BUX: “Unser nächstes großes Projekt steht an”

Interviews gehören auf boersengefluester.de zur guten Tradition und haben seit jeher eine eigene Rubrik auf unserer Webseite. In der Regel sprechen wir dabei mit Vorständen aus dem Small- und Midcap-Sektor. Umso bemerkenswerter, dass in unserem Ranking der am besten jemals geklickten Interviews ausgerechnet ein Gespräch mit dem Gründer einer nicht notierten Gesellschaft mit Abstand an der Spitze liegt (zu dem Interview kommen Sie HIER). Freilich hatte Nick Bortot damals auch eine ziemliche coole Trading-App auf den Markt gebracht, die so gar nichts gemein hat mit der üblicherweise doch eher nüchternen Herangehensweise an das Thema Börse: BUX. Höchste Zeit für ein Update, zumal Nick Bortot kürzlich die Entwicklung der neuen Börsen-App BUX STOCKS bekannt gab, die sich ebenfalls an eher junge Leute richtet und die unter anderem durch einen provisionsfreien Aktienhandel für Aufmerksamkeit sorgt.


 

Herr Bortot, unser letztes Gespräch ist schon eine Weile her – genau genommen März 2016. Wie ist es BUX seit dem ergangen?

Nick Bortot: Prächtig! Wir wachsen. Uns gibt es inzwischen in neun europäischen Ländern, wir haben mehr als zwei Millionen User und rund 80 Mitarbeiter. Jüngster Zugang ist unser Head of Growth, der von Ripple kommt. Wie man sehen kann, wollen wir also noch weiter expandieren. 2017 haben wir mit einer neuen Finanzierungsrunde 10,6 Mio. Euro eingenommen, unter anderen erneut von Holtzbrinck Ventures und Velocity Capital.
Mit unserem Crowdfunding mit Seedrs haben wir nicht nur 1,3 Mio. Euro eingesammelt, sondern damit auch unseren Usern die Chance gegeben, in BUX zu investieren. Und 2019 steht unser nächstes großes Projekt an.

Worum geht es da genau?

Nick Bortot: Wir werden Anfang 2019 eine neue App launchen, mit der Aktien – also nicht CFDs – ohne Gebühren getraded werden können. Wir starten mit Aktien aus den USA und Europa. Im November haben wir die Warteliste für BUX STOCKS geöffnet. Die ersten User, die sich für die neue App anmelden, bekommen zum Beispiel Early Access zu STOCKS sowie eine Gratisaktie.

Sind Millennials, die typische BUX-Zielgruppe, denn wirklich interessiert an Aktien?

Nick Bortot: Ich glaube, gerade die Jüngeren kommen kaum mehr an Aktien vorbei. Die Zinsen sind seit Jahren extrem niedrig, die staatliche Rente reicht sicher nicht fürs Überleben im Alter aus und Häuser kann sich auch kaum mehr jemand leisten. Das sieht man ja an den Preisen in deutschen Großstädten. Bisher war der Aktienmarkt für Jüngere aber sehr teuer, Kommissionen kosten pro Order rund 10 Euro. Wir streichen die Kommission, so dass die Investments schneller wachsen können.

Wie verdient BUX dann Geld, wenn Sie keine Kommissionen nehmen?

Nick Bortot: Wir planen zusätzlich ein Premium-Modell mit weiteren Features. Für das werden dann in der Tat Gebühren anfallen. Das Basismodell ist aber ohne Kommission, die User zahlen nur den Preis für die Aktie.

Es gibt ein Reihe von Konkurrenten, die ebenfalls mit Aktien-Apps auf den Markt gehen wollen. Warum ist BUX besser?

Nick Bortot: Zum einen wird STOCKS natürlich typisch BUX sein. Dazu gehören eine unkomplizierte Bedienung, ein cooles Design und spannende Features, die wir gerade entwickeln. Außerdem wird unsere Community eine Rolle spielen, denn die macht auch schon die BUX CFD-App zu etwas ganz Besonderen. Im Vergleich zu einigen Konkurrenten sind wir zudem bereits ein Experte auf dem Gebiet Mobile-Investing und Trading und steigen nicht quer ein. Und nicht zuletzt: Uns ist der nationale Ansatz wichtig. Es wird die App in verschiedenen Sprachen geben, genau wie unsere erste App.

 

 

Welche Rolle spielt die Community, also Social Trading, für die jetzige BUX App?

Nick Bortot: Die BUX-Community ist eigentlich mit unser Herzblut. Natürlich haben wir auch eine Inhouse-Redaktion und veröffentlichen täglich News. In den Channels und Gruppen aber können sich die User aktiv austauschen, unsere erfahrenen Nutzer teilen Trading-Tipps, etc. Und die Community gestaltet unsere App mit. Sie können sagen, welche Feature oder Produkte sie sich wünschen und das beziehen wir mit ein.

Wie wichtig ist Deutschland für BUX?

Nick Bortot: Zusammen mit den Niederlanden ist Deutschland unser wichtigster Markt. Mehr als ein Drittel unserer zwei Millionen User kommt aus Deutschland.

Mit was traden die Deutschen hauptsächlich bei BUX?

Nick Bortot: Im Prinzip unterscheiden sich die beliebtesten Produkte europaweit kaum. Die US-Indizes oder der deutsche Leitindex liegen weit vorn. Wenn wir nur auf die Aktien schauen, dann liegen zum Beispiel US-Techs wie Apple, Tesla oder Amazon in den Top 5. Doch auch Local Heroes spielen eine Rolle, so ist zum Beispiel Wirecard bei den Deutschen im laufenden Quartal unter die Top 5 gekommen. Bei den Niederländern liegt natürlich Adyen mit vorn.

 

WireCard  Kurs: 105,000 €

 

Wenn wir uns in zwei Jahren erneut sprechen: Wo steht BUX dann?

Nick Bortot: Wir wollen bis 2020 der wichtigste Ansprechpartner für alle werden, die mehr aus ihrem Geld herausholen wollen, unabhängig davon, ob die Geldanlage lang- oder kurzfristig sein soll. Die BUX-Familie wird weiter wachsen und wir bieten dann für jeden Anlagebedarf eine passende Lösung, die eben ganz typisch BUX ist.

 


 

Nick Bortot ist der Mitgründer und CEO von BUX. Er managt das Geschäft in neun europäischen Ländern und leitet ein Team von mittlerweile 80 Mitarbeitern. 2014 gründete er BUX mit der Vision, die Hürden rund um die Finanzmärkte abzubauen und sie für jeden zugänglich zu machen. Nick Bortot hat fast zwei Jahrzehnte Erfahrung im Online-Brokergeschäft und war Mitgründer und Vorstandsmitglied der BinckBank, dem größten Online-Discount-Broker in den Niederlanden. Innerhalb von zwölf Jahren verwandelte er die BinckBank von einem Startup in ein börsennotiertes Unternehmen mit 700 Mitarbeitern und einer Marktkapitalisierung von bis zu 1,3 Mrd. Euro. Nick Bortot machte seinen Abschluss als Master of Arts in International Affairs an der Universität von Amsterdam.

Fotos: BUX B.V.



Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse gründete im Mai 2013 die auf Datenjournalismus fokussierte Seite boersengefluester.de. Zuvor war er 19 Jahre bei dem Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. 2016 gewann Gereon Kruse mit boersengefluester.de beim viel beachteten finanzblog award der comdirect bank den Publikumspreis und belegte gleichzeitig noch den 3. Platz in der Jurywertung.