ECV
ENCAVIS
Anteil der Short-Position: 12,74%
EVT
Evotec OAI
Anteil der Short-Position: 10,77%
VAR1
Varta
Anteil der Short-Position: 9,21%
SANT
S+T (Z.REG.MK.Z.)...
Anteil der Short-Position: 7,39%
BOSS
HUGO BOSS
Anteil der Short-Position: 6,23%
DUE
Dürr
Anteil der Short-Position: 5,76%
SDF
K+S
Anteil der Short-Position: 5,25%
ZIL2
ElringKlinger
Anteil der Short-Position: 4,24%
LEO
Leoni
Anteil der Short-Position: 4,11%
LHA
Lufthansa
Anteil der Short-Position: 3,86%
DRW8
DRAEGERWERK ST.A....
Anteil der Short-Position: 2,01%
TKA
ThyssenKrupp
Anteil der Short-Position: 1,96%
ZO1
ZOOPLUS
Anteil der Short-Position: 1,88%
RAA
Rational
Anteil der Short-Position: 1,71%
DHER
DELIVERY HERO
Anteil der Short-Position: 1,63%
EVK
EVONIK INDUSTRIES
Anteil der Short-Position: 1,63%
SOW
Software AG
Anteil der Short-Position: 1,52%
AEIN
ALLGEIER
Anteil der Short-Position: 0,96%
ARL
Aareal Bank
Anteil der Short-Position: 0,78%
5Y6
COMPASS PATHW SP.ADR
Anteil der Short-Position: 0,71%
MOR
MorphoSys
Anteil der Short-Position: 0,70%
HEI
HeidelbergCement
Anteil der Short-Position: 0,62%
CEC
CECONOMY ST
Anteil der Short-Position: 0,50%

exceet Group: Reserviert für antizyklische Anleger

Die Ausgangslage könnte schlechter kaum sein: Der Chart sieht fürchterlich aus, ein Großaktionär will aussteigen, ein Geschäftsbereich steht zum Verkauf – und die extrem volatilen Ergebniszahlen kamen zuletzt andere als überzeugend daher. Von der schwierigen Börsenhistorie seit dem Start als Investmentvehikel in Form eines SPACS (Special Purpose Acquisition Company) – und den damit verbundenen Spätfolgen – ganz zu schweigen. Aber vielleicht lohnt es sich gerade wegen dieser lausigen Konstellation, jetzt einen Blick auf die exceet Group zu werfen. Aktien, bei denen alle gute Dinge auf dem Tisch liegen und damit im Kurs eingepreist sind, gibt es schließlich genug. Die exceet Group mit rechtlichem Sitz in Luxemburg und Notiz im Frankfurter Prime Standard ist ein Zulieferer für intelligente Elektronik und Sicherheitstechnik, wie sie in Hörgeräten, Insulinpumpen, Ultraschallgeräten oder auch in Steuerungssystem in der Industrie eingesetzt werden. Außerdem ist die exceet Group im Bereich Smart-Cards und Kartenlesegeräten aktiv – noch, um es besser zu sagen. Denn die Sparte Sparte ID Management & Systems (IDMS) – sie steuerte 2015 rund ein Viertel zu den Konzernerlösen von 181,59 Mio. Euro zu – steht offiziell zum Verkauf.

Damit kommt Wolf-Günter Freese, der kürzlich vom Finanzvorstand zum interimistischen Vorstandsvorsitzenden befördert wurde, einer alten Forderung des Finanzmarkts nach, denn viele Investoren monierten, dass der Karten- und der Elektronikbereich keine echten Synergieeffekte hervorbringen würden. Beauftragt mit dem Verkauf wurde der als CEO kürzlich „aus persönlichen Gründen“ zurückgetretene Ulrich Reutner – immerhin kommt Reutner aus der Smart-Card-Bereich und verfügt in dem Sektor über gute Kontakte. „Der Verkauf von IDMS erscheint – zumindest wenn er gut umgesetzt wird – vielversprechend und würde die Gruppe stärker fokussieren“, schreiben die Analysten von Kepler Cheuvreux in dazu ihren jüngsten Studie. Nun: Vorschusslorbeeren für den geplanten Verkauf der Kartensparten haben die Anleger bislang nicht spendiert, wie der taumelden Aktienkurs zeigt.

 

exceet Group  Kurs: 4,080 €

 

Wie ein Damoklesschwert schwebt über der Notiz aber auch der bereits im dritten Quartal 2014 angekündigte Rückzug von Vorndran Mannheims Capital (VMCap). Der Düsseldorfer Private-Equity-Fonds um Helmut Vorndran hält 33,9 Prozent der Anteile – bezogen auf die zurzeit 20.523.695 A-Shares. Aus der Zeit der SPAC-Vitalisierung wabern im Hintergrund allerdings noch insgesamt 14,21 Millionen B- und C-Shares. Diese mit Stimmrecht ausgestatteten Titel sind vergleichbar mit Besserungsscheinen, die bei Erreichen bestimmter Kursschwellen (ab 12 Euro) bis zum 26. Juli 2016 in A-Shares gewandelt werden können. Da allerdings fast schon ein Wunder geschehen müsste, damit die Notiz der A-Aktie bis zum Sommer auf 12 Euro klettert, werden diese Optionen mit nahezu 100 Prozent Wahrscheinlichkeit verfallen bzw. von der Gesellschaft bis spätestens 26. Januar 2017 zu jeweils 0,0152 Euro – also einem sehr überschaubarer Betrag – eingelöst.

Das kann unter anderem auch deswegen wichtig für die Bewertung der Aktie sein, weil die Marktkapitalisierung (und damit auch viele Bewertungskennzahlen) gelegentlich auf Basis der Summe von A-, B- und C-Shares berechnet wird. Relevant für die Ermittlung des Börsenwerts sind aber nur die 20,52 Millionen A-Shares. Losgelöst davon: Für die weitere Entwicklung der exceet-Notiz wäre es natürlich  positiv, wenn das Paket von VMCap in strategische Hände kommt. Immerhin: Es hat den Anschein, dass Vorndran die Zügel anzieht und es in seinem Interesse liegt, den Verkauf der Kartensparte möglichst positiv abzuschließen. Interessant für den Streubesitz wird der geplante Exit von VMCap aber auch, weil damit eventuell ein Pflichtangebot ausgelöst wird. Bewertungstechnisch sticht momentan das niedrige Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) von knapp 0,6 hervor. Mit anderen Worten: Dem Eigenkapital von 103,05 Mio. Euro zum Ende des ersten Quartals 2016 steht beim Aktienkurs von 2,95 Euro eine Marktkapitalisierung von 60,5 Mio. Euro entgegen. Natürlich drückt das niedrige Multiple die wenig überzeugende Eigenkapitalrentabilität aus. Dennoch ist der Discount nach Auffassung von boersengefluester.de ein gutes Stück zu üppig.

Und selbst unter Berücksichtigung der Nettofinanzverschuldung von 12,5 Mio. Euro sieht auch die Relation von Unternehmenswert zu EBITDA – 2015 kam die exceet Group auf ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 12,65 Mio. Euro – mit einem Faktor von deutlich weniger als sechs eher nach einer Chance aus. Fazit boersengefleuster.de: Auch wenn die Projektzyklen in den Märkten der Luxemburger viel schwieriger und vor allen Dingen auch langwieriger sind als gedacht, der Titel hat zu viel Prügel gezogen. Mit ein wenig Fortune und entsprechenden Fortschritten beim Verkauf der Kartensparte sowie einer Lösung in der Aktionärsfrage, könnte der Small Cap zu den Überraschungskandidaten der kommenden zwölf Monate avancieren. Klar sollte aber auch sein, dass sich das Papier nur für sehr risikobereite und antizyklisch agierende Anleger eignet. Entsprechend vorsichtig, gilt es den Einsatz zu dosieren.

 

 

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2015 2016 2017 2018 2019 2020e 2021e
Umsatzerlöse1 136,40 135,32 143,38 41,54 43,66 0,00 0,00
EBITDA1,2 10,01 8,11 9,49 4,91 6,80 0,00 0,00
EBITDA-Marge3 7,34 5,99 6,62 11,82 15,57 0,00 0,00
EBIT1,4 1,71 -4,38 -10,50 2,11 3,71 0,00 0,00
EBIT-Marge5 1,25 -3,24 -7,32 5,08 8,50 0,00 0,00
Jahresüberschuss1 -1,36 -7,12 -11,02 52,40 2,52 0,00 0,00
Netto-Marge6 -1,00 -5,26 -7,69 126,14 5,77 0,00 0,00
Cashflow1,7 9,08 -2,13 8,29 2,28 5,44 0,00 0,00
Ergebnis je Aktie8 -0,03 -1,56 -0,55 2,61 0,13 0,23 0,28
Dividende8 0,00 0,00 0,00 3,00 1,75 0,00 0,00
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

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1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de
Wirtschaftsprüfer: PricewaterhouseCoopers

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
exceet Group
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
A0YF5P 4,080 Kaufen 81,90
KGV 2022e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
12,75 18,91 0,67 13,74
KBV KCV KUV EV/EBITDA
2,01 15,07 1,88 4,97
Dividende '19 in € Dividende '20e in € Div.-Rendite '20e
in %
Hauptversammlung
1,75 0,00 0,00 24.06.2021
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
06.05.2021 05.08.2021 05.11.2020 18.03.2021
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
-0,24% -2,19% 0,49% -15,00%
    


Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse gründete im Mai 2013 die auf Datenjournalismus fokussierte Seite boersengefluester.de. Zuvor war er 19 Jahre bei dem Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. 2016 gewann Gereon Kruse mit boersengefluester.de beim viel beachteten finanzblog award der comdirect bank den Publikumspreis und belegte gleichzeitig noch den 3. Platz in der Jurywertung.