LHA
Lufthansa
Anteil der Short-Position: 12,10%
WDI
WireCard
Anteil der Short-Position: 9,96%
VAR1
Varta
Anteil der Short-Position: 7,54%
LEO
Leoni
Anteil der Short-Position: 5,85%
GXI
Gerresheimer
Anteil der Short-Position: 5,16%
PSM
PROSIEBENSAT.1
Anteil der Short-Position: 4,90%
DUE
Dürr
Anteil der Short-Position: 4,78%
SZG
Salzgitter
Anteil der Short-Position: 4,58%
FRA
Fraport
Anteil der Short-Position: 3,78%
TEG
TAG Immobilien
Anteil der Short-Position: 3,30%
CBK
Commerzbank
Anteil der Short-Position: 2,32%
BOSS
HUGO BOSS
Anteil der Short-Position: 2,28%
AR4
AURELIUS EQ.OPP.
Anteil der Short-Position: 2,20%
ADV
ADVA Optical Netw.
Anteil der Short-Position: 1,41%
DRW8
DRAEGERWERK ST.A....
Anteil der Short-Position: 1,30%
UTDI
United Internet
Anteil der Short-Position: 1,29%
HFG
HELLOFRESH INH
Anteil der Short-Position: 1,22%
HDD
Heidelberger Druckm.
Anteil der Short-Position: 1,11%
G1A
GEA Group
Anteil der Short-Position: 0,89%
EVD
CTS EVENTIM
Anteil der Short-Position: 0,80%
RWE
RWE
Anteil der Short-Position: 0,59%
EVK
EVONIK INDUSTRIES
Anteil der Short-Position: 0,50%
HEI
HeidelbergCement
Anteil der Short-Position: 0,48%

S&T: “Die Karten werden neu gemischt”

Hauptversammlungen werden zurzeit massig verschoben. Der Vorlage der Geschäftsberichte 2019 kann das Corona-Virus jedoch nichts anhaben. Und so veröffentlichen derzeit jede Woche rund 100 Unternehmen aus unserer gut 600 Firmen umfassenden Datenbank ihre Bilanzen für das abgelaufene Jahr. Momentan sind das schwerpunktmäßig die im streng regulierten Prime Standard gelisteten Aktiengesellschaften. Im April, Mai und Juni folgt dann der große Rest. Boersengefluester.de erfasst aus sämtlichen Berichten die wichtigsten Kennzahlen für seine Datenbank. Viel Arbeit, dafür haben wir aber auch einen entsprechend guten Überblick, wie sich die Vorstände in den obligatorischen Vorworten der Geschäftsberichte zurzeit präsentieren.

Ein besonders guter Dreh zwischen der Darstellung der Risiken durch Corona, aber auch den sich daraus bietenden Chancen, ist unserer Meinung nach Hannes Niederhauser, CEO des IT-Spezialisten S&T, gelungen. Aus diesem Grund stellen wir (was wir höchst selten tun) seine Einschätzung auch in voller Länge live. Immerhin bekommt man als Aktionär so einen nützlichen Überblick zur aktuellen Gemengelage. Angereichert haben wir das Vorwort mit unseren üblichen Kennzahlenboxen zu den wichtigsten fundamentalen Daten plus dem Aktienchart des SDAX-Konzerns S&T.


 

DIE KARTEN WERDEN NEU GEMISCHT!

Im Vorwort zu einem Geschäftsbericht sollte man auf die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres und auf die Zukunftsaussichten eingehen. Aber seit einigen Wochen ist alles anders: Die Aktie der S&T AG hat innerhalb von zwei Wochen 40 Prozent ihres Wertes eingebüßt. Die sehr guten Zahlen des Geschäftsjahres 2019 interessieren niemanden, und prosperierende Zukunftsaussichten in einem auch weiterhin wachsenden Markt scheinen irrelevant. Die „Corona Krise“ überschattet alles. Ich möchte daher die Chance nutzen und unsere Sicht der Dinge darstellen.

Die globale Ausbreitung des SARS-CoV-2 Virus hat und wird die Welt noch stärker verändern. Und auch die Klimaerwärmung erfordert, dass wir unsere Lebensweise anpassen. S&T hat 2019 das neunte Rekordjahr geschafft: Der Umsatz stieg um 13 Prozent auf 1.123 Mio. Euro, das EBITDA um 23 Prozent auf 112 Mio. Euro. Im Januar 2020 haben wir zudem unser EBITDA Ziel für 2023 auf 220 Mio. Euro weiter erhöht. Mit dem Schwerpunktprogramm „PEC“ („Profit, Efficiency, Cash“) konnten wir zudem den operativen Cashflow deutlich verbessern und 2019 den Rekordwert von EUR 83 Mio. erreichen. Auch Auftragsbestand und Projekt-Pipeline erreichten mit Steigerungen von über 30 Prozent neue Rekordwerte.

 

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019e 2020e
Umsatzerlöse1 337,94 385,55 468,19 503,69 881,98 990,88 1.122,89 1.150,00
EBITDA1,2 20,07 22,89 28,30 34,69 68,06 90,55 111,71 115,00
EBITDA-Marge3 5,94 5,94 6,04 6,89 7,72 9,14 9,95 10,00
EBIT1,4 14,29 16,61 20,63 24,12 41,74 61,51 61,77 66,00
EBIT-Marge5 4,23 4,31 4,41 4,79 4,73 6,21 5,50 5,74
Jahresüberschuss1 11,95 14,02 17,65 20,42 29,37 48,46 49,51 52,50
Netto-Marge6 3,54 3,64 3,77 4,05 3,33 4,89 4,41 4,57
Cashflow1,7 11,10 20,61 26,68 61,38 44,91 35,54 83,39 65,00
Ergebnis je Aktie8 0,30 0,32 0.36 0,33 0,43 0,70 0,73 0,78
Dividende8 0,06 0,07 0,08 0,10 0,13 0,16 0,00 0,38
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

  Geschäftsbericht 2019 - Kostenfrei herunterladen.  
1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de
Wirtschaftsprüfer: Ernst & Young

 

S&T  Kurs: 23,740 €

 

Aber seit Beginn der „Corona Krise“ sind die Märkte als auch unsere Aktie im freien Fall. Unsere Investoren sind verunsichert und wissen nicht, wie sie den Einfluss der staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie einschätzen sollen, Endzeitszenarien werden durchkalkuliert, die Wirtschaft wird für zwei Monate massiv zurückgefahren. Welche Firma überlebt, welche geht in Insolvenz? Unsere Lebens- und Arbeitsweise muss sich zumindest an die neuen Gegebenheiten anpassen. Corona ist ein „Game Changer“. Die S&T begreift diese Krise vor allem als Chance. Vier Themen erscheinen mir hierzu besonders erwähnenswert:

› › S&T ist ein wichtiger Lieferant für die Medizintechnik. Wir erzielen in diesem Bereich rund 150 Mio. Euro Umsatz. Komplexe Systeme und auch Beatmungsgeräte, wie sie in der aktuellen Situation gerade händeringend gesucht werden, sind mit unseren intelligenten IoT Lösungen ausgestattet. Im März und April fahren wir Sonderschichten, um den Bedarf zu decken.

› › Die Arbeitsplätze der Zukunft werden noch mehr dezentral und „Home Offices“ sein. Meetings werden „virtualisiert“. Dies spart langwierige Reisen, die Anfahrt zum Büro und trägt auch zum Umweltschutz bei. Als Software-Unternehmen waren Heimarbeitsplätze bereits zuvor bei der S&T Gruppe etabliert. Bis Ende des Jahres wollen wir diesen Wert von aktuell 25 Prozent nachhaltig auf 40 Prozent ausbauen. Die von uns dazu entwickelten und vertriebenen Softwarelösungen unterstützen dies, wir werden diese sukzessive verbessern und auch unseren Kunden anbieten

› › Die Rückführung von Fabriken in „Heimmanufakturen“ wird hingegen nicht funktionieren. Aber „Smart Factories“ werden immer mehr aus der Entfernung von Prozessingenieuren über Cloud Anwendungen gesteuert. Mächtige IIoT Netzwerke in Echtzeit – wie sie mit unserem SUSiEtec System aufgebaut werden können – benötigen keine großen Mitarbeiterzahlen vor Ort. Maschinenrüstungen, Prozessänderungen oder Problemlösungen werden mittels Fernsteuerung gelöst.

› › Und auch der Individualverkehr ändert sich. Selbstfahrende Autos und energieeffiziente öffentliche Transportmittel ersetzen vermehrt den Individualverkehr. Bei beiden Themen ist S&T als Technologieführer ganz vorne mit dabei.

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
S&T
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
A0X9EJ 23,740 Kaufen 1.569,12
KGV 2021e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
20,64 20,10 1,027 52,64
KBV KCV KUV EV/EBITDA
4,21 18,82 1,40 14,735
Dividende '19 in € Dividende '20e in € Div.-Rendite '19e
in %
Hauptversammlung
0,00 0,38 0,00 16.06.2020
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
07.05.2020 06.08.2020 05.11.2020 26.03.2020
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
22,00% 16,99% 10,21% 20,26%
    

 

Was hat das alles mit der aktuellen Situation zu tun? Nun, die Arbeitswelt ändert sich und die Nachfrage nach passenden Lösungen steigt. Corona hat bereits in den letzten Wochen die Nachfrage nach unseren Lösungen, beispielsweise im IoT Bereich für Medizintechnik oder im IT-Services Bereich für Home-Office Lösungen und sichere Netzwerkanbindungen, erhöht.

Aufgrund unserer finanziellen Stärke wird S&T ein wirtschaftlicher Sieger dieser Krise sein. Mit unserem starken Cashflow konnten wir unsere Barmittel auf 312 Mio. Euro zum 31. Dezember 2019 steigern. Damit sind wir krisenfest aufgestellt und haben über 250 Mio. Euro in unserer Kriegskasse, um Mitbewerber, die finanziell nicht so gut aufgestellt sind, zu nun deutlich geringeren Firmenbewertungen zu erwerben. Unsere Auftragslage ist weiterhin exzellent. Die Projekt-Pipeline stieg auf 2,16 Mrd. Euro an, das ist eine Steigerung von 32 Prozent im Vergleich zum Wert zu Jahresbeginn; der Auftragsbestand kletterte sogar um 38 Prozent auf 841 Mio. Euro.

Speziell danken möchte ich auch unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Sowohl in den vergangenen Jahren, als auch gerade jetzt, in der für unsere Mitarbeiter und deren Familien sehr schwierigen Zeit, sind diese motiviert für unsere Kunden da, meistern als Team die aktuell herausfordernde Situation und werden auch die Zukunft „nach“ Corona sehr erfolgreich mitgestalten.

Für 2020 gehen wir wegen der „Corona Krise“ von Verwerfungen aus. Wir konnten trotz Einflüssen auf unsere Lieferkette mit anhaltend starken Auftragseingängen einen guten Start ins erste Quartal 2020 verzeichnen. Wir gehen aber davon aus, dass der Corona Virus einen erheblichen Einfluss auf die Weltwirtschaft haben wird, dem sich kurzfristig auch die S&T AG nicht entziehen können wird. Daher ziehen wir unser bisheriges Jahresziel zurück und werden dieses neu überdenken, sobald die Corona Auswirkungen transparenter sind. Mittelfristig wird S&T aber ein Gewinner der Krise sein. Daher bekräftigen wir unser ambitioniertes Mittelfristziel für 2023 von 2 Mrd. Euro Umsatz bei einem EBITDA von 220 Mio. Euro!

 

 

Hannes Niederhauser hat nach seinem Elektrotechnik-Studium an der TU Graz unter anderem als Entwickler für Mikrochips und im Embedded-Computer-Segment gearbeitet. Zwischen 1999 und 2007 hat der gebürtige Linzer als Großaktionär und Vorstandsvorsitzender zunächst die Kontron AG zum weltweit größten Anbieter im Bereich Embedded Computing aufgebaut, bevor er sein Engagement in der S&T startete.

 


 



 

Fotos: Clipdealer, S&T


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Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse gründete im Mai 2013 die auf Datenjournalismus fokussierte Seite boersengefluester.de. Zuvor war er 19 Jahre bei dem Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. 2016 gewann Gereon Kruse mit boersengefluester.de beim viel beachteten finanzblog award der comdirect bank den Publikumspreis und belegte gleichzeitig noch den 3. Platz in der Jurywertung.