CAP
ENCAVIS
Anteil der Short-Position: 9,94%
VAR1
Varta
Anteil der Short-Position: 9,30%
WDI
WireCard
Anteil der Short-Position: 8,27%
LHA
Lufthansa
Anteil der Short-Position: 7,69%
SDF
K+S
Anteil der Short-Position: 7,50%
DUE
Dürr
Anteil der Short-Position: 7,09%
GBF
Bilfinger Berger
Anteil der Short-Position: 6,75%
ZIL2
ElringKlinger
Anteil der Short-Position: 5,87%
TKA
ThyssenKrupp
Anteil der Short-Position: 4,78%
FRA
Fraport
Anteil der Short-Position: 3,32%
GLJ
GRENKE
Anteil der Short-Position: 3,11%
GXI
Gerresheimer
Anteil der Short-Position: 2,85%
HFG
HELLOFRESH INH
Anteil der Short-Position: 1,86%
EVD
CTS EVENTIM
Anteil der Short-Position: 1,80%
ARL
Aareal Bank
Anteil der Short-Position: 1,58%
EVK
EVONIK INDUSTRIES
Anteil der Short-Position: 1,27%
DBK
Deutsche Bank
Anteil der Short-Position: 1,23%
B5A
Bauer
Anteil der Short-Position: 0,70%
WSU
WashTec
Anteil der Short-Position: 0,57%
OSR
OSRAM LICHT
Anteil der Short-Position: 0,53%
DLG
Dialog Semiconductor
Anteil der Short-Position: 0,50%
G1A
GEA Group
Anteil der Short-Position: 0,48%
B4B
METRO ST
Anteil der Short-Position: 0,47%

Ergomed: Reinen Tisch gemacht

Mit der Akquisition der im Bereich Blutungskontrolle bei Operationen forschenden Haemostatix im Mai 2016 hatte der Kapitalmarkt von Beginn an seine Probleme. Immerhin war Ergomed mit seinen beiden Hauptbereichen Arzneimittelüberwachung und Auftragsforschung ein bis dahin profitabel arbeitendes Unternehmen – plus dem Zusatzkicker in Form von kleineren Beteiligungen an diversen Biotechs. Spätestens mit der Umsatz- und Gewinnwarnung vom vergangenen Sommer wurde es an der Börse jedoch ungemütlich für Ergomed und das Unternehmen setzte – neben diversen personellen Umstellungen – ein strammes Kostensenkungsprogramm auf. Damit nicht genug: Ende des Jahres haben die Briten externe Berater damit beauftragt, eine Lösung für Haemostatix zu finden, um Ergomed von den hohen Kosten einer Phase III-Studie für den Leitwirkstoff die PeproStat zu befreien. Da zudem auch das Folgeprodukt ReadyFlow bislang nicht den gewünschten Erfolg zeigt, hat Ergomed nun reinen Tisch gemacht und den kompletten Firmenwert und sonstige Themen rund um Haemostatix in der Bilanz bereinigt.

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„Das Unternehmen steht in laufenden Verhandlungen mit Interessenten, jedoch hält das Management diese weder für ausreichend fortgeschritten noch bieten sie ausreichend Sicherheit, um den Buchwert der Vermögenswerte einschließlich des beim Erwerb entstandenen Goodwills zu stützen“, heißt es offiziell. Zuversicht klingt anders. Positiv formuliert besteht nun aber immerhin ein Upside-Potenzial für den Fall einer Auslizensierung oder Partnerschaft. Insgesamt türmen sich die außerordentlichen Belastungen im 2018er-Abschluss auf 8,49 Mio. Pfund (umgerechnet: 9,42 Mio. Euro) und sorgen dafür, dass Ergomed auf einen operativen Verlust von knapp 10,45 Mio. Pfund (11,59 Euro) kommt. Der geht am Ende zulasten des um 18,5 Prozent auf 28,36 Mio. Pfund geschmolzenen Eigenkapitals.

 

Ergomed  Kurs: 5,160 €

 

Heruntergerechnet auf die einzelne Aktie kommt Ergomed damit nun auf einen Buchwert von umgerechnet 0,68 Euro – bei einem Aktienkurs von 1,92 Euro. Verglichen mit anderen Biotechunternehmen ist das daraus resultierende Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) von rund 2,8 allerdings eher niedrig und zeigt, wie groß der Sicherheitsabschlag an der Börse mittlerweile ist. Zum Vergleich: Evotec kommt auf ein KBV von nahezu neun, Morphosys liegt bei knapp sechs, Qiagen wird mit dem Faktor 3,7 auf das Eigenkapital gehandelt. Dabei stehen die Chancen gut, dass Ergomed im laufenden Jahr auf einen deutlichen Turnaround zusteuert. „Mit einem Auftragsbestand von mehr als 109 Mio. Pfund und den vollumfänglichen positiven Auswirkungen des im Geschäftsjahr 2018 implementierten Kostensenkungsprogramms fühlen wir uns sehr gut positioniert, weiter auf dieser Grundlage aufzubauen”, sagt Chairman Miroslav Reljanović.

Im umsatzmäßig momentan ein ganz klein wenig größeren Segment Auftragsforschung fokussiert sich Ergomed derweil immer stärker auf die Entwicklung von Medikamenten zur Behandlung seltener Erkrankungen – sogenannter Orphan-Arzneimittel. „Während Orphan-Studien aufgrund der Natur der Erkrankungen verhältnismäßig kleiner sind als vergleichbare konventionelle Studien, sind sie tendenziell komplexer und erfordern bei ihrer Durchführung besondere fachliche Kompetenzen“, betont Ergomed. Im Bereich Arzneimittelüberwachung verfolgt die operative Tochter PrimeVigilance gar das ambitionierte Ziel, „weltweit eine Führungsrolle im Bereich Pharmakovigilanz einzunehmen“. Eher auf Hold gesetzt ist dagegen das früher gerade am Kapitalmarkt besonders intensiv verfolgte Geschäft mit Co-Developments – also direkten Beteiligungen an aussichtsreichen Biotechgesellschaften.

Insgesamt stehen die Chancen also gar nicht so schlecht, dass sich die Nachrichtenlage 2019 bei Ergomed deutlich aufhellt. Das wiederum müsste sich dann eigentlich auch positiv im Aktienkurs zeigen. Wer den Titel im Depot hat, sollte also engagiert bleiben oder eventuell aufstocken.

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Ergomed
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
A117XM 5,160 Kaufen 248,72
KGV 2021e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
28,67 33,37 0,859 129,00
KBV KCV KUV EV/EBITDA
5,77 18,02 3,11 21,467
Dividende '19 in € Dividende '20e in € Div.-Rendite '19e
in %
Hauptversammlung
0,00 0,00 0,00 10.06.2020
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
25.09.2019 15.05.2020
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
9,90% 14,64% 16,22% 76,71%
    

 

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020e
Umsatzerlöse1 18,14 27,03 40,94 45,80 53,63 60,01 79,93 97,00
EBITDA1,2 2,20 2,84 4,59 1,90 -3,08 -8,76 10,81 16,00
EBITDA-Marge3 12,13 10,51 11,21 4,15 -5,74 -14,60 13,52 16,49
EBIT1,4 2,13 1,00 2,81 0,70 -4,40 -11,58 6,46 11,90
EBIT-Marge5 11,74 3,70 6,86 1,53 -8,20 -19,30 8,08 12,27
Jahresüberschuss1 1,85 0,74 2,11 0,56 -5,07 -9,96 6,52 7,25
Netto-Marge6 10,20 2,74 5,15 1,22 -9,45 -16,60 8,16 7,47
Cashflow1,7 1,65 0,69 0,36 -2,77 0,03 1,16 13,80 5,40
Ergebnis je Aktie8 0,09 0,03 0.07 0,02 -0,12 -0,02 0,13 0,16
Dividende8 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

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1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de
Wirtschaftsprüfer: KPMG

 

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Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse gründete im Mai 2013 die auf Datenjournalismus fokussierte Seite boersengefluester.de. Zuvor war er 19 Jahre bei dem Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. 2016 gewann Gereon Kruse mit boersengefluester.de beim viel beachteten finanzblog award der comdirect bank den Publikumspreis und belegte gleichzeitig noch den 3. Platz in der Jurywertung.