AIXA
Aixtron
Anteil der Short-Position: 9,87%
LHA
Lufthansa
Anteil der Short-Position: 9,78%
SDF
K+S
Anteil der Short-Position: 9,65%
EVT
Evotec OAI
Anteil der Short-Position: 8,97%
RIB
RIB SOFTWARE
Anteil der Short-Position: 8,80%
DEQ
Deutsche EuroShop
Anteil der Short-Position: 7,56%
CAP
ENCAVIS
Anteil der Short-Position: 7,17%
FNTN
FREENET
Anteil der Short-Position: 6,34%
HDD
Heidelberger Druckm.
Anteil der Short-Position: 4,15%
TEG
TAG Immobilien
Anteil der Short-Position: 3,31%
AR4
AURELIUS EQ.OPP.
Anteil der Short-Position: 3,14%
PSM
PROSIEBENSAT.1
Anteil der Short-Position: 2,86%
WAF
SILTRONIC
Anteil der Short-Position: 2,13%
DBK
Deutsche Bank
Anteil der Short-Position: 1,97%
MOR
MorphoSys
Anteil der Short-Position: 1,89%
NDX1
Nordex
Anteil der Short-Position: 1,85%
1COV
COVESTRO
Anteil der Short-Position: 1,70%
ADV
ADVA Optical Netw.
Anteil der Short-Position: 1,67%
OSR
OSRAM LICHT
Anteil der Short-Position: 1,49%
MRK
Merck
Anteil der Short-Position: 1,03%
EVD
CTS EVENTIM
Anteil der Short-Position: 0,89%
SOW
Software AG
Anteil der Short-Position: 0,69%
RWE
RWE
Anteil der Short-Position: 0,68%

Joyou: Spitzenqualität zum fairen Preis

Auch Chinesen können Transparenz. Das zeigt Joyou so überzeugend, dass sich viele deutsche Unternehmen daran ein Beispiel nehmen können. Die Unternehmenspräsentationen sowie Geschäfts- und Quartalsberichte des Herstellers von Badausstattung, wie Armaturen, Waschbecken, Toilettenbecken, Badewannen oder Duschkabinen im mittleren Preissegment, sind dermaßen ausführlich, dass man als Aktionär schon wieder fürchten muss, dass der Wettbewerb hier abkupfern kann. Diese Qualität hat einen Preis. Mit einem KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) für das laufende Jahr von rund neun ist die Joyou-Aktie für deutsche Verhältnisse zwar günstig, die meisten chinesischen Firmen mit Erstnotiz in Deutschland kosten aber nur ein Drittel davon.

Begeistert hat Joyou schon vor dem Börsengang im März 2010 auch Grohe. Als Pre-IPO-Investor (IPO=Initial Public Offering) sicherte sich der deutsche Spezialist für hochpreisige Sanitär-Produkte einen Zehn-Prozent-Anteil an den Chinesen. Ein Jahr später übernahmen sie die Mehrheit. Ende 2013 wurden dann auch die Sauerländer Ziel einer Übernahme. Mit dem Abschluss der Transaktion Ende Januar 2014 kontrollieren Lixil, eine der größten Wohnungsbaugesellschaften Japans und die Development Bank of Japan zusammen nun 72,3 Prozent der Joyou-Anteile. Das restliche Viertel bleibt im Streubesitz. Die Mehrheitsaktionäre haben mehrfach versichert, dass sie nicht vorhaben, das Dividendenpapier von der Börse zu nehmen. Eigentlich erstaunlich, so eine Perle besitzt man doch gern für sich allein. Denn seit Jahren wächst das Unternehmen mit steigenden Gewinnen.

2013 legte der Umsatz um neun Prozent auf 360 Mio. Euro zu. Der Jahresüberschuss verringerte sich jedoch – erstmals – um satte 40 Prozent auf 24 Mio. Euro. Das hat eine strategische und mehrere einmalige Ursachen. In den kommenden Jahren soll sich die Profitabilität unterm Strich aber wieder deutlich verbessern. Zuerst einmal hat Joyou 2013 besonders im Ausland zugelegt. Die internationalen Umsätze stiegen um fast 30 Prozent auf 40 Mio. Euro. Einziger Wermutstropfen: Hier sind die Margen geringer als im Inland. Diese Entwicklung wird sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen, denn die Zusammenarbeit mit Grohe, die die Joyou-Produkte im Ausland verkaufen, und dem neuen Großaktionär soll weiter ausgebaut werden und zu dynamischem Wachstum von bis zu zehn Prozent pro Jahr führen.

 

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Außerdem verdoppelte sich das Handelsgeschäft mit Grohe-Produkten in China von 6 auf knapp 12 Mio. Euro. Der Verkauf der hochwertigen Sanitärprodukte der Muttergesellschaft in den mehr als 4100 von Franchisenehmern geführten Geschäften – hauptsächlich außerhalb der großen Ballungsgebiete Chinas – bringt nur eine Rohmarge (Umsatz minus Einstandskosten) von knapp 2 Prozent. Mit selbst hergestellten Produkten erzielt Joyou im Durchschnitt eine Rohmarge von fast 28 Prozent. Trotzdem legte das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) um fast fünf Prozent auf 53 Mio. Euro zu. Um zu expandieren, investiert das Unternehmen seit Jahren kräftig in den Auf- und Ausbau einer eigenen hochmodernen Produktion. Der Börsengang 2010 spülte dafür knapp 100 Mio. Euro in die Kassen. Trotz eines operativen Cashflows von deutlich mehr als 30 Mio. Euro pro Jahr seit dem IPO sind die Barmittel für Investitionen allmählich aufgebraucht. Also hat Joyou im Juli vergangenen Jahres ein sydiziertes Darlehen von der Nomura Bank in Höhe von 100 Mio. Dollar aufgenommen.

Das allein ist schon ein außerordentliches Gütesiegel. Denn normalerweise erhalten chinesische Unternehmen keine langfristigen Bankdarlehen, weder von chinesischen und schon gar nicht von ausländischen Banken. Daher drängen sie ja hierzulande an die Börse, um ihr Wachstum zu finanzieren. Doch das Fremdkapital hat seinen Preis. Allein 3,7 Mio. Euro hat Nomura für die Bereitstellung des Darlehens kassiert. Diese einmalige Gebühr und der höhere Zinsaufwand für den Kredit ließen das Finanzergebnis im vergangenen Jahr von 1 auf 11 Mio. Euro in die Höhe schnellen.

Doch damit nicht genug der Belastungen. Bisher wurde die chinesische operativ tätige Tochtergesellschaft Joyou Sanitation mit 15 Prozent besteuert. Künftig steigt der Satz auf 25 Prozent. Für die beiden vergangenen Jahre 2011 und 2012 mussten rund 5,5 Mio. Euro Abgaben nachentrichtet werden. Insgesamt summierten sich also die einmaligen, nicht wiederkehrenden Belastungen auf knapp 10 Mio. Euro oder ein Viertel des Vorjahresüberschusses. Die restliche Differenz auf den Gewinn 2012 von rund fünf Mio. Euro stammt aus der auch künftig geringeren Rohmarge und dem höheren Zins und Abschreibungsaufwand. Im ersten Quartal 2014 setzt sich das Wachstum mit gut 5 Prozent fort. Das EBIT erreichte die Vorjahreshöhe, während sich der Jahresüberschuss – wegen der höheren Steuerbelastung und gestiegener Finanzierungskosten um mehr als ein Drittel verringerte. Freude bereitete der Cashflow, der sich von knapp 10 auf fast 17 Mio. Euro erhöhte.

 

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019e 2020e
Umsatzerlöse1 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
EBITDA1,2 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
EBITDA-Marge3 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
EBIT1,4 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
EBIT-Marge5 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Jahresüberschuss1 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Netto-Marge6 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Cashflow1,7 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Ergebnis je Aktie8 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Dividende8 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de
Wirtschaftsprüfer:

 

Das Management von Joyou erwartet, dass schon in diesem Jahr der Netto-Gewinn wieder deutlich zunehmen wird. Das Umsatzplus schätzen sie vorsichtig auf fünf bis zehn Prozent. Auch wenn sich die Wachstumsrate in der Bauindustrie in China im ersten Quartal 2014 um 2,5 Prozentpunkte verringert hat, so wuchsen die Investitionen noch immer um stolze 16,8 Prozent. Auch langfristig wird der Wohnungsbau von der zunehmenden Urbanisierung Chinas profitieren. Lediglich die Wohnungs- und Hausverkäufe nahmen im ersten Quartal um 5,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ab, weil die Regierung 2013 eine Kapitalertragssteuer von 20 Prozent auf die Gewinne von Wohnungsverkäufen verhängt hat. Zudem wurde der Mindestanzahlungsanteil beim Zweitwohnungskauf von 60 auf 70 Prozent angehoben. Das alles beeinflusst das Geschäft von Joyou aber kaum. Es ist der Neubau, der die Umsätze bringt. Hier ist ein Ende des dynamischen Wachstums noch lange nicht abzusehen.

Interessantes Detail: In China werden Wohnungen ohne Badeinrichtungen verkauft. Diese besorgen sich die Kunden selbst in Fachgeschäften. Joyou ist hier mit einem Anteil von mehr als 13 Prozent unangefochtener Marktführer, gefolgt von dem chinesischen Wettbewerber Jomoo mit zehn Prozent, der etwas günstiger als Joyou anbietet, sowie dem Amerikaner Kohler mit knapp neun Prozent und dem Japaner Toto mit gut fünf Prozent  Marktanteil, die sich beide im Hochpreissegment etabliert haben. Die Zahlen zeigen: Der Markt ist stark fragmentiert. Auch wenn die Konsolidierung zunimmt, so steigt doch der Wettbewerbsdruck momentan erheblich. Die traditionellen Exportunternehmen sind in den Binnenmarkt eingetreten und ausländische Wettbewerber versuchen sich zunehmend die Märkte in kleineren Städten zu erschließen.

Joyou begegnet diesen Herausforderungen mit einer verstärkten Zusammenarbeit mit Grohe und der zunehmenden Internationalisierung des Geschäfts. In China wird die Angebotspalette mit weiteren selbst hergestellten Produkten ausgebaut. Im vergangenen Jahr hat Joyou einen Galvanisierungsbetrieb gekauft. Nun wird eine Plastikfabrik errichtet, das Keramikwerk erweitert und die Armaturenproduktion aufgerüstet. Damit sollte Joyou seine führende Marktposition weiter ausbauen. Das sieht auch Thomas Maul, Analyst bei der DZ Bank so: „Der Trend zur Urbanisierung sowie die wachsende Käuferschicht in China sprechen ebenso wie die guten Perspektiven im internationalen Geschäft und die günstige Bewertung für einen Kauf der Aktie.“ Den fairen Wert der Joyou-Aktie sieht er bei 21,50 Euro.

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
0,000 0,00
KGV 2021e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
0,00 0,00 0,000 0,00
KBV KCV KUV EV/EBITDA
0,00 0,00 0,00 0,000
Dividende '19 in € Dividende '20e in € Div.-Rendite '19e
in %
Hauptversammlung
0,00 0,00 0,00
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
0,00% 0,00% 0,00% 0,00%
    

 

Foto: Joyou AG

 

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