LEO
Leoni
Anteil der Short-Position: 13,53%
EVT
Evotec OAI
Anteil der Short-Position: 8,37%
WAF
SILTRONIC
Anteil der Short-Position: 7,89%
LXS
Lanxess
Anteil der Short-Position: 7,41%
SDF
K+S
Anteil der Short-Position: 7,02%
TKA
ThyssenKrupp
Anteil der Short-Position: 6,87%
AOX
Alstria Office
Anteil der Short-Position: 6,26%
HDD
Heidelberger Druckm.
Anteil der Short-Position: 6,15%
DEQ
Deutsche EuroShop
Anteil der Short-Position: 5,74%
SKB
Koenig & Bauer
Anteil der Short-Position: 5,65%
AR4
AURELIUS EQ.OPP.
Anteil der Short-Position: 4,64%
NDX1
Nordex
Anteil der Short-Position: 3,28%
DUE
Dürr
Anteil der Short-Position: 3,08%
DBK
Deutsche Bank
Anteil der Short-Position: 3,07%
SAE
SHOP APOTHEKE EUR...
Anteil der Short-Position: 2,85%
RIB
RIB SOFTWARE
Anteil der Short-Position: 2,41%
MTX
MTU Aero Engines
Anteil der Short-Position: 1,96%
OSR
OSRAM LICHT
Anteil der Short-Position: 1,78%
PSM
PROSIEBENSAT.1
Anteil der Short-Position: 1,40%
ISR
ISRA VISION SYSTEMS
Anteil der Short-Position: 1,21%
LHA
Lufthansa
Anteil der Short-Position: 1,21%
DIC
DIC ASSET
Anteil der Short-Position: 0,58%
TC1
TELE COLUMBUS
Anteil der Short-Position: 0,50%

Nanogate: Extrem abgestraft

Die Zahl 13 gilt für viele Menschen als Unglückszahl. In Gebäuden fehlt mitunter der 13. Stock und in Flugzeugen der Lufthansa gibt es erst gar keine 13. Reihe. An der Börse ist der Aberglaube zwar nicht ganz so ausgeprägt. Doch für den Beschichtungsdienstleister Nanogate wird der 13. Jahrestag seit dem IPO am 18. Oktober 2006 mit ziemlicher Sicherheit kein Grund für ausgelassene Stimmung. Dafür ist der Kursverfall der vergangenen Quartale einfach zu heftig – zumal er sich mit der jüngsten Gewinnwarnung noch einmal beschleunigt hat. So bringt es Nanogate beim aktuellen Kurs von Euro 15,65 Euro auf eine Marktkapitalisierung von nur noch etwas weniger als 84 Mio. Euro. Zum Vergleich: Zum Handelsstart am 18. Oktober 2006 betrug die Kapitalisierung knapp 61 Mio. Euro. Dabei kamen die Saarländer damals gerade einmal auf Umsätze von 7,83 Mio. Euro sowie ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 1,54 Mio. Euro. Für 2019 liegt die neue Messlatte bei Erlösen zwischen 245 und 250 Mio. Euro. Das EBITDA soll in einer Bandbreite von 14 bis 17 Mio. Euro liegen.

Spielt die Börse bei Nanogate also verrückt, oder wie ist der krasse Bewertungsunterschied der vergangenen 13 Jahre zu erklären? Nun: Zum einen ist es natürlich so, dass die ursprünglichen Erwartungen für 2019 spürbar höher waren und die Gesellschaft unterm Strich nun einen Fehlbetrag im „oberen einstelligen Millionenbereich“ ankündigt. Und angesichts des rasanten Wachstumskurses mehren sich die Befürchtungen, dass CEO Ralf Zastrau zu sehr auf Beschleunigung gesetzt hat. Die aktuelle Delle im Automobilbereich – dem immer noch wichtigsten Absatzmarkt von Nanogate – kommt da zur Unzeit. Zudem spiegelt der Börsenwert nur indirekt die in den vergangenen Jahren spürbar veränderten Bilanzrelationen von Nanogate wider. Aussagekräftiger ist daher ein Blick auf den Enterprise Value (Börsenwert plus Netto-Finanzverbindlichkeiten), der sich bei Nanogate auf gegenwärtig 176 Mio. Euro türmt – verglichen mit 48 Mio. Euro zum Börsenstart vor knapp 13 Jahren. So ganz verrückt spielen die Investoren offenbar doch nicht, auch wenn die Aktie schon ziemlich extrem abgestraft wurde.

 

Nanogate  Kurs: 16,600 €

 

Im Hintergrundgespräch mit boersengefluester.de macht CEO Ralf Zastrau jedoch deutlich, dass das eingeleitete Fitnessprogramm NXI keinesfalls zu spät kommt und die Gesellschaft strukturell weiterhin an den richtigen Themen arbeitet. „Wir nehmen die NXI-Belastungen in diesem Übergangsjahr bewusst in Kauf, um den Konzern in den nächsten Jahren effizienter und profitabler aufzustellen“, so das offizielle Statement. Gleichwohl bleibt es schwierig einzuschätzen, wie sich die konjunkturelle Lage – insbesondere in Europa – weiter entwickelt. „Die Unsicherheit der Kunden gerade im Bereich Mobility, auf die Nanogate bereits im Juni hingewiesen hatte, nimmt weiter zu. Daher wurden neue Aufträge später gestartet, Volumina reduziert beziehungsweise laufende Aufträge zum Teil frühzeitig beendet“, sagt Zastrau. Ob die Gesellschaft ihre Anfang des Jahres kommunizierten Ziele für 2020 – deutliche Verbesserung des EBITDA sowie ein positives Konzernergebnis – wird einlösen können, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Womöglich gibt es dazu in dem für Ende September angekündigten Halbjahresbericht eine neue Tendenzaussage.

 

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019e
Umsatzerlöse1 38,22 53,00 68,56 90,89 112,45 186,23 239,17 246,00
EBITDA1,2 5,85 6,33 7,43 10,20 12,38 21,55 24,17 15,00
EBITDA-Marge3 15,31 11,94 10,84 11,22 11,01 11,57 10,11 6,10
EBIT1,4 2,93 2,19 2,46 3,00 4,63 7,26 6,75 -10,30
EBIT-Marge5 7,67 4,13 3,59 3,30 4,12 3,90 2,82 -4,19
Jahresüberschuss1 0,33 0,88 0,44 0,52 2,50 2,81 1,41 -11,20
Netto-Marge6 0,86 1,66 0,64 0,57 2,22 1,51 0,59 -4,55
Cashflow1,7 4,69 3,63 8,18 12,34 10,79 14,88 18,38 12,00
Ergebnis je Aktie8 0,13 0,32 0,15 0.16 0,69 0,63 0,29 -2,10
Dividende8 0,10 0,11 0,11 0,11 0,11 0,11 0,11 0,00
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

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1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de

Wirtschaftsprüfer: Ernst & Young

 

Tipp von boersengefluester.de: Schauen Sie sich auch das Firmenprofil von  Nanogate im Rahmen unserer exklusiven 3-Säulen-Strategie für Value-Anleger an. Dort erhält das Unternehmen auf Sicht von drei Jahren 4,5 von 9 möglichen Punkten. Mit Blick auf fünf Jahre sammelt die Aktie 6,5 von 15 Punkten. Und bezogen auf zehn Jahre bekommt der Titel 15,5 von maximal 30 Punkten.

 

Vorsichtige Investoren kalkulieren aber wohl besser schon jetzt ein, dass Nanogate auch 2020 rote Zahlen schreiben wird. Wenngleich: Das Management wird zusehen, so viel an Belastungen wie möglich, in das ohnehin verkorkste Jahr 2019 stecken. Noch viel weiter entfernt erscheint die Langfristprognose bis 2025, wonach Nanogate auf Erlöse von mehr als 500 Mio. Euro sowie ein EBITDA von mindestens 75 Mio. Euro – entsprechend einer operativen Marge von 15 Prozent – kommen will. Keine Frage: Momentan hat sich alles auf Nanogate eingeschossen. Das eröffnet zwar naturgemäß Raum für positive Überraschungen, doch das Risiko bleibt hoch. Die jüngste Kapitalerhöhung von Mitte Juni mit einem Mittelzufluss von 10 Mio. Euro ging noch zu 22,80 Euro über die Bühne. Aktuell kostet der im Börsensegment Scale notierte Anteilschein bereits um 30 Prozent weniger – die Investoren werden not amused sein. Andererseits steht Nanogate nicht allein mit dieser Entwicklung: Nahezu allen Unternehmen, die mit dem Bereich Automotive in Verbindung gebracht werden, haftet zurzeit ein Makel an der Börse an.Gemessen an den Kurszielen der Analysten, die Experten von SMC Research haben zuletzt etwa einen fairen Wert je Aktie von 32,80 Euro ermittelt, müsste man antizyklisch vermutlich zugreifen. Doch dafür gibt es unserer Meinung nach einfach noch zu viele Unsicherheitsfaktoren. Haltenswert findet boersengefluester.de die Nanogate-Aktie aber schon. Die vielen Investitionen der vergangenen Jahre sind schließlich nicht versandet und müssten im Normalfall dafür sorgen, dass die Gesellschaft den Ergebnisswing hinbekommt.

Mut macht aber aber auch, dass der Anteil des Nicht-Automobilgeschäfts wächst, wie der nun in Serie gestartete Großauftrag in den Vereinigten Staaten mit einem kumulierten Umsatz von bis zu 100 Mio. Dollar für Blenden von Küchengeräten zeigt. „Ungeachtet temporärer Verzögerungen bei einzelnen Großaufträgen, die uns kurzfristig belasten, ist Nanogate strategisch weiterhin gut aufgestellt. Unsere Auftragsbasis für die Jahre 2019 bis 2021 liegt stabil bei mehr als 600 Mio. Euro. Dabei kommen wir gerade im Industriegeschäft gut voran und sehen ein erhebliches Potenzial. Daher soll dieser Anteil am Gesamtumsatz in den nächsten Jahren besonders stark steigen. Die Projekte in den USA als auch weitere aktuelle Anfragen bestätigen unsere Ausrichtung“, sagt CEO Zastrau. Trotzdem: Sehr viel stärker als bislang muss der Vorstand in den kommenden Monaten zeigen, dass er nicht nur akquirieren kann, sondern auch ein Programm wie NXI erfolgreich umsetzt. Im 14. Börsenjahr fällt die Entscheidung.

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Nanogate
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
A0JKHC 16,600 Halten 89,06
KGV 2020e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
0,00 22,12 0,000 225,35
KBV KCV KUV EV/EBITDA
0,80 4,84 0,37 9,263
Dividende '18 in € Dividende '19e in € Div.-Rendite '18
in %
Hauptversammlung
0,11 0,00 0,66 26.06.2019
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
Sept. 2019 30.04.2019
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
-16,07% -34,73% -29,66% -55,73%
    

 

Hinweis:
Die Berichterstattung und Handlungseinschätzungen durch boersengefluester.de stellen keine Anlageempfehlungen und auch keine Empfehlung oder einen Vorschlag einer Anlagestrategie dar. Boersengefluester.de hält keine Beteiligung an der Nanogate SE. Zwischen der Nanogate SE und boersengefluester.de besteht eine Vereinbarung zur Soft-Coverage der Nanogate-Aktie.

Foto: Gino Crescoli auf Pixabay


 

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Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse gründete im Mai 2013 die auf Datenjournalismus fokussierte Seite boersengefluester.de. Zuvor war er 19 Jahre bei dem Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. 2016 gewann Gereon Kruse mit boersengefluester.de beim viel beachteten finanzblog award der comdirect bank den Publikumspreis und belegte gleichzeitig noch den 3. Platz in der Jurywertung.