SAE
SHOP APOTHEKE EUR...
Anteil der Short-Position: 12,86%
CAP
ENCAVIS
Anteil der Short-Position: 9,25%
VAR1
Varta
Anteil der Short-Position: 8,18%
WDI
WireCard
Anteil der Short-Position: 7,93%
LHA
Lufthansa
Anteil der Short-Position: 7,84%
SDF
K+S
Anteil der Short-Position: 7,61%
DEQ
Deutsche EuroShop
Anteil der Short-Position: 6,84%
ZIL2
ElringKlinger
Anteil der Short-Position: 6,36%
GBF
Bilfinger Berger
Anteil der Short-Position: 6,23%
COK
Cancom IT Systeme
Anteil der Short-Position: 3,88%
SZG
Salzgitter
Anteil der Short-Position: 3,47%
FRA
Fraport
Anteil der Short-Position: 3,31%
GXI
Gerresheimer
Anteil der Short-Position: 3,08%
BOSS
HUGO BOSS
Anteil der Short-Position: 2,58%
SIX2
Sixt
Anteil der Short-Position: 1,58%
KGX
KION GR.
Anteil der Short-Position: 1,23%
NDX1
Nordex
Anteil der Short-Position: 1,22%
EVK
EVONIK INDUSTRIES
Anteil der Short-Position: 1,17%
DBK
Deutsche Bank
Anteil der Short-Position: 1,11%
ADV
ADVA Optical Netw.
Anteil der Short-Position: 1,02%
DRW8
DRAEGERWERK ST.A....
Anteil der Short-Position: 0,77%
B5A
Bauer
Anteil der Short-Position: 0,61%
B4B
METRO ST
Anteil der Short-Position: 0,58%

Mountain Alliance: „Das Exasol-IPO ist ein starkes Signal “

Was für ein Börsendebüt im Frankfurter Freiverkehrssegment Scale: Um 47 Prozent überragte am 25. Mai 2020 die erste Notiz von Exasol den Ausgabepreis von 9,50 Euro. Einer der wesentlichen Profiteure der Transaktion ist die Münchner Beteiligungsgesellschaft Mountain Alliance, die die Aktie des Datenbankspezialisten schon länger im Depot hat und zum IPO erneut teilweise Kasse gemacht hat. Im Aktienkurs von Mountain Alliance spiegelt sich der Neuemissionserfolg bereits durch einen ordentlichen Zacken nach oben wider. Ein Blick auf den Langfristchart zeigt aber, dass noch nicht viel passiert ist. Dabei empfehlen die Analysten von Montega den Titel mit einem Kursziel von 6,50 Euro zum Kauf. Aktuelle Marktkapitalisierung: Etwas mehr als 30 Mio. Euro. Boersengefluester.de sprach mit Daniel Wild, dem CEO von Mountain Alliance über seine Einschätzung zum Exasol-IPO, die künftige Ausrichtung des Portfolios und die Chancen der Mountain Alliance-Aktie.


 

Herr Wild, im Rahmen des Börsengangs der Exasol AG hat die Mountain Alliance AG einen Teilexit realisiert. Wann haben Sie sich an Exasol beteiligt und welche Wertsteigerung konnten Sie dem aktuellen Teilverkauf erzielen?

Daniel Wild: Wir haben im Rahmen der Übernahme der Mountain Technology AG im Dezember 2018 eine rund 8-prozentige Beteiligung an der Exasol AG erworben. Einen ersten erfolgreichen Teilexit haben wir im November 2019 mit der Platzierung von 2 Prozent der Exasol-Anteile realisiert. Im Zuge des nun erfolgten Börsenganges haben wir einen weiteren Teil der Beteiligung veräußert, wodurch uns ein einstelliger Millionenbetrag zufließt. Gegenüber unserem Einstiegskurs haben wir nunmehr eine deutliche Wertsteigerung in nur knapp 1,5 Jahren realisieren können.

Wie sind die weiteren Pläne bezüglich der verbliebenen Beteiligung an Exasol?

Daniel Wild: Nach dem Teilexit und der Verwässerung durch die im Zuge des IPOs durchgeführten Kapitalerhöhung halten wir aktuell noch 4 Prozent an der Exasol AG, im Falle der Realisierung der laufenden Greenshoe-Option reduziert sich dies nochmals auf 2 Prozent. Diese Beteiligung steht kurzfristig auch nicht zur Disposition. Als Entwickler der weltweit schnellsten analytischen In-Memory-Analytics-Datenbank ist Exasol in den dynamischen Wachstumsmärkten Business Intelligence, Data Analytics, Big Data und Data Science hervorragend positioniert. Daran wollen wir auch weiterhin partizipieren.

Warum haben Sie überhaupt Exasol-Anteile abgegeben, wenn Sie vom weiteren Erfolg der Gesellschaft so überzeugt sind?

Klingeln zum IPO: Exasol-CEO Aaron Auld

Daniel Wild: Die Frage ist berechtigt, im Hinblick auf die Perspektiven von Exasol hätten wir unsere Beteiligung auch komplett behalten können. Aber einerseits ist es Teil unseres Geschäftsmodells, im Erfolgsfall einen Teil der Bewertungsgewinne zu realisieren, auch um Klumpenrisiken im Portfolio zu vermeiden. Andererseits verschaffen wir uns somit die notwendige finanzielle Freiheit, lukrative Chancen auf der Kaufseite zu nutzen. Zudem gab es im Rahmen des IPO eine sehr starke Nachfrage nach der Exasol-Aktie, welche aus dem Altaktionärsbesitz bedient wurde. Durch die Corona-Krise hat die Digitalisierung weltweit einen enormen zusätzlichen Schub erhalten, deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt, weiter in diesen Bereich zu investieren. Die zufließenden Mittel versetzen uns hierzu in eine gute Ausgangsposition. Aktuell tun sich zahlreiche günstige Gelegenheiten auf, z. B. bei guten Firmen, die momentan kurzfristig zusätzlichen Liquiditätsbedarf haben.

 

Mountain Alliance  Kurs: 4,800 €

 

In welchen konkreten Bereichen der Digitalisierung wollen bzw. werden Sie zukaufen?

Daniel Wild: Der Mittelzufluss versetzt uns in die komfortable Lage, weiter in die Themen zu investieren, die wir als besonders aussichtsreich identifiziert haben. Dies sind insbesondere die Trends E-Learning, E-Health und videobasierte Geschäftsmodelle u. a. für Homeoffice. So sind wir im Bereich Online-Education mit unserer Beteiligung an Lingoda, einer Online-Sprachschule mit virtuellen Klassenräumen, im Gesundheitssektor mit Mentavio, einer Onlineplattform für webbasierte psychologische Beratung und Coaching, und im Videobereich mit movingimage, einem weltweit führenden Anbieter von sicheren und vor allem DSGVO-konformen Unternehmensvideolösungen, bereits gut positioniert. Bei diesen Trends, die von der aktuellen Corona-Krise sogar verstärkt werden, gilt für uns: Nachinvestieren und in vergleichbare digitale Geschäftsmodelle investieren. So schaffen wir Mehrwert für unsere Aktionäre.

Sie sprechen Lingoda an, als E-Learning-Spezialist ist die Gesellschaft ein klarer Profiteur der Digitalisierung. Welche Perspektiven sehen Sie hier bei Umsatz und Ergebnis in, sagen wir drei Jahren?

Daniel Wild: Konkrete Planzahlen für einzelne Beteiligungen veröffentlichen wir nicht. Nur so viel: Lingoda ist ein typisches Beispiel, das durch die aktuelle Lage profitiert hat, mit einer extrem starken Entwicklung im ersten Quartal. Lingoda hat sich in den vergangenen Jahren beim Umsatz bisher jedes Jahr verdoppelt, auch ohne Sondereffekte wie Corona, welche im laufenden Jahr positiv zu Buche schlagen.

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Mountain Alliance
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
A12UK0 4,800 Kaufen 33,05
KGV 2021e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
30,00 17,57 1,705 -25,26
KBV KCV KUV EV/EBITDA
1,08 - 2,45 -23,114
Dividende '19 in € Dividende '20e in € Div.-Rendite '19e
in %
Hauptversammlung
0,00 0,00 0,00 30.06.2020
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
Sept. 2020 12.05.2020
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
12,44% -8,05% -19,33% -28,36%
    

 

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020e
Umsatzerlöse1 92,24 77,25 50,70 18,39 16,70 20,25 13,51 0,00
EBITDA1,2 0,22 0,62 1,76 0,35 -1,09 -0,55 -1,57 0,00
EBITDA-Marge3 0,24 0,80 3,47 1,90 -6,53 -2,72 -11,62 0,00
EBIT1,4 -0,79 -12,30 0,93 -0,27 -1,81 -1,89 -2,21 0,00
EBIT-Marge5 -0,86 -15,92 1,83 -1,47 -10,84 -9,33 -16,36 0,00
Jahresüberschuss1 0,39 -12,88 1,78 0,21 0,43 -1,75 -1,75 0,00
Netto-Marge6 0,42 -16,67 3,51 1,14 2,57 -8,64 -12,95 0,00
Cashflow1,7 -1,30 -0,80 0,86 0,10 -1,26 -1,25 -1,70 0,00
Ergebnis je Aktie8 0,19 5,34 0.72 0,08 0,09 -0,43 -0,29 0,11
Dividende8 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

  Geschäftsbericht 2019 - Kostenfrei herunterladen.  
1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de
Wirtschaftsprüfer: Baker Tilly

 

Bei Ihrer Beteiligung AlphaPet gab es seitens Mountain Alliance bereits einen Teilexit. Das Geschäft bei dieser Portfoliogesellschaft dürfte dank Corona und Hamsterkäufen bei Haustierbesitzern gut gelaufen sein?

Daniel Wild: Korrekt, in der Corona-Krise wurde auch Tierfutter gehamstert. Aber viel wichtiger: Im Laufe des ersten Quartals hat Alphapet dank des Einstiegs eines Private-Equity-Investors die etablierte Premium-Marke Wolfsblut übernommen, sodass ein Player mit 100 Mio. Euro Umsatz entstanden ist. Ich erwarte in den nächsten zwei bis drei Jahren eine Fortsetzung des starken Wachstums. Dann kann man auch einmal über einen kompletten Exit nachdenken.

Shirtinator-Rivale Spreadshirt hat für 2020 15 Prozent Wachstum auf 150 Mio. Euro Umsatz in Aussicht gestellt, kann Shirtinator mit diesem Wachstum mithalten? Wie sieht es mit der Profitabilität bei Shirtinator aus?

Daniel Wild: Shirtinator ist eine der wenigen Beteiligungen, die in der Krise eher gelitten haben. Textilien waren in Corona-Zeiten weniger gefragt, das ging auch anderen so. Allerdings hat Shirtinator relativ schnell auf personalisierten Mundschutz umgestellt und konnte damit einiges auffangen. Inzwischen nähert sich die Gesellschaft wieder dem normalen Geschäft an. Auch hinsichtlich des Produktportfolios sind in 2020 noch bedeutende Neuerungen zu erwarten, welche aufgrund der Corona-Krise zeitlich etwas nach hinten verschoben wurden. Wir gehen deshalb trotz der Corona-Delle davon aus, dass Shirtinator dieses Jahr im operativen Geschäft profitabel abschließt.

 

Exasol  Kurs: 13,390 €

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Exasol
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
A0LR9G 13,390 Halten 297,50
KGV 2021e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
38,26 12,95 2,912 0,00
KBV KCV KUV EV/EBITDA
8,26 133,65 13,77 -22,514
Dividende '19 in € Dividende '20e in € Div.-Rendite '19e
in %
Hauptversammlung
0,00 0,00 0,00 22.07.2020
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
21.09.2020 14.05.2020
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
0,00% 0,00% 0,00% 0,00%
    

 

Ende April gaben Sie eine Kapitalerhöhung zu 5 Euro bekannt und damit deutlich über dem Kurs. Wie überzeugt man Investoren, 20 bis 30 Prozent mehr zu bezahlen als über die Börse?

Daniel Wild: Schauen Sie sich den Wert unseres Portfolios an: Unser NAV je Aktie lag zum 31. Dezember 2019 bei 6,39 Euro, was die jüngeren Ereignisse noch nicht reflektiert. Aktuell notieren wir fast 30 Prozent darunter, obwohl der branchenübliche Abschlag auf den Net-Asset-Value eher im Bereich von zehn Prozent liegt. Hinter der Kapitalerhöhung stehen vor allem Venture-Capital-Investoren. Diese Jungs verstehen genau, was man an Werten im Portfolio hat und dass unsere NAV-Bewertung fair ist und ein Einstieg bei 5 Euro je Aktie sehr günstig ist.

Könnte der erfolgreiche Teilexit bei Exasol nun auch bei der Mountain-Alliance-Aktie eine Neubewertung nach sich ziehen?

Daniel Wild: Das wollen wir hoffen. Das Exasol-IPO ist ein starkes Signal. Spätestens jetzt dürfte vielen Anlegern klar werden, dass unsere Strategie funktioniert und wir ein attraktives Beteiligungsportfolio haben. Wir haben das Ziel formuliert, jedes Jahr mindestens ein bis zwei Exits zu realisieren. Mit den Teilexits von AlphaPet und Exasol haben wir in 2020 bereits zwei Verkäufe realisiert – und mindestens ein weiterer kann noch hinzukommen. Zudem verfügen wir über ein Portfolio, das in Krisenzeiten von seiner Ausrichtung her eher profitiert, denn leidet. Ich bin überzeugt, dass sich der Abschlag zum fairen Wert wieder deutlich reduzieren wird, und habe zuletzt auch persönlich weitere Mountain-Alliance-Aktien gekauft.


 

Daniel Wild ist CEO der Mountain Alliance AG, zudem agiert er in gleicher Position bei der nicht börsennotierten Mountain Partners AG. 1999 gründete er in München die getmobile AG, die er zu einem E-Commerce-Unternehmen im Bereich Mobilfunk entwickelte und 2005 über einen Reverse-IPO an die Londoner Alternativbörse AIM brachte. Seit 2001 ist Daniel Wild zudem als aktiver Investor mit seiner Tiburon Unternehmensaufbau GmbH tätig und hat mehr als 120 Investments im In-und Ausland getätigt. Von 1990 bis 1996 studierte Daniel Wild an den Hochschulen in Trier und East Carolina Wirtschaftswissenschaften und erwarb Abschlüsse als Diplomkaufmann bzw. Master of Business Administration.

Fotos: Clipdealer, Mountain Alliance AG, Deutsche Börse AG


 

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Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse gründete im Mai 2013 die auf Datenjournalismus fokussierte Seite boersengefluester.de. Zuvor war er 19 Jahre bei dem Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. 2016 gewann Gereon Kruse mit boersengefluester.de beim viel beachteten finanzblog award der comdirect bank den Publikumspreis und belegte gleichzeitig noch den 3. Platz in der Jurywertung.