ECV
ENCAVIS
Anteil der Short-Position: 14,39%
LHA
Lufthansa
Anteil der Short-Position: 7,03%
NDX1
Nordex
Anteil der Short-Position: 4,47%
MOR
MorphoSys
Anteil der Short-Position: 4,39%
SDF
K+S
Anteil der Short-Position: 3,78%
H24
HOME24 INH
Anteil der Short-Position: 3,72%
KCO
Klöckner &
Anteil der Short-Position: 2,61%
SAE
SHOP APOTHEKE EUR...
Anteil der Short-Position: 2,53%
DUE
Dürr
Anteil der Short-Position: 2,21%
ADJ
ADLER GR. NPV
Anteil der Short-Position: 2,08%
DHER
DELIVERY HERO
Anteil der Short-Position: 2,02%
LPK
LPKF Laser & Electr.
Anteil der Short-Position: 1,86%
GFG
GLOBAL FASHION GR...
Anteil der Short-Position: 1,75%
ARL
Aareal Bank
Anteil der Short-Position: 1,52%
EVK
EVONIK INDUSTRIES
Anteil der Short-Position: 1,21%
HEI
HeidelbergCement
Anteil der Short-Position: 1,19%
VAR1
Varta
Anteil der Short-Position: 1,19%
WEW
WESTWING GR.
Anteil der Short-Position: 1,00%
SY1
Symrise
Anteil der Short-Position: 0,69%
TKA
ThyssenKrupp
Anteil der Short-Position: 0,61%
SHA
SCHAEFFLER VZO
Anteil der Short-Position: 0,55%
DEZ
Deutz
Anteil der Short-Position: 0,54%
BVB
Borussia Dortmund
Anteil der Short-Position: 0,51%

Datron: Schon irgendwie verrückt

Gerade einmal 33 Mio. Euro beträgt zurzeit der Börsenwert von Datron – einem nachhaltig profitablen Spezialmaschinenbauer mit zuletzt knapp 54 Mio. Euro Umsatz. Keine Frage: Aus Kapitalmarktsicht sind 33 Mio. Euro Umsatz nicht die Welt. Andererseits muss man sich auch mal auf der Zunge zergehen lassen, dass 33 Mio. Euro ziemlich genau einer mickrigen Kursschwankung von 0,20 Euro bei der Aktie des Kochboxenversenders HelloFresh entsprechen. Und die pendelt zurzeit gern einmal um 2 bis 3 Euro nach oben oder unten – innerhalb eines Handelstages wohlgemerkt. Nun passen Datron und HelloFresh wahrlich nicht in einer Schublade. Verrückt ist es aber irgendwie trotzdem, dass die Börse bei einem mehrheitlich im Familienbesitz befindlichen Unternehmen wie Datron – und von dem Kaliber gibt es einige auf dem heimischen Kurszettel – bis hinter die dritte Nachkommastelle rechnet und angesichts der Abhängigkeit von der Konjunktur Bewertungsabschläge noch und nöcher vornimmt, während andere Gesellschaften aufgrund ihrer vermeintlich hochskalierbaren Geschäftsmodelle in Sachen Marktkapitalisierung zurzeit von einer Milliarde in die nächste gejazzt werden. Neu ist so ein Börsenphänomen allerdings nicht.

Schon zu Neuer Markt-Zeiten haben uns IR-Manager aus der Old Economy, die neidvoll auf die Bewertung von Internetgesellschaften geschaut gehört haben, ihr Leid geklagt. Nun: Am Ende bildet der Börsenkurs eben nicht primär die wirtschaftliche Entwicklung, sondern vielmehr deren Interpretation ab. Und hier gibt es für Unternehmen wie Datron offenbar noch einiges zu tun. Es muss es ja einen Grund geben, dass der Small Cap auch neun Jahre nach dem Börsenstart zu 12,50 Euro eher nur Insidern bekannt ist und mit einem Kurs von zurzeit 8,25 Euro auch noch erheblich unter Ausgabepreis notiert. Daran ändern auch die seit dem IPO aufgelaufenen 1,25 Dividende je Aktie nicht signifikant etwas.

 

Datron  Kurs: 11,100 €

 

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021e
Umsatzerlöse1 43,22 45,68 50,19 55,72 53,79 42,13 49,50
EBITDA1,2 3,98 3,72 6,04 6,05 5,18 3,34 5,00
EBITDA-Marge3 9,21 8,14 12,03 10,86 9,63 7,93 10,10
EBIT1,4 3,26 2,93 5,22 5,13 3,90 2,15 3,75
EBIT-Marge5 7,54 6,41 10,40 9,21 7,25 5,10 7,58
Jahresüberschuss1 2,25 2,07 3,97 3,48 2,79 1,48 2,85
Netto-Marge6 5,21 4,53 7,91 6,25 5,19 3,51 5,76
Cashflow1,7 1,82 0,74 2,39 5,03 1,42 6,17 4,50
Ergebnis je Aktie8 0,56 0,52 0,99 0,87 0,69 0,37 0,70
Dividende8 0,15 0,15 0,20 0,20 0,10 0,05 0,15
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

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1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de
Wirtschaftsprüfer: RWM

 

Rein wirtschaftlich lief bei Datron sicher nicht immer alles wie erhofft – insbesondere was das Absatzpotenzial von Fräsmaschinen für Zahnlabore angeht –, per saldo hat die Gesellschaft aber meist ordentlich geliefert. Die Umsatzerlöse sind seit dem Börsenstart von 32 auf 54 Mio. Euro gestiegen. Weniger dynamisch kommt freilich die EBIT-Kurve daher. Die operative Marge hängt seit Jahren irgendwo zwischen fünf und neun Prozent fest. Was die absoluten Zahlen angeht, waren die Jahre 2017 und 2018 mit Betriebsergebnissen von jeweils gut 5 Mio. Euro die bislang besten Jahre. 2020 dürfte deutlich darunter liegen. Von seiner ursprünglichen Prognose, die für das laufende Jahr Erlöse zwischen 53 und 58 Mio. Euro bei einer EBIT-Marge von fünf bis neun Prozent vorsah, hat sich der Vorstand wieder verabschiedet. Dabei lagen die Zahlen für das Auftaktviertel 2020 mit Umsätzen von 11,71 Mio. Euro und einem EBIT von 153.000 noch gut im Rahmen der Erwartungen. Doch in den ersten drei Monaten 2020 spielte Corona auch noch gar nicht so die große Rolle im europäischen Wirtschaftsleben. Die kommenden Quartale werden deutlich härter.

Entsprechend urteilen die Analysten der BankM in ihrer druckfrischen Auftaktstudie zu Datron: „Kurzfristig geht es für die Unternehmen darum, sich mit der gegebenen Situation zu arrangieren. Datron gelingt dies in unseren Augen besser als Mitbewerbern. Daneben gilt es, bilanziell solide aufgestellt durch die Krise zu kommen, um nach deren Ende gerüstet zu sein und sich bietende Chance (Rückverlagerung von Produktion nach Europa/USA) nutzen zu können. Auch hier sehen wir Datron gut positioniert.“ Mit ein Knackpunkt aus Kapitalmarktsicht ist vermutlich, dass Datron die Börsennotiz – abgesehen von Punkten wie Imageförderung – eigentlich gar nicht braucht. Das Unternehmen arbeitet solide und leistet sich keine überteuerten Übernahmen. Die Eigenkapitalquote beträgt komfortable 40 Prozent. Zudem verfügt das in Mühltal unweit von Darmstadt ansässige Unternehmen über eine Netto-Liquidität von knapp 8,5 Mio. Euro.

Dividenden zahlt Datron zwar – auch wenn es für 2019 nur eine auf 0,10 Euro j Aktie halbierte Ausschüttung gibt –, allerdings ist die Dividendenrendite nie so hoch gewesen, dass es der Titel in dieser Disziplin in die Charts gebracht hätte. Ein Manko ist definitiv die überschaubare Handelsliquidität in der im Freiverkehrssegment Scale gelisteten Aktie. Der Familie um CEO Arne Brüsch sind 63,5 Prozent der insgesamt 4.000.000 Aktien zuzurechnen. Im Streubesitz binden sich 34,8 Prozent der Anteilscheine. Ebenfalls bemerkenswert: Rund 40 Prozent der Mitarbeiter des Spezialisten für Leichtmetallfräsmaschinen sind derzeit in der Aktie investiert. Insgesamt hört sich das alles nach solidem “German Mittelstand” an. Technisch sehr gut aufgestellt, erfahrenes Management und robuste Bilanzen. Es gibt schlechtere Empfehlungsschreiben. Und trotzdem wird es wohl so sein, dass die Investoren ihr Geld lieber in Geschäftskonzepte à la HelloFresh schichten.

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Datron
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
A0V9LA 11,100 Kaufen 44,40
KGV 2022e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
14,05 18,63 0,79 24,50
KBV KCV KUV EV/EBITDA
1,40 7,19 1,05 9,57
Dividende '19 in € Dividende '20e in € Div.-Rendite '20e
in %
Hauptversammlung
0,10 0,05 0,45 25.06.2021
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
04.05.2021 26.08.2021 05.11.2020 04.05.2021
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
2,17% 14,21% 23,33% 31,36%
    

 

Foto: Datron AG


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Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse ist Gründer des in Frankfurt ansässigen Finanzportals boersengefluester.de und seit vielen Jahren ein profunder Kenner von Kapitalmarktthemen und Experte für Datenjournalismus. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. Investmentprofis aus dem Small- und Midcap-Bereich stufen die Qualität der Berichterstattung von boersengefluester.de laut der IR.on-Medienstudie 2020/21 mit der Bestnote 1,67 ein. Im Gesamtranking der Onlinemedien liegt die Seite mit Abstand auf Platz 1. Beim finanzblog award der comdirect bank hat boersengefluester.de den Publikumspreis und zusätzlich noch den 3. Platz in der Jurywertung gewonnen. Zuvor war Gereon Kruse 19 Jahre beim Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs.