AIXA
Aixtron
Anteil der Short-Position: 16,63%
LEO
Leoni
Anteil der Short-Position: 13,20%
CCAP
CORESTATE CAPITAL...
Anteil der Short-Position: 9,33%
HDD
Heidelberger Druckm.
Anteil der Short-Position: 6,88%
SDF
K+S
Anteil der Short-Position: 6,76%
TKA
ThyssenKrupp
Anteil der Short-Position: 6,60%
KCO
Klöckner &
Anteil der Short-Position: 6,39%
NDA
Aurubis
Anteil der Short-Position: 5,66%
GBF
Bilfinger Berger
Anteil der Short-Position: 5,65%
AR4
AURELIUS EQ.OPP.
Anteil der Short-Position: 5,52%
GXI
Gerresheimer
Anteil der Short-Position: 5,09%
DBK
Deutsche Bank
Anteil der Short-Position: 4,72%
SKB
Koenig & Bauer
Anteil der Short-Position: 3,75%
TUI1
TUI
Anteil der Short-Position: 3,53%
OSR
OSRAM LICHT
Anteil der Short-Position: 2,89%
DUE
Dürr
Anteil der Short-Position: 2,74%
COK
Cancom IT Systeme
Anteil der Short-Position: 2,66%
LHA
Lufthansa
Anteil der Short-Position: 2,65%
HFG
HELLOFRESH INH
Anteil der Short-Position: 2,05%
GLJ
GRENKE
Anteil der Short-Position: 2,02%
MRK
Merck
Anteil der Short-Position: 0,58%
BC8
Bechtle
Anteil der Short-Position: 0,53%
DRW8
DRAEGERWERK ST.A....
Anteil der Short-Position: 0,46%

Delistings: Bei diesen Aktien gut aufpassen

Auf anhaltend großes Interesse stößt unsere laufend aktualisierte  Übersichtstabelle mit den Unternehmen, die bereits ihren Börsenrückzug im Wege eines kalten Delistings – also ohne ordentliches Abfindungsangebot im Rahmen eines Squeeze-outs – angekündigt haben. Nicht nur für Privatanleger sind diese Beschlüsse, auch wenn sie nach geltender Rechtsprechung in Ordnung sind, eine echte Belastungsprobe. Meist gehen die Delistingmeldungen schließlich mit deutlich zweistelligen Kursverlusten einher. Etliche Nebenwertekenner befürchten, dass in den kommenden Quartalen noch weitere Firmen die Flucht vom Parkett antreten. Kein Wunder, dass die Small-Cap-Szene verunsichert ist. Leser von boersengefluester.de haben gefragt, ob wir nicht eine Liste mit potenziellen Delistingkandidaten erstellen könnten.

Zugegeben: Ein schwieriges Unterfangen, denn es gibt kein wirklich funktionierendes Raster, um die in Frage kommenden Firmen zu lokalisieren. Dennoch haben wir unsere Datenbank nach Kandidaten durchsiebt. Einige Gemeinsamkeiten weisen die Firmen, die mit Delistingplänen bereits vorgeprescht sind, schließlich auf:

 

  • Notiz in den schwächer regulierten Segmenten Entry Standard oder General Standard

 

  • Dominanter Großaktionär – meist aus dem Kreis der Firmengründer

 

  • Häufig eher solide Bilanzen. Die Notwendigkeit, über die Börse Barkapitalerhöhungen durchzuführen ist also nicht gegeben, oder hat sich als unmöglich herausgestellt.

 

  • Der Streubesitzanteil lag in der Regel zwischen acht und rund 35 Prozent

 

  • Meist ein unbefriedigender Kursverlauf seit mehreren Quartalen

 

Ausgestattet mit dieser Roadmap hat boersengefluester.de ein entsprechendes Screening durchgeführt. Übrig geblieben ist zunächst eine Liste mit immerhin gut 50 Unternehmen, bei denen ein kaltes Delisting drohen könnte. Damit wäre ungefähr jeder achte Titel aus dem Small-Cap-Universum von boersengefluester.de in Gefahr. Die Aussage war uns allerdings zu grob. Also haben wir weiter reduziert. Titel, bei denen wohl eher ein klassisches Squeeze-out zu erwarten ist oder wo wir uns ein Delisting einfach nur schwer vorstellen können, wurden konsequent aussortiert. Am Ende umfasste die Tabelle noch 16 Gesellschaften. Um es gleich vorwegzunehmen: Bei keiner dieser Firmen gibt es unseres Wissens konkrete Pläne für einen Börsenrückzug. Manche Aktien finden sich zudem schon seit einer halben Ewigkeit auf dem Kurszettel. Es handelt sich also keinesfalls um eine „Todesliste“, wie sie zu Neuer-Markt-Zeiten für klamme Techbuden kursierten. Wir wollen Anleger, die hier engagiert sind oder es möglicherweise vorhaben, lediglich für ein mögliches Gefahrenpotenzial sensibilisieren.

 

Bildschirmfoto 2014-09-08 um 18.07.43

 

Zwar ist die Delisting-Problematik durch eine breitete Berichterstattung – etwa in der Wirtschaftswoche – bereits deutlich stärker im Bewusstsein der breiten Anlegerschaft  verankert als noch vor einigen Monaten. Einen Knalleffekt wird es aber vermutlich erst dann geben, wenn sich eine populäre Gesellschaft zu diesem Schritt entschließen sollte, und der Sachverhalt dann nicht nur ein paar eher unbekannte Nebenwerte betrifft. Perspektivisch können sich Finanzexperten so einen Schritt etwa bei der derzeit noch im SDAX gelisteten Balda-Aktie vorstellen. Die auf Kunststoffteile spezialisierte Gesellschaft hat mit der Thomas van Aubel zurechenbaren Elector GmbH einen starken Großaktionär, dessen Börsenabsichten noch schwer zu durchschauen sind. Hellhörig sollten Anleger auf jeden Fall werden, sollte das – mit der Degradierung aus dem SDAX per 22. September nicht mehr zwingend notwendige – Listing im Prime Standard irgendwann zur Debatte stehen.

Als indirekter Profiteur der zuletzt zahlreichen Delistings gilt übrigens die Valora Effekten Handel AG (WKN: 760 010). Das Wertpapierhandelshaus stellt außerbörsliche Kurse für alle bereits umgesetzten Listings. Eine Übersicht von Valora finden Sie HIER. Als Investment kommt der Titel aber dennoch kaum in Frage. Die Marktkapitalisierung der Gesellschaft aus Ettlingen beträgt nicht einmal 2 Mio. Euro.

 

Sie kennen noch andere Titel, die Ihrer Meinung nach von einem kalten Delisting betroffen sein könnten? Schicken Sie uns eine E-Mail an info@boersengefluester.de. Wir werden uns den Wert dann anschauen und die Liste gegebenenfalls erweitern. Viele Dank für Ihre Unterstützung!

 

Foto: Shutterstock



Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse gründete im Mai 2013 die auf Datenjournalismus fokussierte Seite boersengefluester.de. Zuvor war er 19 Jahre bei dem Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. 2016 gewann Gereon Kruse mit boersengefluester.de beim viel beachteten finanzblog award der comdirect bank den Publikumspreis und belegte gleichzeitig noch den 3. Platz in der Jurywertung.