Erlebnis Akademie: Einen Tick zu heiß gewesen

Wer als Urlauber bei 30 Grad im Sommer die Wahl zwischen einem Badetag in Binz an der Ostsee und einem Ausflug zum nahegelegenen Baumwipfelpfad hat, wird dieses Jahr im Zweifel wohl häufig den Sonnenschirm am Strand vorgezogen haben. Und so ist es auch nicht sonderlich verwunderlich, dass die heimischen Naturparks der Erlebnis Akademie ihre Einnahmen nach neun Monaten zum Teil „nur“ halten konnten. Konkret stehen auf AG-Ebene nach neun Monaten 2018 Erlöse von knapp 7,46 Mio. Euro zu Buche – nach 7,31 Mio. Euro in der entsprechenden Vorjahresperiode. Um Missverständnissen vorzubeugen: Auch wenn die Entwicklung auf den ersten Blick etwas enttäuschend aussieht, es handelt sich um eine Entwicklung auf hohem Niveau. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) fiel dabei von 1,60 auf 1,50 Mio. Euro zurück, im Wesentlichen eine Folge der gestiegenen Aufwendungen für Personal und Material.

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Da die aus Bad Kötzting im Bayerischen Wald stammende Gesellschaft jedoch ihre internationalen Aktivitäten konsequent forciert hat, sieht die Entwicklung auf Konzernebene noch ansprechender aus: So kletterten die Umsätze inklusive der Standorte in der Hohen Tatra und im Riesengebirge um 49,5 Prozent auf 12,73 Mio. Euro. „Die Unternehmensentwicklung ist nach den ersten neun Monaten 2018 sehr zufriedenstellend“, sagt Finanzvorstand Christoph Blaß und bestätigt die bisherigen Prognosen, wonach für 2018 mit Erlösen zwischen 14 und 15 Mio. Euro zu rechnen ist. „Die erhöhte internationale Bekanntheit führt inzwischen auch dazu, dass wir sehr attraktive und vielfältige Standortanfragen erhalten – derzeit sind wir beispielsweise mit einer Planung in Kanada an unserem ersten Pilotprojekt außerhalb Europas intensiv beschäftigt“, sagt Vorstandssprecher Bernd Bayerköhler.

 

Erlebnis Akademie  Kurs: 18,700 €

 

Der eigentlich Clou aus Anlegersicht ist freilich, wie gut sich die Aktie der Erlebnis Akademie im laufenden Jahr (einmal mehr) entwickelt hat: Immerhin türmt sich das Kursplus seit Anfang Januar 2018 auf annähernd 83 Prozent – und auch die jüngsten unruhigen Börsenwochen konnten dem Titel mit Erstnotiz im Münchner Spezialsegment m:access nur bedingt etwas anhaben. Von den 557 Aktien, die derzeit von boersengefluester.de regelmäßig analysiert werden, weisen lediglich Lloyd Fonds und Medical Columbus im laufenden Jahr eine noch bessere Performance aus. Dabei türmt sich die Marktkapitalisierung der Erlebnis Akademie gegenwärtig auf knapp 38 Mio. Euro. Mit Blick auf das aktuelle Umsatz- und Ergebnisniveau ist das zwar zunächst einmal ambitioniert. Doch insbesondere die Auslandsexpansion verschafft dem Unternehmen noch enormes Wachstumspotenzial „Seit unserem Börsengang 2015 haben wir in nicht einmal drei Jahren die Anzahl unserer Standorte verdoppelt. Weitere Projekte in attraktives EU-Ländern wie Slowenien, Spanien und Polen aber auch außerhalb Europas, mit einem Projekt in Kanada, sind geplant“, betont das Vorstandsteam.

Zur Unterfütterung des Wachstums läuft zurzeit eine Minikapitalerhöhung um bis zu 55.550 Aktie zu einem Ausgabepreis von jeweils 18 Euro. Die Analysten von Sphene Capital haben die Maßnahme gleich einmal zum Anlass genommen, um das Kursziel für den Small Cap von 21,20 auf 27,20 Euro heraufzusetzen. Demnach hätte die Aktie – ausgehend von aktuellen Kurs bei 21,20 Euro – noch ein Potenzial von beinahe 30 Prozent. Ebenfalls bemerkenswert: Am 28. November präsentiert die Gesellschaft auf dem Eigenkapitalforum in Frankfurt.

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Erlebnis Akademie
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
164456 18,700 Kaufen 33,30
KGV 2020e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
14,84 19,04 0,765 50,00
KBV KCV KUV EV/EBITDA
3,13 17,89 2,87 7,864
Dividende '17 in € Dividende '18e in € Div.-Rendite '18
in %
Hauptversammlung
0,00 0,00 0,00 24.07.2018
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
06.06.2018 21.08.2018 20.11.2018 06.06.2018
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
-13,17% 4,79% 55,19% 54,42%
    

 

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018e
Umsatzerlöse1 2,56 4,32 5,78 6,97 7,98 11,60 14,70
EBITDA1,2 0,64 0,87 1,40 1,77 2,48 4,58 5,95
EBITDA-Marge3 25,00 20,14 24,22 25,39 31,08 39,48 40,48
EBIT1,4 0,31 0,32 0,44 0,59 1,07 2,35 2,90
EBIT-Marge5 12,11 7,41 7,61 8,46 13,41 20,26 19,73
Jahresüberschuss1 0,19 0,13 0,20 0,32 0,67 1,63 1,90
Netto-Marge6 7,42 3,01 3,46 4,59 8,40 14,05 12,93
Cashflow1,7 0,51 0,67 4,25 0,99 2,21 1,86 3,40
Ergebnis je Aktie8 0,12 0,09 0,13 0.20 0,43 0,77 0,90
Dividende8 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

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1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de

Wirtschaftsprüfer: Norbert Power-Feitz

 

Foto: Erlebnis Akademie AG


 

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Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse gründete im Mai 2013 die auf Datenjournalismus fokussierte Seite boersengefluester.de. Zuvor war er 19 Jahre bei dem Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. 2016 gewann Gereon Kruse mit boersengefluester.de beim viel beachteten finanzblog award der comdirect bank den Publikumspreis und belegte gleichzeitig noch den 3. Platz in der Jurywertung.