AIXA
Aixtron
Anteil der Short-Position: 12,72%
LEO
Leoni
Anteil der Short-Position: 12,39%
CCAP
CORESTATE CAPITAL...
Anteil der Short-Position: 11,08%
EVT
Evotec OAI
Anteil der Short-Position: 9,15%
WAF
SILTRONIC
Anteil der Short-Position: 8,57%
TKA
ThyssenKrupp
Anteil der Short-Position: 7,62%
GBF
Bilfinger Berger
Anteil der Short-Position: 6,97%
NDA
Aurubis
Anteil der Short-Position: 6,92%
ZO1
ZOOPLUS
Anteil der Short-Position: 5,96%
KCO
Klöckner &
Anteil der Short-Position: 5,25%
DBK
Deutsche Bank
Anteil der Short-Position: 4,08%
AR4
AURELIUS EQ.OPP.
Anteil der Short-Position: 3,95%
NDX1
Nordex
Anteil der Short-Position: 3,73%
CEC
Metro
Anteil der Short-Position: 3,33%
ZIL2
ElringKlinger
Anteil der Short-Position: 3,11%
SAE
SHOP APOTHEKE EUR...
Anteil der Short-Position: 2,89%
BOSS
HUGO BOSS
Anteil der Short-Position: 2,23%
WCH
Wacker Chemie
Anteil der Short-Position: 1,51%
OSR
OSRAM LICHT
Anteil der Short-Position: 1,49%
G1A
GEA Group
Anteil der Short-Position: 1,29%
FTK
FLATEX
Anteil der Short-Position: 0,80%
LHA
Lufthansa
Anteil der Short-Position: 0,76%
STM
STABILUS EO-,01
Anteil der Short-Position: 0,50%

USU Software: „SaaS-Projekte bringen mittelfristig eine höhere Marge“

Auch die jüngsten Insiderkäufe von Aufsichtsrat und Großaktionär Udo Strehl haben die Wende noch nicht eingeläutet. Bisher konnte die Aktie von USU Software noch nicht von der Erholung des Gesamtmarkts profitieren. Dabei hat USU ehrgeizige Ziele bis 2021, kurzfristig lastet jedoch die Umstellung vom Lizenzgeschäft auf SaaS auf den Margen, zudem musste die Gesellschaft 2018 Auftragsverschiebungen in den USA hinnehmen. „Erste Abschlüsse aus diesem potenziellen Auftragspool konnten wir inzwischen finalisieren und gehen davon aus, dass weitere in diesem Jahr folgen werden“, sagt Vorstandschef Bernhard Oberschmidt im Interview mit boersengefluester.de. Zudem spricht Oberschmidt über den Ausbau der Vertriebsaktivitäten, die Erhöhung der Prognosequalität und warum eine Dividende von 40 Cent je Aktie nicht im Widerspruch zu weiteren Akquisitionen steht.


 

Herr Oberschmidt, zu Beginn unseres Gesprächs wollen wir gleich den sprichwörtlichen Finger in die Wunde legen. USU Software musste 2018 einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen, unter anderem bedingt durch Auftragsverzögerungen in den USA. Das kam an der Börse nicht gut an. Könnten Sie uns bitte die Hintergründe hierzu erläutern?

Bernhard Oberschmidt: Die Auftragsverschiebungen betreffen im Wesentlichen Großaufträge in den USA. Hier haben wir mehrere Projektaufträge nicht plankonform abschließen können, was verschiedene Gründe hatte. Ein Teil der Unternehmen ist beispielsweise intern noch nicht bereit für das Projekt – sei es aus Ressourcengründen oder weil man sich noch nicht final entscheiden konnte, ob man die Software aus der Cloud als SaaS oder als Kauflizenz erwerben möchte. Ein anderer Teil ist organisatorisch noch nicht so weit, da in Großunternehmen diverse Unterschriften zur Freigabe eingeholt werden müssen. So fehlten uns letztlich mehrere Millionen an Lizenzerlösen, die sich nahezu eins zu eins im Ergebnis niederschlugen.

Sie berichten auch von einer deutlichen Erhöhung der „operativen Kostenbasis“. Was verbirgt sich dahinter konkret und welchen Anteil haben daran einmalige Kosten?

Bernhard Oberschmidt: Was den Kostenpart betrifft, so investieren wir seit 2017 umfangreiche Mittel in den Ausbau unserer Auslandsaktivitäten, insbesondere den Ausbau des Vertriebs in den USA und Frankreich sowie in 2018 in das Vertriebsmanagement dieser Länder. Zusätzlich haben wir dort auch die Marketingaktivitäten, wie beispielsweise die Teilnahme an Events und Messen, forciert. Alle diese Maßnahmen spiegeln sich gleichfalls direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung wider, da wir primär in Menschen investieren und nicht in Maschinen. Ein weiterer Kostenfaktor, der aber einmaliger Natur ist, betraf die Vereinheitlichung der Konzernstruktur und die damit verbundene Neuorganisation des Bereiches unymira, der sich auf die intelligente Digitalisierung von Geschäftsprozessen im Service fokussiert und die Vereinheitlichung der Konzern-IT. Kurzum: Wir haben viel investiert, was sich aber mittelfristig auch positiv auf unsere Geschäftsentwicklung auswirken wird, allerdings in den Jahren 2017 und 2018 zu einer Ergebnisdelle führte

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Bleiben wir beim Thema „Erhöhte Auslandsinvestitionen“? Welche Maßnahmen haben Sie konkret in die Wege geleitet und welche Erwartungen haben Sie 2019 an das Auslandsgeschäft?

Bernhard Oberschmidt: Wie gesagt haben wir ein neues Vertriebsmanagement in den USA und Frankreich an Bord genommen und die Vertriebsteams in beiden Ländern erweitert. Des Weiteren haben wir die Marketingaktivitäten deutlich ausgebaut und waren in 2018 wesentlich präsenter im Markt. Es deuten sich bereits erste positive Auswirkungen hieraus an, wobei der „normale Vertriebszyklus“ bei sechs bis neun Monaten liegt, so dass die wesentlichen Auswirkungen aus den Maßnahmen voraussichtlich ab dem zweitenHalbjahr 2019 zu erkennen sein werden.

Wie ist aktuell der Stand bei den angesprochenen Auftragsverzögerungen in den USA? Haben Sie auch Aufträge an die Konkurrenz verloren?

Bernhard Oberschmidt: Erste Abschlüsse aus diesem potenziellen Auftragspool konnten wir inzwischen finalisieren und gehen davon aus, dass weitere in diesem Jahr folgen werden. Nur wenige dieser potenziellen Projekte wurden an einen Wettbewerber verloren. Daher sind wir optimistisch, in 2019 noch weitere Abschlüsse hieraus zu erzielen.

 

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019e
Umsatzerlöse1 51,23 55,71 58,93 66,09 72,10 84,36 90,49 100,00
EBITDA1,2 5,27 5,49 8,88 9,88 10,78 6,84 5,51 9,75
EBITDA-Marge3 10,29 9,85 15,07 14,95 14,95 8,11 6,09 9,75
EBIT1,4 3,53 3,41 6,67 7,59 8,30 3,22 2,71 6,85
EBIT-Marge5 6,89 6,12 11,32 11,48 11,51 3,82 2,99 6,85
Jahresüberschuss1 4,82 3,65 6,67 7,59 6,78 3,37 0,96 5,45
Netto-Marge6 9,41 6,55 11,32 11,48 9,40 3,99 1,06 5,45
Cashflow1,7 5,59 9,86 7,74 12,15 5,13 5,17 2,00 6,40
Ergebnis je Aktie8 0,46 0,35 0,52 0.80 0,64 0,32 0,09 0,52
Dividende8 0,25 0,25 0,30 0,35 0,40 0,40 0,40 0,40
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

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1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de

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Für das laufende Geschäftsjahr erwarten Sie beim Bereinigten EBIT (Ergbnis vor Zinsen und Steuern) einen kräftigen Anstieg auf 7,5 bis 10,0 Mio. Euro – dies entspricht der ursprünglichen Prognose für 2018. Worauf gründet sich Ihr Optimismus für 2019?

Bernhard Oberschmidt: Zum einen eben aus den gerade aufgeführten Potenzialen im Ausland, aber auch der sehr positiven Entwicklung des Bereiches IT-Servicemanagement mit unserer Produktsuite Valuemation und dem Digitalisierungsgeschäft des neu formierten Bereiches unymira. Zudem haben wir in den beiden vergangenen Jahren unseren SaaS-Auftragsbestand kontinuierlich ausgebaut, was zwar kurzfristig Marge kostete, aber auf Sicht auch eine höhere Marge und konstantere Geschäftsentwicklung bedeutet. Das Ganze wird sich natürlich im Hinblick auf unsere 2021-Guidance in den Folgejahren weiterentwickeln.

Welche Erwartungen haben Sie kurz- bis mittelfristig an das SaaS-Geschäft? Und wie wird sich diese Entwicklung voraussichtlich auf Ihre Margen auswirken?

Bernhard Oberschmidt: Aktuell entscheiden sich etwa 30 Prozent unserer Neukunden für ein SaaS-Projekt. In den kommenden Jahren wird dieser Anteil auf 50 Prozent und noch darüber ansteigen. Das bedeutet eine kurzfristige Belastung der Marge, aber einen mittelfristigen Margenausbau. Wohin die Reise gehen kann, haben wir ja durch unsere Mittelfrist-Guidance aufgezeigt

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Sie sprechen die Mittelfristprognose an: Bis 2021 wollen Sie das Bereinigte EBIT auf 20 Mio. Euro erhöhen und damit gegenüber 2019 mehr als verdoppeln. Das klingt erstmal ambitioniert. Wie soll das gelingen? Was haben Sie neben dem SaaS-Geschäft als die größten Ergebnistreiber identifiziert?

Bernhard Oberschmidt: Unsere zentralen Wachstumstreiber sind die Internationalisierung, neue Innovationen und Akquisitionen. Vor allem durch die Hebung der Wachstumspotenziale im Ausland sehen wir die größten Effekte neben dem SaaS-Ausbau. Der US-Markt hat enormes Potenzial, da er um ein Vielfaches größer ist als unser Heimatmarkt. Zudem erwarten wir überdurchschnittliche Wachstumsraten mit unserem jüngsten Bereich KATANA, der aus dem Forschungsbereich hervorgegangen ist und Lösungen für Big Data und Künstliche Intelligenz entwickelt und vertreibt. Last but not least soll auch die Portfolioerweiterung durch Akquisitionen unser Wachstum forcieren

USU Software musste nun schon mehrfach seine Ergebnisziele korrigieren. Was haben Sie in der Zwischenzeit unternommen, um die Prognosequalität zu erhöhen?

Bernhard Oberschmidt: Ein wesentlicher Faktor ist diesbezüglich der Ausbau des SaaS-Geschäftes, das im Gegensatz zum Einmal-Lizenzgeschäft im Zeitverlauf wesentlich planbarer ist. Wir befinden uns ja mitten im Transformationsprozess und sehen hier einen weiteren Anstieg des SaaS-Anteils. Da die SaaS-Aufträge in der Regel Laufzeiten von drei Jahren aufweisen, sind wir zukünftig nicht mehr so stark vom Abschlussquartal abhängig, was die Planbarkeit und insofern auch die Prognosequalität wesentlich verbessern wird.

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
USU Software
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
A0BVU2 18,700 Kaufen 196,79
KGV 2020e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
23,38 24,05 0,964 42,16
KBV KCV KUV EV/EBITDA
3,59 98,59 2,17 33,254
Dividende '18 in € Dividende '19e in € Div.-Rendite '18
in %
Hauptversammlung
0,40 0,40 2,14 02.07.2019
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
23.05.2019 29.08.2019 21.11.2019 28.03.2019
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
5,04% 13,82% 18,73% -11,37%
    

 

Mit einem Dividendenvorschlag von 0,40 Euro schütten Sie erneut mehr als das im Vorjahr erwirtschaftete Ergebnis je Aktie aus. Können Sie sich diese Großzügigkeit angesichts der weiterhin hohen Investitionstätigkeit und der angedachten Akquisitionen überhaupt leisten?

Bernhard Oberschmidt: USU verfügt über eine umfangreiche Konzernliquidität von mehr als 9 Mio. Euro bei keinerlei Bankverbindlichkeiten und wir wollen unseren Aktionären eine Kontinuität und Verlässlichkeit hinsichtlich der Dividendenpolitik bieten. Auch nach der Dividendenzahlung haben wir umfangreiche Mittel für Akquisitionen zur Verfügung und in der Regel zahlen wir ja nicht die volle Kaufpreissumme sofort, sondern über einen gewissen Zeitraum hinweg, so dass wir die positiven Cashflows der Zukunft auch für Akquisitionen nutzen können. Und wenn sich ein größerer idealer Übernahmekandidat auftun sollte, dann bietet sich auch durchaus die Option der Kreditfinanzierung an. Wir sehen Akquisitionen insofern nicht durch unsere Dividendenpolitik als gefährdet an.

Apropos Akquisitionen: Sie peilen bis 2021 Zukäufe im Volumen von 15 Mio. Euro an. Welche Bereiche favorisieren Sie dabei? Und welche Kriterien muss ein Übernahmekandidat erfüllen?

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Bernhard Oberschmidt: Wir haben hier sehr klare Vorstellungen. Ein idealer Übernahmekandidat von USU verfügt über innovative Softwareprodukte und/oder Kompetenzen, die unser bestehendes Konzernportfolio ergänzen, eine breite Kundenbasis, ein erfahrenes Management und eine zur USU passende Unternehmenskultur. Wir haben eine detaillierte Portfoliomatrix entwickelt und beobachten den Markt genau. Last but not least muss auch der Kaufpreis stimmen. Natürlich sind aktuell die Preiserwartungen potenzieller Verkäufer extrem hoch. Wir werden uns jedoch nur auf Konditionen einlassen, die in unser Geschäftsmodell passen und zu einem Mehrwert für USU führen.

Die dritte Wachstumssäule neben der Internationalisierung und dem anorganischen Wachstum ist bei USU die Entwicklung und Markteinführung neuer Produktinnovationen. Was können Ihre Aktionäre hier in den nächsten Monaten erwarten?

Bernhard Oberschmidt: Wir investieren seit Jahren umfangreiche Mittel in neue Produktinnovationen und sind damit auch recht erfolgreich, wie man am Beispiel von KATANA sehen kann. Und die Themen Big Data und Künstliche Intelligenz werden wir da auch künftig weiter vorantreiben. Wenn Sie den F&E-Bericht aus unserem Geschäftsbericht durchlesen, können Sie erkennen, dass wir im Bereich Forschung und Entwicklung sehr aktiv sind. Immerhin investieren wir etwa 17 Prozent unseres Jahresumsatzes in diesen Bereich, was im Branchenvergleich recht hoch ist.

Herr Oberschmidt, besten Dank für das Interview.

Bernhard Oberschmidt: Sehr gern!


 

Bernhard Oberschmidt kam nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften 1996 zur USU AG, der heutigen Konzerntochter der USU Software AG. Nach Tätigkeiten im Bereich Finanzen und Qualitätsmanagement übernahm er 1998 die Leitung für die Bereiche Rechnungswesen und Controlling und begleitete in 2000 verantwortlich den Börsengang der USU AG. Im Rahmen des Zusammenschlusses der Openshop Holding AG und der USU AG zur heutigen USU-Gruppe wurde Bernhard Oberschmidt im Jahr 2002 zum Chief Financial Officer ernannt. Heute agiert er als Vorstandsvorsitzender und verantwortet die Konzernstrategie sowie die Ressorts Finanzen, Investor Relations und zentrale Administration.


Fotos: Clipdealer, USU Software AG

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Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse gründete im Mai 2013 die auf Datenjournalismus fokussierte Seite boersengefluester.de. Zuvor war er 19 Jahre bei dem Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. 2016 gewann Gereon Kruse mit boersengefluester.de beim viel beachteten finanzblog award der comdirect bank den Publikumspreis und belegte gleichzeitig noch den 3. Platz in der Jurywertung.