Dividenden-Ratgeber

Wann muss ich eine Aktie kaufen, um die Dividende zu erhalten?

Normalerweise reicht es, wenn die Aktie am Tag der Hauptversammlung (HV) in Ihrem Depot eingebucht ist. Bei deutschen Unternehmen wird dann am Tag nach dem Aktionärstreffen die Dividende ausgezahlt. Die Aktie wird dann „ex Dividende“ – also mit Dividendenabzug gehandelt. Bei ausländischen Firmen besteht dieser zeitliche Zusammenhang in der Regel nicht. Zudem schütten ausländische Gesellschaften ihre Gewinnbeteiligungen häufig zweimal pro Jahr oder gar im Quartalsrhythmus aus. Auch müssen Sie hier gesonderte Fristen beachten, die genau beschreiben, an welchem Tag die Auszahlung erfolgt und wann Sie die Aktie im Depot haben müssen, um überhaupt dividendenberechtigt zu sein. Diese Informationen finden Sie auf den Internetseiten der jeweiligen Unternehmen im Bereich Investor Relations. Die Unterpunkte heißen meist „Dividends“, „Shareholder Information“ oder auch „AGM Information“.

Gibt es bestimmte Haltefristen nach der Hauptversammlung?

Ein verbreiteter Irrtum ist, dass man die Aktie ein gesamtes Jahr halten muss, um die volle Dividende zu kassieren. Das ist falsch: Theoretisch können Sie die Aktie am Tag der HV kaufen, am nächsten Tag die Dividende einstreichen und den Anteilschein dann sofort wieder veräußern. Keinesfalls bekommen Sie bspw. nur die halbe Dividende ausgezahlt, weil Sie den Titel nur sechs Monate im Depot hatten. Und natürlich müssen Sie in diesem Fall die Aktie nicht noch weitere sechs Monate halten, um den vollen Dividendenanspruch zu erwerben.

Ist die Dividende vergleichbar mit einer Zinszahlung auf dem Tagesgeldkonto?

Nein! Am Tag der Dividendenauszahlung wird die Aktie mit Dividendenabschlag gehandelt. Das heißt: Wenn ein Wert am Tag der HV 10,00 Euro kostet und die Gesellschaft eine Dividende von 0,50 Euro beschließt, fällt der Kurs mit der Ausschüttung – andere Marktfaktoren einmal ausgeklammert – auf 9,50 Euro. Unterm Strich ändert sich Ihr Vermögen durch die Dividendenzahlung nicht. Der Wert Ihres Depots nimmt um den Betrag ab, um den Ihr korrespondierendes Wertpapierkonto eine Gutschrift erhält. Streng genommen handelt es sich also um ein Nullsummenspiel. Vielen Börsenneulingen ist das nicht bewusst. Sie gehen davon aus, dass sie innerhalb eines Tages um die Höhe der Dividendenrendite reicher werden. Doch das ist ein Irrtum. Dividendenzahlungen sind NICHT mit normalem Zinseinnahmen auf einem Bankkonto vergleichbar. Der Dividendenabschlag kommt zustande, weil sich der Wert der Firma – ausgedrückt im Aktienkurs – genau um die Höhe der Überweisung an die Aktionäre verringert.

Werden von der Dividende noch Steuern abgezogen?

Ja. Der deutsche Fiskus zieht von der Dividende eines inländischen Unternehmens 25 Prozent Abgeltungsteuer und 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag ein. Ohne Berücksichtigung von Kirchensteuern ergibt sich dann ein Abschlagsatz von 26,375 Prozent. Von einer Bruttodividende von bspw. 2,50 Euro pro Aktie kommen dann beim Aktionär nur 1,84 Euro je Anteilschein an. Bei einem Aktienkurs von 60 Euro beträgt die Bruttorendite in dem Beispielfall 4,17 Prozent, nach Abzug von Steuern bleiben 3,07 Prozent übrig. Zu beachten sind allerdings noch die Sparerpauschbeträge von 801 Euro für Ledige und 1602 Euro für Verheiratete.

Deutlich komplizierter ist die Rechnung bei Steuern, die von ausländischen Gesellschaften bezogen werden. Zwar gibt es im Zuge von Doppelbesteuerungsabkommen Erstattungsverfahren, doch in der Regel handelt es sich um sehr zeitaufwändige Verfahren mit ungewissem Ausgang (Italien, Spanien). Als vorbildlich in der Abwicklung gilt die Schweiz. Eine Liste mit den jeweiligen Quellensteuersätzen und deren Anrechenbarkeit können Sie im Internet auf der Seite des Bundeszentralamts für Steuern herunterladen. Sie finden Sie das Dokument unter folgendem LINK:

Wie berechnet sich die Dividendenrendite?

Die Dividendenrendite in Prozent ergibt sich durch die Division der Dividende durch den aktuellen Aktienkurs – multipliziert mit dem Faktor 100.

Beispiel:

Aktienkurs: 60,00 Euro
Dividende: 2,50 Euro

Dividendenrendite = Dividende/Aktienkurs* 100 = (2,50/60,00)*100 = 4,17 %

Wichtig: Auf den im Jahr 2016 stattfindenden Hauptversammlungen wird über die Verwendung der im Jahr 2015 erzielten Gewinne entschieden. Maßgeblich für Anleger wird daher in den kommenden HV-Saison die 2015er-Dividendenrendite.

Was hat es mit sogenannten „steuerfreien Dividenden“ auf sich?

Manche Gesellschaften wie zum Beispiel die Deutsche Post oder Freenet schütten ihre Dividenden aus bestimmten Rücklagen aus und deklarieren die Gewinnbeteiligung als „steuerfrei“. Wirklich steuerfrei sind diese Ausschüttungen aber nur für Investoren, die das jeweilige Papier bereits vor 2009 – also vor Einführung der Abgeltungsteuer – im Depot haben. Für alle anderen Anleger setzt lediglich eine zeitliche Verschiebung der Besteuerung ein. Denn die „steuerfreien“ Dividenden werden über die Haltedauer kaufpreismindernd fortgeschrieben. Sobald ein Anleger seine Aktie dann verkaufen will, wird die Abgeltungsteuer fällig – und zwar auf die Differenz zwischen Verkaufspreis und ursprünglichem Kaufpreis, der um die erhaltenen Dividenden gekürzt wurde. Ein echtes Kaufargument ist die vermeintliche „Steuerfreiheit“ einer Dividende damit in der Regel nicht.

Welche Fristen gibt es bei Sonderausschüttungen zu beachten?

Immer wieder kommt es vor, dass Unternehmen Sonderausschüttungen vornehmen, da sie ihre Kapital- und Liquiditätsausstattung für überdimensioniert halten. Aus Gründen des Kapitalerhalts dürfen solche Rücklagen aber nicht einfach an die Aktionäre weitergereicht werden. Vorab notwendig für einen solchen Schritt ist eine Umwandlung in ausschüttungsfähige Mittel. Dies geschieht über eine ordentliche Kapitalherabsetzung, die zunächst von der Hauptversammlung genehmigt, und anschließend ins Handelsregister eingetragen werden muss. Nach Beurkundung im Handelsregister gilt eine Sperrfrist von sechs Monaten. Diese dient dem Gläubigerschutz.

Angenommen, die ordentliche Hauptversammlung für eine solche Maßnahme fand an einem 15. Februar statt. Beschlossen wurde die Ausschüttung von 5,50 Euro je Aktie. Der Eintrag ins Handelsregister fand am 5. März statt. Die Dividende könnte dann theoretisch ab 5. September ausgezahlt werden. Sollte dieser Termin feststehen, reicht es im Normalfall aus, wenn der Anleger die Aktie am 4. September im Depot hat. Nicht von Bedeutung ist in diesem Fall das Datum der ordentlichen Hauptversammlung. Die jeweils relevanten Termine werden meist von den Unternehmen auf ihrer Homepage veröffentlicht.

Um den Aktionären einen bessere Planbarkeit für ihr Investment zu geben, ging das Businessnetzwerk Xing bei seiner Sonderausschüttung im Jahr 2012 einen etwas anderen Weg. Am 26. Mai 2011 wurde auf der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Sonderdividende von 3,76 Euro pro Aktie beschlossen. Bereits ab dem 2. August 2011 wurde die Xing-Aktie dann „ex-Sonderausschüttung“ gehandelt. Das heißt: Jeder Investor, der am 1. August zu Börsenschluss im Besitz von Xing-Aktien war, bekam 3,76 Euro pro Aktie gutgeschrieben. Die tatsächliche Auszahlung erfolgte aber erst am 7. Februar 2012.

Wichtig! Auch im Fall einer Sonderausschüttung wird die Dividende vom Kurs abgezogen. Es ist also nicht so, dass man an einem Tag um etwa 30 oder 40 Prozent reicher wird. Im Gegenteil: Mitunter sacken die Aktienkurse solcher Unternehmen am Tag der Ausschüttung über ihren Dividendenabzug hinaus ab. Grund: Etliche Aktionäre haben das Papier eventuell nur wegen der Sonderdividende gekauft und veräußern es dann häufig zur gleichen Zeit. Auf diese Weise kann ein Kursdruck entstehen, der bei relativ marktengen Papieren in überdurchschnittlichen Verlusten mündet.

Wo gibt es den besten Dividendenkalender für Aktien aus Deutschland?

Hier sind wir ganz selbstbewusst und sagen: Natürlich auf boersengefluester.de und zwar unter diesem LINK. Jedenfalls kennen wir kein leistungsfähigeres Tool als diesen, von uns selbst entwickelten Analyser. Tipps und Tricks für die Nutzung des HV- und Dividendenkalenders von boersengefluester.de gibt es HIER.

 

15 comments

Hallo.
Ich hab längere Zeit vor der Hauptversamlung der Airbus AG, Aktien bezogen und sie wegen Turbulenzen am Tag nach der Hauptversammlung wegen verlustängsten verkauft. Eine Dividendenausschüttung hat am folgetag nicht stattgefunden.
Nach meinen Nachvorschungen bin ich auf den 03.06.2014 als Dividenden-Ausschütungstag gestoßen, währ ich da noch Dividendenberechtigt? hätte ich einen Anspruch wenn ich Airbus Aktien vor dem Ausschütungstag wieder beziehe?
Bitte um eine Info, da ich diesbezüglich noch ein Anfänger bin und erst später über den verzögerten Auszahlungstag erfuhr.

Hallo Herr Schromm,

bei der Airbus Group sind folgende Termine für die Dividende relevant: Zunächst einmal wurde auf der Hauptversammlung am 27. Mai 2014 eine Dividende von 0,75 Euro je Aktie beschlossen. Ausgezahlt wird die Dividende laut dem MDAX-Konzern dann am 3. Juni 2014 an diejenigen Aktionäre, die das Papier am 2. Juni 2014 in ihrem Depot haben. Demnach ist der 2. Juni auch der Stichtag für die Dividendenberechtigung. Mit anderen Worten: Da sie Ihre Aktien am Tag nach der HV verkauft haben, sind Sie momentan nicht dividendenberechtigt.

Freundliche Grüße, Gereon Kruse

Hallo
das mit Dividenden von Aktien abziehen hab ich nicht verstanden. Bitte geben Sie ein Beispiel

Hallo Herr Werner,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Gern erläutere ich Ihnen den Dividendenabschlag am Beispiel Siemens. Der DAX-Konzern hat zur Hauptversammlung (HV) am 27. Januar 2015 eine Dividende von 3,30 Euro je Aktie vorgeschlagen. Insgesamt gibt es von Siemens 881.000.000 Aktien. Davon befinden sich 52.420.178 im direkten Besitz der Münchner. Auf diese eigenen Stücke zahlt Siemens keine Dividende, das wäre ja auch „rechte Tasche, linke Tasche“. Übrig bleiben demnach 828.579.822 dividendenberechtigte Papiere. Wenn jede Aktie mit 3,30 Euro bedient wird, ist dafür eine Summe von rund 2,734 Mrd. Euro notwendig.

Die gesamte Marktkapitalisierung von Siemens beträgt beim derzeitigen Aktienkurs von 95 Euro (881.000.000 x 95,00) genau 83,695 Mrd. Euro. Dieser Betrag spiegelt vereinfacht ausgedrückt das künftige Ertragspotenzial von Siemens sowie den Wert von Maschinen, Grundstücken, Markenrechten sowie den Bestand an Bargeld und Wertpapieren abzüglich der Schulden wider. Wenn Siemens nach der HV die gesamte Dividendensumme von 2,734 Mrd. Euro auszahlt, verringert sich rein rechnerisch der Wert des Siemens-Konzerns um genau diesen Betrag. Kam Siemens im Beispiel ursprünglich auf einen Börsenwert von 83,695 Mrd. Euro, so hätte das Unternehmen nach der Auszahlung der Dividende nur noch einen Wert von 80,961 Mrd. Euro (83,695 – 2,734). Verteilt man diesen Betrag wiederum auf die 881 Millionen Aktien, so hätte jeder Anteilschein einen Wert von 91,89 Euro (83,695 Mrd. / 881 Mio.). Die Differenz von 95 Euro und 91,89 Euro – also rund 3,10 Euro – wäre in diesem Fall der rechnerische Dividendenabschlag. Da Siemens eigene Aktien hält, die nicht bedient werden müssen, ist der Abschlag (zumindest in der Theorie) etwas geringer als die Dividendenauszahlung an den einzelnen Aktionär. Wenn Siemens keine eigenen Aktien hätte (was auf viele Unternehmen zutrifft), wären Dividendenzahlung und Dividendenabschlag gleich groß. Am Tag nach der HV, wenn die Dividende bezahlt wird, wird die Siemens-Aktie mit dem Zusatz „exD“ gehandelt – also mit Dividendenabschlag. Der Kursrückgang von 95 auf 91,89 Euro entspricht einem Abschlag von 3,27 Prozent. Tatsächlich hat sich an der Vermögenssituation der Anleger aber nichts Wesentliches geändert. Zwar ist der Depotstand niedriger, dafür aber hat der Anleger zusätzliches Bargeld auf seinem Konto.

Hoffentlich konnte ich Ihnen den Hintergrund des Dividendenabschlags anhand des Beispiels verständlich machen. Wichtig zu wissen ist, dass die Firmen bei Dividenden keine Geschenke an ihre Anleger machen. Es wird lediglich umverteilt. In der Praxis muss der rechnerische Dividendenabschlag aber nicht dem tatsächlichen entsprechen. An einem freundlichen Handelstag wird der Abschlag geringer ausfallen, an schwachen Börsentagen dürfte der Abschlag über das rechnerische Maß hinausgehen.

Freundliche Grüße, Gereon Kruse

Der Herr Kruse hat das sehr schön erklärt, denke ich. Ich habe nun auch eine Frage: Oben fällt mal das Wort Nullsummenspiel für eine Dividendenzahlung.Ich bin aber jetzt der Meinung, daß es sich sogar um einen Verlust handelt, da die Aktie um den Betrag der Dividende an diesem Tag “billiger” wird, ich aber die Dividende mit einem erheblichen Steuerabzug erhalte. Wer dabei verdient ist eigentlich nur das Finanzamt.Oder??

Sehr richtig Frau Königseder. So kann man das durchaus sehen mit dem Finanzamt und der Dividende. Daher sind Aktienrückkäufe eigentlich auch das clevere Instrument.

Ich überlege meine Aktien zu verkaufen (Daimler). Sollte ich damit bis zum Tag der Dividendenausschüttung warten,um die Dividende zu erhalten?
Bekomme ich sie auch so, wenn ich sie jetzt ( knapp 3 Monate vor der Hauptversammlung) verkaufe ?
Wie sollte ich am besten vorgehen ?

Einen Masterplan kann ich Ihnen da auch nicht geben. Fakt, ist dass die Daimler-Aktie zuletzt super gelaufen ist und mit knapp 80 Euro so hoch notiert wie zuletzt im Jahr 2000. Nach so einer Rally wie zuletzt, sind Rückschlage nie auszuschließen. Die Haupteversammlung (HV) von Daimler findet am 1. April 2015 statt. Wenn Sie der Meinung sind, dass die Aktie nun erstmal ausgereizt ist, können den Titel verkaufen. Um die volle Dividende für das Jahr 2014 – wir gehen zurzeit von 2,30 Euro aus – zu kassieren, reicht es, wenn Sie die Daimler-Aktie am Tag der HV zurückkaufen bzw. im Depot haben. Nochmal zur Klarstellung: Wenn Sie jetzt verkaufen, bekommen Sie keine Dividende. Auch nicht anteilig für den Zeitraum, den sie den Titel 2014 im Depot hatten. Dividendenberichtig ist (in DEutschland) immer nur derjenige, der die Dividende am Tag der HV im Depot hatte.

Felix. Ich habe das so gemacht mit meinen Daimler. Gestern habe ich sie verkauft – mit 20 Euro Gewinn pro Aktie 🙂 Ich meine, dass die Aktienkurse von Daimler bis zur HV eher sinken. Dann werde ich nach der HV vielleicht wieder kaufen. Übrigens habe ich mich nach der sehr guten Erklärung von Herrn Kruse (ein paar Kommentare weiter oben) dazu entschieden, weil dann die Aktien mit Dividendenabschlag handeln werden – billiger als vor HV.

Nun suche ich Infos, wie das bei US-Dividenden geht: Wie bei uns in Deutschland oder anders?

Die Erläuterungen sind allesamt recht klar – vielen Dank! Zusatzfrage: Wer kriegt die Dividende, wenn man am Tag der HV kauft bzw. verkauft? gruss

@Oliver: Wenn Sie die Aktie am Tag der Hauptversammlung (HV) kaufen, bekommen Sie die volle Dividende. Wenn Sie am Tag der HV die Aktie verkaufen, bekommen Sie keine Dividende. Die erhält dann natürlich der Käufer der Aktie. Ganz wichtig noch mal: Die Dividende ist nicht abhängig von der Haltedauer der Aktie! Theoretisch reicht es, die Aktie am Tag der HV unmittelbar vor Handelsschluss zu kaufen – allerdings immer unter der Voraussetzung einer taggleichen Ein- bzw. Ausbuchung ins Depot. In der Praxis ist ein solch enges Timing allerdings nicht unbedingt zu empfehlen. Insbesondere bei Nebenwerten kann es zu Verzögerungen und Teilausführungen kommen. DAX-Aktien sind da wesentlich liquider. Und an dieser Stelle möchte auch auch gern noch einmal auf den Dividendenabschlag hinweisen. Dividenden sind also kein “Free Lunch”.

Wegen der vielen Anfragen per E-Mail hier noch ein paar Erklärungen zur Dividende bei ausländischen Aktiengesellschaften. Hier gelten in der Regel andere Usancen als in Deutschland. So wird die Dividende meist nicht einmal pro Jahr gezahlt, sondern in mehreren Etappen. Das kann quartalsweise, halbjährlich oder auch in Form einer Hauptdividende plus einer Schlusszahlung sein. Anleger sollten die Dividendenmodalitäten am besten auf der Homepage der jeweiligen Gesellschaft in Erfahrung bringen.

Für Verwirrung sorgen häufig die verschiedenen Datumsangaben. Während die Dividende hierzulande im Normalfall am Tag nach der Hauptversammlung (HV) an denjenigen ausgezahlt wird, der sie am Tag der HV im Depot hatte, gelten im Ausland andere Modalitäten. Die relevanten Termine heißen: Record Date, Date of Payment und Ex-Dividend-Date. Schließlich gibt es noch den Tag der Hauptversammlung – auf englisch „Annual General Meeting“.
Was die einzelnen Termine für eine Bedeutung haben, erklärt boersengefluester.de am Beispiel der Aktie des österreichischen Finanzdienstleisters C-Quadrat (WKN: A0HG3U):

Record Date (28.04.2015): Wer ein Stimmrecht auf der Hauptversammlung ausüben möchten, muss die Aktie zu diesem Termin in seinem Depot eingebucht haben. Für die Dividendenberichtigung hat das Datum keine direkte Relevanz.

Ex-Dividend-Date (13.05.2015): An diesem Tag wird die Aktie mit Dividendenabschlag gehandelt. Anleger, die Dividende bekommen möchten, müssen den Titel einen Tag vor dem ex-Tag im Depot haben. Das heißt: ex-Tag minus 1 = Dividendenberechtigung!

Payment Date (19.0.2015): An diesem Tag wird die Dividende ausgezahlt – und zwar an diejenigen, die Aktie einen Tag vor dem „ex-Tag“ im Depot hatten.

Ordentliche Hauptversammlung (08.05.2015): An diesem Tag findet das Aktionärstreffen statt. Relevanz für die Dividendenberechtigung hat das Datum in diesem Fall jedoch nicht.

Wichtig! Auch bei der Vielfalt an Terminen bei ausländischen Gesellschaften, eine Strategie funktioniert nicht: Und zwar Dividende kassieren und parallel den Dividendenabschlag umgehen. Wer die Aktie „günstiger“ nach dem ex-Tag kauft, bekommt auch keine Dividende.

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