Mensch und Maschine: Vorzeigeaktie aus dem Scale

Nach dem All-Time-High von 28,00 Euro am 6. Juni 2018, ging es mit dem Aktienkurs von Mensch und Maschine (MuM) erstmal bis auf 21,50 Euro zurück, ehe ein neuerlicher Schub Richtung Norden einsetzte. Ursachenforschung ist in diesem Fall schwierig, denn letztlich kam der Anstieg Richtung Rekordhoch genauso überraschend, wie die anschließende Korrektur um ein knappes Viertel. Charttechniker werden – zumindest was den jüngsten Dreh nach oben angeht – vermutlich auf die so wichtige 200-Tage-Durchschnittslinie hinweisen. Fundamental hat der Anbieter von Konstruktionssoftware sowohl im Abschlussquartal 2017 als auch im Auftaktviertel 2018 super gut abgeschnitten, was freilich auch nicht vollkommen überraschend war. Abgesehen von den üblichen Schwankungen lässt sich das Geschäft der im Börsensegment Scale gelisteten Gesellschaft ziemlich gut prognostizieren. Jedenfalls hat CEO Adi Drotleff kein Problem damit, dezidierte Ausblicke bis 2020 abzugeben. Das honorieren die Investoren, zumal die Gesellschaft auch mit Blick auf die Dividende sehr transparent prognostiziert.

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Nichts zu meckern gibt es auch an den jetzt vorgelegten Zahlen für das zweite Quartal 2018, selbst wenn die absoluten Zahlen erwartungsgemäß niedriger sind als die Daten aus den ersten drei Monaten 2018. Bei Mensch und Maschine tragen Q1 und Q4 zusammen im Schnitt etwa 2/3 zum Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) des Gesamtjahrs bei. Das zweite und insbesondere das dritte Quartal sind im Normalfall entsprechend gedämpfter. So gesehen ist es umso positiver, wenn Drotleff den Verlauf des zweiten Quartal 2018 als „sehr stark“ einstuft. Konkret kam die in Wessling – südwestlich von München – angesiedelte Gesellschaft zwischen Anfang April und Ende Juni 2018 auf ein Erlösplus von 20,3 Prozent auf 45,87 Mio. Euro. Das EBITDA zog um 39,9 Prozent auf knapp 5,19 Mio. Euro an. Der operative Cashflow kletterte um gut 17 Prozent auf 8,96 Mio. Euro. „Wachstumstreiber waren sowohl die eigene Software mit dem Flaggschiff CAM als auch das Systemhaus-Geschäft, wo erwartungsgemäß viele Autodesk-Wartungsverträge in Mietverhältnisse umgewandelt wurden“ heißt es offiziell.

 

Mensch und Maschine  Kurs: 29,200 €

 

An der Vorschau für das Gesamtjahr nimmt Großaktionär Drotleff keine Änderungen vor, bezeichnet die Ziele nun aber als „gut erreichbar“. Demnach ist weiterhin mit einem EBITDA zwischen 22 und 23 Mio. Euro sowie einem Überschuss in einer Bandbreite von 11 bis 12 Mio. Euro zu rechnen. Die für 2018 avisierte Dividende – zahlbar nach der nächsten Hauptversammlung an 8. Mai 2019 – soll zwischen 0,62 und 0,68 Euro liegen. Zur Einordnung: Auf Basis der oberen Marke käme der Titel derzeit auf eine Dividendenrendite von 2,5 Prozent. Für 2017 schüttete MuM 0,50 Euro pro Anteilschein aus. Die Marktkapitalisierung türmt sich gegenwärtig auf 447 Mio. Euro, was mit Blick auf das für 2018 zu erwartende EBITDA durchaus ambitioniert ist. Und auch ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) im Bereich um 30 muss man als Investor mögen. Und so bewegen sich die Kursziele der meisten Analysten auch vergleichsweise dicht am aktuellen Kursniveau. Per saldo scheint für boersengefluester.de „Halten“ eine sinnvolle Einschätzung zu sein. Mensch und Maschine liefert zurzeit beständig gute Nachrichten, andererseits gibt es aber keine Kennzahl mehr, die auf eine markante Unterbewertung des Spezialwerts hindeuten würde. Spannend wird kurzfristig, ob die guten Q2-Zahlen ausreichend Dynamik entfalten, um den Aktienkurs zurück Richtung Rekordhoch treiben. Mit 26,80 Euro  notiert das Papier jedenfalls nur noch unwesentlich niedriger.

Übrigens: Auf dem aktuenn Niveau ist Mensch und Maschine bereits das Unternehmen mit der dritthöchsten Marktkapitalisierung aus dem Scale. Einen höheren Börsenwert haben nur die Nürnberger Beteiligungs-AG (795 Mio. Euro) und die FinTech Group (520 Mio. Euro). Aber auch was die Performance angeht, gehört die MuM-Aktie zu den Vorzeigewerten aus dem Scale. Inklusive Dividende liegt der Titel seit Jahresbeginn um fast 29 Prozent vorn.

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Mensch und Maschine
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
658080 29,200 Halten 487,15
KGV 2019e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
34,76 30,00 1,163 103,57
KBV KCV KUV EV/EBITDA
14,03 32,01 3,03 27,722
Dividende '17 in € Dividende '18e in € Div.-Rendite '17
in %
Hauptversammlung
0,50 0,66 1,71 08.05.2019
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
29.04.2019 23.07.2018 22.10.2018 11.03.2019
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
13,41% 26,63% 37,70% 62,22%
       

 

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018e
Umsatzerlöse1 118,80 125,83 140,02 160,38 167,07 160,85 175,00
EBITDA1,2 9,97 7,81 10,87 12,81 15,76 18,04 22,60
EBITDA-Marge3 8,39 6,21 7,76 7,99 9,43 11,22 12,91
EBIT1,4 6,18 3,81 6,76 8,47 12,49 15,21 18,40
EBIT-Marge5 5,20 3,03 4,83 5,28 7,48 9,46 10,51
Jahresüberschuss1 3,62 2,62 4,11 4,27 7,02 8,98 11,60
Netto-Marge6 3,05 2,08 2,94 2,66 4,20 5,58 6,63
Cashflow1,7 -5,70 3,78 6,29 14,73 14,65 15,22 16,10
Ergebnis je Aktie8 0,24 0,16 0,24 0.24 0,40 0,53 0,70
Dividende8 0,20 0,20 0,20 0,25 0,35 0,50 0,66
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

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1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de

Wirtschaftsprüfer: RSM AWT

 

Foto: Shutterstock


 

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Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse gründete im Mai 2013 die auf Datenjournalismus fokussierte Seite boersengefluester.de. Zuvor war er 19 Jahre bei dem Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. 2016 gewann Gereon Kruse mit boersengefluester.de beim viel beachteten finanzblog award der comdirect bank den Publikumspreis und belegte gleichzeitig noch den 3. Platz in der Jurywertung.