SAE
SHOP APOTHEKE EUR...
Anteil der Short-Position: 12,96%
CAP
ENCAVIS
Anteil der Short-Position: 11,58%
VAR1
Varta
Anteil der Short-Position: 9,24%
SDF
K+S
Anteil der Short-Position: 8,41%
DEQ
Deutsche EuroShop
Anteil der Short-Position: 6,86%
LHA
Lufthansa
Anteil der Short-Position: 6,50%
WDI
WireCard
Anteil der Short-Position: 5,91%
TKA
ThyssenKrupp
Anteil der Short-Position: 5,34%
FRA
Fraport
Anteil der Short-Position: 5,02%
PSM
PROSIEBENSAT.1
Anteil der Short-Position: 4,29%
LEO
Leoni
Anteil der Short-Position: 4,15%
FNTN
FREENET
Anteil der Short-Position: 3,57%
DRW8
DRAEGERWERK ST.A....
Anteil der Short-Position: 2,64%
BOSS
HUGO BOSS
Anteil der Short-Position: 2,46%
ZO1
ZOOPLUS
Anteil der Short-Position: 2,33%
CCAP
CORESTATE CAPITAL...
Anteil der Short-Position: 2,26%
NDX1
Nordex
Anteil der Short-Position: 1,89%
AR4
AURELIUS EQ.OPP.
Anteil der Short-Position: 1,77%
SZG
Salzgitter
Anteil der Short-Position: 1,69%
GXI
Gerresheimer
Anteil der Short-Position: 1,24%
SHF
SNP SCHNEID.-NEUR...
Anteil der Short-Position: 0,71%
HLE
HELLA GMBH+CO.
Anteil der Short-Position: 0,67%
EOAN
E.ON
Anteil der Short-Position: 0,50%

Knaus Tabbert: Zurück an die Börse

Der Caravanhersteller Knaus Tabbert will zurück an die Börse. Am 23. September 2020 soll die Erstnotiz im streng regulierten Prime Standard sein. Eine Comeback deshalb, weil die Vorgängergesellschaft bereits im November 1990 – damals unter dem Namen Tiag Tabbert – ein IPO in Frankfurt wagte. Nachhaltig erfolgreich war das Kapitel jedoch nicht. Ende der 90er-Jahre geriet die Gesellschaft erstmals in arge finanzielle Schwierigkeiten und musste von der Knaus-Gruppe unterstützt werden. Im Dezember 2005 leitete Großaktionär Knaus dann den Rückzug vom Börsenparkett via Squeeze-out ein. Damals zu einer Bewertung von 34,5 Mio. Euro. Im Jahr 2008 fegte im Zuge der Finanzkrise dann jedoch erneut ein Sturm über das Unternehmen und die in Knaus Tabbert umfirmierte Gruppe musste Insolvenz anmelden (siehe dazu den frei abrufbaren Artikel HIER in der WELT).

Retter waren damals die beiden Niederländer Willem Paulus de Pundert und Klaas Meertens. Noch immer sind de Pundert über die ihm zurechenbaren Investmentgesellschaften HTP mit 58,1 Prozent und Meertens via Catalina Capital Partners mit 38,7 Prozent die dominanten Anteilseigner. Die restlichen Stücke sind CEO Wolfang Speck zuzurechnen. Die im Zuge der jetzt geplanten Emission angebotenen Aktien stammen – je nach Verlauf des IPO – zum ganz überwiegenden Teil aus dem Besitz der Altaktionäre. Gerade einmal 350.000 Anteilscheine kommen neu auf den Markt und würden im Mittel der gewählten Preisspanne von 58 bis 74 Euro als Emissionserlös von netto knapp 22 Mio. Euro in den Kassen von Knaus Tabbert landen. Was boersengefluester.de überhaupt gar nicht gefällt: Auf Seite 44 des Wertpapierprospekts (Download HIER) ist zu lesen, dass sich die Altgesellschafter im Februar und März 2020 noch eine Ausschüttung von 30 Mio. Euro – in den Vorjahren war es stets “nur” 15 Mio. Euro Dividende – gegönnt haben. Immerhin: Im Zuge der Corona-Ausbreitung haben die Hauptgesellschafter im Juni 2020 dann noch eine Einzahlung in die Kapitalrücklage in Höhe von 5 Mio. Euro vorgenommen.

 

 

Letztlich ist das Eigenkapital zum 30. Juni 2020 aber erst einmal auf etwas mehr als 88 Mio. Euro gesunken und sollte nach erfolgreicher Emission – bei einem unterstellten Ausgabepreis von 66 Euro – erst wieder auf 110 Mio. Euro klettern. Entsprechend würde die Aktie zum mehr als Sechsfachen des Buchwerts an die Börse kommen. Das sieht erstmal happig aus. Wenig verwunderlich ist, dass auch Knaus Tabbert im ersten Halbjahr 2020 mit deutlichen Einbußen zu kämpfen hatte. So fiel der Umsatz um 8,8 Prozent auf 359,35 Mio. Euro zurück. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) knickte um 18 Prozent 23,43 Mio. Euro ein. Eine konkrete Prognose für 2020 gibt es zurzeit noch nicht. Im jüngsten Abschluss hieß es nur: „Wir gehen in Abhängigkeit von möglichen Entwicklungen auf Markt- und Zuliefererseite von einem Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr aus, mit einer unklaren, jedoch rückläufigen Entwicklung des EBITDA.”

Setzen Anleger trotzdem einmal das 2019er-EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von 64,27 Mio. Euro in Relation zum mittleren Unternehmenswert (Börsenwert plus Netto-Finanzschulden) beim IPO, käme Knaus Tabbert auf ein stattliches Multiple von 11,6. Wohlgemerkt bei der Relation Enterprise Value (EV) zu EBITDA. Das klassische KGV auf 2019er-Basis würde sogar bei fast 22 liegen. Auch wenn Urlaub im Caravan durch Corona einen Schub bekommt, wäre das eine stattliche Basis.

Zu schade, dass der früher geichsam börsennotierte – deutliche größere – Wettbewerber Hymer ebenfalls via Squeeze-out 2013 von der Börse verschwand und als direkter Bewertungsmaßstab nicht mehr zur Verfügung steht. Seit 2019 ist Hymer aber Teil des ebenfalls börsennotierten US-Caravan-Konzerns Thor Industries. Der wiederum wird zurzeit mit einem Multiple von gut 9,5 bezogen auf die Relation EV/EBITDA 2020 gehandelt. Bei dem französischen Wettbewerber Trigano beträgt der entsprechende Faktor rund 12. So gesehen haben sich die Emissionsbanken stark an der internationalen Peer Group orientiert. Deutlich günstiger ist hingegen die Aktie der amerikanischen Camping World Holdings (CWH), wobei CWH als Plattform bzw. Händler für Campingwagen und -equipment vom Geschäftsmodell nicht direkt vergleichbar ist.

Ebenfalls wichtig für  potenzielle Anleger: Den Erlös aus der Kapitalerhöhung will Knaus Tabbert für den „beschleunigten Ausbau der Produktionsstätten – insbesondere für Kastenwagen in Ungarn voraussichtlich ab Herbst 2021 – und damit verbundene Investitionen zu verwenden. Darüber hinaus beabsichtigt die Gesellschaft, ihre Unternehmensstrategie weiter umzusetzen und unter anderem möglicherweise eine neue Marke zu etablieren.“ Eine Dividende für alle Anteilseigner  ist ab 2021 geplant, wobei rund die Hälfte des Jahresüberschusses ausgekehrt werden soll. Und was mögliche weitere Platzierungen angeht: Die Großaktionäre HTP and Catalina haben sich zu einer sechsmonatigen Lock-up-Frist verpflichtet. Wir sind gespannt, wie gut die Story an der Börse ankommt.

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Knaus Tabbert
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
A2YN50 66,000 684,90
KGV 2021e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
17,37 26,94 0,645 23,16
KBV KCV KUV EV/EBITDA
6,34 15,52 0,88 11,600
Dividende '19 in € Dividende '20e in € Div.-Rendite '19e
in %
Hauptversammlung
3,00 0,00 4,55 07.08.2020
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
11.09.2020
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
0,00% 0,00% 0,00% 0,00%
    

 

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020e
Umsatzerlöse1 273,96 296,20 391,25 467,60 591,97 728,01 780,39 726,00
EBITDA1,2 10,78 18,38 25,67 40,44 54,23 56,71 64,27 54,20
EBITDA-Marge3 3,93 6,21 6,56 8,65 9,16 7,79 8,24 7,47
EBIT1,4 4,28 10,72 17,20 30,84 42,74 43,22 45,87 38,90
EBIT-Marge5 1,56 3,62 4,40 6,60 7,22 5,94 5,88 5,36
Jahresüberschuss1 0,07 6,34 11,02 21,26 29,28 28,62 31,17 24,50
Netto-Marge6 0,03 2,14 2,82 4,55 4,95 3,93 3,99 3,37
Cashflow1,7 17,17 17,60 24,64 19,08 35,81 28,59 44,12 36,00
Ergebnis je Aktie8 0,01 0,61 1,07 2,06 2,83 2,77 3,02 2,45
Dividende8 0,00 0,00 0,00 1,00 1,50 1,50 3,00 0,00
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

  Geschäftsbericht 2019 - Kostenfrei herunterladen.  
1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de
Wirtschaftsprüfer: KPMG

 

Foto: Knaus Tabbert AG


 

Jetzt für unseren wöchentlichen Newsletter BGFL WEEKLY anmelden. Das Angebot ist kostenlos und präsentiert die Highlights von boersengefluester.de (BGFL), Interna aus der Redaktion und Links zu unseren exklusiven Tools. Der Erscheinungstag ist immer freitags. Wer Interesse hat und noch nicht registriert ist, kann das gern unter diesem LINK tun.


Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse gründete im Mai 2013 die auf Datenjournalismus fokussierte Seite boersengefluester.de. Zuvor war er 19 Jahre bei dem Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. 2016 gewann Gereon Kruse mit boersengefluester.de beim viel beachteten finanzblog award der comdirect bank den Publikumspreis und belegte gleichzeitig noch den 3. Platz in der Jurywertung.