ECV
ENCAVIS
Anteil der Short-Position: 13,74%
LHA
Lufthansa
Anteil der Short-Position: 6,90%
FNTN
FREENET
Anteil der Short-Position: 4,72%
MOR
MorphoSys
Anteil der Short-Position: 4,48%
NDX1
Nordex
Anteil der Short-Position: 4,30%
GXI
Gerresheimer
Anteil der Short-Position: 3,83%
TUI1
TUI
Anteil der Short-Position: 3,54%
SDF
K+S
Anteil der Short-Position: 3,46%
S92
SMA Solar Techn.
Anteil der Short-Position: 2,68%
KCO
Klöckner &
Anteil der Short-Position: 2,44%
DHER
DELIVERY HERO
Anteil der Short-Position: 2,05%
ADJ
ADLER GR. NPV
Anteil der Short-Position: 1,99%
BOSS
HUGO BOSS
Anteil der Short-Position: 1,78%
LPK
LPKF Laser & Electr.
Anteil der Short-Position: 1,72%
SZG
Salzgitter
Anteil der Short-Position: 1,57%
ARL
Aareal Bank
Anteil der Short-Position: 1,49%
VQT
VA-Q-TEC
Anteil der Short-Position: 1,17%
CT4
FOX E-MOBILITY IN...
Anteil der Short-Position: 1,01%
HFG
HELLOFRESH INH
Anteil der Short-Position: 0,61%
DEZ
Deutz
Anteil der Short-Position: 0,61%
EUZ
Eckert & Ziegler
Anteil der Short-Position: 0,60%
TKA
ThyssenKrupp
Anteil der Short-Position: 0,58%
M5Z
Manz Automation
Anteil der Short-Position: 0,49%

Zooplus: Uiii, ganz schön heftig

Wenn ein Unternehmen seinen Börsenwert innerhalb von fünf Jahren von 139 Mio. Euro auf 1,04 Mrd. Euro steigert, ist das eine verdammt stramme Leistung. Daher gehört Zooplus definitiv zu den großen Erfolgsgeschichten auf dem heimischen Kurszettel – auch wenn es bei den Anlegern nicht gleich Liebe auf den ersten Blick war. Zwei Jahre nach der Erstnotiz im Mai 2008 lag der Anteilschein des Online-Tierbedarfhändlers gerade einmal um 38 Prozent über dem Ausgabekurs von 13 Euro. Spätestens seit Sommer 2014 stürmt die Aktie jedoch auf ständig neue Höchststände. Ende April 2015 knackte der Titel erstmals die Marke von 100 Euro. Jetzt nähert sich die Hürde von 150 Euro. Mit Blick auf die jüngsten Kursziele der Analysten, sie bewegen sich zwischen 140 und 160 Euro, sieht im Prinzip alles in Ordnung aus. Und auch die Geschäftszahlen von Zooplus weisen auf starkes Wachstum hin. Erst kürzlich hat Vorstandschef Cornelius Patt das für 2015 zu erwartende Ergebnis vor Steuern auf rund 12 Mio. Euro taxiert – nachdem zuvor ein Korridor von 8 bis 12 Mio. Euro die offizielle Vorgabe war. Letztlich wäre es aber relativ egal, ob Zooplus im laufenden Jahr 10, 12 oder gar 14 Mio. Euro verdienen würde. Mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 1 Mrd. Euro passen alle diese Gewinnzahlen nicht zusammen. Der Blick muss also weiter in die Zukunft gerichtet sein. Boersengefluester.de hat sich den SDAX-Titel daher unter Bewertungsaspekten vorgenommen.

 

Zooplus  Kurs: 466,400 €

 

Bis 2017 will Zooplus den Umsatz von zuletzt 571 Mio. Euro auf mehr als 1,1 Mrd. Euro steigern. Aufgrund weiterer Effizienzsteigerungen – auch bei der Marketingplanung – gehen Unternehmenskenner davon aus, dass das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in den kommenden beiden Jahren bis auf rund 33 Mio. Euro klettern könnte – nach knapp 10 Mio. Euro für 2014. Sollten sich die Planungen als realistisch herausstellen, würden die Zooplus-Aktien aber immer noch mit einem Faktor von mehr als 30 auf das 2017er-EBITDA gehandelt. Es gibt nicht viele Papiere auf dem internationalen Parkett, die auf ähnliche Relationen kommen. Der Vergleich mit anderen Branchenvertretern ist dabei schwierig, da sie – wie im Fall von Fressnapf oder der zu REWE gehörenden Plattform zooroyal.de – entweder nicht börsennotiert sind oder aber – wie bei dem Online-Giganten Amazon – nur ein untergeordneter Teil des Konzernumsatzes auf Futter und sonstige Produkte für Haustiere entfällt. Die ebenfalls gelistete britische Pets at Home Group kommt auf einen Börsenwert von umgerechnet knapp 2 Mrd. Euro und dürfte 2017 auf ein EBITDA von etwa 190 Mio. Euro kommen. Das entspricht einem Bewertungsmultiple von weniger als elf. Allerdings ist die Gruppe in erster Linie über stationäre Geschäfte im Markt präsent.

Bewertungstechnisch spielt Zooplus mittlerweile in einer Liga mit dem Überflieger Zalando. Der MDAX-Titel bringt es bei der Relation von Marktkapitalisierung zu EBITDA (für 2017) ebenfalls auf ein Multiple von rund 30. Noch zucken die meisten Börsianer bei solchen Relationen nicht ernsthaft. Schließlich ruht die Hoffnung darauf, dass der Online-Modehändler irgendwann so mächtig ist, dass er den Marketingschalter ein paar Stufen softer einstellen kann und in der Lage ist, entsprechend höhere Gewinne zu zeigen. Parallelen zwischen Zooplus und Zalando gibt es auch beim Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV), wobei das KBV von Zooplus mit gut elf sogar noch deutlich über dem von Zalando (7,6) liegt. Zooplus bewegt sich hier auf Augenhöhe mit anderen Premiumunternehmen wie Fielmann und United Internet. Aus der DAX-Familie weisen sonst nur Ströer, Nemetschek, CTS Eventim, Amadeus Fire, Xing und ProSiebenSat.1 ein höheres KBV aus. Summa summarum scheinen uns auf dem aktuellen Niveau die Risiken bei Zooplus jedenfalls zu überwiegen – zumindest aus fundamentaler Sicht. Motto: prima Unternehmen, aber mittlerweile einfach zu teuer. Charttechnisch macht Zooplus natürlich einen bärenstarken Eindruck. Da für boersengefluester.de im Zweifel jedoch die Bewertungskennzahlen wichtiger sind, stufen wir das Papier von Halten auf Verkaufen herunter.

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Zooplus
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
511170 466,400 Kaufen 3.334,38
KGV 2022e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
119,59 0,00 0,00 601,81
KBV KCV KUV EV/EBITDA
26,91 44,83 1,85 50,97
Dividende '19 in € Dividende '20e in € Div.-Rendite '20e
in %
Hauptversammlung
0,00 0,00 0,00 20.05.2021
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
12.05.2021 17.08.2021 16.11.2021 25.03.2021
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
40,18% 86,80% 174,68% 248,58%
    

 

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021e
Umsatzerlöse1 711,31 908,61 1.110,63 1.341,70 1.523,69 1.801,52 2.100,00
EBITDA1,2 15,40 19,70 8,77 8,57 11,77 63,26 72,00
EBITDA-Marge3 2,17 2,17 0,79 0,64 0,77 3,51 3,43
EBIT1,4 12,83 18,08 4,45 -1,51 -14,48 32,00 41,50
EBIT-Marge5 1,80 1,99 0,40 -0,11 -0,95 1,78 1,98
Jahresüberschuss1 7,93 11,40 1,94 -2,10 -12,07 18,93 24,00
Netto-Marge6 1,11 1,25 0,17 -0,16 -0,79 1,05 1,14
Cashflow1,7 16,25 12,54 3,30 21,67 28,11 74,37 0,00
Ergebnis je Aktie8 1,11 1,63 0,27 -0,29 -1,69 2,64 3,35
Dividende8 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

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1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de
Wirtschaftsprüfer: PricewaterhouseCoopers

 

Fot: picjumbo.com



Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse ist Gründer des in Frankfurt ansässigen Finanzportals boersengefluester.de und seit vielen Jahren ein profunder Kenner von Kapitalmarktthemen und Experte für Datenjournalismus. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. Investmentprofis aus dem Small- und Midcap-Bereich stufen die Qualität der Berichterstattung von boersengefluester.de laut der IR.on-Medienstudie 2020/21 mit der Bestnote 1,67 ein. Im Gesamtranking der Onlinemedien liegt die Seite mit Abstand auf Platz 1. Beim finanzblog award der comdirect bank hat boersengefluester.de den Publikumspreis und zusätzlich noch den 3. Platz in der Jurywertung gewonnen. Zuvor war Gereon Kruse 19 Jahre beim Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs.