LEO
Leoni
Anteil der Short-Position: 11,60%
CCAP
CORESTATE CAPITAL...
Anteil der Short-Position: 10,12%
EVT
Evotec OAI
Anteil der Short-Position: 9,93%
TKA
ThyssenKrupp
Anteil der Short-Position: 8,13%
SDF
K+S
Anteil der Short-Position: 7,88%
GXI
Gerresheimer
Anteil der Short-Position: 6,39%
NDA
Aurubis
Anteil der Short-Position: 6,13%
GBF
Bilfinger Berger
Anteil der Short-Position: 6,04%
SKB
Koenig & Bauer
Anteil der Short-Position: 5,42%
BOSS
HUGO BOSS
Anteil der Short-Position: 4,37%
FNTN
FREENET
Anteil der Short-Position: 4,12%
SZG
Salzgitter
Anteil der Short-Position: 3,91%
LXS
Lanxess
Anteil der Short-Position: 3,87%
NDX1
Nordex
Anteil der Short-Position: 3,51%
CEC
Metro
Anteil der Short-Position: 3,41%
KCO
Klöckner &
Anteil der Short-Position: 3,39%
AR4
AURELIUS EQ.OPP.
Anteil der Short-Position: 3,36%
PSM
PROSIEBENSAT.1
Anteil der Short-Position: 2,03%
LHA
Lufthansa
Anteil der Short-Position: 1,09%
FRA
Fraport
Anteil der Short-Position: 1,02%
OSR
OSRAM LICHT
Anteil der Short-Position: 0,87%
RRTL
RTL GROUP
Anteil der Short-Position: 0,60%
HOT
Hochtief
Anteil der Short-Position: 0,51%

Berentzen: Orangen als Umsatzturbo

Um alte Vorurteile möglichst schnell aus den Köpfen der Investoren zu kriegen, platziert Berentzen-Vorstandschef Frank Schübel auf der Small Cap-Konferenz der DVFA zwei zentrale Aussagen gleich an den Anfang seiner Präsentation: „Wir sind kein Sanierungsfall, sondern ein gesundes Getränkeunternehmen. Apfelkorn trägt gerade einmal drei Prozent zum Umsatz bei.” Und beim Blick auf den Chart erinnert auch nichts mehr an die frühere Tristesse. In den vergangenen fünf Monaten hat der Small Cap mal eben um 100 Prozent an Wert gewonnen und erstmals seit 1999 wieder die Marke von 8 Euro übersprungen. Allein an der für Ende September 2015 geplanten Umwandlung der Vorzugsaktien in dann ebenfalls börsennotierte Stämme kann das nicht liegen – auch wenn die Ankündigung so etwas wie die Initialzündung für das Kursfeuerwerk war. Richtig ist: Nach den vielen Umstrukturierungen der Vergangenheit und zu ambitionierten Plänen für die Auslandsexpansion, scheint Berentzen nun die richtige Mischung aus Wachstum und Effizienzsteigerung gefunden zu haben.

Der wohl interessanteste Teil der neuen Investmentstory von Berentzen ist die vor einem Jahr übernommene TMP Technic-Marketing-Products aus Linz in Österreich. Die Gesellschaft stellt unter dem Namen Citrocasa Saftpressen für Gastronomie und Handel her. Das klingt zunächst einmal gar nicht so aufregend, doch das Wachstum ist rasant, zumal spezielle PET-Leerflaschen sowie besonders safthaltige frische Orangen ebenfalls zum Programm gehören. „Die Orangen sind der Umsatzturbo”, sagt Schübel. Aber auch die Flaschen verkauft das Unternehmen mit einer ausgezeichneten Marge. Der Verkaufspreis für eine Saftpresse liegt im Schnitt bei etwa 6.000 Euro. Nach acht bis zehn Monaten hat sich die Investition in der Regel amortisiert. Im ersten Halbjahr 2015 stieg die Zahl der verkauften Maschinen um mehr als ein Viertel. Die Analysten von Hauck & Aufhäuser halten es für möglich, dass im Jahr 2017 mehr als 2.700 Citrocasa-Saftpressen verkauft werden, zumal demnächst eine kleinere Maschine die Angebotspalette erweitern soll. 2014 lag der Absatz bei rund 1.600 Pressen.

 

Berentzen-Gruppe  Kurs: 6,880 €

 

Völlig ungewohnt für Berentzen-Verhältnisse ist außerdem, dass die Gesellschaft im ersten Halbjahr 2015 ein positives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 2,5 Mio. Euro erzielt hat – quasi ohne positive Sondereffekte. Hauck & Aufhäuser erwartet, dass das Betriebsergebnis bis zum Jahresende auf 8,2 Mio. Euro klettern könnte. Dem steht – unter der Annahme, dass Stämme und Vorzüge gegenwärtig den selben Preis hätten – eine Marktkapitalisierung von gut 77 Mio. Euro entgegen. Eine moderate Bewertung, die trotz der super Performance noch immer Raum nach oben lässt. Ebenfalls interessant: Die ganz überwiegend aus der Ende 2012 emittierten Anleihe stammenden Finanzverbindlichkeiten und die liquiden Mittel von knapp 54 Mio. Euro neutralisieren sich weitgehend, so dass sich der Unternehmenswert auch unter Beachtung der Finanzierungsseite nicht wesentlich verändert. Großaktionär bei Berentzen ist seit vielen Jahren die Beteiligungsgesellschaft Aurelius. Gerüchte, wonach die Gleichschaltung von Stämmen und Vorzügen die Vorboten eines Ausstiegs der Münchner sind, halten sich hartnäckig. Konkrete Anzeichen für einen Exit gibt es freilich nicht. Ins operative Geschäft mischt sich Aurelius – abgesehen vom Einfluss über den Aufsichtsrat – dem Vernehmen nach ohnehin nicht ein. „Der Haupaktionär ist sehr entspannt momentan”, sagt Berentzen-CEO Schübel. Nicht ganz auszuschließen ist allerdings auch, dass mit der Aktienumwandlung die Weichen für Kapitalmaßnahmen gestellt werden. Zumindest mit Blick auf den Kurs scheint der Zeitpunkt günstig. Und die im Oktober 2017 auslaufende 6,5-Prozent-Anleihe im Volumen von 50 Mio. Euro wird Berentzen so mit Sicherheit auch nicht wieder auflegen. Realistischer scheint ein neuer Bond im Volumen von 20 bis 25 Mio. Euro. Fazit: Berentzen liefert momentan eine knackige Aktienstory, die in dieser Form noch längst nicht bei allen Investoren angekommen ist. Hauck & Aufhäuser nennt ein Kursziel von 12 Euro als fairen Wert.

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Berentzen-Gruppe
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
520160 6,880 Kaufen 66,05
KGV 2020e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
11,47 15,46 0,746 18,35
KBV KCV KUV EV/EBITDA
1,47 11,81 0,41 3,374
Dividende '18 in € Dividende '19e in € Div.-Rendite '18
in %
Hauptversammlung
0,28 0,28 4,07 22.05.2019
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
07.05.2019 13.08.2019 24.10.2019 21.03.2019
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
7,07% 7,13% 10,61% 6,67%
    

 

 

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019e
Umsatzerlöse1 147,70 152,54 153,46 158,55 170,03 172,13 162,17 170,00
EBITDA1,2 9,50 8,40 12,60 15,66 17,51 16,41 17,33 18,30
EBITDA-Marge3 6,43 5,51 8,21 9,88 10,30 9,53 10,69 10,76
EBIT1,4 2,20 1,48 5,14 7,58 10,54 9,22 9,80 9,60
EBIT-Marge5 1,49 0,97 3,35 4,78 6,20 5,36 6,04 5,65
Jahresüberschuss1 -1,66 -7,32 4,20 2,24 4,45 2,56 5,17 5,40
Netto-Marge6 -1,12 -4,80 2,74 1,41 2,62 1,49 3,19 3,18
Cashflow1,7 0,31 -3,40 8,91 31,37 12,32 4,12 5,59 15,70
Ergebnis je Aktie8 -0,14 -0,73 0,47 0.23 0,47 0,27 0,55 0,56
Dividende8 0,15 0,13 0,19 0,20 0,25 0,22 0,28 0,28
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

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1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de

Wirtschaftsprüfer: Warth & Klein Grant Thornton

 

Foto: Splitshire.com



Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse gründete im Mai 2013 die auf Datenjournalismus fokussierte Seite boersengefluester.de. Zuvor war er 19 Jahre bei dem Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. 2016 gewann Gereon Kruse mit boersengefluester.de beim viel beachteten finanzblog award der comdirect bank den Publikumspreis und belegte gleichzeitig noch den 3. Platz in der Jurywertung.