CAP
ENCAVIS
Anteil der Short-Position: 12,21%
VAR1
Varta
Anteil der Short-Position: 9,31%
WDI
WireCard
Anteil der Short-Position: 8,58%
COK
Cancom IT Systeme
Anteil der Short-Position: 7,69%
LHA
Lufthansa
Anteil der Short-Position: 7,54%
DEQ
Deutsche EuroShop
Anteil der Short-Position: 7,45%
DUE
Dürr
Anteil der Short-Position: 6,06%
GBF
Bilfinger Berger
Anteil der Short-Position: 5,82%
ZIL2
ElringKlinger
Anteil der Short-Position: 5,61%
TKA
ThyssenKrupp
Anteil der Short-Position: 4,67%
HFG
HELLOFRESH INH
Anteil der Short-Position: 4,45%
BOSS
HUGO BOSS
Anteil der Short-Position: 3,57%
TEG
TAG Immobilien
Anteil der Short-Position: 3,28%
GLJ
GRENKE
Anteil der Short-Position: 3,23%
FRA
Fraport
Anteil der Short-Position: 2,78%
INS
INSTONE REAL EST.GRP
Anteil der Short-Position: 1,88%
BVB
Borussia Dortmund
Anteil der Short-Position: 1,58%
EVK
EVONIK INDUSTRIES
Anteil der Short-Position: 1,50%
UTDI
United Internet
Anteil der Short-Position: 1,24%
MOR
MorphoSys
Anteil der Short-Position: 0,69%
RAA
Rational
Anteil der Short-Position: 0,62%
SAE
SHOP APOTHEKE EUR...
Anteil der Short-Position: 0,59%
LPK
LPKF Laser & Electr.
Anteil der Short-Position: 0,52%

MBB Industries: Schöne Töchter, Gold und ein hübsches Depot

Überdurchschnittlich viel war zuletzt über die Aktie von MBB Industries in der Finanzpresse zu lesen. Mal in ausführlicher Form, mal etwas knapper gehalten – in der Regel aber mit einem positiven Tenor. Hintergrund der Berichterstattung: Christof Nesemeier, Vorstandschef und Mitgründer der Beteiligungsgesellschaft, war auf Roadshow in Frankfurt. Im Gepäck hatte er die bereits Anfang März vorgestellten vorläufigen Zahlen für 2013 sowie eine knackige Story, die nach dem jüngsten Investitionsjahr, auf dem Parkett wieder zünden sollte. Die Berliner haben sechs Unternehmen im Portfolio – die meisten davon gehören ihnen zu 100 Prozent. Minderheitsengagements kommen für Nesemeier nicht in Frage.

Am bekanntesten unter Börsianern ist die 76,1prozentige Beteiligung an Delignit. Der auf jede MBB-Aktie durchgerechnete Börsenwert beträgt derzeit etwa 3,05 Euro, deckt die Notiz von MBB momentan also zu gut 13 Prozent ab. Der Holzverarbeiter hat sich in den vergangenen Jahren prima entwickelt und adressiert mit der Ende 2013 getätigten Akquisition DHK Automotive nun verstärkt auch den PKW-Bereich – etwa im Bereich Kofferraumabdeckungen. Neben dem klassischen Geschäft mit Böden und Wandverkleidungen für die Laderäume von Transportern setzt Delignit mit ihrem gleichnamigen – auf Buchenholz basierendem Werkstoff – aber auch auf Anwendungen im Bahnbereich oder dem Sicherheitssektor in Form von schusssicheren Unterbodenplatten und Fensterrahmen. Aber selbst im Klavier- und Flügelbau kommt Delignit zum Einsatz. Mitbewerber im Bereich Bodenplatten und Wandverkleidungen für leichte Nutzfahrzeuge, Anhänger und Waggons ist die ebenfalls börsennotierte Westag & Getalit. Für 2014 rechnet sich Delignit-Vorstand Markus Büscher einen Erlösanstieg von 35,3 auf mehr als 40 Mio. Euro aus.

 

Delignit  Kurs: 4,660 €

 

Eigentlicher Treiber für den steilen Anstieg des Aktienkurses der MBB-Aktie von 6 Euro Anfang 2012 auf 21 Euro Ende 2013 war jedoch der im Frühjahr 2012 erfolgte Kauf der MBB Fertigungstechnik (damals Claas Fertigungstechnik GmbH) von dem Landmaschinenhersteller Claas aus dem ostwestfälischen Harsewinkel. Bezahlt hat MBB für den Hersteller von Autoteilen wie Nockenwellen, Fahrwerken oder Lenksäulen damals nur 13,2 Mio. Euro. „Das war ein lucky buy“, sagt MBB-Vorstand Nesemeier. Zuletzt hat das Unternehmen in den Aufbau eines Standorts in China investiert. Viel Geld in die Hand genommen hat MBB Industries auch bei der Tochter Hanke Tissue. Für den in Polen ansässigen Hersteller von Servietten, Küchenrollen und Taschentüchern wurde eine neue Papiermaschine für 10 Mio. Euro angeschafft. Entsprechend groß sind die Erwartungen, dass sich der Kapazitätsausbau nun auszahlt. Unterschätzt wird in Finanzkreisen vermutlich die Bedeutung der 80-Prozent-Beteiligung DTS Systeme. „Das Unternehmen ist so eine Art kleine Bechtle oder Cancom“, erklärt Nesemeier. Die Herforder haben ihre Wurzeln als klassischer Systemintegrator, fokussieren sich aber zunehmend auf angesagte Cloudthemen und der damit verbundenen Datensicherheit. DTS dürfte 2013 einen Umsatz von gut 34 Mio. Euro erzielt haben.

 

MBB  Kurs: 72,600 €

 

Neben dem Beteiligungsportfolio verfügt MBB Industries aber noch über einen anderen Schatz – und zwar liquide Mittel und Wertpapiere in Höhe von fast 55 Mio. Euro. Auch nach Abzug der Finanzschulden bleibt ein Nettopolster von 23,8 Mio. Euro übrig – entsprechend 3,60 Euro je MBB-Aktie. Im Depot der Berliner befinden sich unter anderem 55 Kilogramm Gold sowie Aktien von Firmen wie Nestlé, Unilever, Bilfinger oder dem norwegischen Lachszüchter Marine Harvest. An dem 2013er-Gewinn von 2,09 Euro je Anteilschein werden die Aktionäre von MBB in Form einer von 0,50 auf 0,55 Euro erhöhten Dividende beteiligt. Damit bringt es der Small Cap auf eine Rendite von 2,4 Prozent. Das liegt unter dem Niveau manch anderer Beteiligungsgesellschaft. Firmenlenker Nesemeier betont jedoch: „Uns ist an einer kontinuierlichen und verlässlichen Dividendenpolitik gelegen. Große Sprünge wird es bei uns kaum geben.“ Die Hauptversammlung findet am 30. Juni 2014 statt. Investoren, die angesichts des hohen Finanzmittelbestands auf eine Sonderausschüttung hoffen, sind damit auf dem falschen Dampfer. Vielmehr wird MBB weiter in den Erwerb neuer Firmen investieren und das organische Wachstum vorantreiben.

Mit einem konkreten Ergebnisausblick hält sich der Manager noch zurück. Immerhin: Der Umsatz soll 2014 die Marke von 250 Mio. Euro überschreiten. Das Ergebnis sollte dabei nach Schätzungen von boersengefluester.de leicht vorankommen. Kapitalisiert ist die im Prime Standard gelistete Gesellschaft mit 150,5 Mio. Euro, bei einem Streubesitz von rund 26 Prozent. Perspektivisch sieht Nesemeier das Papier damit sogar als potenziellen SDAX-Kandidaten, zumal sich die Handelsumsätze im Vorjahr deutlich belebt haben. Boersengefluester.de bleibt bei der Kaufen-Empfehlung für die MBB-Aktie. Der Titel eignet sich gut für langfristig orientierte Investoren mit Bereitschaft zum Risiko.

Und für Anleger, die sich vielleicht schon die ganze Zeit gefragt haben, wofür das Kürzel MBB steht. Hier die Auflösung: Namensgeberin ist die 1997 von der Daimler-Benz Aerospace AG übernommene MBB Gelma Industrieelektronik GmbH, eine frühere Tochter von Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB). Bei diesem Deal hatten Nesemeier und sein heute im Aufsichtsrat sitzender Partner Gert-Maria Freimuth übrigens auch ein glückliches Händchen.

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
MBB
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
A0ETBQ 72,600 Kaufen 431,30
KGV 2021e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
20,17 19,67 1,048 34,80
KBV KCV KUV EV/EBITDA
1,27 6,23 0,73 3,094
Dividende '19 in € Dividende '20e in € Div.-Rendite '19e
in %
Hauptversammlung
0,70 0,70 0,96 24.08.2020
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
22.05.2020 18.08.2020 13.11.2020 09.04.2020
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
-1,72% 10,86% 2,11% 21,40%
    


Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse gründete im Mai 2013 die auf Datenjournalismus fokussierte Seite boersengefluester.de. Zuvor war er 19 Jahre bei dem Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. 2016 gewann Gereon Kruse mit boersengefluester.de beim viel beachteten finanzblog award der comdirect bank den Publikumspreis und belegte gleichzeitig noch den 3. Platz in der Jurywertung.