AIXA
Aixtron
Anteil der Short-Position: 14,74%
CCAP
CORESTATE CAPITAL...
Anteil der Short-Position: 9,35%
SDF
K+S
Anteil der Short-Position: 7,25%
CAP
ENCAVIS
Anteil der Short-Position: 6,49%
ZO1
ZOOPLUS
Anteil der Short-Position: 5,52%
NDA
Aurubis
Anteil der Short-Position: 5,45%
FNTN
FREENET
Anteil der Short-Position: 5,17%
DUE
Dürr
Anteil der Short-Position: 4,98%
DBK
Deutsche Bank
Anteil der Short-Position: 4,07%
WDI
WireCard
Anteil der Short-Position: 3,86%
RIB
RIB SOFTWARE
Anteil der Short-Position: 3,83%
AR4
AURELIUS EQ.OPP.
Anteil der Short-Position: 3,77%
ZIL2
ElringKlinger
Anteil der Short-Position: 3,58%
LXS
Lanxess
Anteil der Short-Position: 3,24%
NDX1
Nordex
Anteil der Short-Position: 3,20%
LHA
Lufthansa
Anteil der Short-Position: 1,95%
B4B
METRO ST
Anteil der Short-Position: 1,87%
DRI
Drillisch
Anteil der Short-Position: 1,29%
RWE
RWE
Anteil der Short-Position: 1,28%
DAI
Daimler
Anteil der Short-Position: 1,07%
JST
JOST WERKE
Anteil der Short-Position: 0,72%
JUN3
Jungheinrich Vz.
Anteil der Short-Position: 0,70%
HFG
HELLOFRESH INH
Anteil der Short-Position: 0,50%

Washtec: Small Cap bietet das volle Programm

Wenn Vorstände ein „Übergangsjahr“ ausrufen, heißt das meist nichts Gutes für Aktionäre. Hohe Investitionen, Restrukturierungen oder Umbaumaßnahmen erweisen sich in den seltensten Fällen als schnelle Kurstreiber. Daher hat Washtec-Vorstandschef Jürgen Rautert seine Botschaft von Ende März vermutlich noch mit einem Bonbon in Form einer Sonderdividende von 0,29 Euro auf die normale Ausschüttung von 0,29 Euro pro Aktie versehen. Geholfen hat das dem Hersteller von Autowaschstraßen bislang nur bedingt. Seitdem die Gewinnbeteiligung nach der Hauptversammlung am 15. Mai 2013 an die Anteilseigner überwiesen wurde, tritt die Notiz auf der Stelle. Zusätzlich verkraften mussten die Investoren Anfang Mai die Meldung, dass das Auftaktquartal für die Augsburger schlechter als ursprünglich gedacht verlaufen war. Neben höheren Kosten durch steigende Löhne und zwei Messeauftritte machte Washtec auch die lange Frostperiode zu schaffen. „Ungewöhnlich schlechtes Waschwetter“, wie es bei Washtec offiziell heißt.

Wie aus heiterem Himmel traf Anleger Ende Mai zudem die Nachricht, wonach Finanzvorstand Stefan Vieweg das Unternehmen schon wieder verlässt und Rautert den Posten des CFO vorerst übergangsweise übernimmt. Der ehemalige Vodafone-Manager Vieweg hatte seinen Dienst bei Washtec – ebenso wie Rautert – erst zum Jahresbeginn 2013 angetreten. Über die Gründe des schnellen Abgangs ist nichts bekannt. Möglicherweise gab es Differenzen zwischen den beiden Vorständen hinsichtlich der strategischen Ausrichtung der Gesellschaft. Immerhin standen die ersten Monate ganz in der Ausarbeitung der künftigen Marschroute. Ursprünglich wollten Rautert und Vieweg ihren Plan in der zweiten Jahreshälfte 2013 den Anlegern präsentieren.

Zuletzt kam Washtec (WKN: 750750) auf einen Umsatz von gut 300 Mio. Euro. Mehr als die Hälfte davon entfiel auf Neu- und Gebrauchtmaschinen. Rund 30 Prozent der Erlöse stammten aus dem Servicegeschäft. Etwa 10 Prozent zum Umsatz steuerten Chemieprodukte für Waschstraßen bei. Der Rest entfiel auf das Betreibergeschäft. Regional betrachtet entfielen mehr als 80 Prozent auf Kerneuropa. 15 Prozent stemmte das in den Vorjahren so verlustträchtige US-Geschäft. Immerhin: Hier hat sich Besserung eingestellt, so dass der zwischenzeitlich erwogene Verkauf nun vom Tisch ist. Die Region Asien/Pazifik war nur für etwa vier Prozent der Einnahmen verantwortlich. Interessant wird nun, wo der frühere Technik- und Vertriebsvorstand von Heidelberger Druck seinen Hebel für mehr Wachstum und Erneuerungen ansetzt.

Lange Zeit galt Washtec in der Nebenwerteszene als eine Art „China-Play“. Hintergedanke: Während der Export von Luxuskarossen ins Reich der Mitte seit vielen Jahren boomt, ist der Markt für professionelle Autowäsche noch komplett unterentwickelt in China. Häufig wird noch per Hand gereinigt, was angesichts der geringen Lohnkosten durchaus nachvollziehbar ist. Andererseits bringen moderne Waschstraßen eine enorme Zeitersparnis. Und Zeit ist auch in China kostbar. Auf dem Papier klingt diese Investmentstory durchaus plausibel. In harten Zahlen hat sie sich allerdings erst begrenzt niedergeschlagen. Im 2012er-Geschäftsbericht betonte Vorstandschef Rautert bereits: „Washtec ist eine solide aufgestellte Gesellschaft, die in den vergangenen Jahren bei der Innovationsgeschwindigkeit unter ihren Möglichkeiten geblieben ist.“

WashTec  Kurs: 56,000 €

 

Beim Blick in das Zahlenwerk entfaltet die Gesellschaft mit SDAX-Ambitionen in der Tat einen gewissen Charme. Für 2013 rechnet Washtec mit einem Umsatzanstieg von bis zu zwei Prozent – auf dann rund 307 Mio. Euro. Dem steht ein Börsenwert von etwa 157 Mio. Euro entgegen. Grob gesagt, wird jeder Euro Umsatz zurzeit also nur mit gut 50 Cent bewertet. Die Eigenkapitalquote lag zuletzt bei komfortablen 46 Prozent. Die Nettofinanzverschuldung beschränkte sich auf 5 Mio. Euro und machte damit lediglich sechs Prozent des Eigenkapitals von 83 Mio. Euro aus. Finanzexperten nennen diese Kennzahl Verschuldungsgrad – oder auf neudeutsch Gearing. Allerdings: Die Marktkapitalisierung übersteigt das (um die Dividendenausschüttung bereinigte) Eigenkapital um den Faktor zwei. In Bezug auf das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) gibt es also deutlich attraktivere Gesellschaften. Wirklich hellhörig werden die meisten Value-Anleger erst bei einem KBV von weniger als eins. Die Dividende werden die Augsburger im kommenden Jahr vermutlich wieder auf ein Normalmaß stutzen. Demnach würde sich eine Rendite von knapp drei Prozent ergeben. Das ist ok, aber auch nicht wirklich spitze.

Bleibt das Kurs-Gewinn-Verhältnis als Auswahlkriterium: Nach dem traditionell schwachen ersten Quartal rechnet Washtec im Jahresverlauf mit einer besseren Ergebnisentwicklung. Allerdings soll sich der Ertrag im laufenden Jahr nur proportional zum Umsatz verbessern. Insbesondere die Investitionen in Asien und den Emerging Markets verhindern einen kräftigeren Renditeanstieg. Vermutlich dürfte das Wachstumsprogramm auch 2014 noch seine Spuren hinterlassen. Boersengefluester.de geht davon aus, dass das Ergebnis je Aktie von 0,72 Euro für 2012 auf 0,77 Euro (2013) und im kommenden Jahr auf 0,84 Euro steigen könnte. Demnach käme das Papier auf ein KGV von rund zwölf. Dagegen lässt sich nichts sagen, zumal die geplanten Investitionen sich in den Folgejahren überproportional aufs Ergebnis auswirken sollten. Anleger mit einem langen Horizont können sich also schon jetzt ein paar Washtec-Aktien ins Depot legen. Vorsichtigere Börsianer warten den für den 7. August angesetzten Halbjahresbericht ab. Bis dahin sollte eigentlich klar sein, wohin die Strategie unter Firmenchef Rautert abzielt. Dann könnte die “Übergangsjahr-Hängepartie” im Aktienkurs  ein Ende finden und Washtec wieder zu einem Small Cap mit blitzblanker Performance werden. Im Normalfall lieben Börsianer nämlich stimmige Restrukturierungsstorys. Und Washtec bietet hier das volle (Wasch)programm.

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
WashTec
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
750750 56,000 Halten 780,21
KGV 2020e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
22,76 18,95 1,201 38,94
KBV KCV KUV EV/EBITDA
18,85 20,41 1,79 13,996
Dividende '19 in € Dividende '20e in € Div.-Rendite '19e
in %
Hauptversammlung
1,80 1,90 3,21 29.04.2019
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
29.04.2019 26.07.2019 25.10.2019 19.03.2019
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
14,52% 0,72% -7,28% -6,67%
    


Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse gründete im Mai 2013 die auf Datenjournalismus fokussierte Seite boersengefluester.de. Zuvor war er 19 Jahre bei dem Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. 2016 gewann Gereon Kruse mit boersengefluester.de beim viel beachteten finanzblog award der comdirect bank den Publikumspreis und belegte gleichzeitig noch den 3. Platz in der Jurywertung.

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