuliert Puma-CEO Bjørn Gulden nun mit einem, um Währungseffekte bereinigten, Umsatzplus zwischen 14 und 16 Prozent (zuvor: 12 bis 14 Prozent). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) soll sich in einem Korridor von 235 bis 245 Mio. Euro bewegen. Demnach hat Puma sowohl die untere als auch die obere Begrenzungsmarke um lockere 30 Mio. Euro heraufgesetzt. Zur Einordnung: Nach neun Monaten 2017 hat der SDAX-Konzern bereits ein Betriebsergebnis von 214,6 Mio. Euro eingefahren. So gesehen bietet auch die aktualisierte Prognose noch Raum für positive Überraschungen. Bezogen auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ist die Puma-Aktie freilich weiterhin happig bewertet. Ein Zustand, der sich wohl erst in den kommenden zwei bis drei Jahren abbauen wird – zumindest bei reiner Betrachtung des Ergebnisses je Aktie. Etwas besser sieht es unter dem Aspekt Enterprise Value (Börsenwert minus Netto-Finanzguthaben) in Relation zum Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) aus: Hier kommt Puma auf Basis der boersengefluester.de-Schätzungen für 2018 auf ein Multiple von 13,8 und bewegt sich damit nahezu auf dem selben Niveau wie der DAX-Konzern adidas. Trotz des Gleichstands in dieser Disziplin bleibt die Puma-Aktie der Favorit von boersengefluester.de. Momentan bietet Puma aus unserer Sicht einfach die dynamischere Wachstumsstory – freilich von einem niedrigen Niveau aus.




17. Oktober, 2017

Vielleicht hat der ein oder andere Anleger schon mal im Urlaub einen Abstecher zu einem Baumwipfelpfad gemacht – etwa in der Nähe von Binz auf Rügen oder in Neuschönau im Bayerischen Wald. Auf jeden Fall sehr empfehlenswert diese Art von Naturerlebnis. Vermutlich weit weniger bekannt ist, dass die dahinter stehende Gesellschaft, die Erlebnis Akademie AG, börsennotiert ist und zurzeit eine prima Chartfigur macht. Immerhin ist die Notiz auf ein All-Time-High von 12,28 Euro geklettert, was die Gesellschaft auf eine Marktkapitalisierung von 19,25 Mio. Euro befördert. Damit bewegt sich die Erlebnis Akademie zwar im Micro-Cap-Terrain, was nicht jedermanns Sache ist. Doch die wirtschaftlichen Perspektiven sehen durchaus ansprechend aus: Die Gesellschaft schreitet in Sachen Internationalisierung voran, erst kürzlich wurde der zweite Baumwipfelpfad im Riesengebirge in Tschechien eröffnet, zudem ist eine Anlage in der Schweiz geplant. Parallel dazu hat der Vorstand die Planungen für 2017 bestätigt, wonach bei Erlösen von rund 8,5 Mio. Euro mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von etwa 1,0 Mio. Euro zu rechnen ist. Gecovert wird der im Münchner Spezialsegment m:access gelistete Titel von Sphene Capital. Nach den überraschend guten Halbjahreszahlen – 3,31 Mio. Euro Umsatz und minus 302.000 Euro EBIT – hat Analyst Peter Thilo Hasler seine Kaufen-Einschätzung für die Aktie der Erlebnis Akademie mit Kursziel 13,50 Euro bekräftigt.


Angesichts des 1:5-Aktiensplits vom September 2017 kommt manchem Anleger das aktuelle Kursniveau der UmweltBank von knapp 13 Euro vermutlich noch etwas leichtgewichtig vor. Tatsächlich hat sich an den Fundamentaldaten der auf ökologische Gesichtspunkte spezialisierten Geschäftsbank aber natürlich nichts geändert. Massive Gewinnsprünge sind für die in Nürnberg ansässige Gesellschaft eher ungewöhnlich, dafür gibt es eine nachhaltige Ergebnisdynamik – zu einem vergleichsweise fairen Aktienkurs. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2018 veranschlagt boersengefluester.de auf knapp 13. Die Dividendenrendite erreicht bei einer – als konstant angesetzten – Ausschüttung für 2017 von 0,34 Euro je Anteilschein immerhin 2,6 Prozent. Das kann sich sehen lassen. Dabei ist die UmweltBank größer, als vielleicht zu vermuten ist: Die Marktkapitalisierung beträgt immerhin rund 360 Mio. Euro. Jedenfalls stellt die Gesellschaft damit andere Spezialinstitute, wie die Münchner Merkur Bank oder die auf ethisch korrekte Finanzanlagen fokussierte Ökoworld, in den Schatten – nur mit klassischen Bank-Aktien kann das Papier mit Hauptnotiz im m:access naturgemäß nicht mithalten. Trotzdem: Als langfristig angelegte Depotbeimischung gefällt uns die UmweltBank sehr gut.




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13. Oktober, 2017

Thomas Stümmler, Vorstand von Vectron Systems, hat nie einen Hehl daraus gemacht zu sagen, dass sich die Verteilung der Erlösströme im Zuge der gesetzlich geforderten Nachrüstung von Kassensystemen in der Gastronomie kaum valide vorhersagen lässt. Gleichwohl waren die Erwartungen nach dem starken Auftaktquartal so, dass die Kunden durchaus willig sind, ihre Kassen möglichst zügig auf den neuesten Stand zu bringen. Umso größer die Enttäuschung, dass der Trend bereits im zweiten Quartal wieder nach unten zeigte – und Q3 mit knapp 6,1 Mio. Euro gar den schwächsten Umsatz seit dem Auftaktviertel 2015 brachte. „Es gibt aber nach aktuellen Erhebungen immer noch 30 bis 40 Prozent der Kunden, die bisher nicht umgestellt haben. Dieses gewaltige Potential wird aktuell durch eine großangelegte Marketingkampagne angesprochen, um Umsatzimpulse für das vierte Quartal zu generieren“, betont Vectron. Bemerkenswert am aktuellen Zwischenbericht ist zudem, dass die Münsteraner im dritten Quartal auf EBIT-Ebene mit fast 0,87 Mio. Euro in die Verlustzone gerutscht sind. Hier spiegeln sich die Aufwendungen für den – gemeinsam mit Coca-Cola geplanten– Launch der Bestell- und Reservierungsplattform GetHappy wider. Immerhin: Die Anleger tragen die wenig erbaulichen Zahlen zum dritten Quartal mit Fassung. Allerdings hat die Notiz der im Scale gelisteten Aktie seit den Sommermonaten auch schon deutlich an Höhe verloren. Die Analysten von Oddo BHF haben zuletzt ein Kursziel von 34 Euro ausgegeben, was aus heutiger Sicht einem Potenzial von immerhin rund 40 Prozent entspricht. Das rechtfertigt locker eine Kaufen-Empfehlung. Positiv ist im Grunde auch, dass die übertriebene Erwartungshaltung einiger Investoren an einen schnellen und rapiden Erfolg der GetHappy-App sowie dem Stammgeschäft mit Kassen als vorübergehenden Selbstläufer mehr Bodenhaftung gewichen ist. Für langfristig orientierte Anleger ist die Vectron-Aktie auf dem aktuellen Niveau wieder eine Überlegung wert.



12. Oktober, 2017

2017 ist für die Finanzplattform wallstreet:online (w:o) ein echtes Ausnahmejahr: Zunächst platzte die Übernahme durch den japanischen Anbieter Minkabu, zu dem auch die Aktienempfehlungsseite sharewise.com gehört. Außerdem wechselte Firmengründer André Kolbinger vom Vorstand in den Aufsichtsrat, dann gab es noch eine Kapitalzusammenlegung inklusive Sonderausschüttung von 1,50 Euro je Aktie sowie die Ankündigung, das Portal börsennews.de übernehmen zu wollen. Ganz nebenbei erhöhten die Berliner auch noch drei mal ihre Prognosen für 2017. Das alles führte in Summe zu einem Anstieg des Börsenwerts von 4,40 auf 37,63 Mio. Euro. Inklusive der Kapitalrückzahlung hat die w:o-Aktie (aktueller Kurs: 36,80 Euro) damit in diesem Jahr um erstaunliche 788 Prozent an Wert zugelegt – da kann selbst die medial so gehypte Bitcoin Group nicht mithalten. Die große Frage ist nun, wie nachhaltig dieser Anstieg ist. Als einer der wesentlichen Gründe für die fulminante Geschäftsentwicklung führt das Management die Werbung aus dem Small-Cap-Sektor an. Regelmäßigen Usern von w:o werden die vielen Links zu den vermeintlich heißen Aktientipps längst aufgefallen sein – so etwas gehört in Haussephasen aber wohl zum Geschäft. Sollte die Börse allerdings einen nachhaltigen Knacks bekommen, kann dieser Einnahmenstrom jedoch rasch dahinschmelzen. Ähnliches gilt für den geplanten Ausbau des Transaktionsgeschäfts im Bereich Social Trading. Vorsichtige Anleger kalkulieren nach Auffassung von boersengefluester.de besser damit, dass die für 2017 avisierten Zahlen (Umsatz: 4,888 Mio. Euro, Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT): 1,722 Mio. Euro) womöglich einen vorläufigen Gipfel darstellen. Demnach wäre wallstreet:online gegenwärtig mit dem knapp 22fachen des EBIT für 2017 bewertet. Das ist nach Auffassung von boersengefluester.de recht happig. Daher raten wir nun auch etappenweise zum Ausstieg. Man muss ja nicht alles sofort verkaufen. Schließlich ist es gut möglich, dass die Notiz der w:o-Aktie kurzfristig noch in ganz andere Sphären vordringt. Stichwort: Bevor die Kurse fallen, steigen sie nochmal richtig.




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09. Oktober, 2017

Vergleichsweise gelassen reagierten die Börsianer auf die – an sich recht massive – Prognosekürzung von Wilex für das Geschäftsjahr 2016/17 (30. November). Demnach kalkuliert das Biotechunternehmen jetzt mit Erlösen und sonstigen Erträgen in einer Bandbreite von 2 bis 3 Mio. Euro – nach zuvor 4 bis 6 Mio. Euro. „Hintergrund für die Absenkung unserer Umsatzprognose ist zum einen die Umsatzabgrenzung aus dem Takeda-Vertrag, bei der die erste Zahlung zugunsten kommender Quartale verteilt werden musste. Außerdem gibt es eine Verschiebung der Meilensteinzahlungen von Link Health. Obwohl wir auch unsere betrieblichen Aufwendungen an die aktuelle Situation angepasst haben, werden sich die Effekte auch auf das operative Ergebnis auswirken“, sagt Vorstandssprecher Jan Schmidt-Brand. Konkret wird das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) vermutlich auf minus 9 bis minus 11 Mio. Euro abrutschen. Zum Vergleich: Die ursprüngliche EBIT-Vorschau hatte eine Spannbreite von minus 6 bis minus 10 Mio. Euro. Nach neun Monaten des laufenden Geschäftsjahrs steht ein EBIT von minus 7,45 Mio. Euro in den Büchern – bei Gesamterträgen von knapp 1,63 Mio. Euro. Negative Auswirkungen haben die Verschiebungen der Einnahmenströme freilich auch auf die Finanzlage. Unter Berücksichtigung der noch offenen Zusagen von 5,6 Mio. Euro durch den Großaktionär dievini Hopp Biotech holding, reichen die liquiden Mittel nun nur noch bis ins zweite Quartal 2018. Bislang war Wilex bis zum Ende des zweiten Jahresviertels 2018 durchfinanziert. Kein Wunder, dass die demnächst unter Heidelberg Pharma firmierende Gesellschaft „alle Finanzierungsoptionen“ prüft. Anleger sollten sich also schon recht bald auf entsprechende Maßnahmen einstellen. Zurzeit liegt der monatliche Cashverbrauch zwischen 600.000 und 800.000 Euro. Keine Frage: Die schwindende Kapitaldecke ist eine echte Drohkulisse. Andererseits ist boersengefluester.de zuversichtlich, dass Wilex auch diese Herausforderung stemmen wird. Wie stets bei Wilex hängt eine Menge von dievini ab. Die jüngsten Deals mit Takeda oder auch Telix Pharmaceuticals geben jedoch Anlass zur Hoffnung, dass es bei Wilex nachhaltig weitergeht. Eine hochriskante Anlage bleibt der Titel aber allemal.


Mit frischer Kraft zieht es die Notiz von m-u-t (Messgeräte für Medizin- und Umwelttechnik) zurzeit Richtung 17,60 Euro – dem bisherigen All-Time-High von Anfang Juni 2017. Ganz aktuelle Kurstreiber gibt es allerdings nicht, letztlich wirken bei dem Spezialisten für berührungslose optische Messtechniken noch immer die guten Halbjahreszahlen inklusive angehobener Prognose für 2017 nach. Zudem hat die im Scale gelistete Aktie den Sommer über eine kleine Kunstpause eingelegt. Umso gespannter sind die Anleger auf den Anfang November zu erwartenden Q3-Bericht. Am 12. Dezember 2017 wird das Management zudem auf der von GBC veranstalteten MKK Münchner Kapitalmarkt Konferenz vortragen. Das ist bemerkenswert, weil sich der Vorstand von m-u-t bislang in erster Linie um das rein operative Geschäft gekümmert hat – ausgeprägte IR-Aktivitäten blieben da außen vor. Insofern ist boersengefluester.de schon jetzt gespannt darauf, wie sich das Management in München vor Investoren, Analysten und der Finanzpresse präsentiert. Eine gewisse Rolle für das gestiegene Interesse spielt vermutlich auch, dass die in Wedel ansässige Gesellschaft mittlerweile gut 82 Mio. Euro auf die Waagschale bringt und somit für immer mehr institutionelle Anleger an Sichtbarkeit gewinnt. Bewertungstechnisch ist zwar schon einiges von den guten Perspektiven eingepreist. Doch abgehoben ist die Scale-Aktie nun auch wieder nicht: Der Unternehmenswert (Marktkapitalisierung plus Netto-Finanzschulden) von knapp 74 Mio. Euro entspricht dem annähernd Neunfachen des von boersengefluester.de für 2017 erwarteten Betriebsergebnisses. Wer den Titel im Depot hat, sollte also engagiert bleiben. Und vielleicht setzt ein neues Rekordhoch ja sogar noch weitere Aufwärtsdynamik frei. Eine aktuelle Studie von Edison Research zu m-u-t können sich Anleger HIER kostenlos herunterladen.



06. Oktober, 2017

Kontrovers diskutiert wird weiterhin über die Aktie der German Startups Group. Letztlich geht es darum, warum die Notiz des Venture-Capital-Investors immer wieder mit heftigen Rückschlägen zu kämpfen hat, wenn es operativ – von den in der Natur der Sache liegenden Schwankungen einmal abgesehen – doch vergleichsweise gut läuft. Das dritte Quartal hat die German Startups Group nach eigenen Angaben „erneut profitabel“ abgeschlossen. Dem Vernehmen nach lag der Gewinn in einer „ähnlichen Größenordnung wie in den ersten beiden Quartalen im Mittel“. Zur Einordnung: Im Auftaktviertel kamen die Berliner auf ein Ergebnis im niedrigen sechsstelligen Bereich, zum Halbjahr stand ein Überschuss von 2,24 Mio. Euro (bzw. 0,19 Euro je Aktie) in den Büchern. Zwar ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für die Beurteilung von Beteiligungsunternehmen kein übermäßig aussagekräftiges Kriterium, dennoch weist die German Startups Group darauf hin, dass die Aktie zurzeit gerade einmal mit einem KGV zwischen sechs und acht gehandelt wird, „selbst, wenn im vierten Quartal 2017 nur ein ausgeglichenes Ergebnis anfallen sollte“. Sollte sich das Kapitalmarktumfeld nicht dramatisch massiv verschlechtern, müsste das Team um CEO Christoph Gerlinger mit Blick auf mögliche Exits aber eigentlich besser abschneiden. Risikobereite Anleger bleiben bei der im Scale gelisteten Aktie also engagiert und sitzen die aktuelle Kursschwäche aus.






04. Oktober, 2017

Ende April 2017, auf der MKK Münchner Kapitalmarkt Konferenz, legte SBF-Vorstand Rudolf Witt eine ziemlich ehrliche Präsentation hin. Motto: Bloß keine übertriebenen Erwartungen schüren, die sich hinterher nicht einlösen lassen. Immerhin hat der Spezialist für LED-Systeme für den Einsatz im Bereich Schienenfahrzeuge eine ganz schwierige Historie hinter sich. Doch das leidige Kapitel Corona Equity Partner ist längst abgehakt und der Blick richtet sich nach vorn. Die Halbjahreszahlen der in Leipzig ansässigen Gesellschaft fielen bereits deutlich besser aus als von boersengefluester.de vermutet, auch wenn unterm Strich noch ein kleiner Fehlbetrag von gut 46.000 Euro stand. Insgesamt stellt CEO Witt für das Gesamtjahr 2017 schwarze Zahlen in Aussicht, die über dem Niveau von 2016 liegen sollen. Vorsichtig schielt der Manager sogar schon nach Verstärkungen, um die Wertschöpfungskette der operativ tätigen Tochter SBF Spezialleuchten auszuweiten. An der Börse hat die im Münchner Spezialsegment m:access gelistete Micro Cap freilich immer noch einen schweren Stand. In den vergangenen Wochen kam der Titel sogar schwer unter die Räder und näherte sich bedenklich dem Penny-Stock-Terrain. Sofern böse Überraschungen ausbleiben, ist der Kursrutsch fundamental jedoch kaum nachvollziehbar, zumal die Aktie jetzt beinahe zum schon Buchwert gehandelt wird.


Als goldrichtig hat sich bislang unsere Einschätzung erwiesen, positiv für die Aktie von PEH Wertpapier gestimmt zu bleiben. Nachdem die 2016er-Zahlen in erster Linie durch negative Sondereinflüsse geprägt waren, zeigten die bislang für 2017 vorgelegten Zwischenberichte deutliche Verbesserungen. Der jüngsten Kursaufschwung bis auf 28,50 Euro hat jedoch einen besonderen Grund: So hat die Shareholder Value Beteiligungen AG um den Investmentprofi Frank Fischer beschlossen, ihren Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen bei der Axxion-Gruppe in Luxemburg zu bündeln. Gleichzeitig soll der – zuvor an seine Grenzen gestoßene – Fonds demnächst auch wieder für neue Anlegergelder geöffnet werden (siehe dazu auch der Beitrag von Das Investment HIER). Was hat das alles mit PEH zu tun? Ganz einfach: Die im Frankfurter Westend angesiedelte Finanzdienstleister hält 50,01 Prozent an der Axxion S.A. aus Grevenmacher in Luxemburg. Dabei hat PEH-Vorstand Martin Stürner schon vor einiger Zeit Veränderungen in der Gruppenstruktur angestoßen, die für Aufmerksamkeit in der Szene sorgten. Demnach werden Axxion und die ebenfalls im Bereich Finanzdienstleistungen tätige Oaklet GmbH in eine eigenständige GmbH überführt. „Wir erweitern damit die Möglichkeiten zur Aufnahme neuer strategischer Partner und verbessern gleichzeitig die Positionierung der PEH Gruppe. Insbesondere im Kontext von “Fintechs” und “Blockchain” sollten Beteiligungsmöglichkeiten bestehen, die es uns ermöglichen unsere operativen Geschäftsfelder zu optimieren“, betonte Stürner im Halbjahresbericht. Der Börsenwert von PEH beträgt zurzeit 51,69 Mio. Euro. Zum Vergleich: Bis 2018 stellt die Gesellschaft einen Gewinn vor Steuern zwischen 6,00 und 6,50 Mio. Euro in Aussicht. Erreicht PEH diese Ziele, hätte die Aktie noch deutlich Luft nach oben. Interessant ist der Titel dabei traditionell auch für Dividendenfans.



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02. Oktober, 2017

Auf einen derart kräftigen Ausbruch aus dem nun schon eine gefühlte Ewigkeit währenden Seitwärtstrend zwischen grob 2,00 und 2,50 Euro haben wohl selbst Daueroptimisten bei der Edel-Aktie nicht mehr zu hoffen gewagt. Pünktlich zur demnächst in Frankfurt öffnenden Buchmesse zeigt Edel jetzt aber eine super Performance. Inklusive Dividende liegt der im neuen Börsensegment Scale gelistete Anteilschein um rund ein Viertel vorn – und das den Montega-Analysten (bereits im Mai 2017) genannte Kursziel von 3,30 Euro ist noch immer ein Stück entfernt. Bewertungstechnisch ist also noch immer alles im grünen Bereich. Sollte Edel im Geschäftsjahr 2016/17 (30. September) den avisierten Gewinn von 3,9 Mio. Euro erreicht haben, käme der Small Cap auf ein KGV von knapp 17. Zuletzt entwickelten sich insbesondere die Tochter Kontor New Media (Digitalvertrieb von Medieninhalten) sowie der traditionelle Buchbereich sehr positiv. Letztlich ist es die breite Aufstellung aber ohnehin eine Stärke von Edel, übermäßige Ausschläge auf der Ergebnisseite ließen sich so vermeiden. Interessant: Im Dezember präsentiert Edel sogar auf der MKK Münchner Kapitalmarkt Konferenz, dann bereits mit den Zahlen für 2016/17 im Gepäck. Eine mindestens konstante Dividende von Untergrenze 0,10 Euro je Aktie – diesen Betrag schüttet Edel seit 2010/11 aus – plant boersengefluester.de dabei fest ein. Wir bleiben bei unserer positiven Einschätzung für den Titel.


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